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Menschsein als Chance

Menschlichkeit, mit graut vor dir!

Oh Menschlichkeit, du Schwäche der Natur zuwider strebend,
wo frommer Wunsch entrückter Denkerstirn entspringt,
die Über- wie auch Untermenschen anvisierend
den Nebenmenschen meist nur dann mit Fleiß bemüht,
wenn allzu dicht als Unmensch er sich zeigen sollte.

Es soll vom Tier das Menschliche sich unterscheiden,
doch ist´s ein Glasaug oft, das so schön menschlich schaut.
Dabei beachtet mancher Edelhumanist das unvermenschte Leben
gerade dann, wenn es sich ganz besonders menschlich gibt-
und auf den Pelz dabei ihm bloß nicht rücken wollte.

Oh Menschlichkeit, du dienst manch ausgebufftem Sünder
als Argument zur Nachsicht seiner wohlgeplanten Tat,
und manchem menschverachtenden Geschäftemacher
der schurkisch lukrativ damit sein Übersoll erfüllt-
so tierisch gut, dass man ihm große Achtung zollte.

Bei solch Verlogenheit, die menschelnd mich begleitet,
mag gern ich Unmensch sein, der das auch nicht bestreitet.
Unmenschlich menschlich

Es fühlt als wahrer Unmensch sich im Nachhinein
ein Mensch, des Selberdenkens zweifelsohne mächtig.
Ein Unmensch, diesbezüglich ziemlich unverdächtig,
besteht im Zweifel drauf, auch nur bloß Mensch zu sein.

Zum Unmensch ward in stetem Drang zum Übertan
der Mensch im Lauf der Zeit: Kultur hat ihre Preise!
Natur zieht davon unbeirrt gewohnte Kreise -
das "Un" verzehrt sich, alles fängt von vorne an.

Egal, wo du verweilst, wohin dein Auge schweift:
Es menschelt unentwegt stets un-, gut-, über-, unter-.
Den einen macht es müde wie den andern munter.
Den Dritten schert es wenig, weil er nichts begreift.

Du kannst im Grunde niemals dir im Klaren sein,
wozu sich vorgezeigte Menschlichkeit entwickelt.
Ob sie dich aufbaut oder ob sie dich zerstückelt,
entscheidest du im Umgang mit ihr ganz allein.
Leben und sterben lassen

"Gut Leben" heißt "sich zurecht zu finden
in jeglichen Schicksals natürlichem Lauf".
Zur Frustvermeidung wird viel geboten.
Wer Sicherheit braucht, nimmt viel Unbill in Kauf.
Zum Zweck somatischer Frühbefunde
gibt´s teure Test´s und Geräte zuhauf.
Der Mensch hat sich als Ersatzteillager
zu fügen, denn andere warten schon drauf.
Doch fällt den medial Unbeirrten
mit offenen Sinnen vor allem eins auf:
Das Tor zum zwangsoptimierten Dasein
hat einen profitmedizynischen Knauf,
denn Früherkennung heißt "länger sterben".
Ein "länger zu leben" verzichtet darauf.

Weder – noch


Willst etwa du stark sein, dann heißt man dich kämpfen.
Bist du aber schwach, dann brauchst du es nicht.
Du musst auch keine Erwartungen dämpfen.
so wird dir zur Kür, was andern zur Pflicht.
Fürwahr, von Natur aus strebt mensch nach der Macht:
Aus Be- wird dann oft Überhauptung.
Dann muss er hinein, wo ́s am lautesten kracht:
Die besten erwischt ́s - wenn man ́s glaubt - jung.
Vermeintlicher Schwachheit muss mancher sich beugen,
das Wasser schleift Steine zwar sanft, doch gewiss.
Wer stark ist, der scheut sich nicht Schwäche zu zeigen
und geht seinen Weg auch mit Loch im Gebiss.
Drum sag, was bedeutet schon schwach oder stark?
Da lohnt sich von doch kein Gewese?
Ob Sahne- nun oder ob Magerquark:
Im Grunde ist beides nur Käse.
Der Wunderknabe

Jan- Malte ist ein wahrer Wunderknabe.
Scheckheftgepflegt seit der Geburt
entwickelt sich bei ihm noch jede Gabe,
weil er auch einer ist, der spurt.
Er ist der Liebling stolzer Qualitätserzeuger,
und heißbegehrt von allen Ortsvereinen.
Er ist der beste Schütze und der Obergeiger,
im Schach ein As und pfeilschnell auf den Beinen.
Die Lehrer machen ihm nicht wirklich Sorgen,
denn Lernen ist von kleinauf ihm Gebot.
Da blieb kein kleinstes Grauzellchen verborgen:
Ein Kerl aus bestem Turbokorn und Schrot.
Er leidet allerdings an schwerer Psittacose,
mühsam erlesen aus diversen Lexika.
Doch stört`s ihn nicht in seiner Sollnarkose:
Auf dünnem Eise ist er dicke da.
Die Lebenslinie läuft gerade wie am Schnürchen:
Kein Grund an irgendeiner Kreuzung abzubiegen.
Kommt hinterm Horizont doch noch ein Hintertürchen,
dann wünscht man ihm, er könne noch die Kurve kriegen.

Aegroto, ergo sum


Bist du gestorben oder unleidlich genesen,
hast du der Unversehrtheit abgeschworen,
dann bist du für das Sanitätsunwesen
als Kunde leider sooowas von verloren!
Solange da noch was zu machen wäre,
bedrängt es Ignoranz mit Werbung roundabout,
auf dass ein Zweifelsfünkchen sich vermehre,
bis man sich selbst zu nichts mehr traut.
Bist du zudem gesetzlich gar versichert,
drängt man zum Joggen dich und auch ins Studio.
Masseure freut´s, der Orthopäde kichert,
Kardiologen grinsen - alle machst du froh.
Doch bist du stur und möglichst am vermeiden,
nach dem, was fehlen könnt, mit Akribie zu fahnden,
dann wirst mit vielen du es dir verleiden,
die deinen Eigensinn mit Nichtbeachtung ahnden.
Wenn man gesund nur wäre, was gäb´s dann zu reden?
Man wird´s leicht leid, wenn leider Leid kein Thema ist.
Gutgehgeschichten nerven sicher jeden,
zumal, wenn du schon ziemlich alt geworden bist.
Drum halt die Sabbel, lass die Leute stöhnen!
Lass nicht erkennen, dass es dir genügt.
Glaub mir, auch du kannst dich daran gewöhnen,
wenn an Geselligkeit dir irgendwas noch liegt.
Zwischenentmenschlichtes

Wo feuchtgebietend ekelfreies Suhlen
verfraulicht wird in ungewasch ́nen Kuhlen,
wo graue Schatten golden glänzen,
stößt mein Verstand an seine Grenzen.
Was rund um die Uhr nur vom Hörensagen
die Ohren vermüllt, kann ich kaum noch ertragen.
Drum gebe ich jetzt mich psychoprophetisch:
Sex pur ist voll out! Voll in ist der Fetisch!
Egal, wonach letztlich der Sinn dir steht,
worauf dir bestimmt einer flitzen geht:
Erlaubt ist heut alles, was taugt für den Kick!
Verzeihung, fast alles! Verpönt ist der Fick!
Und wenn, dann schon Fuck - vor allem ins Knie!
Die Mudda des nervigen Typs visavis
wird - ohne daß man sie wirklich begehrte,
zum Ziele verbaler Bedrohungsofferte.
Man fuckt die Fifa, fuckt die Penne
und fuckt im Notfall auch die Henne.
Vorbei die Zeit als man in Glut kam
beim guten alten Kamasutram.
Geschieht es - dann nur medial verpackt-
womöglich sogar mit Normalkontakt,
doch nicht so wie einst. Das äußert sich darin:
Aus Miss-i-o-nar wird Miss-i-o-na-rin.
Das Knieproblem bleibt unverändert!
Nun gut- das nennt man wohl gegendert.

Get lucky!

The world goes round, the sky is blue!
the birds are singing, aber du?
Du dümpelst rum im eignen Saft.
Du glaubst ja nicht, wie mich das schafft!
Dir denkt in deinem Stimmungsgrabe,
was ich denn jetzt schon wieder habe?
Versetz dich mal in meine Lage,
denn dann erübrigt sich die Frage.
Weiß Gott, du solltest dich mal sehen,
dann würdest du mich auch verstehen.
In mir sei jede Zelle glücklich,
drum finde ich dich unerquicklich.
Be happy, and all things go better,
denn otherwise gibt`s Donnerwetter!!
You get now desderwegen lucky -
ein bisschen plötzlich, aber zacky!

Alle inclusive?


Wenn alle alles können sollen,
dann kann das alles kaum was sein,
und alle, die dann mehr noch wollen,
lässt man mit ihrem Wunsch allein.
So wird infolge karger Mittel
zum Hirngespinst das Postulat,
zum neuen Frustrationskapitel
im gärenden Unwohlfahrtsstaat.
Man kann ja alles ausprobieren,
doch wenn nichts geht, dann gehts halt nicht.
Der eine scheitert beim Studieren,
der andre vor dem Reisgericht.
Mal Hand aufs Hirn: Wer kann schon alles?
Die einen dies, die andern das.
So hat im Falle eines Falles
Der eine von dem andern was.
Wozu braucht man den andern schon,
wenn einer alles eh allein schafft?
Ist denn der Sinn von Inklusion
autark zu sein in der Gemeinschaft?
Fürsorgeuntersuchung

Infarktest du noch oder krebst du schon?
Oder bist du dement, und du weißt nichts davon?
Oder ist es bei dir etwa umgekehrt?
Ich hörte, du fühlst dich fast unversehrt?
Das kann doch nicht sein, so alt wie du bist!
Da haben sich andere längst schon verpisst!
Du bist noch zufrieden mit deiner Gestalt?
Dich lassen die warnenden Stimmen kalt,
die sich vor Sorge um dich überschlagen?
Nur keine Hektik: Ich darf doch mal fragen?
Du musst doch endlich auch mal an dich denken:
Der Krankenversicherung darf man nichts schenken,
wo die es doch vom Lebendigen nehmen.
Die gierigen Strolche, die sollten sich schämen!
Die stecken doch alle in einem Sack
mit Apotheker- und Ärztepack.
Du bringst es noch fertig und fällst einfach um!
Ich hör lieber auf, denn das wird mir zu dumm.
Himmel und Hölle

"Da könnte was sein, da könnte was werden!"
versprechen die Ärzte die Hölle auf Erden.
Ins logisch folgende Ängstegetümmel
versprechen sie trostreich das Blaue vom Himmel.
Genau so machen es Kirchenvertreter.
Bei denen droht einem die Hölle nur später.
Falls echt oder scheinbar die Hölle schon brennt,
besitzt Politik auch das gleiche Patent
vermeintliche Hoffnung dem Volk einzubläuen
und dunkle Gedanken vorerst zu zerstreuen.

Tod und Beutel

Am Konto liegt es nicht, auf welche Art Du scheidest:
Der Tod kann gnädig wie auch grausam sein.
Doch ist bei Dir womöglich richtig viel zu holen,
verlängert er sich oftmals ungemein.
Es stirbt in Ruhe mit sich selbst zufrieden
in kurzer Frist manch bettelarme Kirchenmaus.
Von Schläuchen angekettet an Maschinen
keucht wochenlang manch Penunziant sein Leben aus.
Und stirbst Du hilflos und auf Dich allein gelassen
im momentan nicht grade prallen Irgendwo,
helfen Dir andre Werte, die Du Dir erworben
oder auch nicht. Das gilt dann so und so
Postmoderne Nutzkindhaltung

Die postmoderne Nutzkindhaltung
zielt auf den möglichsten Ertrag.
Im Hinblick auf die Ausgestaltung
taugt, was zu kriegen man vermag.
Das Glück von ÖKO-BIO-Rindern,
mit leerem Munde propagiert,
vergönnt man nicht den eig´nen Kindern,
weil sowas nur ins Unglück führt.
So jedenfalls läuft heut der Hase,
im Zickzack ständig auf der Flucht
vor Langeweile und Extase,
falls kind nach Sinn im Abseits sucht.
Geklont, im Brutschrank ausgebrütet,
in Batterien clean aufgezogen,
rundum versorgt und wohlbehütet,
bis an den Kragen voll mit Drogen,
im Förder-Forder-Frust-Geplänkel
verloren und allein gelassen
so werden uns´re Ururenkel
dereinst die Arche wohl verpassen.
Vom doitschen Wesen


Klein Michel ist höchst wissbegierig
und voller Neugier auf die Welt.
In dieser weit herumzukommen,
das ist´s, was ihm recht gut gefällt.
Es können schließlich alle sehen,
wie gut es unserm Kleinen geht.
Den eig´nen Vorteil auszunutzen,
das ist´s, worauf er sich versteht.
Sein Heil will er herausposaunen,
egal, ob er auch angeeckt,
doch möchte jemand Anteil haben?
Das ist´s, was ihm nun gar nicht schmeckt.
Die fremden Bitter vor seiner Tür,
die hasst er gleichsam wie die Pest.
Für eig´nes Zutun gibt´s kein Gespür.
Das ist´s, was mich dies schreiben läßt.
Mit und ohne

Ein Mitmensch, den ewige Zweifel prügeln,
ergreift jeden Anlaß sich einzuigeln.
Man fragt sich, bar jeglicher Illusion:
" Lebt der noch, oder stirbt der schon?"
Ein Ohnemensch lässt den gelehrten Verein
der Götter in Weiß gute Männer sein,
bevorzugt bei „Ojemine!“
den Pu Errh - vor dem Em Errh -Tee,
lebt vorahnungslos in der Gegenwart
und hat einen Haufen an Kohle gespart,
wovon dann der Mitmensch enorm profitiert,
wenn wieder das Blut in den Adern gefriert.
Somit reicht für beide das Heilsangebot,
und letzlich sind doch alle beide gleich tot

Sehr wichtig!

Ist Wichtigsein für einen wichtig,
dann macht es jenen meistens süchtig.
Er giert nach Zeilen und Sekunden
im Medienpool. Ob gut befunden
oder beschissen - ganz egal:
Hauptsache drin - es zählt die Zahl.
Auch die der Kondolenzanzeigen
und deren Größe, ganz zu schweigen
vom Extra nach der Tagesschau.
Der Inhalt kümmert keine Sau.
Er hat zwar selbst nichts mehr davon,
doch dran zu glauben reicht ihm schon.
So mag er sich als reicher Wicht...
...benutzen lassen - oder nicht ?

Plappageiengesundheit

Wir sind ein Volk von Plappageien:
Geplappat wird nach, was schon jemand gesagt!
Wer Selbstsicherdachtes zu sagen mal wagt,
dem ist das kaum noch zu verzeihen.
Wird ihm mit Ignoranz begegnet,
gilt das allemal schon als Kompliment,
als Zeichen dafür, dass man anerkennt,
dass manche besser durchgebregnet.
Mit reichlich Geld dringst du hingegen
gebührend vermarktet in jedes Ohr.
sogar noch als Leiche stichst du hervor-
womöglich grade erst deswegen,
denn nur tot garantierst du Wohlverhalten:
Wer korrigiert in seiner Gruft
wenn Sinn in stiller Post verpufft,
und wenn warme Gedanken im Smalltalk erkalten?

 

Hilfe

Wie müßig scheint´s zu helfen denen,
denen im Grunde nicht zu helfen ist,
weil sie sich ihrer Lage schämen,
oder zu stolz sind gar und angepisst.
Wie blöd für die, denen das Helfen
einfach nur dienlich ist als Lebenszweck.
Der hehren Schar der netten Elfen
brechen dann nötige Ressourcen weg.
Sich rauszuhalten gilt gewiss nicht
als Präferenz für eine Hilfsaktion,
und Hilfe, die sogar Tabus bricht,
ist manchmal wirklich eine Topoption.
Doch blinder Eifer lässt geschehen,
dass vieles schlimmer noch als vorher wird.
Es ist nicht einfach beizustehen
mit etwas Wohlbedacht und unbeirrt.
Wie soll ich dies Gedicht vollenden?
Hast Du `nen Tipp? Dann los- verrat ihn mir!
Willst du nicht meine Zeit verschwenden,
hör auf zu labern, Freund! Das rat ich Dir.
Ich helf dir gleich, wenn du mit schlauen
markigen Sprüchen mir die Nerven raubst!
Dann rast ich aus - drauf kannst du bauen!
Das geht dann schneller, als du vielleicht glaubst!

Homo sapiens

Der Homo erkennt sich als "sapiens"
und findet sich auskömmlich klug.
Ihn kümmert nicht, wie er auf andere wirkt -
da ist er sich selbst voll genug.
Nur er sei das Maß und er schaffe allein
einen spirituellen Spagat.
Pantoffeltierchen haben dafür
nur Wimpernzucken parat.
Freundefinder

Freunde sind oft leicht zu finden
für die Tauben oder Blinden.
Und meist ist die Freude schon arg getrübt,
wenn der Blindenhund knurrt und das Hörgerät piept.
Doch auch im Vollbesitz der Sinne
verspricht die Suche Hauptgewinne,
denn manche findet man bisweilen
auch zwischen Tönen oder Zeilen.

Sexismus

Die Frauen sind sensibel,
und die Männer sind penibel.
Wer heute sagt, das wär nicht so,
dem nimmt man das leicht übel.
Die Feminna sieht sich als Opfer, - punktum!-
der Geissler die Männer als Täter
und wirft mit den Zahlen wie wild um sich rum
als Möchtegernschwerenöter.
Dass beiderseits so`ne und solche betreiben,
was die als Sexismus bemängeln,
das lässt sich gewiss nur in Ruhe beschreiben
und nicht durch mediales Verquengeln.

Theoriekratie

Im Nahkampf um völlig utopische Ziele
verzehren sich die Praktiker im Nu an der Front.
Im Elfenbeinbunker der fernen Etappe
erweitern Theoretiker den Horrorizont.
"Das kann doch nichts bringen!", so sollte man meinen,
doch geschieht´s grade so in fast allen Systemen,
die irgendwie weisungsgebunden erscheinen,
und schafft Feldherrnhügel von neuen Problemen.

Feiertagsbewältigung

Den einen sind die Feiertage
ein Grund zum Jubel-keine Frage.
Den Zweiten sind sie wohl egal,
doch allemal nicht optimal.
Den Dritten gehn sie auf den Sender
als nervige Kalenderschänder.
So herrscht,je nach des Blickes Winkel,
freudiges Hoffen, Frust und Dünkel.
Wer sich nicht arrangieren kann,
der eckt in jeder Runde an.
Doch wer sich in sein Schicksal fügt,
mit sanfter Duldung sich begnügt
und sich zur Not die Kante gibt,
der fällt nicht auf und bleibt beliebt.
Das ist- das kann ich nur beteuern-
zwar nicht das Gelbe von den Feiern,
doch alsbald macht der Alltagstrott
selbst Resignierte wieder flott.

Tumor ist, wenn man trotzdem lacht

Die Menschheit vernichtet ein Krebsgeschwür
genährt durch Mobilitätswahn und Gier
und durch Selbstüberschätzung beschleunigt,
die die gläubigen Träumer vereinigt.
Eliten gedeihn, weil die Masse verrottet.
Wer sich widersetzt, wird mit Glück nur verspottet.
Dem Denken wir zunehmend abgeschworen,
das überträgt man auf Prozessoren.
Das Handeln wird Robotern überlassen.
Egal, was passiert: Der Konsum muss passen!
Wer hat, der hat es meist hochwohlgeboren.
Wer nix hat, der hat hier bestimmt nix verloren.
Der kann ruhig verzweifeln, vergammeln, verrecken.
Man selbst kann sich ja hinter Mauern verstecken
und tun, als ob alles so gottgewollt wäre
und Eigentum eine Frage der Ehre.
Fakt ist, falls sich Loser zu klagen erdreisten:
Wer hat, hat auch Recht, denn das kann er sich leisten.
So tobt voller Arro- wie Eleganz
ums Goldene Kalb längst ein Totentanz.
Die modernde Zukunft dräut eh allen gleich:
Mikroben ist´s wurscht, ob arm oder reich.
Ich schreib dies, doch hege ich keine Erwartung
bezüglich der menschlichen Antientartung:
Die unbeirrt derart am Stecker zerren,
die werden nicht auf mein Gemecker hören.
Diagnose

Das angestrebte Ziel der Medizin,
das war, das ist und bleibt es fürderhin,
mit jedem erdenklichen Aufwand
für jeden erdenklichen Zustand -
ob psychisch oder somatisch,
jedoch nicht zwingend empathisch
eine Mordsdiagnose zu erstellen,
die ohne die Pharmafia zu verprellen
und ohne, dass jemand die Kassen vergrätzt,
Bearztigungsmuffel ins Grübeln versetzt.
Doch gibts auch die, die mit wehrenden Händen
die Diagnose gern dazu verwenden
um ihr Verhalten zu begründen,
das and´re ungebührlich finden.
So wird das Ergebnis, und sei´s noch so small,
zum Eulencry oder zum Nachticall.

Menschsein reicht nicht

Den Mensch als Mensch nur anzusehen
verhindern Herkunftsdruck und stures Gendern.
Wer´s dennoch wagt, mag zugestehen:
Es wird vermutlich nichts daran sich ändern.

Ob Mann, ob Frau, ob Carnophage,
Veganer, Gottsanbeter oder Heide:
Solch Unbeachtung bringt zutage,
ob die Begegnung lohnt für beide.

Mittendrin und doch daneben


Oben drauf und unten drunter,
vorneweg und hintendran,
Superfit und schwerstbehindert:
Auf´s Extreme kommt es an!
Fastfood oder Sterneküche,
Penthouse oder Hauseingang,
hirnlos oder superhirnig:
Das bewahrt vorm Mittenmang!
Das outgesourcte Mittendrin-
egal, wie wichtig und worin -
lockt nunmal nicht das Interesse
von Glotze, Internetz und Presse.
Um Toppräsenz und Anerkennung
im multimedialen Irrenhaus,
bekämpfen sich gemachte Affen,
Was lernt für sich draus die graue Maus?
Pech und Glück im Übermaße,
höchste Kunst und größter Pfusch,
barfuß oder lackverschustert:
Suche Grenzen oder kusch!

Voll daneben

Ein Mensch, der tiefverspannt beteuert
"Was sind doch alle heut´ bescheuert!",
verstört als Opfer einer Blendung
mit seiner barschen Redewendung.
Der Unmensch nebendran nimmt´s locker:
"Was will der Topf- und Pfannenschocker?"
Mensch und Schicksal

Klima retten, Krebs besiegen,
Barrierefreiheit, Inklusion:
Wunderheilversprecher haben
zur Zeit gerade Hochsaison.

Wortverhülste hehre Ziele,
aus vagen Ängsten schlau gestrickt,
finden Anklang bei all jenen,
für die der Mensch das Schicksal fickt.

Eins ist allem ungemeinsam:
Profit allein ist hier das Ziel!
Laute Demut würd´ auch helfen,
doch die gilt als Meckermüll.

Hab´ ich auch mit diesen Zeilen,
ins Spinneroutback mich verpisst,
zolle weiter ich dem Menschen,
dass er das Schicksal selber ist.

 

Krieg und Frieden

Als begeisterte Onlinemüllverfasser
echauffieren sich Greta||:hasser:||.
Ja, wenn es nur Gretahassende wären,
dann wäre es irgendwie noch zu erklären,
doch können die Fans nicht vom Wahnbild lassen,
dass auch jene Leute die Greta hassen,
die zwar ihr Anliegen durchaus verstehen,
doch außer Panik ein Pappschild nur sehen,
die meinen, die Show und das Drumherum,
die lenkten an sich nur das Augenmerk um,
vom Klimabewusstsein auf eine Ikone.
Das ist dann ein Fall für die dicke Kanone,
mit Unrat gefüllt und mit Spott hin und wieder.
Die postet damit alle anderen nieder
als neidisch, verängstigt und unglaublich dumm.
Da fragt man sich ernsthaft "Wieso?" und "Warum?"
Da geht es nicht um Klimaschutz,
das strotzt vor Forenklimaschmutz,
vor blanker Lust an der Randale
nebst Hochbetrieb am Gretapfahle,
auf Klimaleugnerscheiterhaufen
und Weiterdenkerwürgeschlaufen.
Egal, wie schlimm die Schlammschlacht wütet:
Man fordert noble Friedenspreise
für Greta, die pikanterweise
für Krieg vom feinsten Anlaß bietet.

Rerum Naturarum Scientologik

Es ist die Hauptaufgabe, darum
hilft auch kein Leugnen und Vertuschen:
Scientiae rerum naturarum
soll´n der Natur ins Handwerk pfuschen.

Das mag für kurze Zeit gelingen,
doch alsbald hat sich´s ausgezickt.
Statt Heil und Segen zu erringen,
wird wieder sich ins Hirn gefickt.

Lesetipp

Die Erde hat Mensch,
und der Mensch hat nen Vogel
Der müsste gemutmaßt ein Rabe sein.
Der ist furchtbar schlau
und für alles zu haben.
Des weiteren google "Hans Huckebein".

 

Wohlstandsklimaschmutz

Statt immer nur den Konsum und das Wachstum lobzupreisen,
wär´s angebracht, man würde auf Besitztum einfach scheißen.
Ich muß gestehn, dass ich mich diesbezüglich etwas schäme,
denn selbst als Mahner hab ich zweifelsvoll damit Probleme.
Wohlstandszuwachs und Dekadenzbeschleunigung
korrelieren in inniger Vereinigung.


Mit Maß zu bewahren scheint nicht diskutabel.
Es türmt sich der Wahnsinn wie weiland zu Babel
und ist dabei längst schon beträchtlich am Wanken,
doch sehen nur Nüchterne hindernde Schranken.
Drum verreckt sich so die Menschheit ihrem Ende immer näher:
Umso schneller, desto eher! Umso höher, desto jäher!

Schöne heile Welt?

Wenn man bei Kindern, die bei jedem bisschen plärren,
sich aus Bequemlichkeit nicht zu behaupten wagt,
dann braucht man sich vor allen Dingen nicht zu wundern,
dass drauf im Alter schnell der Frust an ihnen nagt.

Die, die aus Würfelzucker Energie beziehen,
rektal verabreicht in besorgtem Überfluss,
die finden später mal wohl kaum Alternativen,
wenn auf´s Gebläse dann verzichtet werden muss.

Wenn, was sie wollen, sie dann nicht bekommen können,
kann es schon sein, dass blanke Panik sie erfasst.
Doch hilft kein optimedial gepimptes Flennen,
weil sowas in die heile Kinderwelt nur passt.

Gennormte Existenz


Anderslautenden Beschwörungen zuwider
ist Mensch an sich beileibe nicht vernunftbegabt,
sondern von Hand in Mund im Hier und Jetzt zu leben,
gelegentlicher Mutation zutrotz genetisch vorbestimmt.

Alle bisher erworbenen Erkenntnisse
verändern daran nichts, denn sie erwiesen
sich nur als Basis zur verblendeten Erschaffung
vermeintlich segensreicher Handwerkzeuge,
deren Gebrauch bereits nach ziemlich kurzer Zeit
die Menschen eines Schlechteren belehrt.

Aus diesem Grunde bleibt kein Platz für die Erwartung,
dass Einhalt irgendwann geboten wird dem Wachstum,
das konsequent Ressourcen nachhaltig vernichtet
und göttergleiche Ewigkeit zum Albtraum werden lässt.
Veränderung zum Weiterso

Klimanotstand, Frieden, Menschenrechte,
dazu noch gleich, geschwisterlich und frei?
Jeder, der die Welt verändern möchte,
scheitert als Träumer irgendwann dabei!

Denn letztlich nutzt das nur dem Erzganoven
der routiniert sich gegen jeden Wandel feit,
und übrig bleiben wieder nur die Doofen
in ihrer undankbaren Unzufriedenheit.

Was anfangs noch schien von Erfolg beschieden
kehrt ins Gegenteil sich im Nachhinein.
Das Ende vom Streiken und Pläneschmieden
wird zwar anders, doch ein Weiterso sein.

Es wird immer den Wunsch nach Veränderung geben,
der stets garantiert, dass es kriselt und kracht,
weil die Menschen als solche nach oben streben,
nach Wachstum und Wohlstand, nach göttlicher Macht.
Politisch korrekt?

Auch im Jahre Zwanzigfünfzehn,
wie´s so schön auf Neudeutsch lautet,
wird akribisch - wenn auch pseudo -
deutscher Wortschatz durchgekrautet.
"Gutmensch" als des Jahres Unwort
hat dabei längst ausgedient.
"Bessermensch" heißt die Devise,
die im Medienwald ergrünt.
All die Möchtegernkorrekten,
die es auch nicht besser können,
wenn sie selbst entscheiden müssten,
dürften sich darin erkennen.
Ist das alles noch zu wenig,
kennt das Ego keine Grenzen,
können wenigstens die Frauen
als Soroptimistin glänzen.
Einsichtssache

Der Alltagsmensch mutiert zur Nummer eines Unterordners,
der, angefüllt mit Daseinskomponenten nebst Prozenten,
einzig allein die beiden Ziffern Null und Eins enthält.
Im ultraschnellen Wechselspiel von Ziffernfolgen
läuft dann das sogenannte Menschenleben ab
nach dem zuletzt entmenschtlichen Diktat
von menscherdachten Algorithmen.
Gespeist durch Sonnenenergie
bewahrt sich dieser Zustand,
bis der jüngste Sonnentag
oder ein weiser Meteor
mit solch´ Intelligenz
ein Einsehn hat.

Alltagsglück


In seiner dichten Hightechkapsel
schwärmt tadel- sowie schwerelos
der Alltagsmensch von seiner Erde:
Der Abstand ist genügend groß.
Er sieht den Erdtag ohne Menschen-
dafür sind sie dann doch zu klein.
Das bringt schon mal ´ne ganze Menge
für´s unbeschwerte Glücklichsein.

Coronaler Stussseufzer


Wann fängt das Leben wieder an,
immun und ohne Nebenzwänge?
Wann gibt es wieder Ballermann
und ehrfurchtsfeuchtes Fangedränge?

Wann gibt es Publikumsverkehr
im Adabei-Kulturgeschehen?
In Homemademovies werden doch
nur Künstler und sonst nix gesehen?

Die liebe Oma mag dafür
von mir aus gern zuhause bleiben
und hochmotorisiert sich dann
im Hühnerstall die Zeit vertreiben!

Den lieben Opas gönnen wir
einen gepflegten Lebensabend
in heimeligen Altenzoos
geschützt und ihre Ruhe habend.

Dann könnten wir wie ehedem
im Vorwärtsgang genießen.
und Kinder bräuchten wir vielleicht
nicht auf den Mond zu schießen.

Internettigkeiten 2020

Ein Mensch, der zeigt gern, was er hat,
und ist total gefrustet,
weil sich ein Virus das verbat.
Nicht nur, dass er jetzt hustet-
vor allen Dingen fehlen ihm
reale Adressaten,
denn die bevölkern jetzt intim
Corona- Kemenaten.
Ein Unmensch kriegt den Ärger spitz
ganz nebenbei beim Chatten
und macht darüber einen Witz.
Das sprengt die Ethi-Ketten:
Der Mensch wächst über sich hinaus,
im schrillen Habenzeigen.
Der Unmensch hält sich grinsend raus
in andächtigem Schweigen.
Den einen macht der Fremdfrust an,
den andern die Entfaltung,
So ist es jedem recht getan,
und sorgt für Unterhaltung.

Menschliche Karrieren

Ein Nebenmensch,
den man getrost auch Unmensch nennen könnte,
wenn man sich ziert,
als Arschbeschreibung Untermensch zu nutzen,
sieht sich als Mensch,
der zweifelsfrei in seiner Art nur menschlich ist.

Ein Metamensch,
nach intensiver Therapie in sich gekehrter,
sieht sich als Übermensch
nach einer ausgedehnten Forenunterhaltung,
die obendrein auch noch
einen verschämten Googlehupf zur Folge hat.

Just jener Übergang,
der abgefahrne Weg vom Mensch zum Metamenschen,
stellt sich als Hürde dar
beim scheiternden Versuch sich hochzumenscheln,
wobei noch nicht einmal geklärt ist,
ob Start- und Zielpunkt überhaupt verschieden sind.

 

Die Krise

"Möglichst schnell den Spuk beenden!
Lieber reich und früher Leiche!
Alles dürfen und verwenden!"
Das Gebot ist stets das gleiche,
wenn die Krisen um sich greifen.
Zweifler haben nichts zu lachen.
wenn sich Eiferer versteifen.
Heimlich bringen Veteranen
ihre Schätze auf die Seite.
Mahner, die die Pleite ahnen
suchen in sich selbst das Weite
in Erwartung der Vertreibung.
Hochverdiente Volksvertreter
spotten jeglicher Beschreibung
und verwahren sich für später.

Kein Risiko

O Glücklicher, der du mit nichts zufrieden!
In Krisenzeiten wird es nicht dein Schaden sein!
Bei Aufbruchstimmung braucht es dich hienieden,
sonst siecht die Konjunktur im stillen Kämmerlein.
So zeigst du dich sowohl in Blüte- wie in Pleitezeiten
mal so, mal so - doch stets auf sicheren Gewinnerseiten!

Stumme Erkenntnis

Am Anfang ist man noch hochmotiviert,
und tut seine Meinung frei kund.
Doch irgendwann hat es sich ausparliert,
dann hält man am besten den Mund.
Man fragt vielleicht (oder höchstens mal nach)
und hört sich geflissentlich an.
was einem darauf dann geantwortet wird,...
...und langsam gewöhnt man sich dran.
Draus folgt das Recht auf das vorletzte Wort,
erst mißlich, doch letztlich famos.
Wer dieses Recht sich erarbeitet hat,
ist alle Verantwortung los.
Rückblick:Vorsicht!

Leicht untertriffst du wohl die Gürtellinie
dem, dem die Hose bis zum Halse steht.
Schwer fällt der wohlgemeinte Tritt ins Eingemachte,
wenn ihm dabei der Arsch auf Grundeis geht.
Das wär ein guter Grund, sich bei ihm rauszuhalten,
doch kribbelt es, wenn er von dir geschätzt.
Ich aber rate dir: "Lass Vorsicht walten!
Was nützt es dir, wenn du dich selbst verletzt?"
Das Lied von der Unbedeutsamkeit menschlichen Lebens

Im Banne des Virus die Zeit verrinnt
in einer Natur, die sich wenig drum schert
und ohne Geschwafel die Menschen belehrt,
wie unbedeutend sie eigentlich sind.

Statt Rat von den üblichen Trendabgöttern,
erfolgt nur noch kleinlautes Achselzucken
und objektiv blind in die Röhre gucken
bei krass überforderten Lebens"rettern".

Zu retten gibts eh nichts und wenn auch, wofür?
Es wird nur ein misslicher Zustand verlängert,
der trotz aller Wissenschaft unheilgeschwängert
erbarmungslos wächst wie ein Krebsgeschwür.

Wer wohlleben will, hat sich anzupassen.
Wer mehr auf Verdrängung setzt, hat bald genug
vom bohrenden Frust, und der Selbstbetrug
vergrößert die Lust, diese Welt zu verlassen.

So regelt sich alles alsbald von alleine.
Und wird auch der Spielraum für Menschen dann enger,
verbleibt eine Bestreben vermutlich noch länger:
Am Grunde der Moldau, da wandern die Steine.



Der Vierzeiler von der Unzulänglichkeit des menschlichen Strebens


Der Mensch an sich ist schlecht,
noch schlechter als bei Brecht.
Machst du ihn besser, als er ist,
dann bleibt er trotzdem schlecht.

Schuld war nur das Scheiß- Corona


Für Marie-Chantal war der Urlaub klar

Sie fuhr in den Club, wie in jedem Jahr
Doch am dritten Tag fragte die Mama
„Kind, warum bist du denn schon wieder da?“

Schuld war nur das Scheiß-CORONA
Was kann ich dafür?
Schuld war nur das Scheiß-CORONA
Bitte glaube mir
Denn wenn man das Scheiß-CORONA kriegen kann
Dann fängt für alle gleich die große Panik an
Schuld war nur das Scheiß-CORONA
Das war Schuld daran

War's kein Mondenschein? No, no, das Scheiß-CORONA
Oder schlechter Wein? No, no, das Scheiß-CORONA
Kann das möglich sein, yeah yeah, das Scheiß-CORONA
War Schuld daran

Kevin-Fridolin aß nicht gern daheim,
und im Dönertreff trug er brav sich ein.
Sieben Tage drauf war die Nachricht da.
Jetzt gibt es vierzehn Tage Grünzeug von Mama.

Schuld war nur das Scheiß-CORONA
Was kann ich dafür?
Schuld war nur das Scheiß-CORONA
Bitte glaube mir
Denn wenn man das Scheiß-CORONA kriegen kann
Dann fängt für alle gleich die große Panik an
Schuld war nur das Scheiß-CORONA
Das war Schuld daran
Schuld war nur der Bossa Nova

War's ein Gammelschwein? No, no, das Scheiß-CORONA
Oder Schimmelwein? No, no, das Scheiß-CORONA
Kann das möglich sein, yeah yeah, das Scheiß-CORONA
War Schuld daran
Biedermenschlichkeit

Brandstiftung hat Konjunktur,
und die Mehrheit lässts geschehen.
Zwar ist es nicht grad bequem,
doch man braucht nicht hinzusehen.
Als mäuschenstiller Biedermensch.
lebt sichs mausgeduckt am besten.
Mögen die, die gerne löschen,
das, was nötig wäre, testen!
Ist dies von Erfolg gekrönt ,
wird man nicht mit Beifall sparen.
Scheitert es, kann man getrost
den neutralen Schein bewahren.
Jammern folgt zwar manchmal auch,
aber nur im engsten Kreise.
So gehts dann ein Leben lang
immer auf die gleiche Weise,
bis vielleicht ein Schicksalsschlag
oder ein chronischesDrücken im Nacken
in der Wohlfühlloge zwingt
sich an die eigene Nase zu packen.
Der Bildungstest

Ich glaub es nicht: Du machst wohl einen Bildungstest?
Mit krauser Stirn stehst du vor dem Regal.
Mein Bücherschrank beherbergt nur Erlesenes,
und was das ist, ist doch total egal?

Da findest du,
solange du mit arger List
auch suchen magst, kein Buchklubangebot,
und ödem Buch, selbst wenns der Hit des Jahres ist,
droht gnadenlos im Altpapier der Tod.
Da steht nicht viel. Von Schatz kann keine Rede sein,
doch schau nur hin: Nichts schimmelt und nichts klemmt.
Ich sammel nicht, schon gar nicht für den Augenschein,
Wozu auch sonst? Die Wand ist gut gedämmt.

Waldesruh

Was schallt dort durch den Ruheforst?
Frau Adler sucht nach ihrem Horst.
Das wird wohl eine lange Suche:
Der ruht zwar unter einer Buche,
doch "Unter welcher?" ist die Frage.
Der Grund zu vehementer Klage
ist der, dass ihre Adleraugen
jetzt auch nicht mehr so richtig taugen.
Im Friedwald krönt das Grab kein Stein.
Ein Schild am Baum, doch das ist klein,
lässt hier die Toten, da die Blinden
nun mal nicht zueinander finden.
Man grübelt, wieso sie im Nachhinein jammert,
hat sie doch zu Lebzeit nicht grade geklammert?
Es handelt sich folglich um zwei Paar Schuhe:
Ihm schon, jedoch ihr lässt dies keine Ruhe.
Ich will da keinen Hehl draus machen:
Dem Gatten ist zwar nicht zum Lachen,
doch quillt ein Smiley aus der Asche.
Du fragst, wieso ich das erhasche?
Ich merk das seit der Rente schon
und nenn das Gruftintuition.

 

Pandem(oskop)ie



Pandemisch gesehn wird der Menschheit zum Fluche
die enorme Entwicklung der Mobilität.
Dabei schlagen alle Effekte zu Buche,
die bewirken, dass alles ins Schleudern gerät.

Wer mit seinem Arsch in der Nähe bleibt
( Es muss ja nicht grade zuhause sein!)
und jetzt nicht global sich die Zeit vertreibt,
hilft nicht nur dem Weltklima ungemein.

Er macht auch dem Virus das Leben schwer.
Zwar juckt ihn das Fell in vermeintlichen Fesseln.
doch dafür sekiert er die Nachbarn mehr
und steigert den Dampfdruck ringsum in den Kesseln.


Der Händedruck bleibt leider abstandsverpönt,
doch schert es nur die, die immer noch nüchtern
und einsichtig sind und Verzicht schon gewöhnt
und nicht von Verschwörungen einzuschüchtern.



Hingegen steht jenen, die Luxus anbieten,
das Wasser bis an den geplatzten Kragen.
Kein Wunder, dass derart Verzweifelte wüten
und Gondeln erspähen, die Trauer tragen.

Der Irrweg ins Wachstum verheißt eine Wende.
Das will nicht so recht in die Schädel hinein:
Hier brennen noch Lunten, dort schwelen schon Brände.
Die Luft wird zwar sauber, doch keineswegs rein.

Die glasklare Aussicht verliert ihren Charme,
wo schlichte Gemüter vernebeln sich lassen.
Versagte Gewohnheit schlägt blinden Alarm
und über die Stränge und ist nicht zu fassen.

Gelegenheit witternde Populisten,
zeichnen sich schrill durch Pandämlichkeit aus.
Viele, die eigentlich aufmucken müssten,
halten sich vornehm aus allem heraus.

Wer schlau ist, wird keinerlei Zeit mehr verschwenden
und leben, so wie er´s verantworten kann.
Gewiss wird die Reise im Irgendwo enden,
doch keinem erschließt sich das "Wie" und das "Wann".



 

 

 

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