Kommentar zur Gesundheitsreform (zeitlos) |
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Der Autor
dieser Homepage (Jhg.49, seit 1987 aus gesundheitlichen
Gründen frühpensioniert) beim Betrachten des Fernsehinterviews mit Johannes Rau am Tage dessen Wahl zum Bundespräsidenten, in dem dieser folgendes auf die Frage hin erwiderte, " ob er sich das Amt gesundheitlich zutraue": Es gibt nicht Kranke und Gesunde, In Anbetracht des
ungeheuren Betätigungsfeldes hat der Autor private und
tabufreie Untersuchungen angestellt, deren Ergebnisse in
Kommentaren zusammengefaßt werden. Es gibt nicht böse und brave Politiker (Sportler), sondern nur untersuchte und nicht untersuchte. |
Nach 3 Jahren Pause aus aktuellem Anlaß wieder neu aufgelegt:
KEIN TABU
Kommentar zum Kulturzyklus(Juni2012) |
Johann Heinrich Voß
ist ja nun schon seit Göthezeiten tot und kann sich nicht mehr
wehren. Zu Schreibzeiten hat er sich allerdings über die 4 Jahre
in Otterndorf nicht gerade freundlich
geäußert. Das hindert die regionalen Kulturapostel aber nicht
daran, sich alle 3 Jahre überregional in seinem Namen zu sonnen
und einen JHV- Preis feierlich auszuloben. Wofür der nun
eigentlich ist, ist ziemlich egal, solange es nur ordentlich
verschwurbelt dargestellt wird. Er "sei ein Teil der
kulturellen Identifikation" und "geht auf
aufklärerische Erbe von JHV zurück", aber wahrscheinlich
nicht auf jene aufklärerischen Verse,
die Voß seinerzeit mit Lust verfasste. Jedenfalls müssen die
Preisträger so berühmt sein, dass die 10 000 Euro eher so etwas
wie eine Antrittsgage in der U10 000 -Stadt zu verstehen sind.
Bisher waren das Peter Rühmkorff (immerhin fast aus der
Nachbarschaft), Richard von Weizsäcker, Sarah Kirsch und Hans
Dietrich Genscher. Demnächst ist Jürgen Flimm dran, der auch
einen kurzen Anfahrtsweg und somit wenigstens ordentlich was vom
Geld hat. Bei der an den Ehrentag gelegten Rührigkeit der Jury
um den um nachbarlichen Rat ersuchten Stefan Aust und den
obersten Otterndorfer Voßverwurster sowie der beiden reizenden
Voßhostessen verwundert es, dass der Papst noch nicht
auserwählt wurde, zumal dessen Alter kaum noch 3 Jahre Zuwarten
sinnvoll erscheinen lässt. Aber da wäre ja auch noch Helmut
Kohl.... und der neue Stadtschreiber Alexander Häusser, den es
ein paar Tage später einzuführen galt. Als Innovation diente
dabei die Verlegung in den intimen Rahmen des Voßhauses und
eines stadtschreiberbeschreibenden "Literarischen
Quartetts" auf der Sonnenbank, dem neben dem
Altstadtbuchhändler die relativ frisch installierte
Kulturbeauftragte der Stadt, der bereits erwähnte OVV und eine
seiner beiden VH angehörten. Alle Sonnenallergiker haben zum
Glück bei Lesungen und anderen Events noch ausreichend
Gelegenheit, ungefilterte Häusserungen zu Gehör zu bekommen.
Eine erste davon war das Outing seines diesbezüglich
vielversprechenden Otterndorfer Wahlspruchs, in dem er Voß
zitiert: "Glückselig macht nur Tätigkeit."
Kommentar zum Naturzyklus(Mai 2012) |
Auch nach der Einwilligung der Niedersächsischen Landesregierung:
Die Natur meldet sich zurück
Gleichzeitig verzögert die Landesregierung das lange überfällige Schließen der Deichlücke bei Otterndorf um ein weiteres Jahr. Dann ist zwar das Gebiet um Fußbad Bederkesa besonders gefährdet, aber dann wird bei Hochwasser der McP eben von seinem landesherrnhügel mit dem Heli zum Bahnhof nach Hechthausen geflogen.

Kommentar zum Schweinezyklus(April 2012) |
Wenn du MICH fragst, dann geht uns der ganze Scheiß soooowas von am Arsch vorbei!!! |
"Ab in die Mitte!!" kann auch "Voll fürn Arsch!" bedeuten. Am Sonntag, den 22.April war im Rahmen eines vom Land geförderten Projekts * "Bauernmarkt" in Otterndorf. Allerdings macht sich vehement der Schweinezyklus bemerkbar, der gelangweilten Sonntagssurvivern inzwischen nahezu an jedem Wochenende ein anderes derartiges Event in der näheren Umgebung offeriert. Was die Interessen der Marktbeschicker und -bekulturer betrifft, mag das ja noch angehen, wenn die sich sonstwas aufreißen. Die Arschkarte haben in den zu diesem Anlass ringsum geöffneten Geschäften die im Minijob zwangsverpflichteten sogenannten Mitarbeiter, die sich für ein Spottgeld zum beträchtlichen Teil unvermittelt schwarz ärgern dürften. Für einige Ladenbesitzer dürfte der Sonntagsumsatz allerdings auch zum wiederholten Male Bauchgrimmen verursacht haben. *Mit Ab in die Mitte! Die City-Offensive Niedersachsen setzt das Land Niedersachsen gemeinsam mit der privaten Wirtschaft im Rahmen einer Public-Private-Partnership ein Zeichen, um neue Impulse für die Stadtentwicklung zu geben und damit das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die Attraktivität der Zentren zu lenken. |
Kommentar zur Krähaktivität (April 2012) |
Wer in Otterndorf gut zu Vögeln ist, kommt Ostern ins Gefängnis!

... aber nur auf einen Krahputschino oder so...
Viele Otterndorfer haben es im Moment nicht so mit Vögeln. Die nehmen nämlich Überhand, zahlen aber weder Neststeuer noch Kurbeitrag. Deswegen ist in der örtlichen Presse eine erhöhte Krähaktivität vor Ort dokumentiert. Die Verwaltung bemüht sich um eine Ausnahmegenehmigung, mit der sie die Saatkrähen im Park des Amtsgerichts vertreiben darf. Der NABU und weitere Vögelfreunde arrrghumentieren mit Leserbriefen und schwarzen Listen im benachbarten feinen Nobelknastcafe dagegen, was das Zeug hält und bemühen gar den Rechtsweg. Dabei gäbe es durchaus Möglichkeiten, diesen Umstand krähaktiv für den Tourismus zu nutzen. Ein Leser berichtet von einem Krähenlehrpfad, aber so ein Lehrpfad für irgendetwas ist eine bundesweit ähnlich ausgelutschte Aktion wie eine kostümierte Nachtführung mit Hellebarde. Da aber der Standardbadegast nur ungern frißt, was er nicht kennt, wird jegliche Aktivität daran zu messen sein. Es empfehlen sich spontan folgende Möglichkeiten:
1) Ein dekorativer Galgen im
Gerichtspark fügt sich hervorragend in das Ambiente ein, das
unter dem Namen "Otterndorf Dungeon" genügend
Assoziationen für einen erträglichen Besucherzuspruch böte.
Dazu werden dann jährlich die "Otterndorfer
Passionsspiele" von dem Verein KULTUR AUF DEM LANDE
gereicht. Derartige Projekte werden zwar normalerweise als Dank
für vorübergegangene Unbill gestartet, aber warum sollte das
nicht auch einmal im Vorgriff funktionieren?
2)Alternativ oder im Wechsel könnte ein längeres Verweilen
unter den Krähennestern auch als Dschungelprüfung innerhalb
eines "Otterncamp" vermarktet werden. An willigen
ModeratorInnen hat es dafür im Stadtrat keinen Mangel und
weitere Prüfungen ließen sich aus dem Fundus der örtlichen
Gegebenheiten (Medemwasser, Hundescheiße, Swattsuer,...) leicht
organisieren.
3)Es könnten in Verbindung mit der Knastherberge Alcatrass mehrtägige Ausbildungen zum "Diplom
Krähenschützer" von und mit Vincent Raven
durchgeführt werden.
Kommentar zum Unvermeidlichen (April 2012) |
Es ist soweit: Die Landesregierung hat der Elbvertiefung zugestimmtund setzt auf Harmonie mit Hammonia: Die Suppe kann mit dem großen Bagger gelöffelt werden! Damit haben die regionalen Politiker endlich wieder die Chance, etwas für ihre Glaubwürdigkeit zu tun: Niemand - egal von welcher Partei - muss jetzt noch auf Demonstrationen Solidarität heucheln und sich dem Gespött oder der Wut der Einwohner aussetzen. Die Zeit der Langeweile ist vorüber, denn Kreativtät ist wieder gefragt beim Suchen neuer Wahlkampfthemen. Die Vertiefung ermöglicht jetzt zwar auch größeren Piratenschiffen die Passage, aber keine Bange: Die heutigen Piraten sind auch nicht mehr das, was sie früher einmal waren.
Kommentar zum Weltfrauentag (März 2012) |
Absolut genialer Facebook- Eintrag der NIEDERELBE- ZEITUNG am 8.3.2012:
Am Weltmännertag im vergangenen Jahr (3.11.) verlor ein Bierlaster auf der B73 bei Otterndorf seine Ladung. So wollte es damals das Schicksal. Heute ist Weltfrauentag und was passiert? Nichts! Bis jetzt jedenfalls. Vielleicht habt ihr ja eine Idee, welches Schicksal den Frauen heute wiederfahren könnte?! Erste Idee aus der NEZ-Redaktion: Der Zalando-Bote rennt schreiend durchs Cuxland und schmeißt wild mit Schuhen um sich! Wir warten einfach mal drauf...
Der Unterhaltungswert war
-gemessen an der Resonanz - grandios, und darauf kommt es
schließlich an. Der Haken an der Sache:
Die Männer hatten nix von der Plempe auf der Straße. Der Bote
hätte also die Schuhe in den überschwemmten Strassengraben
werfen müssen. Das hätte er im Gegensatz zum Bierfahrer aber
nicht überlebt. So etwas gab es übrigens erst neulich mit einem
angelandeten Containerinhalt auf Helgoland.
Der schwache Trost für alle dabei: Auf diese Weise bräuchten
sich die Frauen nicht gegenseitig zu hauen.
Kommentar zur Leit-erbilderung für 2020(Februar 2012) |

REFLEKTION wurde groß geschrieben....
... bei den von den Bürgern überraschend gut angenommenen Otterndorfer Zukunftstagen. Zumindestens bei denjenigen, die sich eben nicht zurücklehnten und bei akademischem Hostessenservice und gratis bereitgestellten Buffets durch das anfängliche Speed-Dating und weitere Module aus dem Katalog der inzwischen üblichen Coachgarnituren nebst oftmals ebenso professioneller wie unverständlicher und extra aus Berlin eingekaufter Moderation ( Nichts gegen die schönen Bildchen, wenngleich die Schönschrift aus einiger Entfernung nicht mehr zu entziffern war.) nicht daran hindern ließen, ihre Interessen und Ideen selbstgebührend zu vertreten. (Der Satz an sich soll in etwa das Chaos widerspiegeln.) Bei genauerer Betrachtung erweisen sich solche in Mode gekommenen Events allerdings als Bankrotterklärungen der jahrzehntelang am konjunkturellen Schönwetter ausgerichteten Parteien und bestätigen, dass Politiker Marionetten der Paten aus dem Wirtschaftsbereich sind. Warum sollte auch das Geld, das die Welt regiert, ausgerechnet in Otterndorf eine Ausnahme machen? Immerhin trafen sich am Sonntagmorgen neben einem Vertreter der virtuellen Partnerstadt Natternbusch mindestens ebensoviele Zukünftler örtlicher Herkunft ein wie am Nachmittag zuvor. Während sich die üblichen Aspiranten schnell in die Wirtschaft verabschiedeten, traf sich angesichts stadtväterlichem Wohlwollens erwartungsgemäß der Großteil in den sozialen Bereichen. Zu den daraus resultierten Begehrlichkeiten rekrutierten sich 8 Arbeitsgruppen, die sich nach etlichen weiteren Reflektionen um den schmalen Stadtsäckel streiten wollen.
Infos am Rande waren wie immer von besonderem Interesse. Neben den üblichen Selbstüberschätzungen der OWG plant z.B. eine Gruppe die Errichtung eines Otterndorfer Augustinums mit Bootsanschluß an den Kanal auf der Grundplatte des ehemaligen Klärwerkes (Die Nutzung bliebe dabei immerhin im Bereich der umweltverträglichen Entsorgung.), andere tendierten in Richtung "Hadler Schnoorviertel" im Innenstadtbereich und dritten schwebt eine Art anspruchsvolle Otternpassage in der alten Feuerwache vor. Nachdem die Innenstadt durch den jüngst erfolgten Rückbau der ehemaligen Bundesstraße endgültig zu einem begehbaren Parkplatz wurde und zunehmend wegen Reichtum geschlossen erscheint, bleibt zu hoffen, dass aus dem erwünschten Leitbild kein weiteres Leidbild wird und letzte Chancen nicht in jeder Hinsicht verbaut werden. Fazit: Etliche Bürger kommen sich nun wichtig vor und können sich weitestgehend unreflexibel traumhaften Perspektiven hingeben.
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Kommentar zum Schoß, aus dem das kroch(Februar 2012) |
Nach längerem hin und her und für und wider wurde in der Nachbarschaft eine von Schülerinnen zusammengestellte Ausstellung über die Nazi-Vergangenheit des 1956 mit dem Bundesverdienstkreuz und später mit der nach ihm erfolgten Benennung einer Strasse ausgezeichneten Heimatforschers Wilhelm Klenck eröffnet. Die Schule hatte 2004 den Titel "Schule ohne Rassismus -Schule mit Courage"erworben. (siehe hier und hier) Der Vorgang erinnert nicht nur ein wenig an den Film "Das schreckliche Mädchen". Da trifft der Leserbrief eines altbekannten Otterndorfers voll ins Schwarze, in dem er sich dagegen ausschreibt, dass in den Lebensläufen Verstorbener herumrecherchiert wird. ("De mortuis nil nisi bene). Der Gipfel der Unverfrorenheit darin ist aber, dass er sich als Naziopfer auf dieselbe Stufe stellt wie diejenigen, die der nicht unbedeutende als Rasseforscher Karriere machende Schreibtischtäter auf dem Gewissen haben könnte. Und das deswegen, weil sein Vater und sein Lieblingsonkel im Krieg geblieben seien. So könnten auch die Nachfahren der Verursacher und Helfershelfer argumentieren, die den Krieg und seine Gerichte nicht hochgeehrt überleben durften. Dankenswerterweise weist der Schreiber in seinem Leserbrief zumindestens indirekt darauf hin, dass dem als erster niedersächsischer Ministerpräsident wohl bekanntesten Bürger der Samtgemeinde auch auf Dauer nicht zu verwulffende braune Flecken anhaften. Es ist ohnehin nicht unlogisch, dass landwirtschaftlich Geprägte ein besonderes Verständnis von Rassentrennung und Herdenumsiedlung haben.
Kommentar zur alternativen Landkultur (Januar 2012) |
Ein Krimi-Cocktail, der
Laune macht
lautete die Überschrift der ausführlich
bebilderten lokalen Berichterstattung zu der in den proppenvollen
Seelandhallen aufgeführten neuesten Theater-Produktion des
Vereins KULTUR AUF DEM LANDE. Die Aussage ist berechtigt, wenn
auch leicht gewulfft. Die im erweiterten Bekanntenkreis
verbreitete Laune war zwar überwiegend gut, aber mir als
unabhängigem Betrachter kam im Nachhinein schlechte Laune bei
dem Gedanken auf, für das dürftige Ereignis auch noch zur Kasse
gebeten worden zu sein. Was im Hinterkopf des jubelnden
Zeitungsschreibers vorging, erschloss sich mir nicht, obwohl er
direkt vor mir saß, und der Blickwinkel folglich derselbe
gewesen sein sollte. Dem Regisseur und Mitspieler ist kein
Vorwurf zu machen. Er will von seiner Theaterwerkstatt leben und
muss mit dem vorlieb nehmen, was vorhanden ist. Er montiert aus
dem Laientheaterbaukasten - vermutlich notgedrungen - die Texte
den Möchtegernschauspielern auf den Leib, und deren Umsetzung
erinnerte stark an gescriptetes Reality- TV des Privatfernsehens.
Von Körperarbeit war außer einem leicht chaotischen Gewusel auf
der für bis zu neun Akteuren zu kleinen Bühne nichts zu sehen,
die Lippen der Souffleurin wurden fast oft gesucht wie die der
Monologpartner, und einer besonderen Ausstattung bedurfte es
ohnehin nicht. Die Typen waren so überzeichnet und die Gags so
platt, wie es bei Theatergruppen der Feuerwehr oder des Roten
Kreuzes zu erwarten ist. Allerdings scheint dort die Auswahl der
Mitspieler strenger und deren Routine größer - alles macht
einen irgendwie eingespielteren und damit bedeutend
unterhaltsameren Eindruck. Darüber hinaus beschränken sich
diese Gruppen in der Regel auf ein Stück pro Jahr, was der
Probenintensität nur förderlich sein kann. Die Darsteller haben
wie die Zuschauer den Umständen entsprechend bestimmt ihr Bestes
gegeben, und es ist ja löblich, auf diese Weise der Kultur auf
dem Lande eine eigene Plat(t)form zu geben, aber deren
Finanzierung sollt man unbedingt freiwilligen Spendern und
Förderern überlassen - wie im Privatfernsehen.
Und? Nochwas?!
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Selig der, der schweigen darf, wo andre schweigen müssen.
Johann Kowalczik, Nov.2010