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Die NATTERNBUSCHER ÄNDERUNGSDENKEREI präsentiert


Sportliche Ungedanken


Hochleistungsportlercredo:

Ich liebe meinen Sport und hoffe auf den Sieg, weil ich glaube,
dass er ein besseres Leben nach dem Training ermöglicht.


   






So war es dann auch!




Die paralympische Zurschaustellung von Körperbehinderungen ist auf ein Niveau abgesunken,
das an das Unterhaltungsangebot mittelalterlicher Jahrmärkte erinnert.


 

 

Dem Leistungssport ergeht es wie jeder Religion:
Wenn du erwachsen wirst, verliert er seine Bedeutung.
Es sei denn, du wechselst in die Geschäftsebene des Systems.
Eigentlich müssten alle medienpräsenten Leistungssportler Horst heißen.
Die Leistungssportzentren sind nichts anderes als Kindertagesstätten.
Die staatliche Sportförderung fokussiert sich auf die Inklusion von Leistungsjunkies.
Qualdressur wird bei Tieren verboten und bei Kindern geduldet. 

 

2020: Es muss nicht immer Olympia sein!

Für Olympische Spiele ist heuer kein Platz,
aber niemand scheint dies zu vermissen.
Kein Wunder, denn schließlich gibts tollen Ersatz
und Flaggen zum täglichen Hissen.
Pandemics, so heißt dieses Treffen der Welt.
Es setzt sogar noch etwas drauf,
das Na-ti-o-nal-stolz am Leben erhält
und Dis-kus-si-o-nen zuhauf.
Der Länderwertungen sind es nun zwei,
die Spannung im Volke erzeugen.
Besonders glücklich erweist sich dabei
das ständige Fallen und Steigen.
Zum einen, da sind es nur Infizierte,
die zu Tausenden täglich die Listen füllen.
Zum andern sind es als tot Registrierte,
die den Hunger nach tiefschwarzen Zahlen stillen.
Was das Tarnen, das Täuschen und Tricksen angeht,
bestehen bei beiden beträchtliche Zweifel.
Der Gedanke, der hinter der Datenflut steht,
entspricht voll und ganz dem Olympischen Teufel.


Das aufrichtige Bedauern des Sportfreundes,
wenn den Perspektiven die CORONA aufgesetzt würde



Ach du so überaus bedauernswerter Profisportler!
Du präsentierst dich vor entvölkerten Tribünen,
rundum beäugt von strengen Überwachungskameras,
die höchst akribisch deine Handlungen verfolgen,
und sie in digital entseelte Algorithmen zwängen
oder einaugenmäßig fügen in ein Regelwerk.

Dem stummen Beifall dienen nur noch Messgeräte,
denen du selbstverachtend immer schon dich unterwirfst
wenn im Gerangel um die dritte Ziffernstelle hinterm Komma
allmählich du vom Menschen zum Bewegungsfool mutierst.

Auch sind Berater sowie Funktionäre zu bedauern,
deren Geschäftsmodell sie fortan überdenken müssen.
Wenn es so weiterginge, wärs olympisch ungedacht.
Nur volle Ränge garantieren volle schwarze Kassen,
und um die Fanartikel und den Nachwuchs säh es düster aus.
denn still verehrten Helden eifern höchstens Knauser nach.

Bedauernswert seid auch ihr treuen Schlachtenbummler-
allein der Weg zum Stadion fällt nun fort als Ziel.
Das "Private Viewing" kann ein Feeling nicht ersetzen,
das so ein Bad in Massen Gleichgesinnter rüber bringt,
geschweige denn die laute Freude des Frustrierten,
der nur im Schutz der Menge Dampf ablassen kann.

Viva Mafifa

Wer ernsthaft es für glaubhaft hält,
der Mafifa ging´s an den weißen Kragen,
kapiert nichts, denn die Gier nach Geld,
hat allzu lang dort schon allein das Sagen.
Da wird in großem Stil betrogen,
verkauft, verschoben und vertuscht,
den Fans die Hucke vollgelogen,
und bei der Aufklärung gepfuscht.
Da wird ein Wort im Nu gebrochen
und arglos, dass es einen graut,
Despoten in den Arsch gekrochen,
mit bestgeölter dicker Haut.
Ganz oben thronte jüngst der Blatter
obskur gefolgt vom Infantino.
Den ersten zwang man zwar zur Flatter,
doch ändert´s nichts am bösen Kino.


Schon halb passable Fußballspieler
gereichen, hier und dort geparkt,
zur Ware ausgekochter Dealer
auf grauem Kickersklavenmarkt.
Gewalt grassiert in gärenden Arenen
und hält vor Ort normale Menschen fern.
Fast nebenbei sei dazu zu erwähnen:
"Das passt, das sieht der Glotzengaffer gern."
Im Kampf um die Verteuerung der Fernsehrechte,
verbleiben Um- und Weitsicht auf der Strecke.
Selbst Leaks bewirken bestenfalls nur Scheingefechte
und einen höchst die Gauner unter ihrer Decke.

Fussballperspekulative 2022


Ich habe vor allem endlich gerafft:
Die Profifußball- Weltmeisterschaft
ist sowas von retro und aufgequollen.
Sie macht nur Beine den Halbamateuren
und jenen, die ihre vermeintlich  prekären
Kickerjobs kampfstark vergolden wollen.

Die Superstars bangen um Pleiten und Gräten,
denn sie haben andere Prioritäten.
Da lässt man sich ungern auf Grätschen ein.
Auch wenn es der Sportmafia wenig gefällt:
Hier gehts nicht um Ehre, hier gehts nur um Geld
Doch das fließt nicht beim Land, das fließt beim Verein.

Die Weltmeisterzukunft gehört den Vereinen,
die  Nutzkicker höchst multikultig vereinen
und sich eine Mörderrendite versprechen.
Sie sind jene, die sich auf Weltmeisterbühnen
eines reichen Angebots weidlich bedienen,
So kickt nun mal organisiertes Verbrechen.






Im Free-TV ist Schicht im Schacht
in dieser Coronasummertime:
Was stundenlangen Sport betrifft,
füllt jetzt keine Spannung das traute Heim.
Kein Hoppereiter-Plumpsparcour
und keine Drahtesel-Tortour,
und nix mit Olympischen Spielen.
Kein Tennis-Grand-Slam,
keine Sonstwas-(W)E-M
und kein Rumrutschen auf heißen Stühlen.
Kein Public Viewing im Gewühl,
kein schlandverkärtes Wir-Gefühl.
und nix, um ein Fanbier zu kühlen.
Nur Snooker oder Dart ,
nur Vettel in lahmer Fahrt:
Da ist nicht viel zu erwarten.
Nur mal ein Fußballfreundschaftsspiel
nebst Sportarchivkost, fad und viel:
Das lohnt nicht, die Glotze zu starten.




Die Spannung erwächst zwar auf andere Art,
doch irgendwann schwindet sie ganz.
Du hast an den Mangel dich letztlich gewöhnt,
und hältst auch in Zukunft Distanz.
Das ist höchst fatal für das Profigeschäft
und die Ehrenwerten dahinter.
Die halten sich tunlichst mundschutzbedeckt.
und hoffen erstmal auf den Winter.


Sport ist Mord

Treibst du eifrig Sport und hast damit nur Ärger,
weil dein Körper streikt? Mir leuchtet das wohl ein:
Früher hieß es einfach"Schneller, höher, stärker",
heute muss es auch noch "länger" und "viel öfter" sein.
Still vergnügt verfolgen Arzt und Apotheker,
wie der Sport für viele zur Mordsgaudi wird.
Listig schüren die Funktionsklamottenhöker
Hoffnungen, mit denen du dann wohlbeirrt
weiterstrampeln kannst bis hin zur Rage,
die allmählich vollends die Besinnung raubt.
Diese Art von Autodemontage
tarnt perfide sich, so dass das treue Herz dran glaubt.
Olympiade im Wandel der Zeit

 Vier Jahre waren es von Alters her,
die eine Wartezeit zur Olympiade werden ließen.
Jetzt sind es zehn, und demnächst wohl noch mehr
als Zeit, die bleibt Medaillen zu genießen,
bevor die Helden, die des Dopings überführt,
im Kreis der ach so bösen Sportbetrüger landen,
die wohldosierter Warnung trotzend unbeirrt
laborrattifiziert ihr Heil in Teufelsküchen fanden.


Schön dope!


Du Heuchler, der jedwedes Doping verflucht,
drehst wieder mal an den olympischen Ringen.
Dabei bist grad du es, der alles versucht
um dich auf den goldenen Gipfel zu bringen.
Du rechnest doch nur mit den zögernden Memmen,
die fair und zufrieden dabeisein mögen
beim ach doch so sauberen Strampeln und Stemmen.
Deren Angst lässt dich stehn im Medaillenregen!
Es zählt der Moment nur, was kümmert dich morgen?
Die reden nur, du aber holst dir das Blech.
Die sollen sich gern um ihr Körperheil sorgen-
du tunest dir nur Gutes und bist schneller wech.

Katarstrophal


Katharsis wäre oftmals angebracht,
wenn Schlamm und Krusten ein Gefäß verschandeln.
Womöglich ehe es zusammenkracht,
würd` manches wohl zum Besseren sich wandeln.
Betrachtest du mit Arg den Leistungssport,
wirst du auf eindrucksvolle Art erfahren:
Bei solch bedeutungsvollem schlauen Wort
sollst du an Buchstaben gewiss nicht sparen.
Wieso? Nun denn, es liegt doch ziemlich nah,
dem, der sich auf macht und vergleicht.
Verzichtest du im Schriftbild auf das "h",
wird grad das Gegenteil erreicht.


Olympia adé


Bezeichnend für den Olympischen Geist
ist nun mal, dass einer den andern bescheißt.
Des Gedankens Topverfechter
sind nicht grade Kostverächter,
und so geht er laut und munter
krummen Wegs den Bach hinunter.
Da wird wild geschummelt, gedopt und getrickst
und höhnisch gelacht, wenn ins Knie du dich fickst,
sofern du nicht grad für das eig´ne Land dödelst
und somit nicht andern Bilanzen veredelst -
vor allem den Amis, den Russen, Chinesen,
und allen, die sonst noch gefährlich gewesen
sein könnten für`s eitle Trophäensammeln.
Für die, die sonst auf dem Sofa rumgammeln,
ist dies unterhaltsam und höchst intensiv
und sorgt für Bewegung im Wohnzimmermief.
Da flattern die Nerven, da strömelt das Bier,
da türmen sich Haare downstairs ab Platz 4,
wenn wieder einmal die Olympiamedaillen
ergaunert wurden von fremden Kanaillen.


Sind unsre Asse ganz vorn mit dabei,
dann wackelt die Bude vom Jubelgeschrei.
Doch wenn diese Spacken von unserem Geld
sich nicht genug schinden, dann wackelt die Welt.
Dann gibt`s noch die Fans, die vor Ort sich beweisen,
die ungeschockt von Strapazen und Preisen
olympisch begeistert die Fahnen schwingen
und lauthals die eigene Hymne singen.
Der Vorgang an sich ist komplex und beschwerlich
und Sportler sind spätestens dann voll entbehrlich.
Die werden danach von frühmorgens bis spät
aprés telegen durch die Mangel gedreht.
Ich finde kein Ende, der Kopf ist noch voll.
Drum mach ich es kurz: Es ist nicht mehr so toll
wie früher, als ich noch an Ehrlichkeit glaubte,
wenn die Olympiade den Nachtschlaf mir raubte.


Sportituri

Der Leistungssport wird zum Symptom:
Wir leben wie im Alten Rom
kurz vor dem kolossalen Ende.
Die Menetekel füllen Wände
und werden eifrig übertüncht.
Wer mahnt, wird medial gelyncht.
Wer mitmacht, kriegt stets zu Gehör:
Als Gladiator bist du wer!
Es glänzen vergötterte Hoffnungsträger
im Dopingpong zwischen Gejagtem und Jäger.
Manager, Ausrüster, sowie Berater
machen die Aussichten noch delikater.
Wer gern gefällt und vor Ehrgeiz strotzt,
wer heimlich dabei nur kotzt und motzt,
und sich so zum Star verwandelt,
wird mit Höchstgebot gehandelt.
Immer teurer, immer jünger!

Als Glotzen- und Gazettendünger,
heißt es dann klotzen und keinesfalls kleckern!
Manchmal gehts gut, denn nicht alle verbeckern.
Doch grade die sinds, auf die das Volk lauert.
Erst wird gefeiert, danach wird bedauert.
So wie es damals war, zeigt es sich wieder:
Das Spiel "Mit dem Daumen hoch oder nieder"
in der Arena beim eifrigen Casting
erfreut scheinbar immer und everlasting.
Drum gilt den Sportfans, die treu alles geben
im Arenal und im Fanshop daneben
auch im voll besoff´nen Zustand:
"Sportituri te salutant!"





Schneller -und wie weiter?


Es ist ein Kampf um Hundertstelsekunden,
gegen dich selbst in einem fremdbestimmten Zwang,
mit allen Mitteln, die noch nicht verboten
oder entdeckt - ein Kinderarbeitsleben lang.

Du sammelst planvoll unentwegt Rekorde
und lässt davon dich ohne Arg verführen,
unter Verzicht auf selbsterforschtes Leben
zum hightech being zu mutieren.

Zu einer halbwegs menschlichen Entwicklung
da braucht es auch den geistigen Spagat.
Jedoch, wer sollte sich behindert fühlen,
wenn er sogar gefördert wird vom Staat?




Du spritzt und schluckst und schindest deinen Körper.
Und wenn er streikt, dann laborierst du drüber.
Du rennst und schwimmst in Trance deine Bahnen,
am Leben, wie es wirklich ist, vorüber.

Was bleibt, ist - meistens mit Polierbedarf - Pokalblech
und irgendwelche Zettel, unterschrieben mit `nem Stempel.
Wenn´s hoch kommt, winkt für dich vielleicht `ne Stelle
als braver Ministrant im Fitness- oder Medientempel.


Mamipulierte Wunderkinder

Mamipulierte Wunderkinder,
papastrophale Förderung-
der Drang der Eigenkinderschinder-
bedürfte der Erörterung,
wird doch bejubelt und geehrt
von tumber Konsumunkultur,
was man im Tierreich wegbeschwört
von wegen Knast- und Qualdressur.
Es geht um "schneller", "höher", "stärker",
und ohne Frage "immer jünger".
Professionelle Wenigmerker
koproduzieren Gafferdünger.
Unter den fremdbestimmten Pimpfen,
die sich im Leistungssport beweisen,
gehörst du - und da nützt kein Schimpfen-
mit dreizehn schon zum alten Eisen.
Das zeigt sich auch im Kampf um Noten:
Ein 10-Sekunden-Hummelflug
vom Pampersrocker dargeboten
ist morgen nicht mehr gut genug.
In Zukunft wird der Eltern Wahn
nichts mehr dem Zufall überlassen:
Dann gibt´s, und keiner stört sich dran,
Weltmeister schon in Fötenklassen.


Sportitualität

Der Sport mutiert zur Religion
und Sportverbände gleichen Sekten.
Olympisch Denken? Welch ein Hohn!
Das fordern nur die Ausgecheckten.
Man möchte möglichst maschinengleich sein
und unterwirft sich ebensolchen.
Erfolgsbedingten Heiligenschein
teilt man zur Not dann auch mit Strolchen.
Man wird zum Inhalt von Datenbanken,
die ausufern wie ein Krebsgeschwür.
Woanders fordert man Datenschranken,
hier fehlt dafür jegliches Gespür.
Doc Frankenstein kommt schwer ins Grinsen,
denn sein Labor hat ungeheure Konjunktur.
Geht dann so manches in die Binsen,
vergrößert das den religiösen Eifer nur.
Wer mag da noch von Irrsinn sprechen?
So ist nun mal der angesagte Trend:
Mit größtem Handicap Rekorde brechen,
erhöht enorm das Ansehn im Moment.
Unter den Beifallsbadehauben
gibt es für Zweifel keinen Grund.
Bei Religionen heißt es Glauben,
in Sekten hält man seinen Mund!




  Tolle Aussichten 2016

Oh, wie ist das doch wunderbar:
Olympia macht sich im Fernsehen rar.
Die erste Reihe schaut nun in die Röhre.
Ich oute mich, dass ich zu denen gehöre,
die derlei als überaus sinnvoll erachten
und nicht nach getürkten Medaillen schmachten,
die vielmehr hoffen, dass weniger Kinder
im Zugriff profitgeiler Menschenschinder
und Funktionäre mit ohne Gewissen
für Fehler der Eltern büßen müssen.

Olympia 2016

Wer nicht dopt,
bleibt ungelobt!
Wer schlau bescheißt,
wird hoochlob gepreist!
Wo ein Wille, da ein Bach,
und der Bach sieht alles nach.
So geht der Wahnsinn munter
den zahmen Bach hinunter.
Was bleibt vom Gewese?
Die Russen sind böse!
Alle machen heiter-
schnelllllller,
hööööher,
stäärker-
weiter.

Olympia 2018

Olympisch hinunter rast es sich bald.
Beim tollkühnen Gleiten, beim Springen und Schlittern
sorgt wachsender Wahn für schwindenden Halt
nebst Bänderreißen und Knochensplittern.
Ein Geist, der stets heraufbeschworen,
wird zum olympischen Phantom.
Die, welche hierfür auserkoren,
verdanken´s dem Downhillsyndrom

Sportliche Ungedanken

Sport an sich ist eine schöne Nebensache,
die als solche fraglos Freude bringen kann.
Doch ein Grund, dass ich mir Ungedanken mache,
ist die Grätschenfrage nach dem "Wie" und "Wann",
nach den ungemein präsenten Randfiguren,
die der Eigennutz Gemeinnutz heucheln lässt,
die drauf angewiesen sind, dass andre spuren,
und die Niederlagen hassen wie die Pest.
Deren Opfer sind bevorzugt brave Kinder,
oder solche, die mit sich allein gelassen sind
und noch dankbar, wenn ein skrupelloser Schinder
dafür sorgt, dass schnell die trostlos graue Zeit verrinnt.
So mutieren junge Körper zu Maschinen,
und aus fremdbestimmtem Geist wird Menschenmaterial.
Ob sie irrgendwann die frühen Fehler sühnen,
ist vor Ort den ehrenwerten Förderern egal.
"Noch mehr Leistung" lauten hier die Zauberwörtchen,
an Gesundheit mangelt es im Leistungssportlersprachgebrauch.
Da gilt "Fitness", und an abgeschied´nen Örtchen
hängt man dafür unbedarft an jedem angebot`nen Schlauch,
legt sich klaglos unter forsch gewetzte Messer
und vertraut darauf, dass immer alles möglich bleibt.
Nur der Neider weiß dann immer alles besser,
der den Sport um mangelnder Bewegung willen treibt,
der im Wettkampf zweifellos durchaus Vergnügen
und Erfüllung findet, aber auch gehörigen Respekt
neidlos zollt, auch wenn die Gegner glücklich siegen
und nicht hinter ignoranten Sprüchen sich versteckt.


Unsportliche Gedanken

Stellt euch vor, die Terroristen
kappten jeden Sporttermin
in den telegeilen Sparten:
Ja, wo kämen wir da hin?!
Ab und an, weil unvermeidlich,
mag das noch entschuldbar sein.
Doch wenn nur noch Jammerlappen
kneifen, nervt das ungemein.
Leistungssport ist Nutzmenschhaltung!
Jeder, der da anders denkt,
scheint in seinem Weltverständnis
doch ein wenig eingeschränkt.
Qualzucht in der Premiumklasse
(, denn sonst hieß es Sklaverei!)
bringt zwar Geld und Schulterklopfen,
doch der Nutzmensch bleibt dabei
unbeachtet auf der Strecke,
wenn er auf der Strecke bleibt.





Stillstand kann er sich nicht leisten,
weil der ihn ins Abseits treibt.
Zahllos sind die, die das Schicksal
ähnlich dem der "Prommies"* plagt.
Doch als Teil der Sklavenmasse
sind per se sie totgesagt.
Keiner zeigt sich solidarisch
jenen, denen Fleiß nichts bringt,
die ins Koma leisten müssen,
auch wenn es zum Himmel stinkt.
Schön wär´s, würde diesen Menschen
ähnlicher Respekt gezollt.
Also Freunde, nur nicht zimpern,
schließlich habt ihr´s so gewollt!
Dies Pamphlet ist- keine Frage-
von Sarkasmus infiltriert.
Doch scheint sinnvoll mir dies Mittel:
Anders wirds wohl nicht kapiert.

*"Prommies": Kurzform für "PROmoted duMMIES"



Klimarelevante Kohleförderung

Die internationale Kohleförderung
bedarf der Klimaschutzerörterung.
Nicht nur fossile Übeltäter
erfordern jetzt und nicht erst später
verschärft die kollektive Ächtung.
Nein, auch die Kapitalverflechtung
bei vielen Profisportevents!
Sogar manch´Klimaschützer kennt´s,
das klammverheimlichte Vergnügen,
wenn and´re auf die Fresse kriegen.
Ob kunstverschneit beim Wintersport,
ob temperiert am Wüstenort:
Globales Energievergeuden
dient dem Profit und Gafferfreuden.
Der Geist der olympischen Parole,
der fördert gewaltige Mengen Kohle.
Die killt obendrein das soziale Klima,
doch Ölscheichs und Sportfans, die finden´s prima.

Gemeinnütziges Cyberwichsen

Das Schamniveau lässt sich zur Zeit kaum noch senken,
und somit besteht wohl kaum Grund zu Beschwerden:
Der Absicht der Bundesregierung zufolge
sollte Counterstrike bald eine Sportart werden!
Am End gar olympisch, doch tät das nicht wundern,
denn alles, was Geld bringt, das findet auch statt!
Man kann demokratisch dagegen sich sperren,
doch halten sich dann Diktaturen parat!
Es ist zwar pervers und kaum zu bestreiten,
dass Sport sich als Handjob konsolidiert,
doch Angst vor Ächtung darf nicht bedeuten,
dass man diesen Irrweg subventioniert!
Als halbwegs noch gutwillig Steuern entrichtend,
doch jeglicher Fantasy ledig für`s Töten,
vermisse ich, was dem Gemeinnutz verpflichtend
solch Ballermannwichser an Anlässen böten.



Das Ziel im Weg


Die permanente Jagd nach Hundertstelsekunden
bestimmt das Leben von Millonen Zielbewussten.
Geradewegs und unentwegt dahin sich zu bewegen,
lehrt bei gezielter Förderung und Forderung
den Weg als Ziel im Glücksvertrauen zu missachten.
Dabei erweisen sich die hohen Ziele meist im Wege
zum optimalen Umgang mit vorhandenen Ressourcen
und Unterordnung in die digitalen Messsysteme
als Meilenstein des graden Schleichwegs aus dem Menschsein.
Das Zielbewusstsein- insbesondere bei Amateuren,
die aus dem Hobby- in den Suchtbereich enteilen,
lenkt zudem trefflich ab von unbequemen Fragen
die auf die wahren Hintergründe ab wohl zielten:
"Renn ich davon vor irgendetwas oder etwa hinterher?"

Paralympics

Die olympischen Spiele sind fast schon vergessen,
da gilt`s paralympisch die Kräfte zu messen.
Die Frage - nicht nur wegen Kostenvermeidung -
ergibt sich: Was braucht es die Unterscheidung?
In Anbetracht dessen, was alles vonnöten,
willst zielbewusst du in die Fußstapfen treten,
die von Goldglanzgeblendeten übrig geblieben,
welche neben normalseinsbehinderndem Üben,
zu allen erdenklichen Hilfsmitteln fassen,
die sie zum Objekt der Labors werden lassen,
und doch weit von sich weisen behindert zu sein,
da steckt man leicht alle zusammen hinein
in einen Topf, der für alle geeignet.
Die Kategorie, mit der man bezeichnet
dann jene, die bisher olympisch agiert,
gefahren, geschwommen, mit Bällen brilliert,
gerungen, gesprungen, geworfen, gerannt,
wird "Normal Null" oder ähnlich genannt.
Und wenn davor einer womöglich sich ziert,
dann hat er es bloß noch nicht handicapiert.




Hamsterradrennen

Wie armselig ist das Bestreben zu nennen,
den eigenen Selbstwert von Chartalgorithmen
und Messelektronik bestimmen zu lassen,
weit hinter dem Komma in nüchternen Zahlen?
Welch Frust, wenn am Ende dann alles entlohnen
statt goldener Äpfel nur Silberzitronen!
Was spricht für Verzicht und unglaubliche Qualen?
Im Scheitern sich selbst wie auch andere hassen,
sein Dasein vor allem der Topform zu widmen:
Wozu so ein Stress für ein Hamsterradrennen?


Hamsterradrennen (Kurzversion)


Es fragt ein Hamster sich im Rad:
Lauf hinterher ich oder nur davon?
Ein Mensch, dem Dauerlauf geweiht
um unter Schmerzen und Entbehrungen
sich Glücsmomente zu erhamstern,
fragt nicht nach solchem Psychokram
und schluckt bedenkenlos hinunter,
was immer auch sein Glücksrad schmiert.

Schöne Neue Sportwelt

Wer als Bewegungsautomat
es nicht nur in den Beinen hat,
sollte bregenoptimiert,
wie es sich nun mal gebührt,
fraglos höchste Leistung bringen.
Darum ist vor allen Dingen
möglichst früh anhand von Normen
Hirn zu waschen und zu formen,
was an Muskeln, Nerven, Sehnen
noch nicht taugt um schon zu denen
zu gehören, die auf Erden
wundersam bewundert werden.


Nicht mehr lang und die Agenda

greift bereits in der Placenta,
sofern diese - völlig schlüssig-
dann nicht längst schon überflüssig
ist, weil Menschenbrutmaschinen
besser diesem Zwecke dienen.
Dann erfährt ein Triumphator
schon fötal im Simulator
in besterforschtem Nahrungsbrei
höchst eindringlich, was Sache sei.



Ein angesagter Kinderzüchter
sorgt für zufriedene Gesichter,
und ganz besond´rer Elterndank
gebührt der Sportlersamenbank
in einer schönen neuen Welt,
wie sie dem Sportfreak wohlgefällt.
Was dann als Mensch noch resultiert,
hab ich bis jetzt noch nicht kapiert.

Die Sportsoldaten

nach der Melodie "Die Moorsoldaten" von Hans Eisler

Refrain:
Wir sind die Sportsoldaten,
Flink, hart und zäh geraten im Kampf

Strophen

1.Wohin auch das Auge blicket
Sportgeschehen nur ringsherum.
Müßiggang uns nie erquicket.
Zweifler bleiben lieber stumm.

2.Fernab vom normalen Leben
Ist ein Lager aufgebaut
Wir trainieren im Daneben
Hinter Schweigewand verstaut

3.Über alles wachen Posten
Keiner blicke da hindurch!
Sonst würd es Karrieren kosten
Quer durch diese Lügenburg

4.Aufgeputscht ziehn die Kolonnen
In den Kampf zur Arbeit hin
Schuften in der Medien Sonne
Nach dem Podium steht ihr Sinn


5.Ganz egal, wer heilig schwöre,
dass der Geist olympisch sei,
Ganz allein nur zählt die Ehre
und nicht tröstliches Dabei.


6.Daumen hoch und Daumen nieder
weisen uns den Krönungsweg
Scheitern, aufstehn- immer wieder
Das ist Heldenprivileg!


7.Wirst du schwach, bist du erledigt.
Wirst du wach, dann ist es aus.
Was zeitlebens dir gepredigt
nährt den Hunger nach Applaus.


8.Sagt man, Eltern-Trainer-Scheiße
Sei der Dünger für den Ruhm,
Stört uns das in keinster Weise.
Würden´s immer wieder tun



Dem Unbekannten Sportsoldaten

Leistungssport ist Krieg mit andern Waffen,
Sportsoldaten ziehen in die Schlacht.
Wettkampforientiert wird von Gieraffen
Kinderarbeit halblegal gemacht.
Der moralischen Verwirrung
Herr zu werden mahnt die Theorie,
doch von Wettkampfoptimierung
lebt die Sportausrüstungsindustrie.
Obendrein verlangen "Brot und Spiele"
alle, die sich selbst nicht mehr genügen,
doch genügend um im großen Stile
sich und alle andern zu betrügen.
Mal bist du Rakete, mal lahmende Schnecke:
So wirst du am Leben vorbei geführt.

Vieltausende bleiben dabei auf der Strecke,
damit nur ein einziger Champion wird.
Dafür braucht es nunmal das Schneeballsystem,
und die, die aus Scheu ihre Klappe halten.
Je jünger, je kleiner dabei das Problem
das Supertalent optimal zu verfalten,
das später - mit Dreißig beim rostenden Eisen -
dann weitergibt, was ihm einst eingedrillt,
sofern dann die Knochen den Dienst noch erweisen,
und wenn seine Meinung dann immer noch gilt.
Kommt dann die Nacht und die Hymnen verhallen,
dann wird der erbitterte Endkampf zur Qual,
denn wer auf dem Sportfeld der Ehre gefallen,
dem widmet die Heimat kein Ehrenmal.


 Am Ziel

Schafft es ein Mensch
in göttlichem Bemühen
die Lichtgeschwindigkeit
per pedes zu erreichen,
umkreist er einen Baum
und leckt sich fürderhin,
wo kötliche Vorsehung
ein Loch gelassen hat.



CORONASPITZEN




"Bitte!" heißt nicht "Nur!"

Die Pandemie beschleunigt sich:
67 000 Infizierte heute!
Fußball- Bundesliga:
Volles Stadion in Köln!
50 000 eng an eng!
Geimpft und Genesen!
GENEHMIGT!
Aber bitte mit Maske!
"Bitte!" heißt nicht "Nur!"
Das kommt rüber!
Die Hoffnung stirbt zuerst!
Worauf eigentlich noch?
Auf Einsicht? Auf Vernunft?
Die sind eh schon tot.
Auf was sonst?
Auf Mut zur Verantwortung!




Man wird sich doch wohl ausleben dürfen?


Die treuesten Sportfans sind stets bereit,
ihr Leben für ihren Verein zu geben,
lauthals feiernd und engumschlungen
in vollen Bahnen, auf vollen Tribünen,
voller Power und ungezwungen.
Verklärte Bekundungen auszuleben,
gibt ihnen Corona Gelegenheit.






Der stolze Adler auf der Heldenbrust ist zum Pleitegeier missmutiert - Katarstimmung im 4-Sterne-Fussballhimmel!
Je ein Bundesligaakteur aus Freiburg (2 Tore), aus Bochum und aus Düsseldorf haben letzten Endes Deutschland bereits in der Vorrunde aus der WM katapultiert - allesamt Japaner. Alle reden jetzt von den Unfähigkeiten der deutschen Spieler und Funktionäre, aber damit, dass Japan sowohl Deutschland als auch Spanien geschlagen hat und damit vollkommen verdient im Achtelfinale steht, scheint die heimische Arrogantia nichts am Aluhut haben zu wollen. Dabei könnte sie gerade daraus nach 8 Jahren Blinddraufloskick incl. 2 Jahren Flickschusterei  eine Menge in Bezug auf Einsatzbereitschaft und Konzentrationsaufrechterhaltung lernen.

Immerhin haben die TV- Experten anschließend dem Trainer und dem Manager mit dem alten Hut konfrontiert, dass ein mittelstürmerloses Ballbesitzgeschiebe gegen bedingungslos mauernde Mannschaften nichts bringt außer einer Ermüdung, die im letzten Viertel der Spiele zumeist dafür sorgte, dass sämtliche Vorteile durch beherzte Konterangriffe zunichte gemacht wurden.
So weit, so frustrierend.

Nichtsdestotrotz findet das wahre Leben bei den Profis in den Vereinen der Profiligen statt. Länderbezogene Weltmeisterschaften sind völlig überholt, denn sie interessieren  nur noch als Nutzmenschmärkte Amateure und B,C,D,..X- Profis, welche sich dementsprechend (über-)motivert reinhängen, während die Großverdiener tunlichst ihre größenwahnsinnig wertvollen Knochen eher schonen. Deshalb gibt es auch keine schwachen Nationalmannschaften mehr, deren Bedeutung die nationalen Ligen übernommen haben. Nicht von ungefähr ist die UEFA- Wertung der europäischen Ligen ist für fimamzielle Perspektiven zuständig. Der WM - Titel zählt zwar für die Politiker, aber den Sponsoren und Investoren kommt es vielmehr darauf an, wieviel Spieler eine Liga in die  Halbfinals gebracht hat.
Insofern kann sich der Fussballfan damit trösten, dass mindestens drei Bundesligaspieler eine Rinde weiter gekommen sind von denen einer sogar nur aus der zweiten Liga kommt.




Unverfängliche Sportgedichte


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