NACHGEDACHT



Foto: "Ecki" Schacht


Safer Thinking !

 

12.8.2015:


Wir schreiben August 2015, und es ist schon irgendwie komisch, dass immer noch auf die Einsicht
der Bürger in der Flüchtlingsfrage gehofft wird.
Zum einen hat sich das braune Gedankengut in den begüterten Familien bis heute erhalten und der
latente Rassismus sucht sich immer stärker den Weg in die Öffentlichkeit.
Zum anderen ging es unseren heimatvertriebenen Eltern nach dem Krieg keinen Deut besser, was die
Akzeptanz durch die "Einheimischen" betrifft. Die "Bittscheener" wurden damals keineswegs mit
offenen Armen aufgenommen, und das wurde ihnen und ihren Kindern auch noch Jahrzehnte später
deutlich gemacht. Ich gebe allerdings zu, dass es für das ältere "Frollein" kein Vergnügen war, ein
Zimmer in ihrem Einfamilienhaus an meine Oma und zwei ihrer Schwestern abtreten zu müssen,
aber in der heutigen Zeit nimmt der ohnehin schon beträchtliche Wohnraumleerstand zu, und wenn
darüber hinaus einer 50jährigen Nachgeborenen auf dem Arbeitsamt geraten wird, ihren "polnischen"
Namen zu ändern, dann ist das schlichtweg ein Skandal.
Zum Dritten kann man sich auf die Dummheit der Menschen verlassen, die sie dazu verleitet von der
Hand in den Mund zu leben. Wie sonst ist es zu verstehen, dass jahrzehntelang anpassungsunwilligen
"Gastarbeitern" ermöglicht wurde, hier eine Parallelgesellschaft aufzubauen und gleichzeitig hier
geborene und voll integrierte Nachkömmlinge sowie anpassungsbereite und
( für Nachdenkfähige bereits jetzt schon ersichtlich) dringend gebrauchte Fachkräfte
unter den Flüchtlingen abgeschoben werden? Das heißt aber noch lange nicht, dass Asylsuchende als
Schwarzarbeiter unwillkommen wären. Ich verstehe ja angesicht der politischen Entwicklung eine
gewisse Scheu vor Muslimen, aber selbst Christen scheint keine bevorzugte Behandlung zuteil zu
werden.
Im Rahmen der Altenpflege wird das ja zum Teil schon praktiziert, aber:
Müsste man konsequenterweise mich als vergleichbaren Nachkömmling des Jahrgangs 1949(und obendrein
"schmarotzenden" Frühstpensionär, der nach vor Jahren geäußerter Stammtischmeinung "beim Adolf an
die Wand gestellt worden wäre")nicht auch nach Tschechien zurück senden, nachdem dort keine Gefahr
der politischen Verfolgung mehr besteht? Desgleichen gälte auch für meine Frau und Polen. Bei unserer
in NRW geborenen Tochter wäre das schon schwieriger: Polen oder Tschechien? Zum Glück sind meine
Tochter und ich Beamte auf Lebenszeit und beide Länder ja in der EU. Damit besteht zumindestens die
freie Wahl des Aufenthaltsortes. Aber wie lange noch?
Auch nationenübergreifende Demokratie ist nur etwas für Schönwetter -
und der Eurohimmel bezieht sich furchterregend.

14.8.2015

Es wird momentan diskutiert, die Bundesjugendspiele abzuschaffen. Ich finde auch, dass so etwas
nicht mehr erforderlich ist - jedenfalls nicht zwingend für alle. Verbindlicher Schulsport ist
wichtig, aber in einer spielerischen Form, die eher auf ein gemeinsames Erlebnis als auf
Einzelleistungen abzielt. Alles andere wird als Zwangsbesportung empfunden undbewirkt somit
eher das Gegenteil von dem, was es eigentlich sollte.Außerdem ist es im Hinblick auf Inklusion
kontraproduktiv,aber diesbezüglich reiht es sich nahtlos in andere unbeseitigte Systemhindernisse ein.
Mangelnde Bewegung ist ohnehin nicht in der Schule auszugleichen, und der Leistungssport kann nicht
wirklich erstrebenswert sein,nachdem die in der ganzen Welt üblichen kriminellen Machenschaften immer
mehr an die Öffentlichkeit gelangen.Was bleibt, ist die Erfolgsliste der Schule, die es zu erweitern gilt.
Ist es das wirklich wert?
Wie komme ich als durchaus akzeptierter Übungsleiter nun zu so einer Haltung?
Da war einmal die braune Vorzeit, die allerdings nicht 1945 endete, sondern bis in die hohen 60er auch das öffenliche Leben bestimmte. Da ich fast auf den Tag genau so alt bin wie die Republik, wirkte sich das besonders in der Schule auf mich aus, was ich allerdings erst etliche Jahre später realisieren sollte. Im Gymnasium der osthessischen Kleinstadt erzählten fast alle Lehrer bereitwillig Schauermärchen von den bösen Russen aus der Kriegsgefangenschaft, sobald gewisse Reizwörter fielen - und das geschah sehr oft, denn diese hatten wir Schüler schnell heraus. Ebenso intensiv wurde uns beigebracht, was alles "beim Adolf" gut gewesen sei. Besonders fiel es aber im Sportunterricht auf. "Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, flink wie ein Windhund." galt da immer noch im Sinne der Wehrertüchtigung, und wir wurden mit der Trillerpfeife in Reih und Glied an die Geräte getrieben. Ich hatte daraufhin schon bald ein traumatisches Erlebnis: In der zweiten Volksschulklasse musste ich als Einzelkind von einer fränkischen Jungenklasse in eine gemischte niedersächsische Lerngruppe wechseln, was an sich schon gewöhnungsbedürftig genug war. Vor Turngeräten hatte ich Angst, und deshalb kam ich auch u.a. im Unterricht die Stangen nicht hoch.Daraufhin zwang mich die Turnlehrerin - eine Mittvierzigerin, die heute ihres Aussehens und Auftretens wegen sofort für jeden Nazifilm gecastet würde, vor versammelter Klasse zu sagen: "Ich bin ein Idiot". Ich schäme mich im Nachhinein, dass ich es überhaupt gemacht habe, aber noch mehr schäme ich mich für die lasche Reaktion meiner Eltern. Jedenfalls habe ich bis zum Abitur - allerdings immer in reinen Jungenklassen - Geräteturnen verweigert. An Klimmzug oder Überschlag am Reck war nicht zu denken. Die einzige Ausnahme bildete das Stangenklettern, das ich kurz davor doch noch mit Hilfe eines einfühlsameren Lehrers bewältigen konnte. Selbst beim 18monatigen Wehrdienst konnte mich niemand dazu zwingen, was "den Bund" nicht daran hindern konnte, mich mangels Alternativen doch noch zum Fähnrich der Reserve zu befördern. Ebenso zerrüttet ist mein Verhältnis zur Leichtathletik im Hinblick auf messbare Leistungen. Ich habe nie bei den Bundesjugenspielen eine Urkunde erhalten, geschweige denn ein Sportabzeichen gemacht - ohne darunter besonders zu leiden. Trotzdem bin ich seit 1965 wettkampfmäßig sportlich aktiv und sogar als Trainer tätig. Wie passt das zusammen?

Ich habe immer gern Ball gespielt und neben der nahezu täglichen Toberei auf dem Bolzplatz in der Schule eine regelmäßige Ballspiel - AG genossen. Außerdem nahm mich der bereits erwähnte Lehrer mit auf den Tennisplatz, wo ich als Balljunge zwar kein Geld, aber dafür ab und zu einen Schläger in die Hand bekam. Als der gute Mann dann auch noch meine Eltern dazu brachte mich im Verein anzumelden, war der Geschmack am Wettkampf geweckt. Nach einem Jahr gewann ich die Jugenmeisterschaft, und fortan nahm ich am Spielbetrib teil. Während des Studiums machte ich sogar eine Übungsleiterlizenz und verdiente dadurch gutes Geld. Mit 33 musste ich dem Körper geschuldet zwar auf Tischtennis umstellen, aber damit bin ich noch heute als Spieler und Übungsleiter sehr zufrieden. Es geht also auch ohne einen Ordner voll bunter Zettel , denn Urkunden sind letztlich nichts anderes.

15.8.2015

Sklavenarbeit hat es immer gegeben, und das wird sich auch nicht ändern. In der westlichen Welt ist sie zwar zur
Zeit offiziell verpönt, aber das bewirkt nur, dass alles Unangenehme oder minder Angesehene, was in prekären
Arbeitsverhältnissen nicht kostengünstig geleistet werden kann, in die zweite und dritte Welt outgesourct wird -
womöglich gar in der Überzeugung, damit auch noch etwas Gutes zu tun. Betrachtet man die Weltbevölkerung als Ganzes und vergleicht sie mit einem Bienenvolk, stellen die Nutznießer der Zivilisation die Drohnen dar, deren sich die Arbeiter eines Tages entledigen werden. Diese Vorgänge sind altbewährt und durchaus als natürlich zu bewerten. "Geld regiert die Welt!" ist keine neue Erkenntnis. Aber welcher Preis muss dafür bezahlt werden? Bequemlichkeit und missverstandener Zeitmangel führen zu dem Verlust von Kulturtechniken und dem Wissen über Haus- und Familienarbeit. Zur Absicherung der protzwillig offerierten Errungenschaften werden in der Regel schlecht bezahlte Sicherheitskräfte benötigt. All diese Sklaven haben einen Einblick in das herrschaftliche Leben, den sie weiter transportieren und damit Begehrlichkeiten wecken, sofern diese Arbeit nicht schon von den Auftraggebern selbst geleistet wird. Damit wird deren Eigenständigkeit aufgegeben, und sie selbst mutieren zum Sklaven in einem wuchernden System, das sich an pekuniärer Rendite orientiert. Dieses System funktioniert aber nur so lange, wie ein gewisses Zahlenverhältnis zwischen Herren und Sklaven in etwa gehalten werden kann mit einer ausreichenden Zwischenschicht als Pufferzone. Sobald diese schwindet, wird es gefährlich, zumal die Mitglieder dieser Schicht dem hauptsächlich dem steigenden Sklavenbedarf zum Opfer fallen.
Dann entlädt sich die erzwungene Aggressionshemmung innerhalb politischer Systeme in gewalttätigen Aktionen, und vor allem der liebe Gott muss wieder einmalals Auftraggeber für Mord und Brand herhalten. Der Endeffekt: Die Bedrängten, die sich nun nicht mehr auf ihre Security verlassen können, weichen und sammeln sich in Reichenghettos wie weiland die Saurier im Altmühltal, wo sie dann in Furcht und Drogen vereint dem unausweichlichen Ende entgegen siechen. Gewisse Gegenreaktionen gibt es bereits. Wie sollte sonst zu erklären sein, dass sich z.B. dir Rohkostler eines vermehrten Zulaufs erfreuen? Schließlich dämmert es mitunter auch dem Dümmsten, dass er verhungern könnte, wenn irgendwann irgendwo der Stecker gezogen würde. Doch zurück zur Re-Evolution: Die bei diesem Vorgang verbleibenden Aggressoren unterteilen sich in absehbarer Zeit selbst in Herren und Sklaven, sodass der ewige Kreislauf aufrecht erhalten wird. Das ist im Prinzip die wahre "Menschlichkeit" - und auch wieder nicht, denn das betrifft im Grunde alle Lebewesen, und der Mensch ist unter
ihnen nichts Besonderes auch wenn er sich z.B als Christ seinen Gott nach seinem Ebenbild geschaffen hat.

 

 

 

16.8.2015

Offenbar scheint es an hiesigen Gymnasien Tradition zu sein, auch im Sekundarbereich I über dieSommerferien Hausaufgaben aufzugeben. Im niedersächsischen Hausaufgabenerlass vom 22.3.2012 steht zwar unmissverständlich, dass das mit Ausnahme von Lektüren nicht geschehen darf, aber den Eltern ist das entweder unbekannt oder völlig wurscht. Dabei ist das keine Bankrotterklärung für dieAufnahmefähigkeit der Kinder, sondern für die Unfähigkeit des Schulsystems und manchmal auch derbetreffenden Lehrer. Selbst motivierte und als "gut" empfundene Lehrer sind unfähig, wennn sie absurde Vorgaben - oder besser KUMIst- einfach hinnehmen. KUMIst wird in  ländlichen Gegenden zwar als Dünger genutzt,aber dazu braucht es auch Stroh, und das wird von den Schulen offenbar mit einer gewissen Routineden Kindern in den Kopf geredet. Aber was sind das für Eltern, die so etwas ernsthaft akzeptieren?Solange also die Lehrer keinen Dampf von Elternseite bekommen, wird sich daran auch nichts ändern. Da heutzutage bereits Lehrer mit Zeitverträgen in den Sommerferien zum Arbeitsamt geschickt werden, ist eine gewisse Zurückhaltung im Hinblick auf die Zukunft ja zu verstehen,aber letztlich leidet unter solchen Bedingungen die Gesundheit und das Selbstbewusstsein. Und wer willwirklich seinen Kindern kranke und unsichere Lehrer zumuten?
Was den KUMIst betrifft: Inklusion an sich ist ja zu begrüßen, aber was die Politik hierzulande daraus macht, ist einfach nur Scheiße. Im Sinne einer vernünftigen Lösung hätte man zuerst die gymnasialen SEK I- Zweige abschaffen und parallel dazu die Lehrerausbildung radikal reformieren müssen. Das dauert aber Jahre, in denen in bewährter Unart auf dem Buckel von Schülern und Lehrern geflickschustert wird. Und viel zu viele Eltern zucken mit den Achseln, weil sie sich ihrer Macht zur Einflußnahme nicht bewusst sind. Das ändert aber nichts daran, dass Inklusion, die allen gerecht wird,von einem öffentlichen Schulsystem nicht geleistet werden kann.Schon gar nicht, wenn dabei auf egoistische Sonderwünsche der Eltern eingegangen werden soll.

 17.8.2015

Nur mal so, weil mal wieder in Westeuropa Hochsaison dafür ist und auf diesem Wege
den Neuankömmlingen (Ölscheichs ausgenommen) prima demonstriert wird, was uns hier wirklich bewegt.

 

28.8.2015

Es werden und Korruption und Diktaturen in den Ländern angeprangert, die für die momentane Völkerwanderung nach Westeuropa sorgen. Abgesehen davon, dass eben diese Migrationen gerade durch eigene Protzsucht,lukrative Waffenlieferungen und ausbeuterische Handelsverträge ausgelöst wurden und werden, und dass verbrecherischen Schleuserbanden durch eine auf Abschottung bedachte Asylpolitik Vorschub gekeistet wird, gibt man sich der Illusion hin, dass die Spezies Mensch demokratiebegabt sei. Das funktioniert noch nicht einmal in den meisten Familien, die bekanntlich die kleinsten politischen Einheiten darstellen. Ich kann nur der Definition beipflichten, dass DEMOKRATIE nichts anderes ist als DIKTATUR LIGHT und im Verlauf der Menschheitsgeschichte immer wieder nur ein Übergang zwischen zwei "echten" Diktaturen. Außerdem ist sie nicht religionskompatibel.Das gilt auch für unsere Parteiendemokratie:
Hier geht es einzig und allein um Durchsetzungsvermögen und Machterhalt. Es fängt damit an, dass vor jeder Wahl
der WAHLKAMPF steht, und der benötigt Geld - je höher die Karrierestufe, desto mehr. Das hat man, oder man erschleicht es sich durch gekonntes Nach- dem- Mund- Reden bei seinen Sponsoren, oder man wird als kompetenter Seiteneinsteiger von ebenjenen in die Parteiämer lanciert. Geld diktiert somit IMMER die Welt. Außerdem bedarf es bereits jeder Menge Kampfgeist, das heißt Aggressivität und notfalls übelster Tricks, um sich innerhalb der Partei durchzusetzen. Nur die Harten bekommen einen Platz im Parlamentsgarten, und gerade solche wollen ihn nicht wirklich nach einer angemessenen Zeit räumen. Die Fähigkeiten zur Machtbehauptung werden von klein auf in den Wahlkämpfen antrainiert. Korruption gibt es hier ebenso wie in einem der angeprangerten Staaten. Hier sind es Parteienspenden, Sitze in Aufsichtsräten, Beraterverträge usw., die für ein auskömmliches Einkommen der Allroundlobbyisten sorgen. Das geht solange gut, wie Schönwetter angesagt ist,doch irgendwann ist Schluss mit sonnig, weil ab einem gewissen Moment alles verdorrt oder in den Fluten versinkt. In der Natur des Menschen  liegt es nunmal, dass derjenige unruhig wird, dem der Boden zu heiß wird oder das Wasser bis zum Hals steht. So etwas sorgt dann unweigerlich zu Migrationen oder Revolutionen, die selbst wiederum für Migrationnen sorgen. Das Problem dabei bleibt, dass die neuen Volksvertreter dieselbe Ausbildung haben wie die alten...

3.9.2015

Am 20.9. findet wieder ein Event in Otterndorf statt. Dazu steht heute in der Lokalzeitung,
deren Sportredakteur maßgeblich an der Organisation beteiligt ist:„Die Veranstaltung ist eine
hervorragende und von großer Leidenschaft geprägte Verknüpfung von Spitzensport und gesellschaftlichem
Anliegen zum Weltkindertag“, sagt Johannes Schmidt. ( Vorsitzender des Kinderschutzbundes Niedersachsen,
Ideengeber und Mitinitiator des nunmehr 16.Küstenmarathons "zum Weltkindertag"in Otterndorf).
Das ist entweder die unbedarfteste oder die verlogenste Aussage zum Thema Kinderrechte. Auf jeden Fall
ist es ein hervorragender Beweis dafür, wie Spitzenfunktionäre ticken, die auch als Lokalpolitiker
unbedingt von sich Rede machen müssen. Gerade der Spitzensport ist es doch, für den die Rechte von Millionen von Trainern und Eltern  missbrauchten Kindern weltweit mit Füßen zertrampelt werden. Es ist schon eine ausgemachte Frechheit, diese Rechte ausgerechnet mit einem Dauerlauf zu "würdigen". Was passiert eigentlich an diesem Tag?
Früher hieß es einmal in einem Appell der Gewerkschaften "Sonntags gehört Vati uns!" Das ist ohnehin
Geschichte, aber muss es denn sein, dass heutzutage Vater oder Mutter die immer weniger werdenden  freien Sonntage zur Selbstverwirklichung im Sport suchen und ihre Kinder mit einbeziehen müssen -  ganz abgesehen von Kindergärten, Schulen und Sponsoren, für die die Kleinsten dann auch noch im  werbewirksamen T-Shirt Parade laufen"dürfen"? Die größeren Schulkinder werden von ihrer Anstalt  als Helfer abgestellt, sofern sie nicht selbst für ihren Verein die Erfolgslisten auffüllen.  Immerhin ist noch lhier noch leiner auf den Gedanken gekommen, einen Kanumarathon auf der Medem  und dem Kanal "für die Rechte der Flüchtlinge" zu widmen.Und noch etwas ganz Aktuelles zum Mitdenken:
Afrikanische Spitzensportler ( die hier regelmäßig die Preise abräumen) dürfen in Deutschland im Profisportgeschäft ohne Diskussion nicht nur sporadisch arbeiten, afrikanische Fachleute bzw. Akademiker nicht.

8.9.2015

Wir kommen nicht umhin, uns mit der einsetzenden Völkerwanderung irgendwie so zu arrangieren, dass sie uns nicht überrennt.Da helfen keine Mauern und Zäune, aber auch keine fälschlich geweckten Begehrlichkeiten. Und vor allem gilt immer noch die Weisheit:" Wenn alle in die Kirche reingehen, gehen sie nicht alle rein!"
Jetzt sind die ersten Flüchtlinge auch bei uns angelangt. 285 wurden am Freitagabend im 5 km entfernten Zeltlager der Stadt Hannover untergebracht, das bis zum Donnerstag noch die letzten Ferienkinder beherbergte. Diese Option war zwar zu erwarten, wurde aber vorher nicht publiziert - vernünftigerweise, denn keiner will wirklich brennende Kinderzelte. Da die bundesweite Berichterstattung zudem auf "Sommermärchen 2015" umgeschwenkt ist, fanden sich, begünstigt durch das Wochenende und soziale Netzwerke, schnell Macher und Spender ein, die die caritativen Sammellager im Nu imsiebtenhelferhimmelweit über die Oberkante füllten* und sich dabei ähnlich toll fühlen konnten wie 1990. Immerhin zeigt es, dass wir hier trotz aller Nörgeleien immer noch in einer
Überflussgesellschaft leben. Die Hilfsbereitschaft ist sehr zu begrüßen, doch nicht genug damit: Jetzt sollen es nach dem Willen der selbstlosen GönnerInnen die Menschen in dem Erstaufnahmelager auch "schön" haben und per Bustransfer das Hallenbad (Ich kann mir jedenfalls NICHT vorstellen, dass die Boatpeople Bock auf so etwas haben. Dann kann man auch Spanferkelessen anbieten.) und die Spielscheune besuchen können. Abgesehen davon, dass das Zeltager per se für Kinder bestens ausgerüstet ist, riecht das nach Ferienbesuch der armen Enkel bei den reichen Großeltern und hat mit der Realität wenig zu tun, in der von den ohnehin schon enttäuschten Betroffenen selbst Hilfe zur Selbsthilfe nachgefragt wird. Das kann kein Dauerzustand sein und ist vor allem ein Schlag ins frustrierte Gesicht der vielen mehr oder weniger anerkannten Asylbewerber, die bereits seit Jahren hierzulande im Verein mit vielen Deutschen ohne auskömmlichen Job im geduldeten Abseits überleben. Mal sehen, was der unweigerlichen Gegenreaktion standhält, wenn wie geplant bis zu 1000 Menschen angekommen sind, wenn die Wochenenden nicht ausreichen, wenn die privaten Kleiderschränke und Abstellräume leer und die Schultern genügend geklopft sind, wenn womöglich Armutsflüchtlinge aus dem Balkan eingewiesen werden, und wenn es letztendlich ans Schöngemachte geht.


*wenn auch bzgl der Klamotten in bewährt durchwachsener Altkleidersammlungsqualität, wie ich mich beim Sortieren überzeugen konnte.

11.9.2015

Massen - Advent im September: Da war die üblich unsägliche TV-Charityshow fast schon überfällig. Diesmal hat das ZDF innerhalb einer Woche den Anfang mit kerniger Gefühlsduselei gemacht, die klaren Köpfen nicht nur zum Fremdschämen Anlass gibt, sondern auch in der Außenwirkung nur als strunzdumm bewertet werden kann. Als ob es nicht schon reichte, dass wilde Gerüchte per Internet über das Asylparadies Deutschland einen regelrechten Flüchtlingstsunami in Gang gesetzt haben, wird dieser durch blinde öffentlich rechtliche Psychoprotzerei reloadiert. Wenn dazu noch im Internet in den Helfergruppen die Selbstbeweihräucherung allmählich die Sinne vernebelt und bereits heftig darüber diskutiert wird, welche Spender extra erwähnt werden sollen, heißt das für mich endgültig: Deutschland spielt mal wieder Wohltätigkeit! Das Problem ist nur, dass in diesem Katastrophenfall nicht nach einer hinlänglichen Betroffenheitsfrist zum Alltag übergegangen werden kann, weil er bei uns zuhause stattfindet. Nach dem Krieg war das sehr wohl anders, weil Einheimische und Heimatvertriebene auf einem deutlich niederen Lebensstandard und ohne richtig große kulturelle Schranken aufeinander trafen. Heute haben beide Seite nicht nur wenig Ahnung voneinander, sondern auch Ansprüche, auf die sie ohne weiteres nicht verzichten mögen. So kann es geschehen, dass Politiker über die Migration diskutieren wie Männer über Schwangerschaft, dass entsorgende Bürger Nerzmäntel, Omas noch gute Nachthemden und sogar Partyfummel spenden, und dass frustrierte Empfänger zur Willkommensparty anstelle von Convenience-Sahnetorten in Form von ortsüblichen "Freizeitangeboten" neukopfgemachtes nachhaltiges Gebäck erwarten: möglichst sofort Hilfe zur Selbsthilfe in Form von Ausbildung und Arbeit. Flüchtlinge sind keine Senioren, die sich mit Sicherheit und Sauberkeit zufrieden geben, weil sie keine Kraft mehr aufbringen können um den Zustand des erzwungen wunschlosen Glücklichseins abzumildern. Dazu kommt noch: Was die Politik mit ihren sozialen Hilfestandards sich selbst als Stärke als Revers heftet, macht sie zum schwächsten Glied in der Kette, die die Europäische Union zusammenhalten soll. Man könnte nach dem Griechen - GAU fast glauben, das ist so gewollt. Eins war dann doch noch positiv: Bei der TV-Show konnte man recht schnell prima abschalten.

12.9.2015

Angela Merkel und Margot Käßmann fällt gegen die zunehmende Angst vor Überfremdung durch Muslime nichts besseres ein als der Ratschlag sich stärker zum Christentum zu bekennen. Abgesehen davon, dass so etwas auch derKu-Klux-Klan und divers Mafiastrukturen sehr eindruckvoll praktizieren, drängt sich mir die Frage auf:
Wieso werden jetzt immer nur Christen und Moslems gegenüber gestellt? Eine wesentliche Errungenschaft unseres politischen Systems ist es doch, dass man auch die Freiheit hat Agnostiker zu sein und keinem der Unterwerfungsvereine anzugehören, die sich Kirchen nennen. Derart "Ungläubige" sind vielleicht sogar schon in der Mehrzahl und genauso "betroffen" von übervollen Moscheen wie von übervollen Kirchen. Da ist es egal, ob sie es mit Taliban oder Poliban zu tun haben. Gerade solche Freidenker können am ehesten dafür sorgen, dass aus dem Abendland kein Nadanngutnachtland wird.

 

19.9.2015

Während sich die großmäuligen "Wirschaffendas!"-Spitzenpolitiker bei der UNO als moralische Instanz der Welt feiern* lassen, und während die Ortspolitiker den Hilfswilligen Honig ums Maul schmieren um sich mit deren Anstrengungen den eigenen Arsch retten zu lassen, gab es gestern vor Ort die erste DEMO der anderen Art. 50 Insassen der ortsangewiesenen Notunterkunft fordern feste Unterkünfte und sofortige Beschulung ihrer Kinder. Mit dem Angebot von festen Unterkünften waren sie seit 2 Wochen in die Busse gelockt worden, die sie dann in einem 5 km von Otterndorf entfernten Sommer- Zeltlager der Stadt Hannover (auf dem Bild zu erahnen) ablieferten. Die Zelte sollten daraufhin durch Leichtbauhäuser ersetzt werden, aber die bei der Landesregierung zuständigen Stellen rühren sich auf intensive Anfragen des ratlosen wie ungehaltenen Stadtdirektors auch nach 2 Wochen nicht. Unterdessen machen Kälte, Stürme und Wolkenbrüche in dem Lager unmittelbar hinter dem Deich vor allem den Alten, Frauen und Kindern zunehmend schwer zu schaffen. Weiß der Allohnmächtige, wer in den Flüchtlingen andere Erwartungen genährt hat, die zu dem Massenexodus nach Deutschland führen - die unbedachten Worte der Kanzlerin haben sie allemal bestärkt, und die normalen Menschen an der Basis dürfen den Schlammassel ausbaden. Wen wundert es also, dass die Schlagzeile der Lokalzeitung heute vermeldet: UNMUT BRODELT LANGSAM (und zwar bei Flüchtlingen wie bei der kommunalen Verwaltung, die beide im Stich gelassen werden) HOCH. Wer sich folglich über andere EU-Länder und deren restriktives Verhalten gegenüber der Völkerwanderung aufregt, sollte erst einmal seine eigenen Möglichkeiten realistisch einschätzen. Es ist leicht, sich auf Kosten anderer zu pseudoprofilieren, aber Hochmut zieht normalerweise den Fall nach sich. WIR schaffen nicht, was uns da vorgegaukelt wird, müssen uns aber mit Herausforderung arrangieren, damit es keine großen "Kollateralschäden" gibt. Das bedeutet nichts anderes, als dass "wir da unten" die Flüchtlinge im Gegensatz zu den Politikern OHNE LÜGEN hinhalten müssen, damit sie und die eigenen Scharfmacher möglichst lange ruhig bleiben. Das ist ein Scheißjob, aber es bleibt uns nichts übrig.

* Wenn man einen Dummen gefunden hat, wird man ihm sein Vorhaben bestimmt nicht ausreden. Außerdem wirdihr Verhalten bereits auch im westlichen Ausland als TUGENDPRAHLEREI angegiftet - vollkommen zurecht, wie ich meine.

29.9.2015

Da findet mitten im tiefsten Marschenoutback die international höchst anerkannte Ihlienworther Biennale-Ausstellung im und zum  internationalen Jahr des Bodens statt, und ein international renommierter Schweizer Künstler schleudert mit einer eigens dafür
konstruierten Vorrichtung Kuhfladen auf das Dach der beherbergenden Re-Art- Halle. Das löckt die Kreativität einiger besorgter Bürger, die in Leserbriefen die vermeintliche Steuerverschwendung bekritteln und damit empörte Gegenreaktionen hervorrufen. Entgegen iher Behauptungen wurde nämlich in diesem Fall nicht "Scheiße zu Geld gemacht", da bei dieser Veranstaltung generell keine Honorare gezahlt werden. Soweit, so unterhaltsam und dabei völlig normal: Was dem einen sin Schiet, ist dem andern sein Kunstgenuss - und der isthierbei zumindestens nicht gegenstandsfrei, was doch immerhin auch schon mal eine ganze Menge an Entgegenkommen ist.Zu Denken gibt jedoch, dass gerade in dieser von der Landwirtschaft dominierten Region allerorts Unsummen von Steuergeldern für ähnliche Aktivitäten aufgewendet werden, durch die auf die Äcker Unmengen von Kuh- und sonstiger Scheiße ausgebracht werden, die nicht nur die Luft verpesten und das Trinkwasser vergiften, sondern zu allem Übel auch noch voll am Bedarf vorbei produziert werden. Ohne Kühe und vor allem Kälber gibt es keine Milch, und ohne Milch gibt es kein Geld für die "verarmten" Bauern. Da das Milchgeld offenbar nicht ausreicht, muss es die Masse bringen. Dumm ist nur, dass es hierzulande dafür nicht genügend Abnehmer gibt. Früher gab es daraufhin hochsubventionierte Butterberge, heute werden Milchprodukte in alle Welt exportiert. Davon ist in den Lamentiraden keine Rede. Durch den privat finanzierten Fladenflug wird höchstens ein Dachschaden riskiert, durch die von Steuergeldern herauf beschworenen Gülletsunamis unsere Zukunft.

10.10.2015

Die Bundesregierung hat für die Folgen ihrer Wirtschaftspolitik ebenso keinen Plan gehabt wie die Atomlobby für die Entsorgung ihrer Kernkraftwerke. Beide Male muss der einfache Bürger die Zeche bezahlen und die Scheiße ausbaden. Jeder halbwegs klar Denkende hat voraussehen können, was jetzt passiert, aber die Dollarzeichen in den Augen haben den Blick versperrt und das Klimpern der Dollars in Bonzenbeuteln und Parteikassen die Ohren. Ralph Ruthe, der derzeit wohl angesagteste Cartoonist, formuliert: "Demonstrieren gegen Flüchtlinge. Das ist, als wenn man gegen Unfalltote demonstriert- statt gegen Raser."Zugestimmt, aber ...wenn wir gegen Raser demonstrieren würden, wären wir ja wieder 68er!? Und das hat uns grünschimmernde raffgierige FDSPCDU - DummundEitelkeit doch inzwischen gründlich ausgetrieben. Es ist schon zudem beängstigend, welcher Farbton wieder herauskommt, wenn sich die Farben vermischen. Wobei der Politik
der Vorwurf gemacht werden muss, nur an Machterhalt interessiert zu sein, denn letztlich orientiert sie sich am Bürgerwillen. Und auch der "kleine Bürger" profitiert unabhängig von Schleuderpreisen bei Importwaren letztlich von der Ausbeutung und den Waffengeschäften, sobald er irgendeinen Sparvertrag oder eine fondsabhängige Versicherung abgeschlossen hat. Fazit: Die Welt wird von den dummen Rasern regiert - und das sind wir alle, wenn wir nicht freiwillig unsere Standards aufgeben. Ob das dann allerdings noch mit der Demokratie funktioniert, sei einmal dahingestellt - zumal ich unsere jetzige Demokratie ohnehin als Diktatur des Kapitals definiere. Mit der Einstellung, dass die Demokratie das Zwischenstadium zwischen zwei ("richtigen") Diktaturen sei, kann ich jedenfalls immer mehr anfangen. Dass das dann eine Diktatur der Menschlichkeit und/oder Vernunft wird, wage ich zu bezweifeln. Dazu ist die Spezies Mensch denn doch zu autoaggressiv.

 

8.11.2015

Die Pharmafia scheint den Hals nicht voll genug zu bekommen. Aus ihrem Bestreben folgt, dass der Sinn des Lebens
heutzutage anscheinend darin besteht möglichst lange kostenpflichtig zu sterben. Auf der einen Seite ist selbst der
notorische Verweigerer der Rentner- BRAVO bereits gewohnt, dass die Medien in penetranter Regelmäßigkeit nahezu alle
Lebensmittel, -umstände und -gewohnheiten nebst Alternativen stärker verkrebsen lassen und damit auf immer früher
ansetzende Früherkennungen drängen, die dann auch noch als Vorsorge verhökert werden. Auf der anderen Seite wird per
Gesetz die Sterbehilfe eingeschränkt. In Anbetracht des Umstandes, dass der moderne Tote wegen der Rückstände seines
Arzneien-und Ersatzteilkonsums eigentlich auf den Sondermüll gehört, mag das ja löblich sein, als menschenwürdiges
Leben möchte ich die Existenzen von immer zahlreicher werdenden machinengesteuerten Humunkuloiden nicht bezeichnen.
Viele haben keine Wahl, weil sie ihrer Sinne nicht mehr mächtig sind. Wer sich dem aussetzt und sich dabei eines klaren
Verstandes zeiht, muss sich schon für einen der obersten Zacken in der Krone der Schöpfung halten. So jemand scheut
keine noch so unsinnigen Kosten für seinen vermeintlichen Unversehrtheitsanspruch, und bei einigermaßen vorhandener
Prominenz macht er trendgemäß noch ein Zusatzgeschäft daraus, indem er mehr oder weniger larmoyant seinen schlimmen
Zustand gnadenlos vermarktet. Da kann, abgesehen von konfliktscheuenden Fehldiagnosen, aus einem Minipickel auf irgendetwas schon mal ein Sonstwaskrebs werden, der dann natürlich immer wieder neu besiegt wird. Von einem ernsthaft erkrankten
Normalsterblichen, dem wegen Mittellosigkeit die notwendigen Wunderheil- und Linderungsmittel vorenthalten werden, ist dafür kein Verständnis zu erwarten - schon gar nicht in der heutigen Wahnepoche der barrierefreien Allinclusivität, in der jeder an jedem Ort alles können soll. Dass im individuellen Optimalzustand damit jeder jedem gewaltig in die Quere kommt, interessiert nur am kritischen Rande, der selbigen gefälligst zu halten hat. Wer privat versichert ist, darüberhinaus über Jahre hinaus die Beitragserstattungen seiner Krankenkasse in Anspruch nimmt, seinen Abgang weitgehend von Angstbarrieren befreit dem Lauf der Welt anvertraut und damit womöglich seinem Krebs keine Chance lässt, darf sich nicht wundern, wenn er nach den Lebensmüden der nächste ist, dem sein ungehöriger Wunsch verweigert wird.

10.11.2015

Langsam sollte es doch dem unbedarftesten Sportkonsumenten dämmern, dass in einer globalisierten Welt sportliche Großereignisse auf der Basis von Ländervergleichen nicht mehr zeitgemäß sind. Wozu bedarf es dann noch der Sportsoldaten unter der Länderflagge, die zudem auch noch immer minderjähriger werden? Immerhin dürfen demnächst bei den Olympischen Spielen schon Flüchtlinge unter der olympischen Flagge starten und müssen nicht darauf hoffen, von irgendwelchen medaillengeilen Ländern im Blitzverfahren eingebürgert zu werden. Die Frage bleibt aber, wer dann für sie die Kosten trägt. Es sei denn, alles überragende Überflieger verdingen sich als Kleiderständer, Testpiloten oder Versuchskaninchen für die industrielle Evolution. Im Vereinsmannschaftssport blüht dafür der Menschenhandel, der leider auch von den Staaten wie so vieles an Kriminellem subventioniert und gehätschelt wird. Leistungssport ist ein knallhartes Unterhaltungsgeschäft, in dem genauso beschissen, geschmiert und geheuchelt wird wie in jedem anderen Marktbereich. Von "Sauberkeit" war seit Menschengedenken keine Rede. Im Gegenteil: Wenn hochgeputschte und gedopte Protagonisten daran scheitern, steigert das das allgemeine Interesse noch. Wie sonst wird z. B. die Entwicklung in der Formel 1 bereits als langweilig empfunden. Hat nicht ein toter Pantani einen höheren Unterhaltungswert als ein lebender Armstrong? Wieso erfreut sich das Boxen einer derart  großen Beliebtheit im TV? Wird der Fußball nicht erst durch Horrorfouls so richtig interessant? Ohne Risiko fehlt die Spannung, und der Konsument will davon immer mehr: Der CIRCUS MAXIMUS hat kein Verfallsdatum. Außerdem ist der Sport ein Schneeballsystem, das eigentlich geächtet werden soll. Wer sich ohne Alternative hocharbeitet, trägt als Funktionär, Trainer oder Vorbild für Nachkömmlige maßgeblich zu dessen Erhalt bei. Die Masse zahlt drauf, und wenn sich darüber hinaus Besessene z. B. bei den Volksläufen zuschanden dopen oder gaffergeile Eltern mithilfe durch das System verblödeter Trainer ihren Kindern Chancen verbauen, indem sie sie vergeblich demhochleistungsorientierten Mißbrauch im Training aussetzen, dann ist das nichts weiter als eine natürliche Auslese. Das gilt ebenso  für töffelige oder in selbstherrlicher Unnahbarkeit gescheiterte Funktionäre.

12.11.2015

Meine Einlassungen vom 29.9. waren wohl doch nicht ganz so exclusiv wie vermutet und haben bei die Behörde zum Reagieren
genötigt. Das wiederum reizte mich zu einem Leserbrief, der in der NIEDERELBE ZEITUNG am 12.11. sogar veröffentlicht wurde:

14.11.2015

Nach den Anschlägen von Paris neige ich immer mehr zu der Ansicht, dass für den IS der Flüchtlingsstrom Gold wert ist, weil so nicht nur unbemerkt Terroristen in die EU eingeschleust werden können, sondern auch durch Schleusertätigkeiten Geld eingenommen wird. So abscheulich das auch ist: Irgendwie muss es als genial bezeichnet werden. Auf jeden Fall zeigt es wieder einmal, wie anfällig eine dekadente Gesellschaft ist. Die Geschichte wiederholt sich immer wieder. Da können sich die Weltmächte getrost ihre (Atom-)Bomben und Drohnen in den Arsch schieben. Einstein hat es bereits vorhergesehen, als er sagte: "Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.“ Tatsache ist doch, dass die westliche Welt vorher brutalen Diktatoren die undankbare Aufgabe zugewiesen hat unbequeme Volksgruppen zu unterdrücken. Dumm nur, dass den säkularisierten "besseren Menschen" in den Sinn gekommen war ein demokratisches Prinzip zu globalisieren - mithin also paradoxerweise Gesellschaften Demokratie aufzudiktieren - nach dem sie im Grunde als wohlstandsgeblendete Sklaven des Kapitals selbst nicht handeln. Sie stürzten  folglich die Diktatoren und sind jetzt selbst Zielscheibe der frei werdenden Gewalt. Wohlstand fördert aber nicht gerade den Todesmut, der den Selbstmordattentätern entgegengesetzt werden müsste. So leid es mir tut: Demokratiebewusstsein ist keine Eigenschaft, die den Homo sapiens auszeichnet. Nicht umsonst haben die (Ersatz-)Religionen solch einen Einfluss auf die Menschheit.

27.11.2015

Die Meldung des Tages: IKEA wll etwas gegen Lebensmittelsverschwendung tun und bietet in seinen Restaurants künftig halbe Portionen zum halben Preis an. Das lässt hoffen. In manchen Restaurant werden zwar auch schon kleinere Portionen angeboten, aber wer will sich schon als Senior outen, der nicht mehr ordentlich mithalten kann - sei es gesundheitlich oder finanziell?
Noch besser wäre es, wenn die unseligen winterlichen Grünkohl/Schnitzel-Orgien der Vereine und sonstigen Gesellschaften eingedämmt würden. Für einen halbwegs vernünftig Denkenden ist es unbegreiflich, welche Unmengen an Fleisch und Beilagen ungenutzt zurückgehen, zudem dafür auf legalem Wege nur die thermische Entsorgung in Frage kommt. Das ist durchaus zu vergleichen mit den Massenkeulungen und -verbrennungen von ohnehin billigst und allemal unnötiger Weise qualgezüchteten Schweinen - von den anschließenden CO2- Freisetzungen der Adressaten mal abgesehen, denn dafür würde auch Kohlsuppe sorgen. Am bescheuertsten ist, dass es vor allem aus dem Grund geschieht, dass der Wirt möglichst viel verdienen und sich keiner etwas nachsagen lassen will! Zwar wird immer noch von vielen viel hineingestopft, die anscheinend sonst nichts bekommen, aber es müsste sich doch bereits bis in das entlegene Kuhkaff rumgesprochen haben, dass der Trend - vor allem auch, was das Essen nach 18 Uhr anbelangt - in die andere Richtung geht, weswegen der Essensfrevel noch zunimmt. Wann wird das endlich von den Veranstaltern begriffen, zumal durch dieses spezielle Speiseangebot eine wachsende Anzahl von Mitgliedern per se ausgegrenzt wird? Tradition hin, Tradition her: Wenn es denn schon sein muss, dann ist ein kaltwarmes Buffet immer noch die zeitgemäßere Variante - selbst dann, wenn einige Spezialisten wie auf Kommando wie die Heuschrecken über die Highlights herfallen.

13.12.2015

Created by Cortina´s Child
Ich gebe zu, dass ich noch in einer Zeit aufgewachsen bin, in der jemand, der in der Öffentlichkeit mit auf unendlich
fokussiertem Blick vor sich hin brabbelte, unter Garantie einen pathologischen Befund aufweisen konnte. Heute ist die
Außenwelt voll davon. Damals sah man auch nur höchst vereinzelt Fußgänger mit Helmen, die allesamt auf eine schwere Behinderung schließen ließen. Demnächst jedoch wird es wahrscheinlich bei größter Akzeptanz ebensolche oder wenigstens steife Reiterkappen geben, weil sie bei einem unvermeidlichen Crash zwischen zwei Brabblern einen gewissen Schutz bieten. Außerdem lassen sich Headsets hervorragend darin einbauen, mit denen das Brabbeln deutlich komfortabler wird, denn vor allem brabbeln die Brabbler nicht nur, sondern sie füllen die Brabbelpausen mit gesenktem Haupt und in jeder Überlebenslage durch Smsen und Netsurfen. Als Nicht-Smartphoniker wirkt das auf mich, als ob ich in einer weltumfassenden Telefonzelle leben würde. Da poche noch einer auf Datenschutz, wenn ich mir auf Beisitz, Schritt und Tritt die intimsten Dinge der Mitmenschen anhören muss! Noch schlimmer wird es, wenn nichts zu hören ist, denn dann muss ich damit rechnen, selbst gepict oder gar webgecamt zu werden. Notgedrungen habe ich für Notfälle auch eine mobile Kommunikationshilfe in Form eines Handys.  Das hat eine Prepaidkarte, ist ausgeschaltet, und App-Ortiert werden kann ich damit auch nicht so ohne weiteres. Bis vor einem halben Jahr hatte ich noch ein Uraltteil ohne Stoppuhr, Spiele und derlei Killefit, aber so etwas bekommt man ja nicht mehr nachzukaufen. Smsen kann ich immer noch nicht, und einen Rückruf brauche ich bei meinem Smartuse schließlich nicht zu suchen. Obendrein ist der Akku sowieso meist leer, wenn ich telefonieren müsste. Einen Trost gibt es allemal: Die Gnade der frühen Geburt könnte mir eine Menge Frust ersparen, wenn die Tastatur des PC auf Smartphonestandard umgestellt wird. Es sei denn, Cortina macht das Tippen schon eher überflüssig. Solange Cortinas Kinder wenigstens nicht auch noch meine Gedanken lesen und verarbeiten können, können die m....

 

18.12.2015

Es ist mal wieder Zeit für die Heiligung der Familie zu Weihnachten im Kerzenschein - das christliche Familienfest schlechthin.
Jedes Jahr frage ich mich seit Jahrzehnten auf´s Neue, was eigentlich daran so heilig sein soll."Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass es dir wohl ergehe und du lange lebest auf Erden !", habe ich als zwangsgetaufter Ministrant gelernt und später als dem
Schoß der Kirche entflohener Autocogitant in Zweifel gezogen. Oft genug habe ich es auch bei anderen erlebt, dass das eine das
andere nicht zwangsläufig zur Folge hat. Vielmehr wird durch das Gebot, das für mich im Wesentlichen eine Ergänzung des 1. Gebotes ( "Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir".)ist, Machtanspruch in jeglicher Beziehung suggeriert. Das schafft Befehlsempfänger, die mitunter zu jeder Greueltat bereit sind. Mein Gegenvorschlag zum 4. Gebot lautet: "Du sollst deine Kinder so behandeln, dass sie eine Chance haben zu Deinen Lebzeiten erwachsen zu werden" Das bedeutet aber auch sie nichtso zu bemuttern und zu verwöhnen, dass sie kein Interesse daran entwickeln. Und vor allem heißt das nicht, sie um jeden Preis deine Vorstellungen und Träume erfüllen zu lassen.Wenn ich mich so in meiner Ü50+-Generation umhöre und -sehe, fühle ich mich in der Ansicht bestätigt, dass nur Vollwaisen erwachsen werden können. Das klingt auf den ersten Blick schlimmer, als es gemeint ist, aber eine gewisse Überspitzung ("Pfeif auf das 2. Gebot, solange man es noch ungestraft darf!Immerhin gibt es junge Leute, die hierzulande heutzutage allen Ernstes noch zum Katholizismus konvertieren.)erscheint mir durchaus angebracht, damit es nicht in einer allgemeinen Gefühlsduseligkeit untergeht."Tot" bedeutet hier nicht das physische Ende und auch nicht zwingend die Einstellung, dass die Eltern für einen "gestorben" sein müssen. Es scheint jedoch unumgänglich, dass jede Form von Abhängigkeit abgelegt wird. Eltern kann man sich nicht aussuchen, folglich braucht auch keiner dankbar für seine bloße Existenz zu sein.Die wünschenswerte Begleitung durch das spätere Leben kann nur zum Ziel haben, dass sich Eltern und Kinderauf Augenhöhe begegnen können.
Leider steht dem die soziale Vererbung im Wege. Wie soll jemand z.B. bei seinenKindern auf Gewaltanwendung verzichten, wenn er selbst noch von seiner Mutter geohrfeigt wird, wie ich es selbst als Kind mit und bei meiner eigenen Mutter erlebt habe? Eine rechtzeitige Trennung zumindestens im Geiste kann für viele das Beste sein, und wenn sich jemand partout um alte Leute kümmern will, gibt es genug davon, die sich darüber freuen würden. Den wegen ihrer unverrückbaren Prinzipien verwaisten Eltern wünsche ich, dass keinem ein Nachkomme das baldige Ableben herbei sehnt!

7.1.2016


Meine Erkenntnis des Tages: Aggro-Flashmobs können für den IS effektiver sein als Selbstmordattentate. Die Zeiten der sanften Gegenwehr gegen Parallelgesellschaften sind seit Jahren vorbei, und Kriminelle finden darin besten Unterschlupf- ebenso wie kulturfremde Neuankömmlinge, die sich nicht verändern wollen. Wenn wir noch länger gewaltverabscheuend die Wange hinhalten, müssen wir aufpassen, dass Saddam, Ghadaffi und Assad eines Tages gegen unsere Polizeimethoden nicht wie Waisenknaben erscheinen. Säkulare Demokratie funktioniert nur solange, wie ringsum das Mittelalter unterdrückt wird. Als Stopfen auf der Büchse der Pandora dienen die Diktatoren, deren gewaltsame Missionierung zweifellos mit größten Risiken behaftet ist. Je gewalttätiger sie sich geben, desto mehr Gewalt wird vonnöten sein, die entweichenden Geister in die Büchse zurück zu drängen, zumal die sich untereinander auch heftig in die Quere kommen. Das wiederum verlangt zwingend diesbezüglich schleunigst die eigenen Fronten zu einen, die sich infolge der Belastungen gegeneinander aufgebaut haben. Wenn wir zudem noch durch unsere moralische und materielle Großkotzigkeit die anderen Eurostaaten vergraulen, sehe ich tiefschwarz für einen Frieden, der hierzulande bereits sagenhafte 70 Jahre angedauert hat. Der Polizeistaat wird kommen, weil die Wirtschaft sonst nicht mehr florieren wird. Das ist schließlich der einzige Grund, der die Politik zum Handelnzwingt - schließlich hat er auch wider alle Vernunft und wider aller scheinheiligen Prinzipien durch unmoralischen Welthandel zu der Misere geführt. Das ist zwar traurig, aber kaum zu leugnen und außerdem angesichts der Weltgeschichte irgendwie ein
sogar natürlicher Vorgang. Nada Brahma - Die Welt ist Klang, und der ist nun mal wellenförmig.

14.1.2016

Der Papstbruder und als bekennender Watschenschorsch ehemalige Leiter der Regensburger Domspatzen, Georg Ratzinger, hat die Aufklärung des dortigen Misshandlungs- und Missbrauchsskandals als "Irrsinn" bezeichnet. Dumm nur, dass der Trend dazu geht den Begriff "Kindesmissbrauch" immer weiter zu fassen. Das ist an sich in unserer Leistungsgesellschaft ebenso völlig unrealistisch wie in den ärmsten Gegenden des Erdballs, aber der soziale Schein heiligt mal wieder vortrefflich die Mittel. Kinder wurden und werden - ganz abgesehen von den mehr oder weniger als "normal" empfundenen Mißbräuchen innerhalb der (Groß-)Familien - von klein auf in Religionsgemeinschaften gehirngewaschen und in Sportvereinen und Musikschulen qualdressiert. Dabei sind sie immer zu schwach und unerfahren um sich zu wehren. Folglich finden sie sich als wohlgeschliffene Kindersoldaten auf dem Feld der Ausbilderehre wieder. Alternativ dazu ist es nicht weniger gruselig, den Kindern grundsätzlich scheinbar jede Entscheidung zu überlassen und sie damit nicht an Grenzen zu gewöhnen, die ein halbwegs erträgliches Zusammenleben erst ermöglichen. Es gibt sicherlich einen optimalen Umgang mit Kindern, der auf Gewalt weitestgehend verzichtet. Dafür braucht es aber neben viel Geduld und Interesse an der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes den Blick für das Erstrebenswerte wie auch für das Notwenige. Den kann ein Ausbilder aber nur haben, wenn er selbst erwachsen geworden ist. Das werden allzu viele vermutlich nie und selbstempfundene Gotteskinder schon gar nicht. Pädagogische Berufe sind zumindestens noch bis vor ein paar Jahren gern von Leuten gewählt worden, die diese infolge einer resignierten Selbsteinschätzung allemal als leichteste Beschäftigung ansahen. Dementsprechend unheilvoll fielen und fallen die Ergebnisse aus. Noch schlimmer wird es, wenn diese Nullnummern
von der Front in die Etappe der Beschulungspolitik geflohen sind, wo sie dann den ehemaligen KollegInnen ebenso wie den Schülern mit immer neuen unvorbereiteten und damit aberwitzigen Forderungen das Leben zur Hölle machen. Das ist für mich ein Fall von "Irrsinn" in der vom DUDEN angezeigten Bedeutung als "Unvernunft, die sich im Handeln oder Verhalten darstellt". Die zweite dort angeführte Bedeutung lautet "ein stark beeinträchtigter Geisteszustand". Im Interesse des zu Anfang zitierten Greises nehme ich an, dass er dies nicht gemeint hat, da es sonst auf ihn zurückfallen könnte.

20.1.2016

Im Prinzip ist die Integration von Flüchtlingen eine Form von Inklusion. Wie soll das adhoc mit Hunderttausenden nach langer, aber ungenutzter Vorlaufzeit funktionieren, wenn es mit den eigenen Behinderten in den Schulen nach langer, aber ungenutzter Vorlaufzeit nicht hinhaut? Von den psychisch Behinderten will ich erst gar nicht anfangen, die hier immer noch nicht wirklich anerkannt werden - noch nicht einmal, wenn sie als Ex- Soldaten aus Afghanistan gekommen sind. Als solche müssen aber zweifellos die Mehrzahl der Flüchtlinge gelten. Stattdessen lastet ein ungeheurer Erwartungsdruck auf den Ankömmlingen, der die Situation noch verschärft. Der deutsche Dagobertismus kennt keine Verwandten, sondern nur billige Produktivkräfte - vorzugsweise außerhalb des Horizonts, wo alles so weitergehen soll wie bisher- und versklavte Dienstleister, die gern auch schwarz arbeiten dürfen. Das wird aber so nie zugegeben, weil es den hochlöblichen Moralvorstellungen widerspricht, die so vollmundig in die Welt hinausposaunt werden, dass es Hunderttausende gibt, die ihre Hoffnung darauf setzen. Auf die wartet hingegen ein unerbittlicher Konkurrrenzkampf um Unterkünfte und vorzugsweise prekäre Arbeitsmöglichkeiten mit den Leuten aus dem eigenen OFF, die sich dadurch - aus ihrer Resignation aufgescheucht - von gewieften Demagogen mobilisieren lassen. Auch Phantasieunbegabte kommen da schnell zu dem Schluss, dass Enttäuschung, Verzweiflung und Wut auch bei den Asylbewerbern nicht mehr lange auf sich warten lassen werden - und dann Gnade allen Gott, wie auch immer er genannt wird.

 

 

22.1.2016

Fehler machen immer nur die anderen, und konkrete Maßnahmen müssen erst sorgsam geprüft und abgewägt werden. Unmittelbar hinterm Deich in der Marsch kommen da einem so seine eigenen Gedanken - vor allem zum Thema Deichsicherheit. Braucht es überhaupt so viele Sandsackdepots, und sollte der Sand nicht erst aufwendig auf schützenswerte Kleinstlebewesengeprüft werden? Warum unterhalten wir so teure Entwässerungssysteme? Abgesehen davon, dass gerade vor meinem Wohnort Otterndorfeine überfällige Maßnahme seit viel zu vielen Jahren vom Land Niedersachsen aufgeschoben wird*, ist die Antwort recht einfach: Weil wir in einem Raum wohnen, der ursprünglich nicht bewohnbar ist. Diese Gedanken lassen sich von nachdenklichen Selbstdenkern leicht auf die momentane Flüchtlingswelle übertragen:Wir haben uns im übertragenen Sinne Raum angeeignet, der uns naturgemäß nicht zusteht. Deshalb muss er "geschützt" werden. Somit ist es zwar nicht verwunderlich, aber dennoch zum Kotzen, wie sich in gewohnter Weise die Politikerkaste eines Problems als Instrument im Wahlkampf bedient, anstatt sich voll und ganz auf Abhilfe zu konzentrieren oder wenigstens einzugestehen, dass bei Beibehaltung des Status Quo keine in Aussicht ist. Da sich zudem der Eindruck verfestigt, dassimmer irgendwo Wahlkampf angesagt ist, bleibt irgendwann nur noch Resignation übrig oder der ungeduldige Spurt in die gutgesellschaftliche Abseitsfalle mit folgenden Gedanken:Wozu leistet sich das Volk in einer Parteiendemokratie eigentlich so große Parlamente? Angesichts des üblichen Fraktionszwanges genügt es vollauf, wenn pro Fraktion ein Abgeordneter als Speaker fungiert und stimmberechtigt ist. Für den Unabkömmlichkeitsfall braucht es dann noch einen Vertreter und einen Vertreter des Vertreters - davon meinetwegen auch zwei, die auch an den Sitzungen teilnehmen, damit sie Ahnung davon haben, wie der Hase Haken schlägt. Der Rest kann parteiintern parliert und abgekaspert werden, und für die Selbstdarstellung hat es ja noch genügend Talkshows. Wer zu entgegnen meint, dass wegen der großen Zahl von Abgeordneten jedwede Einflußnahme von außen schwieriger wird, der unterschätzt die Abhängigkeit der Parteien von Spenden an der Lobbythek.

*An diesem beliebten Aussichtspunkt (siehe Bild) ist die Hadler Schleuse marode und muss erneuert werden. Zu der letzten Deicherhöhung im letzten Jahrtausend hat das schon nicht geklappt, seither fehlen dem Deich hier 1,50 Meter an Höhe, und ein Ende der Diskutiererei ist trotz drohender Erderwärmung und steigendem Meeresspiegel immer noch nicht abzusehen. Da tröstet es die Anlieger auch nicht, dass die unselige Elbvertiefung aus ähnlichen Gründen ebenfalls nicht vorankommt.

28.1.2016

Das Demokratie - Dilemma

Es scheint schon irgendwie irrsinng, wie sich die Geschichte wiederholt, aber letztlich ist es wohl ein natürlicher Vorgang: Die einen feiern sich und ihre kulturellen Phantasien in 20er-Jahre- Kostümparties, während sich eine Weimarer Republik 2.0 abzeichnet, der Pöbel von links wie von rechts marodiert, und von krawallumlagerten Demagogenpulten herab wieder eine tausenjährige Zukunft beschworen wird.
Angesichts dieser akuten Situation in Deutschland im Januar 2016 ist der seit Jahren immer wahlmüder werdende Bürger förmlich gezwungen zur Wahl zu gehen, weil nur eine hohe Wahlbeteiligung das Unheil aufhalten kann. Damit nicht genug: Er muss sogar die sich als absolut unfähig erweisenden etablierten Parteien wählen. Diese geringeren Übel sind nur notwendig, damit nicht eine Partei zum Zuge kommt, die wirklich zu allem fähig ist. Die Nachbarn in Ungarn und Polen machen gerade diese Erfahrung, und der Trend in Europa führt auch in diese Richtung. Jetzt rächt es sich, dass der soziale Frieden über Jahre hinaus den Interessen des Kapitals geopfert wurde. Wenn die Regierenden offene Grenzen in Europa fordern, haben sie beileibe kein Mitgefühl mit Flüchtlingen, lediglich Angst um den schnellen, weil kontrollfreien Menschen- und Warentransporte, ohne die die Ausbeutung der östlichen EU- Staaten weniger rentabel wäre und der Export einbräche. Wo käme das hocheigengelobte Land denn hin, wenn dadurch Arbeitsplätze im eigenen Land wiederbelebt werden müssten, die die Kluft zwischen Arm und Reich verringern würden? Jeder, der keine eigenen Interessen damit verknüpft oder lieber eigene Texte schreibt als vorgegebene publikumswirksam zu verkaufen, stellt sich diese Frage durchaus ernsthaft. Ein durchaus realistisches Ergebnis eines solch autokogitanten Denkprozesses wäre: Da beißt sich die Katze in den Schwanz, denn wenn das einträte, würden Wahlen wieder von Neuem für überflüssig gehalten werden, weil weder Pest noch Cholera drohen.

 

30.1.2016

 

Gestern hat die deutsche Nationalmannschaft das Endspiel der Europameisterschaft erreicht und eine deutsche Tennisspielerin hat die Australian Open gewonnen. Das Volk tobt, und ein Nationalstolz wird befeuert, der ohnehin migrationsbedingt schon im Überkochen begriffen ist. Bei den kommenden Olympischen Sommerspielen gibt es als Neuerung ein längst überfälliges Novum, denn Flüchtlinge dürfen nationslos unter der olympischen Flagge teilnehmen. Vielleicht motiviert das ja irgendwann zu der Erkenntnis:
Schluss mit Nationalmannschaften und Nationenwertungen!
Im Zeichen der progressiven Professionalisierung und Globalisierung sind das Fossilien, die nur noch in irgendwelchen Sportmuseen bestaunt werden sollten. In dieser Hinsicht ist die Förderung des Leistungssports durch den Staat gleichfalls unzeitgemäß. Nutznießer sind allein die Sport- und Pharmaindustrie, die locker in die finanzielle Bresche springen können.Dann gäbe es eben nur noch Konzernmannschaften. Allerdings wären das dann so viele, dass eine Auflistung wegen der Unübersichtlichkeit wenig Sinn machte. Sportübertragungen sollten deshalb auch den privaten Sendern überlassen werden. Das würde dem Sport einen Teil seines verlogenen moralischen Anspruchs nehmen. Bisher nimmt es überhand, dass Spitzenathleten aus "ärmeren" Ländern oder aus der zweiten Reihe der auf eine Sportart spezalisierten Regionen von den Nationen eingefangen und eingebürgert werden, die sich das leisten können. In Zukunft könnten die Konzerne Bodies bewegungsoptimierter Humunkuliden aus hauseigenene Zuchtlaboren und -ställen vermarkten. Kommerziell orientierte private Arbeitgeber hätten zudem den Vorteil, dass sie dies alles besser unter Kontrolle haben können - von Siegergenlabor und  pränataler Prägung über die Sport-Kita und diverse Posten, auf denen der Schneeball am Rollen gehalten wird, bis zum Betriebsrentenalter als TV- Experte oder Sportfunktionär- unbedingte Loyalität vorausgesetzt. Das garantiert neben dem alle Naslang erforderlichen umgehenden Festziehen aller Schräubchen eine hohe Diskretion und Sicherheit. Für den Fan, der dieses Modell jetzt direkt und nicht über Steuern finanziert, bedeutet das im Folgeschluss, dass er keine Angst mehr vor Irgendjemandem zu haben braucht, der vielleicht seinem Idol heimlich das mühsam ausgeklügelte Dopingmittel verwässert.


7.2.2016



Nicht auszudenken!
Die Diskussion um Schüsse an der Grenze ist sowas von scheinheilig, dass ich nur schwer meine Meinung dazu unterdrücken kann. Was wollen denn Frau Merkel und Konsorten anderes als AfD, PEGIDA und im Prinzip auch die CSU? Der Unterschied besteht doch lediglich darin, dass nicht an Deutschlands Grenzen, sondern an den Grenzen der EU geschossen wird. Das sieht weit weg aus, aber in Anbetracht der Migrationsentwicklung bringt mich ein Blick auf unseren Hafen an der Unterelbe und die vorbeifahrenden Containerschiffe doch arg ins Grübeln. Wer mit Schlauchbooten schleust, kann das auch mit Blechkisten.Werden etwa das Fort Kugelbake in Cuxhaven und die Kasernen in Altenwalde wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt? Das ist zwar etwas gruselig, aber inzwischen für mich nicht undenkbar.


9.3.2016

Wenn man die Entwicklung in der Flüchtlingsvermeidungspolitik der deutschen Kanzlerin verfolgt, bekommt die Redewendung "einen Türken bauen"zwar keine neue, aber eine aktuelle Bedeutung. Warum werden die von den Türken geforderten Milliarden nicht gleich den Griechen gegeben, damit diese für vernünftige Flüchtlingsunterkünfte sorgen? Das wäre zudem ein Konjunkturprogramm, das auch der EU nutzen könnte. Was das Bestehen auf europäische Werte betrifft, wäre der Türkendeal eine Bankrotterklärung, wobei allerdings zweifelhaft ist, ob es da überhaupt so etwas wie einen Konsens gibt. Was die Korruption betrifft, dürfte die bei beiden Adressaten gleich ausgeprägt sein. Was die Verhinderung der Schleusungen betrifft, würde nur eine Verlagerung auf die Lybienroute die Folge sein, auf der die Flüchtlinge noch weniger Überlebenschancen hätten. Hier wird ein Türke aufgebaut und im "Erfolgsfall" vermutlich ein Geist aus der Flache gelassen, der grundsätzlich in nichts dem IS nachsteht, wenn es darum geht, seine Prinzipien der EU auf das krampfhaft geschlossene Auge zu drücken.

14.3.2016


Der letzte Wahlkampf erinnert irgendwie an einen Boxkampf, in dem der technisch versierte Boxer10 Runden lang Punkte sammelt, ehe er vom Schlägertypen mit einem einzigen Hieb ausgeschaltet wird. Die Gesellschaft sehnt sich offenbar wieder nach einer "richtigen" Diktatur. Ich denke ja auch, dass die AfD ein vorübergehendes Phänomen sein wird, aber 1000 Jahre können verdammt lang werden. Wenn man zudem bedenkt, dass die Nazis genau dieselben Knechte des Kapitals waren wie ihre Vorgänger und Nachfolger, dann bleiben die, deren Hoffnung sie jetzt sind, doch wieder die Verlierer. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Migranten vor dem Exodus von selbst zur Einsicht kommen, dass sie von Schleusern nur getäuscht und ausgenommen werden, und dass sie obendrein nicht die Nerven verlieren, wenn sie hier zwangsläufig jahrelang hingehalten werden. Wer dagegen hofft, dass die Wahlen vom 13.3.2016 ein Denkzettel für die Altparteien seien, der wird irgendwann auch einsehen müssen, dass die etablierte politische Schönwetterkaste zu den erforderlichen Gedanken in ihrer eitlen Selbstgefälligkeit gar nicht fähig ist, und dass eine beschworene"political Correctness" mitunter schnell zu einer gründlichen politischen Korrektur führen kann. Die AfD rühmt sich, etwas für die Demokratie getan zu haben, indem sie Wähler wieder an die Urnen gebracht hat. Das kann im Endeffekt durchaus dazu führen, dass Zivilcourage darin besteht nicht zur Wahl zu gehen. Das Ergebnis wäre dann wohl 99 + 0,x für die Sieger. Dazu gibt es bereits ein brechtiges Zitat: "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber."Sollte die AfD aber, was wahrscheinlicher ist, ihre Wähler ähnlich enttäuschen wie seinerzeit die GRÜNEN mit ihrer Kriegspolitik,würde das die Politikverdrossenheit weiter stärken und letztlich zum selben Endergebnis führen.

18.3.2016


Seitdem ich als ehemaliger Studienrat für Mathematik und Physik an einem Internatsgymnasium und aktueller Betreuer einer Tischtennis - Kindergruppe immer weniger den erfolgsoptimierten Umgang mit Kindern im Sport billigen kann, stelle ich mir zunehmend die Frage, was meine angesprochenen Tätigkeiten unterscheiden könnte. In beiden Fällen steht der Wille der Eltern im Vordergrund, die aus ihren Kindern das Beste herausholen wollen, wobei rein subjektive Maßstäbe angelegt werden. Im Gegensatz zu den öffentlichen Schulen steht der Lehrer in einem privaten Gymnasium unter einem gewissen Erfolgsdruck, der auch durch eine Verbeamtung nicht völlig verhindert werden kann. Darin sehe ich gewisse Parallelen zum freiberuflichen Trainerjob. In beiden Fällen winkt eine Karriere nur bei augenfälligen Ergebnissen, die, wenn es nach einigen Eltern geht, allerdings auch im öffentlichen Schulbereich nicht unbedingt durch entsprechende Leistungen erreicht werden bräuchten. So etwas geht im Sportbereich leider nicht, und deshalb sollen die Kinder ordentlich herangenommen werden. Im öffentlichen Schulsystem sind unabhängig von Kinder- oder Erwachsenenbildung die karrierefördernden Ausweichmöglichkeiten in die Funktionärs- und Ministeriumsetagen bei Versagen an der Praxisfront zumindestens für gewiefte Kommunikationsakrobaten und belesene Theoretiker eher gegeben als bei einem privaten Schulträger. In den Sportvereinen und -verbänden bleibt einzig und allein die Bewährung an der Front. Während bei der Arbeit mit Erwachsenen eine gewisse Eigenverantwortung bei den Trainingswilligen vorausgesetzt werden darf und muss, ist diese Einstellung bei der Arbeit mit Kindern entweder von bohrendem Selbstverwirklichungsdrang oder schlichter Ignoranz geprägt. Man beachte dabei die Paradoxie: Auf der einen Seite wird ein erwartungskompatibler Verstand von Kindern respektiert, die auf der anderen Seite respektlos als Verfügungsmasse verformt werden. Es verwundert nicht, dass unter diesen Bedingungen die Verantwortung
für die Auswahl des Lehraufwandes und der Lehrmethoden zwischen Eltern und Verbänden je nach Bedarf hin und her geschoben wird. In Verbindung mit eigenem Ehrgeiz und Karrierestreben kann somit die Förderung von Spiel- und Bewegungsfreude zum Missbrauch infolge von Kinderarbeit und dauerhafter Körperschädigung im Einvernehmen mit den überzogenen und letztlich selbstverliebten Erwartungshaltungen erfolgsverblendeter Eltern führen. Aus der Bewegungsoptimierung resultiert im Endeffekt eine Entmenschlichung in Gestalt einer Roboterisierung mit zunehmend begrenzter Lebensdauer. Das an sich ist prinzipiell nicht negativ zu sehen, denn dadurch hat der medaillenverhangene Humunkulus sportivus eher eine Chance auf ein halbwegs (zwischen-) menschliches
zweites Leben nach dem Karriereende weit vor der Lebensmitte. In der leistungsoptimierten Musikerziehung gilt ähnliches, wobei dort die körperlichen Auswirkungen nicht ganz so ins Gewicht fallen. Beiden gleich sind die schweren seelischen Hypotheken, die Kinder auf sich laden müssen, wenn sie ständig mit der Opferbereitschaft ihrer Eltern konfrontiert werden ohne reflektieren zu können, dass sie nur Mittel zum Zweck sind. Die Musikbranche hat es insofern besser, als sie im Gegensatz
zum Profisport offenbar noch kein Tummelplatz von mafiösen Seilschaften ist, die Wettbüros, Funktionärsriegen und Pharmaindustrien in Besitz genommen haben. Als Lehrer habe ich die Erwartungen der Eltern und Kollegen im Interesse der Kinder ignoriert und bin damit letztlich gesundheitlich in die Frühstpension "gescheitert".
Heute bin ich dankbar, dass ich bei meiner aktuellen Tätigkeit als unlizensierter Selfmade -Trainer mit Eltern zusammen arbeiten kann, die von ihren Kindern keine sportlichen Höchstanstrengungen verlangen und sich mit ihnen an den kleineren, aber hoffentlich nachhaltigeren Erfolgserlebnissen erfreuen können. In Anbetracht der Leistungsanforderungen, die heutzutage teilweise bereits an Kinderkrippen gestellt werden, sind das für mich paradiesische Zustände, in denen auch ich mich  selbst verwirklichen kann.
24.3.2016

Wer sich fragt, warum ausgerechnet auf einem Sport-Spartensender sogenannte EROTIK-Werbung und (vermutlich allerdings bewegungsintensive) entsaftete Softpornos gesendet werden, scheint sich nicht darüber im Klaren zu sein, dass das eine völlig logische Verbindung ist. Beim Profisport handelt es sich um eine Sonderform der Prostitution - so etwas wie Sportitution. (Für diesen Begriff muss man nicht einmal andere Buchstaben zu Hilfe nehmen!)
Hier werden - ganz abgesehen von den möglichst knappen Outfits der ProstitutagonistInnen - Körper verkauft um Konsumenten (Ersatz-) Befriedigung zu verschaffen, denen gebührenpflichtig in der Arena oder vor der Glotze einer flitzen geht, wenn ihr Favorit seine Leistung optimal abruft. Im Wintersport müssen mangels Fleischbeschau andere Bedürfnisse bedient werden. Kein Wunder, dass ausgerechnet Knarren dafür sorgen, dass Biathlon die Spitzenstellung einnimmt. Die Rollen dabei sind ohne große Anstrengung vergleichbar: Fans sind die Freier, Sport- und Medienindustrie fungieren als Bordellbetreiber, Trainer und Funktionäre als Zuhälter. Der Kondompflicht wird dieselbe Bedeutung zuerkannt wie dem Verzicht auf Doping. Die kriminellen Energien dürften sich die Waage halten, sechs Unterschiede gibt es dennoch:
1)Eltern sind oft die schlimmsten Zuhälter.
2)Gerade sie leiern als erste eine Gehirnwäsche an, die jedem Salafisten zur Ehre gereichen würde.
3)Aktive sexuelle Dienstleistungen lassen sich noch vermarkten, wenn man älter ist als 40.
4)Homophilie kommt im Sport nicht so gut an, wenn mann mal vom Jubel nach Torerfolgen im Fußball absieht.
5)Bordelle und Straßenstriche werden nicht aus Terrorangst kurzfristig geschlossen.
6)Beim Sport gibt es mehr öffentliche Tote und Schwerstverletzte, die ihn umso interessanter machen.
Diese Unterschiede sprechen kaum für eine Karriere im Profisport,werden aber durch den nächsten komplett egalisiert:
7)Profisport ist immer noch gesellschaftsfähig.
Da erscheint es folgerichtig, wenn Softpornos in das Olympische Programm als "Bodenturnen - Mixed" aufgenommen würden.
10.5.2016

Ist Ethik wichtiger als Religion?

In seinem "Appell an die Welt" entwirft der Dalai Lama im Gespräch mit Franz Alt eine neue säkulare Ethik als Basis für ein friedliches Jahrhundert. „Nach meiner Überzeugung können Menschen zwar ohne Religion, aber nicht ohne innere Werte, ohne Ethik auskommen“, sagt der Dalai Lama. Diese herausfordernde These und ihre mögliche Bedeutung zur Bewältigung der Krisen unserer Zeit, diskutierten im Evangelischen Bildungszentrum Bad Bederkesa der Landesbischof Ralf Meister und der Journalist Franz Alt. Das war mir als sauliertem Ex- Ministranten und nunmehr bekennendem Agnostiker allemal ein Zuhören wert, wobei ich in erster Linie darauf gespannt war, wie der Bischof auf diesen Appell reagieren würde.
"Die Ethik ist wie Wasser und die Religion ist wie Tee." zitierte Franz Alt weiterhin den Dalai Lama. "Die Ethik" baut allein auf die Vernunft und bildet die Grundlage für unzählige anwendungsorientierte Bereichsethiken, zu denen auch die theologischen Ethiken zu rechnen sind, die sich ihrerseits auf Gottes Willen berufen und somit Agnostiker und Atheisten ausschließen. Ziel einer säkularen Ethik muss es meiner Ansicht nach demzufolge sein, verschiedene Teesorten mit reinem Wasser so zusammenzuschütten, dass daraus keine toxischen Reaktionen resultieren. Das bedeutet, nicht nur die unterschiedlichsten Glaubensrichtungen, sondern auch bei jedem einzelnen Individuum Glauben und Vernunft auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Der kann zwangsläufig in gewissen Stresssituationen nur sehr klein sein und erfordert auf beiden Seiten Abstriche, sowie wenigstens gegenseitige Akzeptanz und Bereitschaft zur respektvollen Kommunikation. "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu!" entspricht als vernünftiges geisteswissenschaftliches Grundprinzip dem "Actio = Reactio" in der Physik. Das ist für mich ein Anlass, diesem Prinzip eine besondere allgemeingültige Bedeutung zuzuerkennen. Gegenseitige Missionierung und ehrerheischender Wettbewerb gehören bestimmt nicht zu dessen relevanten Anwendungen.
"Zu einem ethischen Wesen wird der Mensch geboren, zu einem religiösen erzogen." Nimmt man die Ersatzreligionen dazu, vergleiche ich das gern mit der Mitgliedschaft in einem Sportverein. Hier wie dort werden bereits Neugeborene einverleibt, dabei kann sich jeder körperlich nicht eingeschränkte Mensch auch ohne Wettkampf sportlich betätigen. Hier wie dort sorgt für die weitere Kultivierung der Wille der Eltern, die sich im einen Fall als hoffnungsvolle Stellvertreter Gottes, im andern als hoffnungsvolle Narzissten erweisen. Das Problem im ersten Fall ist, dass das bisher immer kulturelle Revolutionen hervorgerufen hat, die ich inzwischen als Selbstreinigungsmechanismen der Natur ansehe. Als Agnostiker darf ich das auch. Das hindert mich aber nicht daran, an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen und damit der Grundforderung des Dalai Lama nachzukommen. Es hinderte mich aber auch nicht daran, mich dem abschließend vom Bischof auferlegtem gemeinsamen Schlussgebet in die innere Entrückung zu entziehen.
Apropós praktische Anwendung: Auf die Nachfrage hatte Franz Alt die Aufforderung parat, Flüchtlinge bei sich aufzunehmen. Daraufhin meldeten der Bischof wie der Veranstalter Vollzug. Da keimt in mir als bekennungsfreiem Fördermitglied des evangelischen Institutes die Vermutung, dass irgendwann doch noch bei der Einstellung von Bediensteten auf das evangelische Bekenntnis verzichtet werden könnte.
Der Abend zeigte mir einen zwar christlich geprägten, aber irgendwie geläuterten Journalisten, dessen engagiert und unterhaltsam vorgetragener Unterstützung der Thesen Dalai Lamas anhand der Schilderung der in der Geschchte immer wiederkehrenden Religionskonflikte ich voll und ganz nachvollziehen konnte. Er zeigte an seiner Seite einen sich locker gebenden Bischof, der bei durchaus vorhandener Selbstkritik keinen Zweifel daran ließ, dass an seinem Glauben nicht zu rütteln sei. Er zeigte zudem einen Moderator,der die Diskutierenden abschließend um tröstliche Worte bat. Da ich bei diesem Thema Larmoyanz fehl am Platze finde, fühlte ich mich dadurch nicht vertreten, protokolliere aber: Dem einen fiel dazu der hinkende Vergleich ein, dass im Laufe der Jahrtausende die Todesrate von Gewaltopfer von hundert auf einen pro Hunderttausend gesunken sei. Der andere wartete mit dem bereits erwähnten Gebet auf.
12.5.2016

Nachdem unlängst ein Ü80er Gas und Bremse verwechselt und damit einen Menschen getötet hat, schreit wieder alles nach regelmäßigen Reaktionstest für Senioren und angemessenen Sanktionen, das heißt im Klartext Führerscheinentzug. Als Ü65er bin ich davon betroffen und sogar damit einverstanden - wenn alle gleich behandelt werden. Danach müssten auch alle, die mit Alkohol, verdächtigen Medikamenten und Drogen erwischt werden und damit ihre Reaktion bewusst fahrlässig herabgesetzt haben, ebenfalls ihren Führerschein für immer abgeben. Dasselbe gälte auch für die Selbstüberschätzer, die die vorgeschriebene Geschwindigkeit um einen festzulegenden Prozentwert übertreffen. Solange das Auto der deutschen Wirtschaft liebstes Kind und der Rennfahrer ein Held ist, solange Senioren immer noch eine immense Kaufkraft in die Waagschale werfen können, und solange die Politik noch nicht einmal den Mut hat, international längst übliche Höchstgeschwindigkeiten festzulegen, dürfte keine Verschärfung der Bestrebungen zu erwarten sein. Sollten hingegen die entscheinten Senioren auf E-Bikes ausweichen, würde mir das kein bißchen weniger Angst machen, zumal es auf den Radwegen genug Geisterfahrer gibt, und zumal auf dem schmalsten Bürgersteig oder Waldpfad sich die Vorfahrt gegenüber einem Fußgänger anscheinend als Gewohnheitsrecht etabliert.

1.6.2016

Tore - Tote ?:?

Die Fußballeuropameisterschaft 2016 beginnt demnächst, und damit ergeben sich dem interessierten Medienkonsumenten etliche Fragen. Das war schon immer so, jedoch die Fragen haben sich geändert. "Wie werden WIR abschneiden?" rückt in den Hintergrund. Vornan steht "Werden Spiele überhaupt stattfinden?" und wenn ja, dann "Werden sie auch ohne Anschläge enden?". Dahinter folgen Mutmaßungen über das wegen der Streiks und Kontrollmaßnahmen zu erwartende Verkehrschaos und die Gewaltexzesse der Hooligans. Ein Hauch von München ´72 liegt über dem Event. Die Frage "Wer wird gewinnen?" bleibt allerdings akut, nur die Parteien sehen anders aus- siehe Überschrift. Ich denke , dass die Sicherheitsmaßnahmen bei derartigen Events immer aufwendiger werden, dass die Zuschauer vor Ort sich deshalb auf immer größere Unannehmlickeiten und Risiken einstellen müssen, und dass sich somit der Aufwand für die Ausrichter irgendwann nicht mehr lohnt.

8.7.2016

Die heutigen Gedanken sind derart umfangreich, dass ich auf einen Link verweise:
http://koproduktionen.de/regel67.pdf

6.8.2016
Erst seit ein paar Jahren versteh ich, was in meiner Kindheit die Redewendung "ums Verrecken gewinnen wollen " bedeutet. Im übertragenen Sinne gilt das offenbar auch für die Karriere von Funktionären.
Die ZEIT schreibt über Thomas Bach:"Nun sieht die Welt, wofür er steht: außer Karriere für nichts."
Was kann man von einem ehemaligen Leistungssportler auch anderes erwarten? Das sind doch alles Roboter, auch wenn sie zumeist selbst nichts dafür können, weil Kinder noch nicht erkennen, wie ihre Gehirne gewaschen ---. pardon: ..in welche Richtung und aus welchen Gründen sie "gefördert" werden. Sport ist mal wieder wie schon oft in der Geschichte zu einer Art Ersatzreligion geworden, und deswegen dürfen einen mafiöse Strukturen nicht verwundern. Bach ist m.E. für das IOC dasselbe, wie es Ratzinger für den Vatikan war.
17.8.2016



"Weniger EGOISMUS! Mehr Ehrenamt fördern."
Beim Anblick dieses Wahlplakates für die Kommunalwahl 2016 drängen sich Fragen auf: Soll der Bürger hier bewusst hinters Licht geführt werden, oder glauben die selbst, was sie da von sich geben? Wissen die nicht dass ein Posten in der Politik als Ehrenamt definiert wird? Und weshalb geht jemand in die Kommunalpolitik? An den schmalen Vergütungen kann es nicht liegen, folglich hat er entweder Langeweile oder starke persönliche Interessen. Ohne eine gesteigerte Form von Egoismus läuft da jedenfalls nichts. Das gilt genauso für die Posten in den Vereinen und sozialen Einrichtungen und sogar im privaten Bereich: Do ut des! - Ich bin bereit zu geben, wenn ich etwas dafür zurückerhalte, und wenn ich es selbst bin, der sich für etwas belohnt. Das muss nichs Materielles sein, Schulterklopfen genügt. Da schließe ich mich nicht aus, und dabei ist es egal, ob ich in einem Verein mitarbeite oder der Omma über den Radweg helfe. Aus diesem Grund wäre es realistisch gewesen, das "weniger" auf dem Plakat ebenfalls durch ein "mehr " zu ersetzen. Klingt Scheiße, ist aber so. Sollte damit aber nur darauf hin gearbeitet werden, dass der prekäre Arbeitsbereich noch effektiver ergänzt wird, wird es perfide. Das Motiv dazu ist dann höchst egoistisch, weil damit das Versagen der Politik im Hinblick auf eine bessere Akzeptanz ihrer Protagonisten verschleiert werden soll.


18.8.2016

"Ich bin das Lebenswerk meines Vaters"
Das ist die Überschrift eines Artikels über ein Interview das mit Fabian Hambüchen kurz vor seinem Olympiasieg am Reck geführt wurde, nachzulesen in der Ausgabe 31/2016 des SPIEGEL:
Wenn einer wie ich intensive mehrmonatige klinische Therapieerfahrungen und dabei jede Menge gescheiterte Kinder im Erwachsenenalter erlebt hat, dann kann es ihn beim Lesen dieser Überschrift nur gruseln: Genau das nenne ich legalen Kindesmissbrauch. Leider sind solche Beispiele im Hochleistungssport, aber auch in der musikalischen Instrumentalausbildung eher die Regel als die Ausnahme. Wie kann so jemand ohne erweckenden Schicksalsschlag überhaupt irgendwann erwachsen im Sinne von selbstbestimmt werden? Hambüchen erzählt darin von seinem geschundenen Körper am Ende einer langen Laufbahn, die den 28jährigen bereits mit 15 an den ersten Weltmeisterschaften teilnehmen ließ. Wie man aus vielen Medienberichten entnehmen kann, hindert so etwas Spitzensportler aber nicht daran, ihre Einstellungen und Methoden als Trainer und Eltern oder auch nur als TV- Experten im Schneeballsystem Hochleistungssport weiter zu vererben. Das Volk hingegen jubelt, und speziell bei uns in Otterndorf findet demnächst wieder zum Weltkindertag ein Volksmarathon "für die Rechte der Kinder " statt. Plakate mit der Aufschrift "Kein Kindesmissbrauch für den Hochleistungssport!" wird man dort vergeblich finden. Wenn für Eltern Sport zur Ersatzreligion wird, haben Kinder kaum eine Chance. Und als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, stellt sich der Vorsitzende des Kinderschutzbundes in Niedersachsen auch noch publikumswirksam in den Dienst der Scheinheiligkeit. Es ist zum einfach nur zum Kotzen. http://www.spiegel.de/spiegel/fabian-hambuechen-mich-hat-es-so-richtig-auf-die-fresse-gelegt-a-1108110.html

18.10.2016

Die Ausstrahlung dieser TV- Fassung des Theaterstücks TERROR sorgt für heftige Diskussionen.
Einerseits darf laut Verfassung kein Menschenleben gegen ein anderes aufgerechnet werden. ("Die Würde des Menschen ist unantastbar."). Andererseits befindet sich ein Militärpilot der Entscheidung ausgesetzt, eine Zivilmaschine mit 164 Insassen abzuschießen um 70 000 Menschen in einem Stadion zu schützen, dessen rechtzeitige Räumung von seinen Vorgesetzten garnicht erst in Erwägung gezogen worden war. Er schießt, und deshalb findet ein Prozess statt, der Gegenstand des Schauspiels ist. Die Zuschauer vor den Bildschirmen dürfen "als Schöffen" abstimmen und entscheiden sich mit ca. 87 Prozent für Freispruch. In der anschließenden "Hart aber fair" -Talkrunde prallen die Meinungen zweier ehemaliger Politiker darüber aufeinander: Der EX-Innenminister plädiert in sichtlich aufgebrachter Verfassung für "schuldig" ("Das ist ein Mörder!"), der Ex- Verteidigungsminister für "nicht schuldig". Eine Theologin sieht in ratloser Verfassung nur den Unterschied zwischen "falsch" und "falscher", und ein Ex- Alarmrottenpilot und somit Kollege des Angeklagten hätte in so einer Situation auch geschossen, wobei er zu erkennen gab, dass er bei Zweifel an seiner Einstellung erst gar nicht diesen Posten bekommen hätte. Dasselbe gilt meiner Ansicht nach auch für seine Vorgesetzten bis hin zum jeweiligen Verteidigungsminister, der schon lange als Kriegsminister fungiert.

Die Debatte kochte schon einmal an dem Slogan "Soldaten sind Mörder!" hoch, der durchaus auch für Polizisten angewendet werden könnte. Fazit für mich dabei ist, dass diejenigen, die für den selbstgerechten Bürger die Drecksarbeit verrichten müssen, immer die Arschkarte haben, wenn sie ihre Waffen wirklich benutzen. Sie sollen zwar töten, aber nur die "Richtigen". Immerhin gibt es keine Wehrpflicht mehr, so dass jeder selbst wählen kann, ob er sich für Securityjobs und deren Anforderungen zur Verfügung stellt. Als ehemaliger Wehrpflichtiger in der Zeit des Kalten Krieges bin ich froh, dass ich von der Waffe keinen Gebrauch machen musste. Es war schon schlimm genug, sie als Wachhabender am Mann zu wissen, nachdem kurz zuvor Kameraden in einem anderen Standort auf Wachposten erschossen worden waren. Im vorliegenden Gedankenspiel hätte der Pilot kaum weniger Probleme mit der Allgemeinheit gehabt, wenn das Flugzeug in das Stadion gestürzt wäre. Dagegen wäre der Pilot der Zivilmaschine wahrscheinlich posthum als Held gefeiert worden, wenn er diese vorher auf einem Acker gecrasht hätte. Das hat auch etwas mit der Würde des Soldaten zu tun, der nicht nur zum bloßen Befehlsempfänger herabqualifizert werden darf.
Überhaupt "Würde": Deren Verletzung wird gerade von denjenigen, die sie im Alltag lauthals am meisten verteidigen,
stillschweigend in Kauf genommen. Bei der Geburtenregelung wird sie als Totschlagargument für allzu menschliche Wünsche bemüht, aber wo bleibt die ernsthafte Bekämpfung des Gewohnheitsrechtes auf Forderung von Schwarzarbeit bei der Bereitstellung von prekären Arbeitsverhältnissen? Wo bleiben die ausreichende Personalgestellung und deren leistungsgerechte Bezahlung im Dienstleistungsbereich, insbesondere in Schulen und Pflegeeinrichtungen? Wo bleibt die Achtung vor den offensichtlichen Nebenmenschen, die mehr oder weniger unverschuldet in einem sozialen Netz gelandet sind, durch dessen widerwillig geflickte Maschen sie im Laufe der Zeit infolge ihres Substanzverlustes ohne weiteres gleiten? Warum komme ich bloß auf den Gedanken, "Würde" wäre der Konjunktiv von "Wert"? Vermutlich liegt es an dem Unterschied: "Wert" bringt etwas ein, "Würde" kostet.

Der Ex-Innenminister verurteilte darüber hinaus, dass überhaupt nach der Sendung eine Volksabstimmung ermöglicht worden wäre. Sicherlich ist der Zeitpunkt in Anbetracht der Entwicklungen in England und der Schweiz etwas unglücklich gewählt, aber immerhin zeigt das Ergebnis, in welcher Verfassung sich das Volk wirklich befindet. Und meine Meinung dazu? Es muss nicht immer gleich um Töten gehen: Ich bin ganz bewusst kein Berufssoldat geworden, aber es gibt genügend andere spontane Gelegenheiten, um sich um einen hohen Preis gegen zweifelhafte Vorgaben zu entscheiden. Zwei davon habe ich sehenden Auges genutzt und dabei die gravierenden Folgen in Kauf genommen. Eigentlich bestand für mich keine andere Wahl, und danach ging es irgendwie anders weiter. Darüber einmal nachzudenken gibt der Sendung den eigentlichen Sinn.

30.10.2016

 

9.11.2016

Ich schrieb am 28.1.2016:
Es scheint schon irgendwie irrsinng, wie sich die Geschichte wiederholt, aber letztlich ist es wohl ein natürlicher Vorgang: Die einen feiern sich und ihre kulturellen Phantasien in 20er-Jahre- Kostümparties, während sich eine Weimarer Republik 2.0 abzeichnet, der Pöbel von links wie von rechts marodiert, und von krawallumlagerten Demagogenpulten herab wieder eine tausenjährige Zukunft beschworen wird.

Und siehe da, in den USA findet gerade genau dasselbe statt, was in diesem Jahr bereits die politischen Bedingungen in der Türkei und England auf den Kopf gestellt hat. Es ist eben ein Vorgang, der der Natur des Menschen an sich entspricht und sich nicht auf die dritte bis x-te Welt beschränkt. Schon Aristophanes schrieb: "Regieren ist keine Sache für Leute von Charakter und Erziehung." Kein Wunder, denn der gemeine Mehrheitswähler erkürt sich mit traumwandlerischer Sicherheit Seinesgleichen, und Charakter ist wie Erziehung nicht angeboren. Hingegen wird der Spezies Mensch eine Aggressivität in die Wiege gelegt, ohne die sie sich nicht so weit hätte entwickeln können. Demnächst gibt es zwar keine Menschen mehr, weil sie in ihrem unermeßlichen Ressoucenhunger sich selbst ihrer Lebensgrundlagen berauben, aber auch das ist nichts Neues, denn eine Sintflut scheint es ja auch schon mal gegeben zu haben. Jeder Penny, den ein Reicher zusammenrafft, wird einem Armen vorenthalten: So funktioniert die Diktatur des Kapitals, und daran wird sic:h nichts ändern - selbst nach einem dritten Weltkrieg nicht. Einigen dieser hochgeachteten Halsabschneider mag es zwar selbst an den Kragen gehen, aber aus jedem Stumpf wachsen zwei neue Drachenköpfe. Wenn es schon für den "kleinen Mann" als Kavaliersdelikt gilt, irgendwen zu seinem Vorteil zu bescheißen, dann ist es eben folgerichtig, dass einem Milliardär in der Masse Respekt dafür gezollt wird. Dasselbe galt übrigens auch für die ebenfalls nicht gerade am Hungertuch nagende Frau Clinton innerhalb ihrer Partei bei den Vorwahlen gegenüber einem gewissen Herrn Sanders. Und was das erfolgreiche Versprechen wider besseren Wissens betrifft, brauchen wir nur an die "blühenden Landschaften" aus dem Kohlkampf gegen Lafontaine zu denken: Ratio ist nicht wählbar. Der "American Dream " ist global in der Mehrheit der Menschen verankert. Leider ist aber nur ein Kuchen vorhanden, der immer kleiner wird, von dem aber der gemeine Amerikaner die Hälfte ohne Verlust beansprucht.
Erdogan, Johnson/Farage, Trump,...Höcke/Gauland/Petry/Bachmann?
Sage keiner, das sei unmöglich.
Eine Schweizer Zeitung hat recherchiert, dass nur letztlich 18 % der Einwohner Trump gewählt hätten. Das läuft hier seit geraumer Zeit in dieselbe Richtung. Wer wählt schon gern zwischen Pest und Cholera, wenn er vor die Haustüre tritt? Die Standardpolitik kann nur "Schönwetter" - und diese Periode ist auch hier nach 70 Jahren längst vorbei. Außerdem zeigt sich, dass Wahlkampf der Schwachpunkt und für die allmächtigen Kräfte im Hintergrund die Sollbruchstelle jeder Demokratie ist: Wer vertraut schon jemandem, der sich als Wunschträumer und/oder  Dreckschleuder prostituiert? Nebeneffekt: WAHLFORSCHER haben ausgedient, was ihre Kompetenz für Prognosen betrifft. Wer den mit Vorliebe von  Kampfratten geschmähten Medien misstraut, stellt sich für betreffende Fragen nicht mehr zur Verfügng.
Was können WIR tun?
Es gibt nur eine Lösung: Bewusst muss sich jedeR von einem Teil des lieb gewonnenen Mehrkonsums und Sicherheitsanspruchs trennen. Das setzt Vernunft voraus, deren Fehlen bei Verzweifelten verstanden werden kann. Deshalb sind diejenigen gefragt, die dieses Stadium noch nicht erlangt haben, bzw. sich dessen bewusst sind, dass sie auf einem gehobenen Niveau jammern. Das setzt eine Vernunft voraus, deren Fehlen bei Verzweifelten verstanden werden kann. Deshalb sind diejenigen gefragt, die dieses Stadium noch nicht erlangt haben, bzw. sich dessen bewusst sind, dass sie auf einem gehobenen Niveau jammern.

13.11.2016

Unlängst nahm ich als schon länger im Flüchtlingsbereich aktiver Tischtennisanbieter des Turnvereins an einem Nachmittag der Begegnung mit Flüchtlingen und Asylsuchenden in einem 1400-Seelen - Ort teil. Dort sah ich erstmals eine Frau im Niquab. Ein persönlicher Kontakt ergab sich nicht, aber meine Gedanken habe ich mir darüber trotzdem machen müssen. Das Fazit nach einer Nacht, in der ich darüber inzwischen geschlafen habe, lautet, dass ich in Zukunft in solchen Situationen jeden Kontakt ablehnen werde. Der Grund: Es ist nicht nur die Verkleidung, die mich auch bei einem Menschen mit Integralhelm oder offensichtlicher Vermummung davon abhalten würde und religiöse Beweggründe sind für mich nichts anderes als vorgeschobene Totschlagargumente. Darüberhinaus empfinde ich es als tätliche Beleidigung mir als Mann gegenüber, denn ich zähle mich nicht zu den Schwanzgesteuerten, vor denen sich eine Frau verstecken muss. Darauf lege ich einen Wert, den ich erhalten will. Wenn Männer ihre Frauen dazu zwingen, können sie auch nur zu der Gruppe derer gehören, denen ein Anblick verwehrt werden soll. Als Ausgleich dazu halte ich es für ebenso beleidigend, wenn mir unaufgefordert mit sogenannten "weiblichen Mitteln" begegnet wird. Das hat schon oft für Irritationen und nachfolgenden Ärger gesorgt. aber Frauen, die das eine wie das andere nicht akzeptieren, laufen bei mir auf den Schrubber, der ihnen dann von mir auch ohne Gewissensbisse zugestanden wird. Frauen sind für mich weder Inventar noch Nutzmenschen, sondern ebenso emanzipationswürdig wie Machos.

2.12.

Erkläre mir mal einer, warum Haus- und Familienarbeit nicht vollversicherungspflichtig gemacht wird: Wenn du zuhause rund um die Uhr deine Familie versorgst und für den Normalgedankenlosen "nicht arbeitest", giltst du in der öffentlichen Privatmeinung als Sozialschmarotzer. Wenn du dagegen "arbeiten gehst" und dieselbe Arbeit als Assistenzjob bei einem Körperbehinderten machst, kann das für ihn im Ganztagsbereich mit 11000 Euro im Monat zu Buche schlagen*. Der Körperbehinderte hat per Inklusionsgesetz zur Wahrung seiner Menschenrechte sogar noch einen Anspruch auf persönliche Assistenz, deine mobilen Familienangehörigen nicht - ebenso nicht wie geistig Behinderte und schon gar nicht psychisch Kranke.** Im Gegenteil: Du sollst Kinder und Bedürftige aus deiner Familie in die Obhut von unterbezahlten und notorisch überforderten Betreuern abgeben, die sie notgedrungen vernachlässigen müssen. Und das alles, damit du einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen kannst, bei der du im Endeffekt oft draufzahlst. Es ist unbestritten, dass es bei den Hausarbeitern Nullnummern gibt, aber das unterscheidet sich nicht von Angestellten in Pflege- und Betreuungseinrichtungen und lässt sich ebenso überprüfen und gegebenenfalls abstellen - oder eben auch nicht. Letzten Endes bleibt im absoluten Glücksfall die meiste Arbeit an den rüstigen (Früh-)Rentnern hängen, die für gute Worte oder aus vermeintlicher Langeweile einspringen müssen, wenn es bei den Enkeln oder Eltern pressiert. Da verwundert es nicht, wenn demnächst beim Kinderwunsch ein bis zwei Generationen übersprungen werden. Die "Nicht"arbeit mit dem Nachwuchs bleibt schließlich gleich, die Eltern sind hoffentlich schon tot, und bei der Erwerbsarbeit braucht es kein schlechtes Gewissen.
* laut Bericht aus dem "heute journal" vom 1.12., in dem für eine Richterin mit Muskelschwäche diese Kosten aufgebracht werden.

**Ich habe vor 25 Jahren meinen nach einer psychischen Erkrankung ausgestellten Schwerbehindertenausweis zurück gegeben, weil ich wg. Verlängerung unbedingt geröntgt werden sollte . Behindert ist eben nur, was sichtbar rüberkommt - so eine Inklusion kannst du knicken.


9.12.2016


Im TSV Otterndorf sind ca. 2500 Mitglieder und damit ungefähr ein Drittel der Einwohner versammelt. Dem Bericht der Lokalpresse nach soll wegen der Engagierung eines hauptamtlichen Geschäftsführers nun der Familienbeitrag von 108€ auf 180€ angehoben. Das wird für die Einzelbeträge nicht folgenlos bleiben, und dazu kommt dann ja auch noch der jeweilige Spartenbeitrag. Dieses Vorhaben nutzt allerdings entgegen allen Anscheins insofern dem Gemeinwesen, als es den Vereinsmitgliedern das gute Gefühl geben wird, entweder bedürftige Mitbürger auf direktem Wege finanziell unterstützen zu dürfen oder mehr Übungszeiten für ihren bevorzugten Sport zu bekommen. Je geringer die finanzielle Differenz zum Vereinsangebot wird, und je mehr sich die Vereine zu Dienstleistungsfirmen entwickeln, desto eher werden die Adressaten in den angesagten Fitness- und Gesundheitsbereichen gleich zu den kommerziellen Anbietern wechseln, die aus gutem Grund auch flexibler sind, wenn es sich um das Eingehen auf Kundenwünschen handelt. Solange sich darüber hinaus der Vereinssport  immer medaillengeil noch an den Qualitätsansprüchen des Leistungssports orientiert, wird sich erst recht daran nichts ändern, weil dann noch teure Standardausbildungen gefordert sind, die so oder so die Vereinsmitglieder refinanzieren dürfen. Als ehemaliger Sportwart des TSV Otterndorf sage ich dazu nur: Die spinnen, die...wer auch immer sich das noch leisteen kann. Aber man besteht hier ja auf das konventionelle Vereinssportmonopol für alle, die sich mit etwas anderem als Schießen und Reiten sportlich betätigen wollen, und die Stadt unterstützt das, weil sie bisher damit eine Menge Arbeit an Ehrenämtler outsourcen kann. Ich durfte z.B. in meiner Vorstandsfunktion halbjährlich die Belegung der 4 Sporthallen unter 18 Abteilungen in teilweise zähen Verhandlungen mit traditionsbewussten Sturköpfen ausbaldowern. Jetzt sind es 22 Abteilungen, und man wundert sich, dass es im Ort noch einen SC Otterndorf gibt, der sich trotz mehrerer kommerzieller Mitbewerber in den Bereichen Gesundheitssport und Selbstverteidigung immerhin schon 20 Jahre am Leben erhält.  Ferner ist es kaum zu glauben, dass im TSV noch keine Sparten für Brieftaubenzüchter, Hundesportler, Schach- und Skatspieler, Skater, Windsurfer und Cyberdaddler angeboten werden.  Jedenfalls sieht man hier ein erstklassiges Beispiel für eine fehlende Vereinsvielfalt, die für Konkurrenz und damit für niedrigere Beiträge sorgen dürfte. Ein Schelm, der das Konstrukt einfältig nennt, zumal es bundesweit als Mühlstein der Weisen propagiert wird. Eines ist auf jeden Fall schon jetzt zu prophezeien: Der Geschäftsführer wird um seinen Posten nicht zu beneiden sein.
21.12.2016

Jetzt steht wieder einmal das Fest der Menschwerdung Gottes bevor. Inzwischen möchte man angesichts der aktuellen religiös verbrämten Geschehnisse in aller Welt  eher eine Menschbleibung  Gottes herbeisehnen - wenn das denn mit der Menschlichkeit so einfach wäre.Als ich Texte der griechischen und römischen Philosophen als Schüler auf dem humanistischen Gymnasium im relativen Urzustand verinnerlichen durfte, begann ich mich mit dem Begriff  "human" intensiver zu beschäftigen. Das Studium der Mathematik und Physik vergrößerte danach den Blickwinkel enorm, und die 40 folgenden Jahre ließen in mir ein humanitäres Paradoxon reifen: "Menschlichkeit" bezeichnet nach ihrer allgemein akzeptierten Definition eine Eigenschaft, die an sich unmenschlich ist. Das äußert sich auch darin, dass erzwungene Menschlichkeit früher oder später in Hass umschlagen wird. Die Spezies Mensch hätte sich nach dieser Definition mit permanent praktizierter Menschlichkeit  nicht so schnell und nach eigener Einschätzung "weit" entwickeln können. In der Natur setzen sich  Aggressivität und Rücksichtslosigkeit durch. Beides kann mangels körperlicher Voraussetzungen auch durch Schlauheit erreicht werden. Nicht ohne Grund wird gerade leistungsorientierte Unmenschlichkeit beneidet und hochgeachtet, und nicht ohne Grund berufen sich besonders gern Entscheidungsträger darauf, dass sie "auch nur Mensch" seien, nachdem sie nachweislich Mist gebaut haben. Die Kehrseite: Da die Natur offenbar nach dem Gesetz "actio = reactio" funktioniert, dürften die Tage der Spezies bald gezählt sein. Menschlichkeit ist das Credo der Schwachenu. Die Forderung nach Menschlichkeit kann eine Ausgeburt von Schlauheit sein, ist aber auch Ausdruck der Hybris der Ratlosen, die sich Gott nach ihrem Ebenbild erschaffen haben, und die in Anbetracht unangenehmer Veränderungen daraus das Recht ableiten sich die Erde untertan machen zu müssen.
28.2.2017

Gestern wurden erstmals Autoraser als das verurteilt, was sie in meinen Augen sind:
Potentielle Selbstmordattentäter und mithin Mörder.
Ich bezweifle zwar nach den bisherigen Erfahrungen, dass das Urteil vor der höheren Instanz Bestand haben wird,
aber als Symbol taugt es allemal. Es richtet die Scheinwerfer auch auf den Umstand, dass Autofabriken
Waffenschmieden und Autohändler Waffendealer sind, solange sie dem PS- Wahn weiter huldigen. Wenn obendrein auch
noch die Formel 1 suggeriert, dass Autorennen immer risikoloser werden, und wenn dieses von deren "Machern" auch
noch bedauert wird nach dem Motto "Nur ein toter Rennfahrer ist ein guter Rennfahrer!", dann zeigt das die
Perversität auf, mit der bei uns im PS- Dschihad Menschenleben wirtschaftlichen Interessen geopfert werden.
Ich bevorzuge diesbezüglich die Variante "Die Besten gehen zuerst!" - solange sie keinen mitnehmen! Ich gestehe:
Selber habe ich mir als Jüngling auch Autorennen geleistet. Die fanden in den frühesten 70ern auf der Autobahn
zwischen Giessen und Bad Hersfeld im Hessischen Bergland statt, wenn mir ein auftauchendes Vehikel baugleich anmutete.
Dabei handelte es sich aber immer um Autos der Marke FIAT 500, und die Extremgeschwindigkeit betrug bergaufwärts an die
80 km/h, bergab rasante 110km/h. Das war solange spannend, bis im Rückspiegel ein Käfer ungeduldig wurde. Meinen zwei FIATs hat das zudem nicht gerade gut getan, und das war gut so.
22.4.2017

In der HALL OF FAME des deutschen Sports finden sich 104 Namen und gerade wird darüber diskutiert, ob zwei ehemalige DDR-Sportgrößen aufgenommen werden sollen. Ich sehe das so: Zweifellos scheint der Name der Halle angebracht, denn die Leistungssportfamilie ist durchaus eine ehrenwerte Gesellschaft, die ihren Lebensunterhalt durch Spornografie erwirtschaftet. Skrupellose Investoren, Ausrüster und Zuhälter sorgen im Graubereich der Legalität weltweit unter dem wohlwollenden Patronat der Politik dafür, dass Sportler sich vor den Augen der Kameras prostituieren und den Spannern daheim auf dem Sofa Befriedigung verschaffen, wenn diese sich ein kostspieliges Nextstageerlebnis nicht leisten können. Das System wird mit möglichst jungen Wegwerfkindern gefüttert, die mit 30 bereits zum alten Eisen gehören, wenn sie die menschenverachtenden Instruktions-, Auslese- und Arbeitsbedingungen überhaupt durchgestanden haben. Nur ein nahezu verschwindend geringer Prozentsatz schafft es dabei in halbwegs lukrative Bereiche, und beiweitem nicht jedem ist es vergönnt, sich danach neu zu verkaufen, bzw. auf dem Schrottplatz zurechtzufinden. Das gilt inzwischen zwar fast für alle Jobs, aber je höher man nun mal klettert, desto tiefer fällt man - auch aus dem Olymp. Insofern fände ich die Bezeichnung HALL OF SHAME deutlich treffender gewählt, und darüber hinaus könnte es nicht schaden, wenn jeder, der keine Not und etwas mehr als andere in den Beinen hat, auch etwas mehr seinem Kopf bzw. dem seiner Kinder Beachtung schenkte.

4.5.2017


Die Presse ist sich in der Besprechung selten einig: TOTER WINKEL ist ein sehr gut gemachter Film , der für die heutíge Zeit außerordentlich wichtig ist und in den Schulen gezeigt werden sollte. Der Ort kann überall sein, und ich schließe da mein eigenes Umfeld keineswegs aus, in dem in erschreckendem Maße alles vorhanden ist, was dazugehört. Mit Nachdenken ist es da bei nüchterner Betrachtung nicht getan Es bleibt nur zu hoffen, dass das eintretende Vordenken nicht zur Resignation führt und dem gezeigten Grundübel auch noch Vorschub leistet.

31.5.2017

Ich habe jetzt einen neuen Pkw und zwar das neueste Modell meines 5 Jahre alten - das Fabrikat tut nichts zur Sache, denn die Entwicklung dürfte bei allen ähnlich sein. Das Problem dabei sind die in der Zwischenzeit auf Laserbasis eingeführten Safety- Sense -Fahrassistenten, die u.a. den Reifendruck, Spurwechsel, Verkehrsschilder und nahende Crashs anzeigen, sowie auch den Einsatz vom Fernlicht automatisch regeln. Ganz abgesehen davon, dass die Konzentration durch jede Menge von Anzeigen und Warntönen doch stark eingeschränkt ist, trägt ein Blick ins Handbuch allemal zur Verunsicherung bei. Dabei ist offenbar nichts unmöglich, und am Beispiel Crashwarner kommt das folgendermaßen rüber:
Seite 1: Kurzbeschreibung
Seite 2,3: Warnungen vor Einschränkungen des Systems
Seite 4,5:Kurzbeschreibung
Seite 5-10: Schilderung einer großen Anzahl möglicher Fehlalarme und von etlichen Fehlerursachen im System.
Man kann das automatisch startende System immerhin zur Zeit noch ausschalten, aber wie lange wird solch eine Dreistigkeit noch gestattet sein? Dabei heißt es ausdrücklich, dass man sich nicht auf das System verlassen sollte. Solche Beta-Versionen sind jedenfalls wie geschaffen, Betagten das Fahren zu verleiden - und das dürfte eine nicht zuunterschätzemde Absicht dabei sein. Dumm nur, dass davon auch die Drogenabhängigen und sich ohnehin schon notorisch Ablenkenden betroffen sind.
Ich ziehe zudem unweigerlich Vergleiche zu dem spätabendlichen Einbruch bei uns, als wir gerade unterwegs waren. Alle Hunde in der Nachbarschaft haben angeschlagen, und ihre Meldung ist samt und sonders von den Besitzern abgewürgt worden. Ich fühle mich auch in meinem Misstrauen gegenüber der modernen Apparatemedizin bestätigt, die alle möglichen Signale an die "Arztwerkstatt" liefert, für die dieselben Einschränkungen gelten.
3.6.2017

Trumphammern aus dem Glashaus heraus ist eben - gelinde geschrieben - nicht das Klügste, und die Fakten dabei sind zumeist nahezu alternativlos alternativ, aber daran wird die Welt sich bei allem Unbehagen wahrscheinlich wohl oder kübel gewöhnen müssen. WIR machen es da geschickter: WIR propagieren lauthals den Klimaschutz, prangern Kriegswaffendeals an und halten gleichzeitig ohne großes Trara an Braunkohle und eigenen Rüstungsverkäufen fest. Obendrein verdrängen WIR irgendwelche Mitverantwortung an den betrügerischen Autokonzernen im eigenen Umfeld. Jeder auswärtige selbstherrliche Idiot, Menschenverachter oder gar -schlächter ist UNS im Prinzip hochwillkommen, solange er der eigenen Konjunktur nützt und UNS dabei als Bessermenschen glänzen lassen kann. Unter dem Vorwand, Menschenrechte zu schützen oder gewährleisten zu wollen, schicken WIR Soldaten in UNSEREN Interessen widerstrebende Krisengebiete, die irgendwann unverrichteter Dinge abziehen müssen und dabei Verwüstung und Chaos hinterlassen, das ausnahmsweise dem Verursacherprinzip gerecht wird und letztlich bei UNS landet. Die Heuchelei wegen der Menschenrechte kann da durchaus mithalten: Die Todesstrafe ist für UNS bäh, aber kein Hinderungsgrund zu einer freundschaftlichen Beziehung, wenn es sich um die USA handelt. Anderswo ist sie schon bäher, und am bähsten ist sie, wenn davon ein weiteres Land betroffen ist, dessen dummdreist neonarzisstischer Obermacker UNS gerade nervt. Kinder und Senioren haben Glück, wenn sie bei UNS in einer Zone zwischen Vernachlässigung und gnadenloser Verwurstung landen, und wer sich in der Zeit dazwischen nicht ausgebeutet fühlt, gehört zu einer argwöhnisch beäugten Minderheit. Wer zudem auf fremde Kulturen schimpft, wenn es um die Frauenrechte geht, sollte sich hierzulande mal vorsichtig in der unverfremdeten Provinz umhören. WIR arbeiten akribisch an der Bruchsicherheit der Wände im Glashaus, in dem WIR selbst sitzen und mit Steinen schmeißen, und wundern uns, wenn die Brocken dann auf UNS zurückfallen. Daran werden WIR uns auch gewöhnen müssen. Es sei denn, jemand kommt auf den Trichter, Fenster und Türen offen zu lassen. Aber wenn das jeder machen würde, machte das Steinewerfen womöglich keinen so dollen Spaß mehr.

12.6.2017


https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/2015/kinderarbeit/78828
Heute ist der Welttag gegen Kinderarbeit. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) von 2012 gibt es weltweit 168 Millionen Kinder, die arbeiten - das entspricht einem Anteil von 11 Prozent aller Kinder auf der Welt. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) unterscheidet in ihrer Erhebung drei Arten von Arbeit: Kinder in Beschäftigung (children in employment), Kinderarbeit (child labour) und gefährliche Arbeit (hazardous work). Folglich gehören die gängigen Ausbildungen für den Hochleistungssport bis hin in den gehobenen Amateurbereich allemal dazu. Warum benennt das keiner offiziell, und warum wird das sogar auch bei uns staatlich gefördert? Die letzte heiße Phase des Kalten Krieges ist schon länger her, und in der sich abzeichnenden hat der Sportbereich seine Effizienz verloren, da sich dessen olympische Gefilde zunehmend als Spielwiesen des organisierten Verbrechens erweisen. Der halbwegs gesunde Menschenverstand führt immerhin dazu, dass die "klassischen" Angebote und Trainingsmethoden der Sportvereine immer weniger angenommen werden. So beträgt nach Aussage des stellvertretenden Vrsitzenden des Kreissportbundes z.B.der Mitgliederschwund im Tischtenniskreisverband Cuxhaven 50% in den letzten 20 Jahren. In den anderen Sportarten sieht es zumeist ähnlich aus. Opas Lieblinge in den Vorständen der Sportvereinen werden diese über kurz oder lang mit in die Gruft nehmen. In den Bereichen Gesundheitssport und Breitensport gäbe es für die Vereine genug zu tun, aber ohne Pokalblech lässt es sich damit schlecht glänzen. Abgesehen davon, dass nur ein nahezu verschwindend geringer Anteil das Ziel erreicht, liegt der Höhepunkt je nach Sportart zwischen 20 und 30 Jahren. Danach warten entweder ein radikaler Neuanfang im OFF oder die soziale Vererbung im Schneeballsystem. Andernfalls bleibt nur noch ein Warten auf den Abgang in schlechtestenfalls 60 und mehr Jahren, während andere ihren Beruf immer länger ausüben müssen. Das fordert dann zwar auch Höchstleistungen im Hinblick darauf, dass man sich selbst im Griff behält, aber die Motivation dazu dürfte schnell nachlassen, da die gewohnten Anerkennungen von außen ausbleiben. Das ist dann eine Frage des Charakters, der oft bei solchen Protagonisten hervorgehoben wird - ungerechtfertigt, denn wer solche Torturen von Kind auf über sich ergehen lässt, kann kaum einen hervorzuhebenden Charakter entwickeln. Meistens bleibt den Dressurbefürwortern nur noch das Argument, dass die Kinder eben ihr Hobby gern ausüben. Dabei von Hobby zu reden ist Quatsch. Es ist schlicht und ergreifend die frühe Prägung durch Zwangsspezialisierung, die Fremdimpulse kaum gestattet. Das Geschmacksempfinden eignet sich als guter Vergleich. Wer von Klein auf daran gewöhnt ist, für den ist z.B. Surströmming eine Delikatesse.
8.7.2017

Hooligans, PEGIDA, G20:
Die wohlstandsgesellschaftlichen Randerscheinungen der Jahre 2015-2017 verdeutlichen, dass die in der BRD propagierte WIRSCHAFFENDASMENTALITÄT mit einem enormen HYBRISIKO behaftet ist das sowohl die Politik als auch die Medien angeht, die letztlich auch immer stärker unter dem Vorwand der Dokumentation die Gaffer bedienen, die es offenbar leider nicht geschafft haben in die Nähe der Gewaltaktionen zu kommen und sich dabei zu selfieren. Ein Vergleich mit den Bemühungen um Klimaschutz bietet sich insofern an, als von nun an jedem vernünftigen Menschen klar sein dürfte, dass jedes Chaos nur ein Vorgeschmack auf das ist, was uns in Zukunft in unserem vermeintlichen Paradies flächendeckend auch ohne besonderen Anlass erwartet, wenn sich die Grundzüge einer Politik nicht ändern, die dem Kapital vehaftet von der öffentlichen Hand direkt in Münder dealen, von denen man annehmen könnte, dass sie voll genug genommen sein dürften. Daraus resultieren Verslummung, Verwandlitzung und gegenseitige Verachtung auf dem geraden Weg in den Bürgerkrieg - zwischenzeitlich womöglich verlangsamt durch Volksvertrumpung, oder die Schaffung eines Gottes- bzw. Polizeistaates. Von der Weltgeschichte her betrachtet ist das nur folgerichtig, und deshalb bin ich zuversichtlich, dass die global vernetzten Bessermenschen (oder Besessenermenschen?) das auch schaffen.

18.7.2017

Der Skandal um die Regensburger Domspatzen beschäftigt zur Zeit die Medienwelt. Dabei geht es um 547 Fälle von Gewalt, davon 67 sexueller Art. Da alles verjährt ist, kann keiner belangt werden. Sexuelle Übergriffe wurden seinerzeit aus der Odenwaldschule und vor kurzem aus dem Tauberbischofsheimer Fechtzentrum berichtet. Das ist nur die Spitze des Eisberges und dem Umstand geschuldet, dass der Mantel des Schweigens im Normalfall um solche Internierungseinrichtungen gedeckt wird, und dass ohne stille Duldung vor allem der Eltern so etwas nicht möglich wäre. Das Unbegreifliche daran ist, dass es immer Insassen gibt, die das im Nachhinein sogar noch irgendwie wg. Abhärtung akzeptieren und dabei teilweise ihre eigenen Kinder der Situation aussetzen. Ebenso sollte allerdings nicht verschwiegen werden, dass einige Kinder sich im Internat sogar immer noch wohler fühlen als zuhause. Man mutmaßt, dass es auch unter den nicht beteiligten Erziehern, Trainern und Lehrern Mitwisser gegeben haben muss. Natürlich hat es die gegeben, aber was sollten die denn dagegen tun, wenn sie ihre Existenz nicht auf das Spiel setzen wollten? Ihre Position hätte sich dann von der der Kinder kaum unterschieden, wobei die Gewalt sich psychisch gezeigt hätte. Das wird der Grund sein, dass einige entweder davon psychisch krank geworden sind. Manch einer mag dann mit dem Mut der Verzweiflung den Dienst quittiert haben - ein Weg, der den Kindern in der Regel wegen der Uneinsichtigkeit, des Ehrgeizes oder der Bequemlichkeit ihrer Eltern versperrt blieb. Dabei wird er gut daran getan haben auf jegliches Whistleblowing zu verzichten, denn damit wird man seines Lebens garantiert nicht mehr froh.
28.7.2017



Eine AOK in Bayern hatte unbegreiflicherweise die Idee, die Spende von Trikots an eine Jugendmannschaft vom Ergebnis eines netzvermüllenden Facebook- Likebaitings abhängig zu machen. Hier im Elbedelta bekam ich die Nachricht nebst Aufforderung gestern gleich von zwei vollkommen verschiedenen Seiten auf den Rechner. An dem Wettbewerb nahmen 7 Jugendgruppen teil. Als mich der zweite Aufruf erreichte, hatte die Gruppe 107810 Klicks. Die weiteren Zahlen waren 3 Tage vor dem Endtermin: 567,354,136,114,50,47. Falls in den Räumen der AOK wenigstens noch ein Hauch von Fairplay und Vorbildbewusstsein weht, müsste die Gruppe disqualifiziert werden. Die Reaktion der AOK auf meine Kritik zeigt, dass dort keine Probleme damit vorhanden sind. So weit, so schlecht.
Am unbegreiflichsten ist aber die Unbedarftheit der Facebookuser, die zu dem "Erfolg" beigetragen haben. Da wurde einfach auf das Codewort "Kinder" hin einfach stumpf drauflos geklickt, ohne offenbar sich vorher über die Aktion zu informieren, was ganz leicht gewesen wäre. Zudem wurde die Aufforderung ebenso stumpf weitergeleitet, was dazu führte, dass ich von einem FB-Freund die abgebildete PN zu lesen bekam. In einem dazugehörigen Nachfolgethread fanden das selbst einige Frauen anzüglich, aber als ich anmerkte, dabei in Richtung Alkoholsucht oder unvermutetes Outing gedacht zu haben, fühlte sich beschriebener Freund angegriffen, und ich durfte in einem fast ausschließlich weiblichen Shitstorm übelster Art duschen. Wohlgemerkt, das waren User aus einer Gesellschaft mit zelebriertem kulturellen Anspruch. "Alles was mit kids zu tun hat bedarf keiner Überlegung zu liken -fakt" war der ebenso leichtfertige wie selbstherrliche Höhepunkt der Meinungen zum Wettbewerb an sich. Bei Kinderpornografie kann das ins Auge gehen, und was diesen Fall betrifft, wurde oben schon geschrieben: Fairplay gegenüber den jugendlichen Mitbewerbern sieht anders aus. Solche Aktionen im Internet sind beileibe kein Einzelfall. Ich habe jedenfalls nachvollzogen, dass bei Mimikama das Wort "Klickvieh" verwendet wird. An diesem Beispiel zeigt sich deutlich, dass das Internet asozial ist. Dass es asozial macht, kann man an allen Ecken und Enden an den gesenkten Köpfen und den rücksichtslosen Telefonaten ohnehin schon mitbekommen.
28.7.2017



2.8.2017


Jahrzehntlange Autosuggestion zeigt ihre Wirkung: Wer sich bisher noch nicht mit dem Begriff AUTOKRATIE beschäftigt hat, dem wird in Deutschland des Jahres 2017 anhand einer landesexclusiven optimal getunten Steigerung zur ||:AUTO:||KRATIE brutalsmöglich vor Augen geführt, was es damit auf sich haben kann. Es besteht jedenfalls kein Grund, sich über Autokraten, sowie deren Lakaien und Untertanen jenseits der Grenzen aufzuregen, wenn man es für sich im Wachstums- und Wohlstandsrausch gedankenlos akzeptiert. Gegen die protzautonomen Paten von Daimler, BMW, AUDI und VW ist Don Aldtrump letztlich ein Waisenknabe, der es nicht einmal schafft, die Partei, die ihn authorisiert hat, auf Linie zu bringen, obwohl er auf Dauer keine ||:auto:||kratische Konkurrenz zu fürchten braucht. Es genügt eben nicht auf AUTOBLINDPILOT zu schalten.

3.8.2017

Kochen ist Kunst. Da wundert es nicht, dass der SPIEGEL einen Bericht dem Thema "Keine Religion aus dem Essen machen" spendiert. Nachdem sich in den 50ern die Schauspieler und Rampensäue Clemens Wilmenrod (Toast Hawaii, Arabisches Reiterfleisch) und Ludwig Schmidseder als Fernsehköche einen zweifelhaften Namen machten, war Essen für die Medien weitgehend uninteressant, bis in den 90ern Alfred Biolek seine Weinwerbung mit Kochbeispielen und jeder Menge Produktplacement aus dem Restaurantbereich ausschmückte. Das war zwar noch keine Religion, aber zumindestens unterhaltsam. Leider löste es einen Run auf die Medien aus und jeder, der halbwegs einen Löffel halten konnte, wurde als Restaurantberater oder für Kochwettbewerbe shanghait. Bei A-bis X-Prommies(=PROMoted duMMIES) wurde auch gern auf die gekonnte Löffelhaltung verzichtet, und außerdem erfüllten sie als Jury bestens ihren Zweck. Die Nachwirkungen bekommen wir heute noch zu spüren, sofern wir zufällig in solche Kulturereignisse hineinzappen. Flankierend dazu entpuppte sich das Internet als Fass ohne Boden für Foodblogger mit und vornehmlich ohne handwerkliche Ausbildung. Folglich nahm die Küchenkunst denselben Weg wie alle Kunstformen: Die erfolgsorientierten Verleger, Veranstalter und Praktiker stürzen sich auf immer wieder neue Konzepte, Kreationen und vor allem Events, um keine Langeweile bei den erlebnishungrigen Adressaten aufkommen zu lassen. Heerscharen von Beratern und Lobbyisten sorgen - meist in Personalunion - für die Einbildung, die einen Smalltalk unter "wahren Kennern" - in diesem speziellen Kunstbereich gourmesken Adabeis - ermöglicht. Erlaubt ist, was gerade angeschnackt ist. Zum einen sind es diverse Schlankheitsdiäten, die sich modebewusst einem steten Wechsel unterwerfen. Zum anderen sind es Rezepte gegen Allergien, die wie Pilze aus dem Boden schießen, und zum dritten sind es Angebote für alle diejenigen, die sich unbedingt etwas Besonderes leisten, weil man sich ja auch sonst alles gönnt. Das rentiert sich im Zeitalter der Berateritis und bedingt deswegen Konkurrenz. Nachdem nun auch eine pseudomoralische vegane Komponente grassiert, werden somit alle Voraussetzungen für religiöse Ereiferung weidlich ausgeschöpft. Ein Trost bleibt: Weiterhin brauchen sich diejenigen, die sich auch mit schmalem Budget Tag für Tag ohne Geltungsdrang und Rentenanspruch und ohne mit dem Essen zu spielen, aber mit durchaus auskömmlichen Erfolgen am eigenen Herd um die ausgewogene Ernährung der Familie kümmern, keine Sorgen darum machen, dass sie von irgendwelchen selbsternannten Aposteln behelligt werden.

20.8.2017

Ich verstehe nicht, warum man sich zur Zeit über Behinderungen durch Gaffer aufregt. Gaffen ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft, die zu allen Zeiten als wesentlicher Bestandteil der Unterhaltung galt und im Prinzip von jedem Einzelnen immer wieder neu unterdrückt werden muss. Gladiatoren sind keine neue Erfindung, und wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, hingen die Ommas wie selbstverständlich gaffend mit einem Kissen unter Armen und Busen im Fenster - allerdings noch ohne Smartphone. Das muss ich zugeben und Folgendes: Ich habe auch mit aufgerissenen Augen und offenem Mund gegafft, wenn irgendwo etwas Ungewöhnliches los war. Das war dann meistens im Kino oder im Zoo und seltener in echt. Dann kam das Fernsehen, und der Gafferhorizont erweiterte sich, was wiederum den relativ überraschungsfreien Nahbereich der intensiven Beobachtung etwas entzog. Die Devise dabei war: Bad news are good news! Mit der Installierung der privaten Sender wurden Gaffer mit gescripteten Unmöglichkeiten regelrecht herangezüchtet. Das war so effektiv, dass die erste Reihe schleunigst nachzog. Parallel zum Filmgeschehen wurden die ausgedachten Katastrophen immer spektakulärer, und die Berichterstattung der echten Katastrophen uferte immer mehr aus. Vor kurzem prangerte der FOCUS sogar an, dass die öffentlichen TV- Sender etliche Stunden nach dem Terrorattentat in Barcelona das ganz normale Programm gesendet hätten. Daneben sorgte ein durchkommerzialisierter Leistungssport dafür, dass der gemeine Glotzer mit Chance auf Katastrophen oder zumindestens Dopingsünden hoffen und somit bei Laune gehalten werden konnte. Aber auch die immer jünger werdenden Fensterommas, die inzwischen zunehmend mit ihren immer jünger werdenden minderbeschäftigten Gatten gaffen, wurden nicht vergessen. Die Magazinsendungen der Vorabende sind ihnen in Form der massenweisen Schilderung hauptsächlich all jener kleineren Katastrophen gewidmet, die quasi nebenan jedermann widerfahren.
Wenn also jetzt ein vom TV Geprägter zum Beispiel an einem Unfallort vorbeikommt, scheint das für ihn wie eine Eintrittskarte zu einer Fernsehshow zu wirken. Das muss ausgiebig genossen und natürlich auch dokumentiert werden. So wird man dann selbst zum Privatsender in den sozialen Medien, der bei geschickter Handhabung sogar profitabel sein kann. Früher machte das weniger Probleme, aber da heutzutage deutlich mehr Menschen unterwegs sind, führt das naturgemäß zu den unerwünschten Behinderungen. So einfach kann das sein.

25.9.2017

Eine Turboschrumpfmutti- gegen 5 Oppositionsparteien: Ich finde nach der Bundestagswahl die abseits von "Schulz und Sühne" propagierten Oppositionsvorhaben der SPD zwar genau richtig, habe aber in Anbetracht der aufgeschreckten Reaktionen von FDP und GRÜNEN bzgl. der Koalitionsverhandlungen das ungute Gefühl, dass uns italienische - geschweige denn Weimarer - Verhältnisse ins Haus stehen, und dass ich deshalb demnächst mein Wahllokal viel öfter und in immer geringeren Abständen aufsuchen muss. 6 Parteien sind zwar immer noch besser als zwei wie in den USA, aber wie lange werden die sich noch halten? Der politische Klimawandel schleicht einher mit der Erderwärmung, und wir sind schon lange mittendrin. Die gemeinsame Ursache ist der von der Natur in vermeintlich "höhere" Lebewesen mit Bedacht eingepflanzte Hybris im Streben nach einem wirtschaftlichen und kulturellen "Wachstum", das in einer Art Lemmingitis immer höher bis auf den fernen Gipfel führt, der sich unweigerlich irgendwann als Klippenrand erweist, hinter dem der Abgrund wartet. So bedient sich die Natur - auch in Form von menschenverachtenden Gottesbildern - immer wieder der Kultur, um sich lästiger Komponenten zu entledigen. Das geschieht anfangs regional begrenzt und mündet in globale Katastrophen, solange der Große Meteor noch nicht einschlägt. Wer aufmerksam die Bibel, Grimms Märchen oder die anderen Märchenbüchern studiert, dürfte nicht überrascht sein.
28.10.2017

Glyphosatanische Verseuchung  oder lukrative Glyphosaturierung  - die Verantwortung für eine umwelt- wie lebewesenschonende und damit nachhaltige Lebensmittelproduktion liegt allein beim einzelnen Endverbraucher, weil die jeweils gesetzdurchdrückenden Vertreter des Staates ihre Entscheidungen unter Finanzierungsvorbehalt treffen und damit nicht etwas das Eintreiben von Steuern meinen, sondern ihre Parteienfinanzierung durch die diversen Industrien. Einem in der Nackriegszeit Aufgewachsenen ist es unbegreiflich, wieviel Nahrungsmittel entweder gar nicht erst auf den Markt kommen oder später achtlos "entsorgt" werden. Den Vegetariern ist dabei vorzuhalten, dass Pflanzen als Lebewesen ebensozu achten sind wie Tiere, und dass auch zum lukrativen Pflanzenanbau organischer Dünger benötigt wird. Wenn die dazu benötigten Tiere nicht geschlachtet und gegessen würden, müsste man sie bestatten oder thermisch entsorgen. Die "Weltrettung" bedeutet im Endeffekt für JEDEN verantwortungsbewussten Endverbraucher den bewussten Verzicht auf ein Überangebot an Nahrungsmitteln auf dem Markt und bei geselligen Veranstaltungen (z.B. "Grünkohl glypho-satt!"), sowie auf unnötige Qualitätsansprüche, die sich zum Beispiel auf das Aussehen von Gemüse und Obst auswirken. Hilfreich wäre dabei sicherlich eine Besinnung darauf, Speisen aus unvorbehandelten und -bearbeiteten Grundstoffen selbst zuzubereiten. Das kann aber nicht im Interesse der Politik sein, die sonst die Haus- und Familienarbeit längst rentenpflichtig anerkannt hätte.

31.10.2017


Es wäre schon bemerkenswert, wenn ich am Reformationstag im eigenen Hause den Abend im Dunkeln verbringe, damit ich mich nicht als jemand oute, der keinen Spaß versteht. Ich sehe auch nicht ein, dass ich mich von Kindern erpressen lassen soll, die mir SAURES androhen, wenn sie nicht SÜSSES bekommen. Ich verstehe vor allem die Eltern nicht, die so ein  Vorgehen unterstützen und sogar Vorschulkinder mit Gruselkostümen ausstatten. Als ob der Alltag nicht schon aggressiv und gruselig genug wäre?
Nicht, dass ich mit Luther und Konsorten etwas am Hut hätte, aber wie unbedarft muss jemand sein, damit er den seit cirka 20 Jahren gärenden Halloweenscheiß nicht als Marketingprojekt der Partyindustrie erkennt? Wie gedankenlos ist jemand, der seine Kinder nicht am aggressiven Betteln hindert? Oder ist es für ihn normal, selbst täglich von seinen Kindern erpresst zu werden? Verwunderlich wäre das für mich in der heutigen Zeit jedenfalls  nicht. Ich habe mirdeshalb angewöhnt, auf die Forderungen der geduldig immer wieder klingelnden Süßen an meiner Haustür so sauer zu reagieren, dass sie umgehend das Weite suchen - von wegen "Erschrecken gehört dazu" und so - auch wenn das mancher als überhaupt nicht nachgedacht einordnen würde.

20.11.2017

Warum eigentlich nicht?
Seit 2016 drängt sich mir ob der Wahlen in der westlichen Welt die Frage auf: Was wäre, wenn der Wahlmodus geändert und die Opposition gewählt würde?
Heutzutage macht das doch Sinn, weil es der einzige Bereich im Parlament ist, in dem man ordentlich Politik machen, d.h. sich noch ohne Angst vor Verantwortung profilieren und Spenden kassieren kann. Außerdem trüge es der galoppierenden Politikverdrossenheit Rechnung: Die Wahlbeteiligung dürfte wachsen, wenn man durch seine Wahl mal so richtig seine Wut rauslassen kann. Wenn man dabei auch noch die gleichzeitige Stimmabgabe für mehrere Stimmen zulässt, sollte das Wahlsonntagsvergnügen perfekt sein.
Obendrein bekommt der Wähler die Chance, sogar ab und zu ehrliche und kompetente Kandidaten vorgesetzt zu bekommen: In der Opposition darf zum Beispiel schon mal gesagt werden, dass das Rentensystem wissentlicher Betrug der heutigen Uropas (- die Ommas hatten damals eh nix zu sagen -)an den Nachkommen ist. Anderswo nennt man so etwas Schneeballsystem, und die jetzt kommende Generation sind diejenigen, die die Arschkarte gezogen bekommen haben. Abzusehen war und ist das an der immer wiederkehrenden Geschichte. Das Pech ist nur, das die Urenkel inzwischen ihre Arschkartenverteiler noch erleben. Die Opposition darf sogar soziale Gerechtigkeit einfordern oder den Klimawandel stoppen wollen und wird darin sogar trotz gegenteiliger Interessen von der Industrie unterstützt, der an einer Aufrechterhaltung der Scheindemokratie unter ihrer Ägide durchaus sehr gelegen ist. Bei dem Umgang mit Asylsuchenden und Flüchtlingen ist es egal, welche Position vertreten wird, denn mit deren Ablehnung punktet man zwar in der Herkunftsfamilie, aber andererseits verspricht eine besondere Art von Fremdenverkehr für Geschäftstüchtige auch hierzulande einen trefflicher Reibach. Alles in allem wären das doch oppositive Aussichten?
Technisch stehen bei der Auswertung unbestritten noch Probleme an, die vielleicht wie folgt gelöst werden könnten:
Die Direktwahl entfällt, und der absolute Gewinner der nunmehr reinen Listenwahl wird mit der Bildung der Opposition beauftragt. Die Koalitionsverhandlungen laufen daraufhin nach dem bewährten Schema ab, bis eine oppositionsfähige Mehrheit erreicht ist. Das schafft Minderheitsregierungen, die sich wünschenswerterweise für ihre Vorhaben überzeugende Argumente einfallen lassen müssen. Nee, Spasss beiseite- wer hätte dann noch Lust dazu? Also ein neuer Ansatz: Die Prozentwerte von Regierungs-und Oppositionskoalition werden vertauscht, und in einem zweiten Wahlgang werden innerhalb der beiden Lager die Sitze neu verteilt.
 

 

In Versform gibt es Nachgedachtes hier zu lesen und nachnachzudenken

zurück