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Nachgedacht
2018

22.1.2018

Die Erforschung von Fleischersatzprodukten begünstigt eine Rekannibalisierung von Totalveganisten, die ihre Fleischeslust oder gar einen gewissen Fleischhunger zwar immer noch, aber nicht mit Sexpuppen befriedigen wollen, die sich nur für gummiverhüllte Luftnummern hinhalten. Als Lösung bieten sich Johnnys und Lolitas an, die aus pflanzlichen Komponenten hergestellt werden, was an sich schon jetzt kein größeres Problem darstellen dürfte, da ich mir einen RÜGENWALDER DILDO ohne weiteres vorstellen kann. Bei einer KLOSTERFRAU VERBISSENFEIST aus einem entsprechend großen Klumpen veganem Mett wird man sich allerdings noch Gedanken über einen Kunstdarm machen müssen, der neben einer erhöhten Strapazier- und Ausgestaltungsfähigkeit nicht nur dem Gaumen schmeichelt, was dadurch erleichtert wird, dass man heutzutage ohnehin auf eine Ganzkörperrasur Wert legt. Da bereits Erbsbrei fabrikmäßig zu einer Art Hühnerfleisch gepresst wird, kann man bestimmt auf diese Weise auch die Lippen einer veganen Vagina zusammenpressen und damit gleichzeitig Problemzone und Illusion verstärken. Irgendwann sucht sich somit Jedermensch seine Partner ganz nach seinem Geschmack aus oder formt und bemalt ihn sogar selbst, was vermutlich als Vorspiel zusätzlich antörnt. Abgesehen von der Haltbarkeit sind die Vorteile von derartigen Veganoiden schwer von der Hand zu weisen: Eine legale Erweiterung der sexuellen Praktiken unter Schonung von fleischlichen Ressourcen jeglicher Art und vielleicht sogar ein probates Mittel gegen Magersucht.

26.2.2018

Deutschland hat bei den Olympischen Spielen in der Medaillenwertung den neunundzwanzigletzten Platz belegt, und nur Norwegen standen da noch drüber. Zudem fand sich darin eine Nation wieder, die es offiziell gar nicht geben durfte, aber als Gruppe ihrer Athleten dann eben doch aufgeführt wurde. Am besten wäre, wenn der unselige Nationenscheiß abgeschafft würde. Dann würde der hochleistungsorientierte Kindesmissbrauch den medaillengeilen Funktionären, Trainern und Eltern überlassen und nicht auch noch von der Politik in Duldung der Umgehung jeder Menge Jugendschutzbestimmungen scheinheilig gefördert. Außerdem könnten sich dann etliche Gladiatoren noch mehr auf ihr Training stürzen, weil sie dann nicht mehr die Sätze büffeln müssen, die sie in den Interviews ihres Förderlandes tunlichst in dessen Sprache von sich geben sollten.
Eine Sportlerin, die bei den letzten Weltmeisterschaften 5 von 6 Titeln gewinnen konnte, hat bei den olympischen Spielen nach zwei Goldmedaillen "geschwächelt". Die Folge war "nur"eine Bronzemadaille und danach sogar ein Platz unter "ferner schossen". Nicht einmal ddas Versagen ihrer Kollegen in zwei Staffeln konnte sie Kompensieren - welche Enttäuschung! Nichts ist so alt wie der Sieg von gestern!
Die in den Medien kolportierten Reaktionen sind eine Frechheit. Ich würde nach so einer Dummschreibe sofort mit dem Sport aufhören. Der Rekordwahnsinn ist ohnehin nicht mehr zu stoppen: Erst werden alle WM- Titel gewonnen, dann wird gezählt, wie oft das wiederholt wird, und zum Schluß hilft dann nur noch ein WM- Triumph nach überstandener Krebstherapie und kürzlichem Tod eines nahen Verwandten um das noch zu toppen. Asthma scheint ohnehin Grundvoraussetzung zu sein. Wozu hätten die Norweger sonst für 150 Athleten 6000 Ampullen Asthmamittel "ganz legal" im Reisegepäck mitgeschleppt? Ach ja, dazu muss noch beachtet werden, wielange die Medaillen behalten werden dürfen.

4.3.2018

Nachdem mit dem heutigen Tage (4.3.2018) die (ohn-)machtgeile SPD endgültig für mich nicht mehr wählbar geworden ist, und die GRÜNEN mir schon seit ihren eigenen Regierungszeiten im Bund nicht mehr grün (genug) sind, habe ich keine Motivation mehr, aus den vorhandenen Übeln das geringste herauszuklamüsern. Da aber die Politik im Lande den Kanzlerwahlvereinen* überlassen wird, sehe ich für mich und meinen Wahlwillen nur noch eine Chance darin, dass zwischen rot und dunkelrot ein neuer Verein installiert werden möge: Die AfsD (Alternative für soziale Demokratie). Das würde dann vielleicht wenigstens in den ersten Jahren des Herumwurschtelns noch die Mitte ein wenig entzerren, und danach ist mir ob der Gnade der frühen Geburt womöglich ohnehin alles wurscht.
*Nein - wenn die Vermutung auch naheliegt: Kanzlerwahl ist nicht die Übersetzung von Karneval.

24.3.2018

Ich habe am heutigen Nachmittag den MARCH OF OUR LIVES in Washington aufgewühlt wie selten im Livestream verfolgt  (  https://www.youtube.com/watch?v=NKb7mW4YSJA  - absoluter Höhepunkt: Die "Rede" von Emma Gonzales ab 2:01:00 ) und war äußerst beeindruckt von dem Mut und der Wut, die mich an meine eigene Jugendzeit erinnert, als in Amerika, aber auch hier gegen den Vietnamkrieg demonstriert wurde. Leider hat der Elan damals nur ein paar Jahre vorgehalten, und dasselbe fürchte ich jetzt auch. Aber ich bin schon froh über jede einzelne Stunde der Veränderung, die dadurch gewonnen werden könnte. "Wenn unsere Führer sich wie Kinder verhalten, müssen Kinder führen" war eine der Forderungen auf der Demo. Hierzulande wäre eine Reaktion der Jugendlichen auf die politischen Verhältnisse auch wieder längst angesagt, aber dazu geht es den einen offenbar noch nicht schlecht genug, und die andern zehren gehirngewaschen mitten unter uns ohnehin noch vom persilgewaschenen Nazigold der zum Teil sogar bundesverdienstbekreuzigten Vorfahren.

21.4.2018

„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“ (Matthäus 7,3).

 


1.5.2018

Unlängst habe ich mich innerhalb von wenigen Stunden erst in die stramme Helene und später in ein Formel 1- Rennen gezappt und erneut realisiert, dass die Unterhaltungsbranche sich längst zum Circus Maximus 2.0 gemausert hat. Beide vereint der Nervenkitzel, mit dem vor allem irgendein Crash erwartet wird. Das ist kein Wunder, wo es einerseits doch bei Pop- und Schlagermegaevents seit dem Weichspültsunamusicali hauptsächlich auf den professionell ausgeleuchteten und bewegungstechnisch ausgereizten Augenschein ankommt, und wo andererseits Rennrambos empfindliche Sanktionen nicht wirklich zu befürchten haben. Selbst die choreografisch verlangweiligten Spiele der Fussballprofis werden erst interessant, wenn einer oder mehrere davon in einem Spiel als Täter oder Opfer ausfallen, oder die topligatorische Light- und Fightshow der grenzdebilen Amateure neben der Bühne aus den Fugen gerät. Protagonisten sind hier wie dort und bei allen fernsehtauglichen Sportarten rekordbesessene Borderlineakrobaten, die letztlich nichts anderes zu tun haben wie die Sandwich-Men aus dem vorigen Jahrhundert. Abgesehen davon, dass es damals wie heute um "Werbung ums Verrecken" ging, unterscheiden sie sich in einigen Dingen aber doch: Damals hatte man das Brett nur vor dem Bauch, und zum Affen machen mussten sich nur einige. Bezeichnenderweise wird auch nicht mehr in Hallen oder Stadien, sondern in Arenen performt: "Sportituri te salutant!".
Es war zwar schon immer von Vorteil einen heißen Arsch zum Wackeln zu haben, aber heute muss ein sogenannter "Star" sich den schon bis zum im Platzen befindlichen Kragen aufreißen um seine Fans abdominal zu befriedigen. Obendrein bedarf es noch eines coolen Arsches, der die ganze Chose konsumentengerecht maßregelt und dabei buchstäblich einen Gewaltarsch voll Kohle einstreicht. Konformität und modulare Zusammensetzung sind angesagt - wie bei Degetofilmen, Fußgängerzonen und Ferienattraktionen: Öde neue Unterhaltungswelt!
Einen Tag später zappte ich in die Dokumentation eines Livekonzertes der Bee Gees aus meiner Jugendzeit. Fasziniert verfolgte ich, wie die beiden Brüder an ihren Rhythmusgitarren nahezu masturbotiv zu Werke gingen, und unweigerlich erinnerte ich mich, dass ich damals in der Westfalenhalle darauf wartete, dass der glaubhaft angeturnerte Saxophonspieler endlich bei Tina mittels seines großen Instrumentes zur Sache kommt. Das waren noch Emotionen! Heute identifiziert fan sich mit Florian und Helene - dazu fehlen mir als Alt 68er die Worte. "Blood, sweat and Tears" gibt es zwar immer noch zuhauf, doch nur backstage oder in der Homestory. Da lobe ich mir eine Entwicklung, die solche Megaevents über kurz oder lang in das Bezahlfernsehen schaufelt, denn dann sind sie für mich endgültig kein Thema mehr.

19.5.2018

Ein Plädoyer für die Rundfunkgebühren
So sah es - zusammengefasst - das Kulturjournal des NDR im Fernsehen:
"Die WELT feiert sich und Otterndorf bezahlt dafür. Der WELT-Kolumnist Hendryk M. Broder bekommt in diesem Jahr den Johann Heinrich Voß- Preis für "Freiheit, Menschlichkeit und Aufklärung". Juryvorsitzender ist WELT- Chef Stefan Aust, den Laudator gibt WELT- Journalist Dirk Schümer. Die WESPA hat das Preisgeld aus Spargründen ausgesetzt. Das übernimmt jetzt die Gemeindekasse."
Dem folgte noch ein weiterer kritischer Beitrag, und schließlich ist Otterndorf doch keine WELT-Stadt geworden.
Zweifellos machen die Kolumnen Broders und seine ACHSE DES GUTEN nicht den Eindruck, dass sie die in Johann Heinrich Voß´sche Werke hinein interpretierten Intentionen erfüllen, und eine verblüffend große Zahl von namentlich aufgeführten Einwohnern nahm sich per Anzeige in der Regionalpresse die Freiheit, in Form eines nennenswerten Protestes dagegen intolerant zu sein.
Da sich die Ottvolleh mit diesem Preis genau wie mit dem Stadtschreiberstipendium eigentlich nur selber feiert und damit auf "Peter-Roos-komm-raus" überregionale Medienpräsenz einfordert, lässt die Vergabe Rückschlüsse auf sie selbst zu. War es auch sonst unabhängig von der jeweils im Ort herrschenden Partei meistens Trittbrettfahrerei, ließ sie diesmal folgerichtig angesichts der aktuellen Äußerungen von Seehofer und Co. zu der Flüchtlingssituation die WESPA - Spendierhosen runter. In Anbetracht einer immer irgendwie rechtslästigen Ratsmehrheit wundert das nicht wirklich. Die WESPA ihrerseits tat gut daran sich als Sponsor zurückzuziehen, denn der Preis an sich ist überflüssig wie ein Kropf und sollte den Steuerzahler nicht belasten. Ein ansonsten sich in Konfrontatonen eher suhlender Hendryk Broder hat wider Erwarten darauf verzichtet, ein sichtlich verschnupfter Stefan Aust konnte das angedacht weiter zu erwartender Berichte und womöglicher Protestplakate nachvollziehen, und der örtliche Kulturpapst Hans Volker Feldmann schmollte in Anbetracht einer womöglich in Zukunft wegfallenden Selbstdarstellungsmöglichkeit. Für den Moment mag das als Erfolg der etwas Linkeren durchgehen, aber wer weiß, wie lange oder ob der überhaupt anhält. Von gegenseitiger Toleranz ist auch im Nachgang im ortsüblichen Parteiengezänk wenig zu spüren. Jedenfalls weiß ich jetzt die Rundfunkgebühren besser zu schätzen.

15.7.2018

Wir haben hierzulande grundsätzlich eine Parteiendemokratie. So weit, so leidlich, denn für durchschnittlich begüterte Einzelkandidaten wäre zumindestens ein überregionales parlamentarisches Engagement kaum zu organisieren geschweige denn zu finanzieren. Folglich wird das offizielle Regieren den offensichtlich alles andere als gemeinnützigen Vereinen überlassen. Immerhin sind wir in der BRD in der erträglichen Lage, dass das zur Zeit keine Kirchen sind. Das immerwährende Parteiengezänk in Otterndorf lässt einen aber in der Tat an der Notwendigkeit von Parteilisten im kommunalen Bereich zweifeln. Anderswo gibt es schon lange parteiübergreifende Einheitslisten. Als Kandidat muss man dort seine Parteizugehörigkeit zwar nicht verleugnen, aber niemand kommt dabei als Rucksack von anderen in die Räte. Jeder muss für ein eigenes Programm einstehen, und wer "drin" ist, unterliegt nicht einem Fraktionszwang. Der letzte Punkt ist vor allem für Mehrfachmandatsträger interessant, die z. B. in der Auseinandersetzung um die Elbvertiefung nicht je nach Anlass beide Seiten vehement vertreten müssen und sich damit unglaubwürdig machen. Es dürfte auch erschwert werden, dass manch ein Ratssessel jahrzehntelang  denselben Leuten ausgesetzt ist, die demzufolge den Sinn von Demokratie nicht verstanden haben.
Im letzten Jahrtausend hat eine altgediente Otterndorfer Stadträtin für ein kommunales Engagement mit den Worten geworben, dass "es Spaß machen könne", und ein Ehrenlandrat des Kreises Cuxhaven hat verlauten lassen, dass "ein Wahlkampf Spaß machen kann, wenn man ihn denn gewinnt." Wer heutzutage unter solchen Voraussetzungen antritt, den kann ich nicht ernst nehmen. So ein Spaßvogel beleidigt ein Ehrenamt, das es allerdings für die meisten niemals gewesen war und ist. Schon Aristophanes wird soll gesagt haben:"Regieren ist keine Sache für Leute von Charakter und Erziehung." Handfeste persönliche Interessen und Eitelkeiten in Verbindung mit der Lust am Spiel äußern sich allein schon in der unseligen Einrichtung des Wahl"kampfes", der inzwischen keine Pause mehr kennt, immer kindischere Züge annimmt, und in dem Skrupellosigkeit nicht hinderlich ist. Ich bin überzeugt, dass es in den Parteien vor Ort auch einige Hobbypolitiker in den etablierten Parteien gibt, die das ähnlich sehen und danach im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch handeln. Eine oben angedachte Einheitsliste würde als Spaßbremse meines Erachtens auch deren Möglichkeiten erweitern und zu ihrer Selbstzufriedenheit beitragen. Ebenso würde es einige Neulinge ermuntern, die nicht kommunaler Steigbügelhalter für Politkarrieristen sein wollen.

23.7.2018

  So ist das mit der Nah- und Fernwirkung.
Zur Zeit häuft sich die Zahl der Kinder, die im Beisein der Erziehungsberechtigten und deren Beauftragten im Freibad ertrinken. Als wesentlicher Grund wird dabei angeführt, dass die Aufsichtstätigkeit durch intensivste Smartphonitis behindert wird. Andererseits wird jeder Schritt der Kinder per Smartphone ||:über:||wacht, sobald sie außer Sichtweite sind. Die Nahwirkung ist ebenso wie die Fernwirkung in gewissem Maß verheerend, denn das Smartphone wird zur umgebenden Wand mit einer Tür, in der ein Guckloch so weit oben angebracht ist, dass der unmittelbare Nahbereich dahinter unbeachtet bleibt und einen hervorragenden Nährboden für allerlei mögliche Gefahren abgibt. Dasselbe gilt für die Kinder, die mir immer wieder freihändig radelnd begegnen, weil sie auf ihrem Smartphone in der (Cyber-) Welt herumdaddeln.

24.7.2018


5.9.2018

In Anbetracht des Zeitablaufs (Abwarten von WM und Türkenwahl) ist das von Anfang an ein abgekartetes Spiel mit Erdogan gewesen, aus dem sich Gündogan gerade noch irgendwie herausziehen konnte. Da ich dem Özil keine Grenzdebilität zubilligen möchte, kann es auch seinerseits nur Absicht gewesen sein. Im übrigen versuche ich mir gerade vergeblich Lukas Podolski mit Kaczinski vorzustellen...bei Angelique Kerber fiele mir das schon etwas leichter.
Hochleistungssport und Politik sind eng verzahnt. Der Leistungssport im Ländermannschaftsbereich ist als legaler Nebenkriegsschauplatz die Brutstätte des Nationalismus schlechthin. Beim Fußball wird zudem besonders deutlich, dass die Kontinental- und Weltmeisterschaften nichts anderes sind als von der Sportmafia vereinnahmte und durchorganisierte Sklavenmärkte. Warum nennt man dann nicht das Kind beim Namen, schafft sie konsequenterweise ab, enthebt die Verbandsfunktionäre ihrer besonderen Wichtigkeit und lässt die Fans sich auf Vereinsebene austoben? Die Mafia wird das zwar nicht groß kratzen, und die Mehrzahl der mehr oder minder vergoldeten Sklaven werden dadurch auch nicht schlauer und erwachsener, aber es gibt Diktaturen keine Bühne, entlastet Spieler und Kassen, stellt das gemeine Volk vor überschaubarere Probleme und entzieht einer Mesutözilisierung einen beträchtlichen Teil des Nährbodens.

6.9.2018




6.9.2018

Leserbrief an die Niederelbe Zeitung


Gegen das Schweigen der Unschuldslämmer
"#wirsindmehr" sind leider nicht MEHR, und der Slogan ist nichts weiter als ein zwar lautes, aber ebenso angstbehaftetes Rufen im Wald. Ich bin davon überzeugt, dass dort die Bäume in Form einer schweigenden Mehrheit der Bundesbürger mit den Nazis sympathisieren und nur darauf warten, dass ihre geheimen Gedanken wieder salonfähig werden, und dass sie nicht nur das materielle Erbe ihrer Großeltern endlich wieder offen genießen dürfen. Dass die Grundlage dafür vorhanden ist, zeigt schon der bereits länger anhaltende 20er Jahre- Hype in der Unterhaltungsbranche. Das Endergebnis ist bekannt und wird sich mit aller Konsequenz wiederholen. Nur dumm, dass es kaum noch Gegenden gibt, in die man sich davor flüchten kann.
Dabei hängt alles an einem Wort. Wenn Angela Merkel statt "Wir schaffen das!" gesagt hätte " Wir müssen das schaffen!", sähe die Welt jetzt vermutlich friedlicher aus. Die Einschätzung wäre realistisch gewesen und hätte deshalb nicht so einen selbstgerechten Willkommenshype bewirkt, bei dem von Beginn an abzusehen war, dass er nicht lange anhält und in das Gegenteil umschlägt, weil die erwartete Dankbarkeit nicht bei allen Bemutterten eintritt.
Die falsche Flüchtlingspolitik hat im Übrigen die gesamte EU zu verantworten, die erstens einfach nicht zur Kenntnis nahm, dass sie offene Grenzen an den Küsten hat, die einfach nicht zu schließen sind, und die zweitens Länder aufgenommen hat, die nicht kompatibel sind. Sie wird auch ohne Flüchtlingsprobleme ebenso auseinanderfallen wie die Sowjetunion und (hoffentlich nicht in dergleichen Form wie) Jugoslawien.
Wir müssen ein Arrangement mit denen schaffen, die wegen uns und unserer Hybris zu uns gekommen sind, um ihren riesigen Anteil an unserem Aufschwung zu erbitten. Die Gedanken sind für alle frei, und deshalb lässt sich auf Dauer niemand an irgendetwas hindern, sobald er genügend Gleichgesinnte hat. Wir müssen zudem ein Arrangement mit der stetig wachsenden Zahl der hier Geborenen mit und ohne Migrationshintergrund schaffen, deren prekäre Erwerbsarbeit Grundlage des Bruttosozialproduktes geworden ist, und die deshalb dem Schneeballsystem Rente zum Opfer fallen. Es kann nicht angehen, dass die Kosten für eine prekäre Beschäftigung das Entgeld dafür aufzehren oder gar übertreffen. Dringend benötigt wird eine Wiederaufwertung von reproduktiver Arbeit (- z.B. indem "Haus- und Familienarbeit" angemessen sozialversichert wird-) und persönlichen Verzicht eines jeden, der noch genügend Geld zur Verfügung hat. So etwas heißt Umverteilung und könnte vielleicht auch durch ein bedingungsloses Grundeinkommen gelingen. Solange so etwas aber als linkes Denken abgetan wird, bleiben diejenigen, die nicht mehr in die Rentenkassen einzahlen dürfen oder aus gesundheitlichen Gründen erwerbsarbeitsunfähig sind, als "Sozialschmarotzer" den Migranten gleichgestellt. Mir selbst als Betroffenem wurde in den 90ern unter den Augen einer belustigten Öffentlichkeit von einem nicht unmaßgeblichem Mitglied der Otterndorfer Stadtverwaltung beschieden, dass man - "nichts für ungut" natürlich- "mich beim Adolf an die Wand gestellt hätte." Das war, ist und bleibt nichts anderes als eine alltägliche Erweiterung des latenten Rassismusbegriffes.

Nach einer Woche  wurde eine redaktionell kastrierte und im letzten Satz genau umgekehrt interpretierte Fassung abgedruckt:

Gegen das Schweigen der Unschuldslämmer

"#wirsindmehr" sind leider nicht MEHR, und der Slogan ist nichts weiter als ein zwar lautes, aber ebenso angstbehaftetes Rufen im Wald. Ich bin davon überzeugt, dass eine schweigende Mehrheit der Bundesbürger mit den Nazis sympathisieren und nur darauf warten, dass ihre geheimen Gedanken wieder salonfähig werden.
Dabei hängt alles an einem Wort. Wenn Angela Merkel statt "Wir schaffen das!" gesagt hätte " Wir müssen das schaffen!", sähe die Welt jetzt vermutlich friedlicher aus. Die Einschätzung wäre realistisch gewesen und hätte deshalb nicht so einen selbstgerechten Willkommenshype bewirkt, bei dem von Beginn an abzusehen war, dass er nicht lange anhält und in das Gegenteil umschlägt, weil die erwartete Dankbarkeit nicht bei allen Bemutterten eintritt.
Wir müssen ein Arrangement mit denen schaffen, die zu uns gekommen sind, um ihren Anteil an unserem Aufschwung zu erbitten. Wir müssen zudem ein Arrangement mit den hier Geborenen mit und ohne Migrationshintergrund schaffen, deren prekäre Erwerbsarbeit Grundlage des Bruttosozialproduktes geworden ist. Wir brauchen auch eine Wiederaufwertung von reproduktiver Arbeit (- z.B. indem "Haus- und Familienarbeit" angemessen sozialversichert wird-). Durch Umverteilung von Reich zu Arm könnte auch ein bedingungsloses Grundeinkommen gelingen.

23.9.2018

Kanonenfutter für Bildungsungleichheit

Ich kann mir die Forderungen nach Bildungsgleichheit nicht mehr ruhig anhören, denn ich habe den Eindruck, dass es inzwischen nur noch um Migrantenkinder geht. Dabei bewirken alle mir bekannten Werkeleien am Bildungssystem nur, dass die Gleichheit immer weniger gewährleistet werden kann. Eine bildungsrelevante Integration von Migrantenkindern unterscheidet sich von der der vergleichbaren teutonischen Eigengewächse lediglich in ihren Sprachkenntnissen, ohne die die Vorhaben als eine Zwangsinklusion zu werten sind. Allerdings nützt selbst die "richtige" Muttersprache nichts, wenn es am Schreiben und Lesen mangelt. Die deutschen Inklusionsbestrebungen sind indes nahezu traditionell halbherzig bis dillettantisch und führen dazu, dass mittels alternativem Privatunterricht bzw. ausufernder Nachhilfe bereits im Grundschulbereich das Eigenkapital eine immer entscheidendere Rolle spielt, zumal auf der anderen Seite der Schrottmedaille die Bildungsansprüche immer höher geschraubt und als Konsumgut beworben werden. Der Hammer fällt ohnehin spätestens nach dem obligatorischen Studium, das längst kein auskömmliches Einkommen mehr garantiert, während überall Handwerker händeringend gesucht sind. Wann dämmert es endlich dem gemeinen Meinungsmacher, dass ein erfolgreiches Absolvieren einer Meisterschule einem Durchschnittsstudium allemal gleichzusetzen ist? Desungeachtet mögen die Inklusionsansätze pädagogisch interessant sein, aber die Politik folgt gewohnheitsgemäß devot dem profitorientierten Diktat der Wirtschaft, was wiederum beinhaltet, dass ein bildungsbeflissener Kinderproduzent die Rechnungen direkt zu begleichen hat. Wen wundert es dann, dass einer die Lust verliert, der in der privilegierten Lage ist, über seine Reproduktion selbst entscheiden zu dürfen?
Es ist wie überall im Dienstleistungsbereich: Wenn etwas nicht nach Wunsch läuft, werden Gesetze von Theoretikern in der sicheren Etappe verabschiedet, ohne dass die nötigen Praktiker an der Front gefragt worden sind. Geld für mehr ausführendes Personal sowie dessen angemessener Bezahlung wird nicht bewilligt, und wenn sogar qualifiziertes Personal nötig ist, wird es nicht rechtzeitig geschult. Wen wundert es dann, wenn MENSCHEN als Kanonenfutter in allgegenwärtigen Wahlkämpfen vorzeitig verschleißen oder sich garnicht erst in ausreichender Anzahl zur Verfügung stellen?

24.9.2018

Schade um Kirchengemeinden

"Lasset die Kindlein zu mir kommen, denn ihrer ist das Himmelreich!" heißt es schon in der Bibel. Als einem mit einer Heidenangst vor der Hölle behafteten Messdiener, der Gottseidank während der Pubertät den Absprung in die Agnostik schaffen konnte, beschleicht mich schon seit Jahrzehnten der Verdacht, dass in dem Satz ein Konsonant falsch übersetzt sein könnte. Aber nun zur Gegenwart: Der Papst entschuldigt sich wieder einmal bei Missbrauchsopfern für seine Wortwahl im Umgang damit, die deutschen Bischöfe tun desgleichen für die Vertuschungen. Doch wer sollte dies ihnen verdenken, ist doch der unter dem Mantel des Schweigens praktizierte sexuelle Missbrauch von Abhängigen in einer Familie anscheinend das Normalste auf der Welt. Eine Kirche baut zwar auf den unerschütterlichen Glauben der Gotteskinder, hat aber eigentlich wenig mit Gott zu tun, sondern mit Patriarchat, Hierarchie und Machtbehauptung und ist ein ganz gewöhnlicher, wenn auch schon sehr großer machtbesessener Verein wie etwa eine Partei oder ein Sportverband. Ein Verein wiederum ist nichts anderes als eine große Familie, und in der Familie geschehen sogar statistisch gesehen die meisten sexuellen Übergriffe bei einer gehörigen Dunkelziffer. Die Familie des Franziskus ist seiner patriarchalischen Struktur und des Zölibates wegen besonders anfällig, dessen Abschaffung vermutlich wirklich etwas Abhilfe schaffen könnte, wenn es Nägel mit Köpfen macht und die "Ehe für alle" einbeziehen würde. Es tut mir leid um einzelne Kirchengemeinden, die beachtliche Sozialarbeit leisten und durch ihre Oberen ohne Zutun mit in den Dreck gezogen werden.

25.10.2018

Another #metoo

Egal, ob es Verbote gibt oder nicht:
Wenn sich Männer selbst als schwanzgesteuert sehen, sodass sie "ihre" Frauen verhüllen müssen, dann ist das ihre Sache. Wenn es Frauen gibt, die Männer für schwanzgesteuert halten und dies durch Verhüllung demonstrieren müssen, dann ist das auch ihre Sache. Religiöse Gründe sind in beiden Fällen konstruiert und vorgeschoben. Nicht konstruiert ist hingegen, dass ich mich in Bezug auf ( insbesondere bewusst eingesetzte) weibliche Reize als bereits von mehreren Frauen beargwöhnter "Un"mann dadurch schlicht und ergreifend beleidigt fühle. Ich wehre mich dagegen, dass ich durch die Verhüllung mit solchen Männern in einen Topf geworfen werden. Das ist schlicht und ergreifend eine andere Variante von #metoo.

 

25.11.2018

 

Nachdem ich am 25.11.2018 Jens Spahn im TV-Talk bei Anne Will nicht überhören konnte, beschleicht mich das ungute Gefühl, dass über kurz oder lang den Erwerbsarbeitslosen in Deutschland die Rolle der Juden im Dritten Reich zuerkannt wird, und dass sich demzufolge immer mehr der neuen "Untermenschen" in prekäre Jobs pressen lassen, wobei sie teilweise sogar draufzahlen, damit sie nicht unangenehm auffallen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich dabei die Öffnung der Hetzmäuler proportional zur Steuerhinterziehung der zugehörigen Maulhelden entwickelt. Den einen steht das Wasser bis zum Hals, weil die anderen den Hals nicht voll genug bekommen können. Wenn ich zudem noch Unfriedrich Merz höre, der die "Geradenochhabenden" zum Kauf von Aktien gegen den schleichenden Vermögensverlust anregt, ist das für mich weiteres Öl, das ins Feuer gegossen wird, über dem die "Habenichtse" gegrillt werden. Mit dem momentanen Sozialstaat scheint es wie mit der Haltung von lästigen Kampfhunden zu sein: Das eigentliche Problem befindet sich am anderen Ende der Leine.

5.12.2018

Wie alle Jahre wieder stehen auch jetzt zwei Geburtstage an, der von Jesus und der von Hugo eine Woche darauf. Während die einen von uns traditionsverhaftet auf das Christkind warten, warten andere bereits auf Hugo, den Burggeist. Das sind zwei Geburtstagskinder, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Während das erste als Mensch bereits schon vor relativ längerer Zeit einer weltumspannenden Begeisterung anheimfiel, darf das zweite sich noch in der Phase einer entgeisternden Persönlichkeitsfindung austoben. Und doch haben beide etwas Wesentliches gemeinsam: Sie führen Menschen aus allen Richtungen zu einem festlichen Familienereignis inclusive einer mehrtägigen gemeinsamenVorbereitung darauf zusammen. Mit der unterschiedlichen Bedeutung, die Familie und Feiern für jeden Einzelnen haben, ist damit aber auch schon der Gemeinsamkeit Genüge getan. Bei Hugo trifft sich keine zwangsverbundene Herkunfts- oder Kirchenfamilie. Hier finden wahrscheinlich sogar etliche Menschen auf der Basis gleicher kreativer Interessen Anschluss, die sonst mit Familie kaum (noch) etwas zu tun haben. Was zudem ebenfalls nicht hoch genug zu schätzen sein sollte, ist der Umstand, dass bei dieser Feier die Kommunikation im Mittelpunkt steht und keine konkurrierende Opulenz. Das ermöglicht es erst vielen, an so einer Feier relativ unbeschwert teilzunehmen.
Es gibt noch einen Unterschied: An die Menschwerdung von Jesus muss man glauben. Was Hugo betrifft, fragt sich der ein oder andere seit einiger Zeitaufgrund von Erfahrungen, ob er nicht schon in Person von Willy und danach Hartmut im gutgeistlichsten Sinne menschliche Gestalt angenommen hat. Das ist natürlich eine subjektive Einsicht, auf Grund derer ich den Silvesterwerkstätten auf der Burg für lange Zeit gutes Gelingen wünsche, auch wenn eine Teilnahme mir nicht mehr möglich ist.


8.12.2018

Jetzt steht wieder einmal das Fest der Menschwerdung Gottes bevor. Endlich wird die Chose ehrlich, denn zumindestens der Christengott war schon immer ein Geschöpf der Hybris von  Menschen, die ihn nach ihrem Ebenbild gestaltet haben und ihm eine gewisse Göttlichkeit lediglich dadurch zubilligten, dass sie ihn mit einem spirituellen Geschlechtsorgan namens Heiliger Geist ausstatteten. Inzwischen möchte man angesichts der aktuellen religiös verbrämten Geschehnisse in aller Welt  eher eine Menschbleibung  Gottes herbeisehnen - wenn das denn mit der Menschlichkeit so einfach wäre.

Menschlichkeit wird als positive Eigenschaft von den Schwachen eingefordert, die daraus Hoffnung auf ein besseres Dasein schöpfen. Sie dient aber auch im negativem Sinne als billige Entschuldigung  für diejenigen, die aus ihrer Gottgleichheit das Recht ableiten, sich die Erde oder wenigstens Teile davon untertan machen zu müssen.

Als ich Texte der griechischen und römischen Philosophen als Schüler auf dem humanistischen Gymnasium im relativen Urzustand verinnerlichen durfte, begann ich mich mit dem Begriff  "human" intensiver zu beschäftigen. Das Studium der Mathematik und Physik vergrößerte danach den Blickwinkel enorm, und die 40 folgenden Jahre ließen in mir ein humanitäres Paradoxon reifen:

"Menschlichkeit" bezeichnet nach ihrer allgemein akzeptierten Definition eine Eigenschaft, die an sich unmenschlich ist. Die Spezies Mensch hätte sich damit nicht so schnell und nach eigener Einschätzung "weit" entwickeln können. In der Natur setzen sich  Aggressivität , Rücksichtslosigkeit und Hinterlistigkeit durch.  Nicht ohne Grund wird gerade leistungsorientierte Unmenschlichkeit beneidet und hochgeachtet. 

Die Kehrseite: Da die Natur offenbar nach dem Gesetz "actio = reactio" funktioniert, dürften die Tage der Spezies bald gezählt sein.

 
30.12.2018


Der Demokratur- Kompromiss
Wie die politische Lage in etlichen von Diktatoren befreiten Ländern vermuten lässt, bedeutet Demokratie Mord und Totschlag, weil der Mensch von Natur aus eine aggressive Spezies ist. Ohne diese Eigenschaft wäre eine derart schnelle Entwicklung nicht möglich, was andererseits auch auf ein baldiges Ende schließen lässt.
Die einzige mir spontan einfallende Form von funktionierender echter Demokratie außerhalb von Revolutionen kenne ich als Überlieferung aus dem Circus Maximus und diese bezieht sich nur auf sehr eng begrenzte konkrete Vorhaben. Demokratie kann nur von Menschen ausgeübt werden, die sich in Bezug auf ihre Ziele finanziell und mental unabhängig wähnen. Der finanzielle Aspekt trifft dabei entweder auf jene Minderbemittelten zu, die mit diesbezüglichen Hoffnungen abgeschlossen haben und auf die Barrikaden gehen, oder auf sehr Reiche, die ihrerseits kaum Vorhaben unterstützen dürften, die ihren Reichtum schmälern könnten.
Reich wird man nur dadurch, dass man allein oder im Verbund mit Gleichgestellten anderen finanzielle Ansprüche vorenthalten kann. Wer reich genug geworden ist, braucht sich dafür nicht mehr selbst die Hände und Gedanken schmutzig zumachen und kauft sich Schergen und Schauspieler, die in einem ausgeklügelten System seine Vorhaben vorbereiten, vermarkten, vollbringen und verteidigen. Je nach Anzahl der leitenden Angestellten (z.B. Parteichefs) im System wird daraus dann eine Diktatur oder eine Demokratur, die die Gefahr einer Demokratie für eine gewisse Zeit bannt.



Verwalten

 

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