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Die NATTERNBUSCHER ÄNDERUNGSDENKEREI präsentiert


Sportliche Ungedanken


 

Sportituri

Der Leistungssport wird zum Symptom:
Wir leben wie im Alten Rom
kurz vor dem kolossalen Ende.
Die Menetekel füllen Wände
und werden eifrig übertüncht.
Wer mahnt, wird medial gelyncht.
Wer mitmacht, kriegt stets zu Gehör:
Als Gladiator bist du wer!
Es glänzen vergötterte Hoffnungsträger
im Dopingpong zwischen Gejagtem und Jäger.
Manager, Ausrüster, sowie Berater
machen die Aussichten noch delikater.
Wer gern gefällt und vor Ehrgeiz strotzt,
wer heimlich dabei nur kotzt und motzt,
und sich so zum Star verwandelt,
wird mit Höchstgebot gehandelt.
Immer teurer, immer jünger!
Als Glotzen- und Gazettendünger,
heißt es dann klotzen und keinesfalls kleckern!
Manchmal gehts gut, denn nicht alle verbeckern.
Doch grade die sinds, auf die das Volk lauert.
Erst wird gefeiert, danach wird bedauert.
So wie es damals war, zeigt es sich wieder:
Das Spiel "Mit dem Daumen hoch oder nieder"
in der Arena beim eifrigen Casting
erfreut scheinbar immer und everlasting.
Drum gilt den Sportfans, die treu alles geben
im Arenal und im Fanshop daneben
auch im voll besoff´nen Zustand:
"Sportituri te salutant!"

 

Katarstrophal

Katharsis wäre oftmals angebracht,
wenn Schlamm und Krusten ein Gefäß verschandeln.
Womöglich ehe es zusammenkracht,
würd` manches wohl zum Besseren sich wandeln.
Betrachtest du mit Arg den Leistungssport,
wirst du auf eindrucksvolle Art erfahren:
Bei solch bedeutungsvollem schlauen Wort
sollst du an Buchstaben gewiss nicht sparen.
Wieso? Nun denn, es liegt doch ziemlich nah,
dem, der sich auf macht und vergleicht.
Verzichtest du im Schriftbild auf das "h",
wird grad das Gegenteil erreicht.

Sport ist Mord

Treibst du eifrig Sport und hast damit nur Ärger,
weil dein Körper streikt? Mir leuchtet das wohl ein:
Früher hieß es einfach"Schneller, höher, stärker",
heute muss es auch noch "länger" und "viel öfter" sein.
Still vergnügt verfolgen Arzt und Apotheker,
wie der Sport für viele zur Mordsgaudi wird.
Listig schüren die Funktionsklamottenhöker
Hoffnungen, mit denen du dann wohlbeirrt
weiterstrampeln kannst bis hin zur Rage,
die allmählich vollends die Besinnung raubt.
Diese Art von Autodemontage
tarnt perfide sich, so dass das treue Herz dran glaubt.

 

Olympiade im Wandel der Zeit

 

Vier Jahre waren es von Alters her,
die eine Wartezeit zur Olympiade werden ließen.
Jetzt sind es zehn, und demnächst wohl noch mehr
als Zeit, die bleibt Medaillen zu genießen,
bevor die Helden, die des Dopings überführt,
im Kreis der ach so bösen Sportbetrüger landen,
die wohldosierter Warnung trotzend unbeirrt
laborrattifiziert ihr Heil in Teufelsküchen fanden.

 

Schön dope!

Du Heuchler, der jedwedes Doping verflucht,
drehst wieder mal an den olympischen Ringen.
Dabei bist grad du es, der alles versucht
um dich auf den goldenen Gipfel zu bringen.
Du rechnest doch nur mit den zögernden Memmen,
die fair und zufrieden dabeisein mögen
beim ach doch so sauberen Strampeln und Stemmen.
Deren Angst lässt dich stehn im Medaillenregen!
Es zählt der Moment nur, was kümmert dich morgen?
Die reden nur, du aber holst dir das Blech.
Die sollen sich gern um ihr Körperheil sorgen-
du tunest dir nur Gutes und bist schneller wech.


Olympia ade

Bezeichnend für den Olympischen Geist
ist nun mal, dass einer den andern bescheißt.
Des Gedankens Topverfechter
sind nicht grade Kostverächter,
und so geht er laut und munter
krummen Wegs den Bach hinunter.
Da wird wild geschummelt, gedopt und getrickst
und höhnisch gelacht, wenn ins Knie du dich fickst,
sofern du nicht grad für das eig´ne Land dödelst
und somit nicht andern Bilanzen veredelst -
vor allem den Amis, den Russen, Chinesen,
und allen, die sonst noch gefährlich gewesen
sein könnten für`s eitle Trophäensammeln.
Für die, die sonst auf dem Sofa rumgammeln,
ist dies unterhaltsam und höchst intensiv
und sorgt für Bewegung im Wohnzimmermief.
Da flattern die Nerven, da strömelt das Bier,
da türmen sich Haare downstairs ab Platz 4,
wenn wieder einmal die Olympiamedaillen
ergaunert wurden von fremden Kanaillen.
Sind unsre Asse ganz vorn mit dabei,
dann wackelt die Bude vom Jubelgeschrei.
Doch wenn diese Spacken von unserem Geld
sich nicht genug schinden, dann wackelt die Welt.
Dann gibt`s noch die Fans, die vor Ort sich beweisen,
die ungeschockt von Strapazen und Preisen
olympisch begeistert die Fahnen schwingen
und lauthals die eigene Hymne singen.
Der Vorgang an sich ist komplex und beschwerlich
und Sportler sind spätestens dann voll entbehrlich.
Die werden danach von frühmorgens bis spät
aprés telegen durch die Mangel gedreht.
Ich finde kein Ende, der Kopf ist noch voll.
Drum mach ich es kurz: Es ist nicht mehr so toll
wie früher, als ich noch an Ehrlichkeit glaubte,
wenn die Olympiade den Nachtschlaf mir raubte.

Sportliche Ungedanken

Sport an sich ist eine schöne Nebensache,
die als solche fraglos Freude bringen kann.
Doch ein Grund, dass ich mir Ungedanken mache,
ist die Grätschenfrage nach dem "Wie" und "Wann",
nach den ungemein präsenten Randfiguren,
die der Eigennutz Gemeinnutz heucheln lässt,
die drauf angewiesen sind, dass andre spuren,
und die Niederlagen hassen wie die Pest.
Deren Opfer sind bevorzugt brave Kinder,
oder solche, die mit sich allein gelassen sind
und noch dankbar, wenn ein skrupelloser Schinder
dafür sorgt, dass schnell die trostlos graue Zeit verrinnt.
So mutieren junge Körper zu Maschinen,
und aus fremdbestimmtem Geist wird Menschenmaterial.
Ob sie irrgendwann die frühen Fehler sühnen,
ist vor Ort den ehrenwerten Förderern egal.
"Noch mehr Leistung" lauten hier die Zauberwörtchen,
an Gesundheit mangelt es im Leistungssportlersprachgebrauch.
Da gilt "Fitness", und an abgeschied´nen Örtchen
hängt man dafür unbedarft an jedem angebot`nen Schlauch,
legt sich klaglos unter forsch gewetzte Messer
und vertraut darauf, dass immer alles möglich bleibt.
Nur der Neider weiß dann immer alles besser,
der den Sport um mangelnder Bewegung willen treibt,
der im Wettkampf zweifellos durchaus Vergnügen
und Erfüllung findet, aber auch gehörigen Respekt
neidlos zollt, auch wenn die Gegner glücklich siegen
und nicht hinter ignoranten Sprüchen sich versteckt.

Paralympics

Die olympischen Spiele sind fast schon vergessen,
da gilt`s paralympisch die Kräfte zu messen.
Die Frage - nicht nur wegen Kostenvermeidung -
ergibt sich: Was braucht es die Unterscheidung?
In Anbetracht dessen, was alles vonnöten,
willst zielbewusst du in die Fußstapfen treten,
die von Goldglanzgeblendeten übrig geblieben,
welche neben normalseinsbehinderndem Üben,
zu allen erdenklichen Hilfsmitteln fassen,
die sie zum Objekt der Labors werden lassen,
und doch weit von sich weisen behindert zu sein,
da steckt man leicht alle zusammen hinein
in einen Topf, der für alle geeignet.
Die Kategorie, mit der man bezeichnet
dann jene, die vorher olympisch agiert,
gefahren, geschwommen, mit Bällen brilliert,
gerungen, gesprungen, geworfen, gerannt,
wird "Normal Null" oder ähnlich genannt.
Und wenn davon einer womöglich sich ziert,
dann hat er es bloß noch nicht handicapiert.

Dem unbekannten Sportsoldaten

Leistungssport ist Krieg mit andern Waffen,
Sportsoldaten ziehen in die Schlacht.
Wettkampforientiert wird von Gieraffen
Kinderarbeit halblegal gemacht.
Der moralischen Verwirrung
Herr zu werden mahnt die Theorie,
doch von Wettkampfoptimierung
lebt die Sportausrüstungsindustrie.
Obendrein verlangen "Brot und Spiele"
alle, die sich selbst nicht mehr genügen,
doch genügend um im großen Stile
sich und alle andern zu betrügen.
Mal bist du Rakete, mal lahmende Schnecke:
So wirst du am Leben vorbei geführt.
Vieltausende bleiben dabei auf der Strecke,
damit nur ein einziger Champion wird.
Dafür braucht es nunmal das Schneeballsystem,
und die, die aus Scheu ihre Klappe halten.
Je jünger, je kleiner dabei das Problem
das Supertalent optimal zu verfalten,
das später - mit Dreißig beim rostenden Eisen -
dann weitergibt, was ihm einst eingedrillt,
sofern dann die Knochen den Dienst noch erweisen,
und wenn seine Meinung dann immer noch gilt.
Kommt dann die Nacht und die Hymnen verhallen,
dann wird der erbitterte Endkampf zur Qual,
denn wer auf dem Sportfeld der Ehre gefallen,
dem widmet die Heimat kein Ehrenmal.

 

Schöne neue Sportwelt

Wer als Bewegungsautomat
es nicht nur in den Beinen hat,
sollte bregenoptimiert,
wie es sich nun mal gebührt,
fraglos höchste Leistung bringen.
Darum ist vor allen Dingen
möglichst früh anhand von Normen
Hirn zu waschen und zu formen,
was an Muskeln, Nerven, Sehnen
noch nicht taugt um schon zu denen
zu gehören, die auf Erden
wundersam bewundert werden.
Nicht mehr lang und die Agenda
greift bereits in der Placenta,
sofern diese - völlig schlüssig-
dann nicht längst schon überflüssig
ist, weil Menschenbrutmaschinen
besser diesem Zwecke dienen.
Dann erfährt ein Triumphator
schon fötal im Simulator
in besterforschtem Nahrungsbrei
höchst eindringlich, was Sache sei.
Ein angesagter Kinderzüchter
sorgt für zufriedene Gesichter,
und ganz besond´rer Elterndank
gebührt der Sportlersamenbank
in einer schönen neuen Welt,
wie sie dem Sportfreak wohlgefällt.
Was dann als Mensch noch resultiert,
hab ich bis jetzt noch nicht kapiert.
Sportitualität

Der Sport mutiert zur Religion
und Sportverbände gleichen Sekten.
Olympisch Denken? Welch ein Hohn!
Das fordern nur die Ausgecheckten.
Man möchte möglichst maschinengleich sein
und unterwirft sich ebensolchen.
Erfolgsbedingten Heiligenschein
teilt man zur Not dann auch mit Strolchen.
Man wird zum Inhalt von Datenbanken,
die ausufern wie ein Krebsgeschwür.
Woanders fordert man Datenschranken,
hier fehlt dafür jegliches Gespür.
Doc Frankenstein kommt schwer ins Grinsen,
denn sein Labor hat ungeheure Konjunktur.
Geht dann so manches in die Binsen,
vergrößert das den religiösen Eifer nur.
Wer mag da noch von Irrsinn sprechen?
So ist nun mal der angesagte Trend:
Mit größtem Handicap Rekorde brechen,
erhöht enorm das Ansehn im Moment.
Unter den Beifallsbadehauben
gibt es für Zweifel keinen Grund.
Bei Religionen heißt es Glauben,
in Sekten hält man seinen Mund!

Schneller - und wie weiter?

Es ist ein Kampf um Hundertstelsekunden,
gegen dich selbst in einem fremdbestimmten Zwang,
mit allen Mitteln, die noch nicht verboten
oder entdeckt - ein Kinderarbeitsleben lang.

Du sammelst planvoll unentwegt Rekorde
und lässt davon dich ohne Arg verführen,
unter Verzicht auf selbsterforschtes Leben
zum hightech being zu mutieren.

Zu einer halbwegs menschlichen Entwicklung
da braucht es auch den geistigen Spagat.
Jedoch, wer sollte sich behindert fühlen,
wenn er sogar gefördert wird vom Staat?

Du spritzt und schluckst und schindest deinen Körper.
Und wenn er streikt, dann laborierst du drüber.
Du rennst und schwimmst in Trance deine Bahnen,
am Leben, wie es wirklich ist, vorüber.

Was bleibt, ist - meistens mit Polierbedarf - Pokalblech
und irgendwelche Zettel, unterschrieben mit `nem Stempel.
Wenn´s hoch kommt, winkt für dich vielleicht `ne Stelle
als braver Ministrant im Fitness- oder Medientempel.


Tolle Aussichten 2016

Oh, wie ist das doch wunderbar:
Olympia macht sich im Fernsehen rar.
Die erste Reihe schaut nun in die Röhre.
Ich oute mich, dass ich zu denen gehöre,
die derlei als überaus sinnvoll erachten
und nicht nach getürkten Medaillen schmachten,
die vielmehr hoffen, dass weniger Kinder
im Zugriff profitgeiler Menschenschinder
und Funktionäre mit ohne Gewissen
für Fehler der Eltern büßen müssen.

Olympia 2016

Wer nicht dopt,
bleibt ungelobt!
Wer schlau bescheißt,
wird hoochlob gepreist!
Wo ein Wille, da ein Bach,
und der Bach sieht alles nach.
So geht der Wahnsinn munter
den zahmen Bach hinunter.
Was bleibt vom Gewese?
Die Russen sind böse!
Alle machen heiter-
schnelllllller,
hööööher,
stäärker-
weiter.

Olympia 2018

Olympisch hinunter rast es sich bald.
Beim tollkühnen Gleiten, beim Springen und Schlittern
sorgt wachsender Wahn für schwindenden Halt
nebst Bänderreißen und Knochensplittern.
Ein Geist, der stets heraufbeschworen,
wird zum olympischen Phantom.
Die, welche hierfür auserkoren,
verdanken´s dem Downhillsyndrom!

Mamipulierte Wunderkinder

 

Mamipulierte Wunderkinder,
papastrophale Förderung-
der Drang der Eigenkinderschinder-
bedürfte der Erörterung.
Doch wird bejubelt und geehrt
von tumber Konsumunkultur,
was man im Tierreich wegbeschwört
von wegen Knast- und Qualdressur.
Es geht um "schneller", "höher", "weiter",
und ohne Frage "immer jünger".
Professionelle Wegbegleiter
koproduzieren Gafferdünger.
Unter den fremdbestimmten Pimpfen,
die sich im Leistungssport beweisen,
gehörst du - und da nützt kein Schimpfen-
mit dreizehn schon zum alten Eisen.
Das zeigt sich auch im Kampf um Noten:
Ein 10-Sekunden-Hummelflug
vom Pampersrocker dargeboten
ist morgen nicht mehr gut genug.
In Zukunft wird der Eltern Wahn
nichts mehr dem Zufall überlassen:
Dann gibt´s, und keiner stört sich dran,
Weltmeister schon in Fötenklassen.

Hamsterradrennen

Wie armselig ist das Bestreben zu nennen,
den eigenen Selbstwert von Chartalgorithmen
und Messelektronik bestimmen zu lassen,
weit hinter dem Komma in nüchternen Zahlen?
Welch Frust, wenn am Ende dann alles entlohnen
statt goldener Äpfel nur Silberzitronen!
Was spricht für Verzicht und unglaubliche Qualen?
Im Scheitern sich selbst wie auch andere hassen,
sein Dasein vor allem der Topform zu widmen:
Wozu so ein Stress für ein Hamsterradrennen?
Das Ziel im Weg

Die permanente Jagd nach Hundertstelsekunden
bestimmt das Leben von Millonen Zielbewussten.
Geradewegs und unentwegt dahin sich zu bewegen,
lehrt bei gezielter Förderung und Forderung
den Weg als Ziel im Glücksvertrauen zu missachten.
Dabei erweisen sich die hohen Ziele meist im Wege
zum optimalen Umgang mit vorhandenen Ressourcen
und Unterordnung in die digitalen Messsysteme
als Meilenstein des graden Schleichwegs aus dem Menschsein.
Das Zielbewusstsein- insbesondere bei Amateuren,
die aus dem Hobby- in den Suchtbereich enteilen,
lenkt zudem trefflich ab von unbequemen Fragen
die auf die wahren Hintergründe ab wohl zielten:
"Renn ich davon vor irgendetwas oder etwa hinterher?"

Unsportliche Gedanken


Stellt euch vor, die Terroristen
kappten jeden Sporttermin
in den telegeilen Sparten:
Ja, wo kämen wir da hin?!
Ab und an, weil unvermeidlich,
mag das noch entschuldbar sein.
Doch wenn nur noch Jammerlappen
kneifen, nervt das ungemein.
Leistungssport ist Nutzmenschhaltung!
Jeder, der da anders denkt,
scheint in seinem Weltverständnis
doch ein wenig eingeschränkt.
Qualzucht in der Premiumklasse
(, denn sonst hieß es Sklaverei!)
bringt zwar Geld und Schulterklopfen,
doch der Nutzmensch bleibt dabei
unbeachtet auf der Strecke,
wenn er auf der Strecke bleibt.


Stillstand kann er sich nicht leisten,
weil der ihn ins Abseits treibt.
Zahllos sind die, die das Schicksal
ähnlich dem der "Prommies"* plagt.
Doch als Teil der Sklavenmasse
sind per se sie totgesagt.
Keiner zeigt sich solidarisch
jenen, denen Fleiß nichts bringt,
die ins Koma leisten müssen,
auch wenn es zum Himmel stinkt.
Schön wär´s, würde diesen Menschen
ähnlicher Respekt gezollt.
Also Freunde, nur nicht zimpern,
schließlich habt ihr´s so gewollt!
Dies Pamphlet ist- keine Frage-
von Sarkasmus infiltriert.
Doch scheint sinnvoll mir dies Mittel:
Anders wirds wohl nicht kapiert.
*"Prommies": Kurzform für "PROmoted duMMIES"

Hamsterradrennen

Wie unselig ist das Bestreben zu nennen,
den eigenen Selbstwert von Chartalgorithmen
und Messelektronik bestimmen zu lassen,
weit hinter dem Komma in nüchternen Zahlen?
Welch Frust, wenn am Ende dann alles entlohnen
statt goldener Äpfel nur Silberzitronen!
Was spricht für Verzicht und unglaubliche Qualen?
Im Scheitern sich selbst wie auch andere hassen,
sein Dasein vor allem der Topform zu widmen:
Wozu so ein Stress für ein Hamsterradrennen?

Gemeinnütziges Cyberwichsen


Das Schamniveau lässt sich zur Zeit kaum noch senken,
und somit besteht wohl kaum Grund zu Beschwerden:
Der Absicht der Bundesregierung zufolge
sollte Counterstrike bald eine Sportart werden!
Am End gar olympisch, doch tät das nicht wundern,
denn alles, was Geld bringt, das findet auch statt!
Man kann demokratisch dagegen sich sperren,
doch halten sich dann Diktaturen parat!
Es ist zwar pervers und kaum zu bestreiten,
dass Sport sich als Handjob konsolidiert,
doch Angst vor Ächtung darf nicht bedeuten,
dass man diesen Irrweg subventioniert!
Als halbwegs noch gutwillig Steuern entrichtend,
doch jeglicher Fantasy ledig für`s Töten,
vermisse ich, was dem Gemeinnutz verpflichtend
solch Ballermannwichser an Anlässen böten.




Unverfängliche Sportgedichte


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