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Karl Ranseiers Gedächtnisseite

ist/war eine Kunstfigur aus der "RTL- Samstag- Nacht- Show", deren Ableben darin zu einem "Running Gag" wurde.
https://www.youtube.com/watch?v=EUjUMs4zczw&feature=emb_logo

Für den Karl gilt "Nix is fix!".
Selbst dem Tode hilft da nix!
Dem Karl in uns passt das ganz gut,
weil er meist ungern tot sein tut.
Auch ich habe es jetzt kapiert:
Der Karl stirbt ab, der Karl lebt auf!
So ist nun mal sein Tageslauf
als Eintagskarl im Cyberloop.
Das sorgt für den Bedeutungsschub,
der Stehaufkarlchen motiviert.

Ganz seelenruhig schwebt ER spätabends herein
in den Kreis der verschiedenen Armen Poeten.
Sie hatten zwar selbst schon sehr lang drum gebeten,
Verwunderung herrschte trotzdem allgemein.
Doch kurz darauf schon war die Scheu vorbei:
Der Held lauschte seinen alten Geschichten
und reanimierte zu neuen Gedichten.
und blieb dabei seiner Gewohnheit treu.
Des Morgens plumpste er wieder fort
um nach dem Abendmahl aufzukreuzen
und wieder die Stimmung anzuheizen
mit Depressionen, Leichtsinn und Mord.
Das führte letzlich zum Drehtüreffekt,
und war somit gar nicht im Sinn der Poeten.
Sie haben den Petrus lieb deshalb gebeten,
dass besser er Karl doch woandershin steckt.
Es ist wie immer an Allerseelen:
Karl öffnet die Tür von seiner Gruft.
Ein unfriedhöfliches Mordsgedränge
bewirkt, dass die Lebenslust verpufft.
Er hat keinen Bock auf Ellenbogen
und den jährlichen Run ans Grablichtermeer.
Der Tag könnt ihm glatt gestohlen bleiben,
ihn gelüstet es nicht nach Rushdayverkehr.
Warum soll seine tägliche Lebensaufgabe
just in Nordrhein - Westfalen beweltigt werden?
Es gibt allemal anderswo schönere Plätzchen
zum Verbleib sowohl über wie unter Erden.
Die Frage verbohrt ihn im Grunde schon länger
und ihm schwant, daraus könnten Probeme erwachsen,
doch scheint er noch einmal die Kurve zu kratzen:
Er erwägt einen Umzug nach Niedersachsen!
In fester Absicht seinen Willen zu verletzen
schreibt Karl ihn auf auf frischgebügeltem Papier.
Darauf versuchte er sich schleunigst abzusetzen,
und das gelang ihm zweifellos avec Plaisier.
Doch in der Eile, diesen Willen zu vernetzen,
ließ er dabei das Bügeleisen außer Acht.
Groß war im Nachhinein des Karls Entsetzen,
als ihn der Feuerwehreinsatz zurückgebracht
in einen Zustand, den er garnicht mochte,
der seinen Willen obendrein verletzt.
Man konnt ihm ansehen, wie´s im Innern kochte,
während Freund Hein vergeblich seine Sense wetzt.

Karl war schon immer fürs Massengrab.
er meinte, dort wäre mehr los.
Und als es sich endlich so ergab,
da war seine Freude groß.
Karls Fetenerwartung erfüllt sich nicht,
So´n Mist, das darf doch nicht sein!?
Corona bedingt jetzto Maskenpflicht,
drauf ließ er sich lieber nicht ein.
Da drinnen, da waren ja alle eh tot.
Weshalb sollten sie noch parieren?
Er kennt sich: Bei sowas, da sieht er stets rot.
Warum soll er Ärger riskieren?
Dann lieber in die Einzelgruft
und ordentlich Heia gemacht!
Am Morgen ist eh der Effekt verpufft
wie immer- das wär doch gelacht!?

Karl liest sich in die Bibel ein:
Was seh ich da? Kann das denn sein!?
Das Jesulein? Nee, ne? Das bin doch ich?
Woher wohl zum Teufel kennen die mich?
Beim weiteren Studium, das er getätigt,
fühlt er sich zunehmend bestens bestätigt.
Doch halt! Was ist das? Es kommt ihm ein Zweifel.
Vermutlich agiert da ein Druckfehlerteufel.
Am Ende seiner Erdentage
käm ihm Karlfreitag nur in Frage.

Karl freitags nimmt den Schmerz im Kreuz in Kauf
und endet wieder wie gewohnt.
Man nagelte ihn schließlich fest darauf.
Doch fragt man sich, ob das noch lohnt?
Es ist ja nur für eine kurze Zeit,
danach gehts eh von vorne los.
Probates Stehaufmännchenleid
verwundert nicht mehr allzu groß.

Stets pünktlich entsteigt seinem Sarkophag

um Punkt Nulluhr Null am Murmeltiertag
der Karl. Und wie immer gedankenverloren,
wie oft er inzwischen wohl wiedergeboren,
was unvermeidlich die Aufmerksamkeit mindert,
und jegliches Dasein doch ganz schön behindert,
verbaselt er Stunde um Stunde sodann
bis zum sicheren Date mit dem Sensenmann.
Sein Kreiscrash, der wird hochwillkommen
von Gaffern und Spöttern wahrgenommen.
"Willst du sowas?" hat man nie gefragt.
Er hätte vermutlich auch "Ja!" gesagt.

Karl war einstens nach Charmeur,
drum schrieb er an Yazmeen La Fleur:
Ich stehe voll auf deine Zeilen,
die mit sich mir vorzüglich teilen
so gruftaffin, wie´s mir entspricht-
sie dämmen mir das Tageslicht,
auf dass ich meine Augen schone,
denn nachts verbring ich völlig ohne
Erleuchtung meine Totenruhe.
Steig ich am Morgen aus der Truhe,
dann halt ich schleunigst vors Gesicht
so ein Yazmeen la Fleur - Gedicht,
damit, in Tränen eingeweicht,
es bis zum Abendabgang reicht.
Ich find drum deine Verse mächtig
karlspreisverdächtig.

Erst wars ´ne Vermutung,

doch jetzt glaube ich es fest,
was Karl von den Toten
wiederauferstehen lässt:
Das rührt von Gedichten,
aufgeschrieben je nach Drang
mit Todesverachtung.
Walters Ekkehard sei Dank!
Die Nacht bricht ein, und unverwandt
gibt Karl den Löffel aus der Hand
Der Tag bricht an, und irgendein
Ratzlöffel legt ihn wieder rein.
So geht es weiter Tag für Tag.
Der Löffel denkt:"Wenn er´s halt mag?"
So bleibt dem Karl nur noch rumzutöffeln
und das Getöffelte auszulöffeln.
Karl hatte sichs grade gemütlich gemacht
in seiner Gruft für die heutige Nacht,
da purzelte plötzlich Don Dirty herein.
Das kann nur der siebte November sein!
Der tobte und schrie durch das ganze Haus
und wollte vor allem sofort wieder raus.
Man kann jetzt nur hoffen, dass Karl nicht verrät,
wie so etwas durchaus zu einrichtern geht.

Karl erreichten in der Gruft
einst die Briefwahlunterlagen.
Briefkasten hats dort zwar nicht,
doch das war kein Grund zum Klagen,
konnte er doch am nächsten Morgen
ganz wie gewohnt seine Post besorgen.
Weil Vorschriften lang schon dies jedem gestatten,
ging der Karl ganz gespannt einestags mit der Zeit.
Er ließ sich am Abend auf Kreuzfahrt bestatten
und kam locker flockig tagsdrauf reingeschneit.

Auf Reinkarnation gebracht,

und weil ihm´s keine Ruhe lässt,
hat unser Karl sich aufgemacht
zur Fortbildung nach Buddhapest.
Da hat er wohl was falsch kapiert:
Dort war man drauf nicht scharf.
Zudem hat man ihn arrestiert.
Das schmälert den Bedarf.
Er gruftet inner frühern Todeszelle ein
und schon tagsdrauf steht für ihn fest:
Es wird wohl allemal das Klügste sein,
wenn alles er beim alten lässt.
Besser wär auf den Reim zu verzichten
als ein Subjekt zu vernichten.
Damit gab er sich schnell zufrieden
und gönnte sich auf diese Weise-
war er doch wie gewohnt verschieden-
fast sowas wie ´ne Urlaubsreise.
Karl bot man unlängst im Jobcenter an
eine Lebensstellung als Weihnachtsmann,
die - und das sagten sie ohne Häme-
seinem Sterbensstil sehr entgegen käme.
Einmal im Jahr nur sollte er schuften-
einen einzigen Tag und danach verduften.
Fort fiele das tägliche Hin und Her,
auch Hautkrebs wär kein Thema mehr.
Zudem sei er doch schon in den Jahren,
da müsse man langsam die Kräfte sparen.
Karl hat sich ruhig dies angehört,
doch innerlich war er ziemlich empört.
Er, der er sich stolz als Gesamtkunstwerk wähnt,
hat umgehend so einen Stuss abgelehnt.