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Die NATTERNBUSCHER ÄNDERUNGSDENKEREI präsentiert:


(nur eigene) Gedichte

(In Klammern: Online - Textanalyse der FAZ vom September 2013

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/ich-schreibe-wie/stiltest-ich-schreibe-wie-11480570.html)

Elb-Vertiefung

Ob an Spree, Rhein Oder Elbe -
das Flaschenpfand ist stets dasselbe!
Ob Elbe -Obst, ob Hessen-Wurst:
Desgleichen gilt auch für den Durst.

Doch vor der weitren Elb-Vertiefung
bedarf es einer Öko- Prüfung.

(Heinrich Heine)

Frei nach Ringelnatz

Am Elbedeich, der Sauerampfer
sieht unentwegt Containerdampfer.
Und baggert man die Elbe weiter aus,
dann kommen sie sogar zu ihm nach Haus.
Der arme, arme Sauerampfer!

(Ingo Schulze)

Darmsahnierung

Gar vieles, das wir lieben und schätzen,
kann uns bisweilen das Leben verätzen,
sofern wir den Umgang damit übertreiben.
Dazu gäbe es eine Menge zu schreiben.
Bei manchem dagegen gibts keine Malesse:
Wenn ich zuviel Sahne zum Beispiel esse-
egal, ob in Soßen, ob nur zur Verzierung-
ergibt sich ne gründliche Darmsahnierung.

(Friedrich Nietzsche)

Krampfhaft locker

"Was guckst du so betröppelt drein?
Sag an!" "Ach, einfach so!"
"Du darfst hier gerne traurig sein."
"Da bin ich aber froh."
"Los - atme tief und denk an nix!
Entspannung übermannt
dich gründlich dann - und zwar ganz fix."
"Da bin ich sehr gespannt!?"
"Du redest nur und haust nicht rein,
was hast du schon erreicht?"
"So krampfhaft locker ICH zu sein,
das fällt mir gar nicht leicht."

(Theodor Fontane)

Der Morgenschiss, der ist gewiss -
und wenn er auch erst morgen is.
Verkneift er´s sich bis übermorgen,
so ist auch dies kein Grund für Sorgen.
Erst nach Ablauf von drei Tagen,
fangen Zweifel an zu plagen.
Gibts dann den Run auf die Toiletten,
könnte man auf Einlauf wetten.

(Rainald Goetz)

Hormonale Verwirrungen

Fragt die Oma jüngst den Opa:
"Na, was mach denn deine Dopa-
minausschüttung und so weiter?"
Fragen stimmt so nicht, sie schreit- er
hört zwar schlecht und oft auch weg,
doch jetzt wird er steif vor Schreck.
Leider nicht zur Gänze umfang-
reich - kein Wunder bei DEM Umgang.
Außerdem fehlt ihm Seroton-
in - nach des Psychiaters O-Ton.

(Melinda Nadj Abonji)

Schnupfenpoesie

Der Liebe Gott hats eingerichtet,
dass ab und zu mal Schnupfen dichtet.
Der Dichter findet das nicht toll
und hat im Nu die Schnauze voll.
Er fuchtelt mit dem Taschentuch -
heut wirds nix mit dem Taschenbuch!
In Aspirin und Sinupret
erlahmt die Kreativität.
Und selbst der warme Früchtetee
verhindert kein OJEMINE.
Schön dumm, wer da noch Stil bewahrt:
Der Rotz muss raus, ob weich ob hart!
Drum rat ich allen Schnupfpoeten:
Keine Scheu vor Selbstgedrehten!

(Melinda Nadj Abonji)

Schussfest

Es gibt immer mal Tage, da kannste nix,
und da willste nix, und da machste nix.
Anderntags geht wieder alles fix.
Das ist ein ganz normaler Mix!
Doch dann gibt es die Tage "mal so, mal so".
Mister YES gibt die Hand sich mit Doctor NO:
Erwartungsvoll hockst du auf deinem Klo
und bist über ärmliche Würstchen froh,
der du grad noch, nachdem du dich vorgedrängelt,
an üppiger Tafel freudlos gequengelt
und ebendort dieses und jenes bemängelt,
womit wohl Freund Hein seine Sense dengelt.
Macht Überfluß träge, macht Mangel klug?
Was solls auch? Du lebst, das ist Arbeit genug.
Darüberhinaus folgt auf Selbstbetrug
beizeiten der warnende Schuss vor den Bug.
Insofern brauchst du dich um garnix zu scheren,
solange du fähig bist Schüsse zu hören.
Penggggg!!!!
HähhhhHH!!???

(Kurt Tucholsky)

Schön dumm

Ich weiß, dass ich nahezu garnix weiß,
und dass das wahrscheinlich auch gut so sein dürfte.
Denn was ich nicht weiß, das schert mich `nen Scheiß,
und wenn ich auch noch soviel Wissensstoff schürfte,
so wüschen sich nur kleinste Bröckchen heraus,
die Wisser bewußt für bedeutungsvoll wähnen,
im akadämonischen Kartenhaus
gefangen. Was sollte ich lernen von denen?
Wenn ich hingegen den Abraum beäuge
bezüglich verborgener Möglichkeiten,
stützt das die Ansicht, zu der ich stark neige:
Die Dümmeren sind wohl die wahren Gescheiten.

(Friedrich Nietzsche)

Sexismus

Die Frauen sind sensibel,
und die Männer sind penibel.
Wer heute sagt, das wär nicht so,
dem nimmt man das leicht übel.
Die Feminna sieht sich als Opfer, - punktum!-
der Geissler die Männer als Täter
und wirft mit den Zahlen wie wild um sich rum
als Möchtegernschwerenöter.
Dass beiderseits so`ne und solche betreiben,
was die als Sexismus bemängeln,
das lässt sich gewiss nur in Ruhe beschreiben
und nicht durch mediales Verquengeln.

(Friedrich Nietzsche)

Marktanalyse

Wer Waffen schmiedet, muss auch Kriege schüren.
Mehr Angst vor Unversehrheit macht die Pharmakunden scharf.
Der Markt erfordert solche Schurkereien:
Vor der Gewinnerhöhung steht nun mal gesteigerter Bedarf.
Mit Unversehrtheit locken auch die Kirchen,
auf mörderische Zeitgewinnung setzt die Fortbewegungsindustrie.
Des Raffers Schätze harren hoher Zinsen:
Die skrupellose Krämerseele berührt nicht laienlarmoyantes "Wie?"

(Friedrich Schiller)

Vorsicht!

Leicht untertriffst du wohl die Gürtellinie
dem, dem die Hose bis zum Halse steht.
Schwer fällt der wohlgemeinte Tritt ins Eingemachte,
wenn ihm dabei der Arsch auf Grundeis geht.
Das wär ein guter Grund, sich bei ihm rauszuhalten,
doch kribbelt es, wenn er von dir geschätzt.
Ich aber rate dir: "Lass Vorsicht walten!
Was nützt es dir, wenn du dich selbst verletzt?"

(Friedrich Schiller)

Termindruck

Advent, Advent,
ein Endreim klemmt.
Das steht an sich noch nicht dafür,
doch sinds bald zwei... bald drei und vier!
Schnell wird so die Poetenkür
bei Schimmerlicht
Dezemberpflicht.

(Günther Grass)

Gender as gender can

Es gendert sich fraulich: Aus "En" werden "Innen",
der Geist wird zur Geistin, zur Kindin das Kind.
Politisch korrekte Mitgliederinnen
bekehren Vereine, die rückständig sind.
Das Wo- von dem Manlichen zu befreien
wird Ziel und Passion und Beschneidung zugleich.
Da gibts kein Pardon und nichts zu bereuen:
Die Scheichin begattint den scheichichsten Scheich.
Bevor jedoch wird so die Hand noch zur Händin,
bringe ich diese Gedichtin zu Endin.

(Friedrich Nietzsche)

Vernissage

Der Star bei einer Vernissage
ist der Besucher nebst Staffage.
Das Beiwerk nervt da in der Tat,
und letztlich auch das Exponat,
das man in Kauf nimmt unbesehen,
solange sich drum Phrasen blähen.
Den Künstler duldet man zur Not-
am besten kommt er längst schon tot
oder berühmt und bald am bleichen.
Sein Anspruch muss der Vita weichen.
Den Musikant das wenig stört:
Er weiß, er wird dazu gehört.
Die Rede liegt schwer in den Ohren:
Darüber wird kein Wort verloren.
Der Redner sammelt seine Blätter
und in den Fingern juckts den Spötter.

(Friedrich Nietzsche)

Himmel und Hölle

"Da könnte was sein, da könnte was werden!"
versprechen die Ärzte die Hölle auf Erden.
Ins logisch folgende Ängstegetümmel
versprechen sie trostreich das Blaue vom Himmel.
Genau so machen es Kirchenvertreter.
Bei denen droht einem die Hölle nur später.
Falls echt oder scheinbar die Hölle schon brennt,
besitzt Politik auch das gleiche Patent
vermeintliche Hoffnung dem Volk einzubläuen
und dunkle Gedanken vorerst zu zerstreuen.

(Friedrich Nietzsche)

Sozialprognose

Wer seine Dienste kostenlos anbietet
um einfach nützlich und präsent zu sein,
kriegt immer öfter hintenrum zu hören,
er sei im Grund ein asoziales Schwein.
Doch jene, welche prima profitieren,
von Armut und prekärer Schufterei,
die lassen ungeniert sich nicht beirren,
und fühlen sich auch noch sozial dabei.
Dann gibt es noch den völlig Abgedrehten,
der fürder darin einen Brandherd sieht.
Der schildert hier per Vers Perversitäten
und macht sich Freunde eher kaum damit.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Selbstachtung

Bade, wer will, in (Vor-)Beifallsfontänen!
Was ich mir wert bin, das weiß ich allein.
Gern mag ein Jeder als Niemand mich wähnen:
Ich selbst werde immer ein Jemand mir sein.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Noch ein Tor!

Dem Tor erweisen Tore sich,
die Weise stets geschlossen lassen,
als offenbar nicht hinderlich,
im Torrausch den Entschluss zu fassen
solchselbige - egal, was sei -
um jeden Preis zu überwinden.
Den Wedernochs, die solcherlei
Tortouren als Tortur empfinden,
sei angesagt, sie wären nicht
in Torschlusspanik zu sich ehrlich,
denn die Moral von dem Gedicht
ist: "Das wär eigentorgefährlich."

Geschlechtsverkehr

Gehts einem nur schlecht, und irrt er umher,
dann droht ihm gewisslich Geschlechtsverkehr.
Das Herz in der Hose schlägt vor und zurück,
den Pendelhub steuert die Angst im Genick.
Hingegen als steter Gegüterverkehrer
gehts einem gut - mal mehr und mal mehrer.
Sogar in den malheurogenen Zonen
verschlägt ihm der Zweifel nicht mehr die Neuronen.

(Melinda Nadj Abonji)

Zufriedensgedicht an Allerheiligen und Allerseelen

Willst auf Zweifel du verzichten,
musst du in den Glauben flüchten.
Zweifellos ist auch das Denken
unbedenklich einzuschränken.
Die Freaks, die im Übermut tief verzweifeln
und gar den liebhaftigen Gott verteufeln,
die autisch sich im Gegrübel verschwenden,
mit denen wirds einestags übel wohl enden.
So hoffen auf jeden Fall alle, die bräver.
Sie greifen zu Erdinger, Becks oder Jever,
zu Kröver Nacktarsch und Kellergeistern,
zu Baileys, Strothmanns und Jägermeistern,
zu Tropfen, Pulvern, Kanülen, Pillen
und gönnen sich Ruhe - um Himmels Willen.
Da bleibt nur zu wünschen in Gottes Namen:
Geruht euch in Frieden in Ewigkeit. Amen
Sind wir nicht alle ein wenig katholisch?

Wozu ich die Berater hab?
Das kann ich gerne dir flüstern.
Ich hoffe nur, du hältst den Mund
wie unter trauten Geschwistern.
Der eine wäscht das Geld für mich,
der andere meine Pläne.
Wär ich beratungsresistent,
besorgte ich mir es alleene.
Doch wenn ein Streich daneben geht,
dann ginge es mir ans Schlafittchen.
Da ist´s doch besser, andre gehn
für faule Usancen ins Kittchen.
Du argwöhnst, das gehört sich nicht?
Gehst du nicht auch zur Beichte,
damit man deine Sünden tilgt?
Als ob das dem nicht gleichte....
Ami - geh in dich!

Hallo Obama, nun pass mal gut auf,
was ich jetzt poste - du bist ja gut drauf.
Was ich jetzt schreibe, das schrieb ich schon immer:
Die Russen sind schlimm, doch die Amis sind schlimmer!
Schon seit Adolfs Zeiten mit bestem Gewissen
pflegt ihr Diktatoren die Ärsche zu küssen,
solange sie nur Kommunisten bekämpfen
und nicht kommerzielle Erwartungen dämpfen.
Doch wenn solche Neffen die Stimmung verpesten,
benutzt Uncle Sam sie zum Waffentesten.
Den Teufel vertreibts, aber nicht das Problem,
denn Beelzebub nervt mit `nem neuen System.
So wie ich es schreibe, so ist es gemeint:
Wer Amis als Freund hat, der braucht keinen Feind.

(Melinda Nadj Abonji)

Iglulove

Bei uns knutscht gemeinhin der fordernde Junge
mit samtfeuchtem Munde und züngelnder Zunge.
Doch in den Iglus, da knutschen die Typen
mit tropfender Nase und prallen Polypen.
Und was man so alles von denen noch weiß:
Da macht dich die Iglulu heiß unterm Eis.
Und wehe, du bockst wider ihre Advancen,
dann kriegst du vom Igludwig voll auf den Ranzen.
Ich schreibs offen raus, andre hättens geleugnet:
Zum Iglustmolch bin ich wohl nicht so geeignet.
Sekundär eingeebnete Vierzeiler

a b b a
abab abab
b a b a
b a a ab

b b b b a
ab ab b
b aba aba
ba bab b

Alles zwecklos

Ich bin die Sau, vor die die Perle kullert,
Verlustanzeige jeder Liebesmüh!
Ich bin der Ofen, schussfest vollgeballert,
und für den Selbstbegatter dessen Knie.
Ich bin der Ochs mit wohlgepetztem Horne
der stolz ist, wie er all das schafft:
So treib im Kreis ich jedesmal von vorne
im Mini- U-Boot durch den eignen Saft.

(Friedrich Schiller)

Philodoofisches

Ein unbekannter Philosoph,
der schrieb einst: "Wer das liest, ist doof!"
Mir dachte, als ich das gelesen
was wohl der Sinn dabei gewesen?
Was wollte er mir damit sagen?
Geh ich ihm stiekum an den Kragen
oder in mich ob der Recherche?
Was wollen diese Laberärsche?
Bin ich bekloppt oder beknackt?
Schon die Idee: Ich glaub` es hackt!
Bin ich beschränkt oder bescheuert?
In hohem Maße angesäuert
beginne ich ihm zu verdenken,
was er getan. Den Daumen senken
erscheint mir das Gebot der Stunde,
macht auch manch Geistesblitz die Runde
den Schmierfink schlicht zu ignorieren.
Hat der denn gar keine Manieren?
Bin ich denn damisch, deppert, dusslig?
Ich marter mir das Resthirn fusslig.
Vermutlich ist er selbst stupide.
Mir reicht es gleich- ich werde müde
meine Gedanken zu verschwenden.
Bin ich denn doof? Wo soll das enden?
Und Du? Du hast´s doch auch gelesen?
Ist das nicht ziemlich doof gewesen?

Ich seh schwarz

Man sagt, der Herr Pastor,
der hätte viel Humor,
doch gleicht er nicht dem meinigen.
Ich scheue kein Tabu
und gebe offen zu,
da gibt es nichts zu einigen.
Ich wüsst auch nicht, warum?
Ach Gott, mir wär`s zu dumm
dem Schwarzrock zu bescheinigen,
dass seine blöden Witze
womöglich Geistesblitze
sind, die mein Brainboard peinigen.
Nun frag mal besser nicht:
"Was soll bloß das Gedicht?
Das kann man doch bereinigen?"
"Womit?", so frag ich dich,
denn nirgends findet sich-
mal abgesehn von steinigen-
ein weit´rer Reim auf - einigen.
Nachwurf::
Pastoren und Pastorenkinder
sind anerkannt die schlimmsten Sünder.
da wird`s nix mit dem Steinigen.
Ich will nicht und die dürfen nicht,
wie`s Jesus in der Bibel spricht.
In meiner und der seinigen.

Respektierliche Erwägung

Wie toll es sei vegan zu leben,
und voll verantwortlich zudem.
Den Tiernutz völlig aufzugeben
sei ethisch und kein Lustproblem.
Chemieeinsatz und Pflanzenkillen,
lässt man da locker außer Acht.
NoGos, die alte Lüste stillen,
gibts täuschend ähnlich nachgemacht.
Wer selbst gefräßigen Mikroben
als Nahrung zur Verfügung steht,
betrachtet ziemlich abgehoben
den Weg, auf dem er nun mal geht.
Belegte Überlebensraten
zu nennen ist noch viel zu früh.
Die, welche Sojaschnitzel braten,
verschwenden darauf keine Müh.
Den andern in die Suppe spucken,
sofern vom Huhn die oder Rind,
ist nur ein Grund um aufzumucken,
für alle, die gesättigt sind.
Die 68er- Parolen
und was davon noch übrig bleibt,
erlaub ich mir hervorzuholen
als Beispiel für das, was mich treibt,
nach respektierlicher Erwägung
bei den Vegangewölleschauen
dem Veganismus als Bewegung
kaum eine Zukunft zuzutrauen.

Leistung; Liebe, Wohlgefallen

Der Deal der braven Kinder lautet: "Leistung gegen Liebe"
und weiter "Wohlbedachte Duldung gegen Wohlgefallen"!
Wird nicht gespurt, dann setzt es Schweigen oder derbe Hiebe.
Wer hinschaut, sieht, wie sich im Strampelanzug Fäuste ballen.
Die Faust, sie bleibt, es wechselt nur die Strampelkleidung,
erkenntlich daran, dass sie meistens klassisch uniform,
und im Bemühen um Erfolge und Konfliktvermeidung,
fügt die Erscheinung sich in eine arglos angesagte Norm.
Die einen siechen hin, die andern können damit leben
und fahren fort in alter Kinderzüchtertradition.
Und sollte doch einmal ein Wort das andre geben,
dann orientiert man sich am eingepaukten Folterkammerton.
Auf diese Weise werden meist aus Opfern Sünder,
Da sänftelt eher, wer früh um sich schlug.
Wer in sich ruht, braucht keine braven Kinder,
der ist sich selbst auch ohne Zuchterfolg genug.
Der Wunderknabe

Jan- Malte ist ein wahrer Wunderknabe.
Scheckheftgepflegt seit der Geburt
entwickelt sich bei ihm noch jede Gabe,
weil er auch einer ist, der spurt.
Er ist der Liebling stolzer Qualitätserzeuger,
und heißbegehrt von allen Ortsvereinen.
Er ist der beste Schütze und der Obergeiger,
im Schach ein As und pfeilschnell auf den Beinen.
Die Lehrer machen ihm nicht wirklich Sorgen,
denn Lernen ist von kleinauf ihm Gebot.
Da blieb kein kleinstes Grauzellchen verborgen:
Ein Kerl aus bestem Turbokorn und Schrot.
Er leidet allerdings an schwerer Psittacose,
mühsam erlesen aus diversen Lexika.
Doch stört`s ihn nicht in seiner Sollnarkose:
Auf dünnem Eise ist er dicke da.
Die Lebenslinie läuft gerade wie am Schnürchen:
Kein Grund an irgendeiner Kreuzung abzubiegen.
Kommt hinterm Horizont doch noch ein Hintertürchen,
dann wünscht man ihm, er könne noch die Kurve kriegen.
Gesetzte Verse

Wenn wieder was im Argen liegt,
dann macht man ein Gesetz,
und drumherum vor Publikum
ein riesiges Geschwätz.
Wenn das nix nützt, dann wird genervt,
was vorher schwammig deuchte,
neu fabuliert und formuliert,
damit das erstmal reichte.
Für`s Überwachungspersonal
fehlt stets jedoch die Kohle.
Da zucken Schultern links wie rechts
zur Dauersparparole.
So murmeltiert es sich dahin.
Papier, das ist geduldig.
Wo keiner was befürchten muss,
da fühlt sich keiner schuldig.
Die Unmoral von der Geschicht?
Man pfeift auf die Permission,
entsetzt sich über andere
und lässt nicht erwischen.

Alle inclusive?

Wenn alle alles können sollen,
dann kann das alles kaum was sein,
und alle, die dann mehr noch wollen,
lässt man mit ihrem Wunsch allein.
So wird infolge karger Mittel
zum Hirngespinst das Postulat,
zum neuen Frustrationskapitel
im gärenden Unwohlfahrtsstaat.
Man kann ja alles ausprobieren,
doch wenn nichts geht, dann gehts halt nicht.
Der eine scheitert beim Studieren,
der andre vor dem Reisgericht.
Mal Hand aufs Hirn: Wer kann schon alles?
Die einen dies, die andern das.
So hat im Falle eines Falles
Der eine von dem andern was.
Wozu braucht man den andern schon,
wenn einer alles eh allein schafft?
Ist denn der Sinn von Inklusion
autark zu sein in der Gemeinschaft?
Wie immer!

Auf dem Schlachtfeld der Profiteure
rafft es die Leistungsbereiten dahin.
Immer drohender klafft die Schere,
zwischen Verpflichtung und Börsengewinn.
Tausende Leben werden mitnichten
locker per Smartphone und Mausklick verzockt.
Schon müssen Kinder und Alte es richten,
dass der Erfolgssturm auf keinen Fall stockt.
Wo es sich besser als ringsum noch rechnet,
macht´s die Geschichte im Grunde noch schlimmer.
Einer verwöhnt sich, der andere knechtet:
Wie soll das enden? Ich denke:"Wie immer!"

Jokoleaks

Erlaubt ist, was der Ammi macht.
Die andern sollen kuschen
und, was vielleicht im Argen läg,
mit aller Kraft vertuschen!
Wer das nicht tut, ist Terrorist-
punktum und ohne Mucken!
Der darf dafür von jetzt auf gleich
in Drohnenrohre gucken.
Der Ammi denkt fundamental
erschöpft in simplen Mustern,
und stets bedacht, was nützlich wär,
sich selber zuzuschustern.
Der Feind vom Feind wird ihm zum Freund,
er braucht nur zu parieren.
Doch wenn das Freundchen Zicken macht,
dann geht´s ans Füsilieren!
Ich denke mal, ich tauche ab.
Man kann es ja nie wissen.
Als Warnerbrother ohne Scheu
muss ich mich wohl verpissen.

Na dann: Gute Nacht!

Wer anders denkt, wird abgedrängt...
...und irgendwann mal aufgehängt,
weil, wer das Maul nicht endlich hält,
Soodenkern auf den Wecker fällt.
Geht der perdú, dann rat ich: Lauf!
Wer wacht denn schon von selber auf?

Ostern naht

Pigment, Pigment,
die Backe brennt.
Die Hasen grinsen von den Postern,
die Glocken stehen voll auf Ostern.
Die Eier hängen an den Bäumen.
Da kann man schon vom Frühling träumen!

(Rainer Maria Rilke)

Denkbar dankbar

Es ficht mich wohl an, dass viel selber ich denke,
weil ich denke des Denkens noch mächtig zu sein.
Der Anspruch, dass jemand Beachtung mir schenke,
ist geschrumpft und nun nahezu undenkbar klein.
Mit Denken gewinnst du nur Blumentöpfe,
wenn einer den Auftrag zum Denken erteilt.
Die Mehrheit jedoch steht auf Pferdeköpfe -
wenn dir mal privat ein Gedanke enteilt,
der keinem grad nützt, der womöglich gar hindert
und um eine Ecke zuviel ausgedacht.
Und meinst du dein Hirn ganz besonders geplündert
zu haben, dann wirst du noch ausgelacht.
Liest DU, was soeben ICH dachte, noch immer?
Gehörst du zu denen mit feinem Gehör?
Entfleucht dir kein tinnituales Gewimmer?
Dann bin denkbar dankbar ich: Dankesehr!

Bedrohnungssituation

Kann ich mich getrost vor die Haustüre wagen,
fühl ich mich doch von allen Seiten bedrohnt?
Das ist so - ich muss es jetzt einfach mal sagen -
ein Scheißgefühl, weil völlig ungewohnt!
Was weiß denn ich, ob nicht irgendein wilder
Kontrollfreak per Joystick aufs Korn mich grad nimmt
und munter drauf schießt - wenn ich Glück hab, nur Bilder?
Das eigene Wohl wird vom Argwohn bestimmt.
Zum eigenen Freilauf braucht´s sichere Westen,
wenn sich die Logistik mit Drohnen bemannt,
Da heißt es "Helm auf!" und die Reaktion testen -
bei so einem Zuwachs an Päckchenversand!
Zu American Football- und Eishockeyspielern
mutieren dann Menschen wie du und ich -
dazu mit W-LANdigen Ameisenfühlern
und googlebebrillt - einfach fürchterlich.
Wer aufmuckt, der will nur den Fortschritt vergällen,
und zweifellos sind alle Zweifel tabu.
Wo nehm ich den Mut her, mich solchem zu stellen?
Vermutlich bleibt dann meine Haustüre zu.

Hamburg mit dem Bagger

frei nach Mike Krüger,

Ich steh an der Elbe, schau runter vom Deich,
da werden mir wieder die Kniee weich.
Man kann es kaum fassen und wird fast verrückt:
Die haben doch wieder neue Bagger geschickt!

Denn wer baggert da so spät noch die Elbe hoch?
Das ist Hamburg mit dem Bagger und die baggern noch.
Ja ,wer baggert da so spät noch die Elbe hoch?
Das ist Hamburg mit dem Bagger und die baggern noch.

Sie baggern die Rinne für größere Kähne,
und scher´n sich ´nen Schlick um bekannte Probleme:
Es nagen die Wellen, es schwindet das Watt,
und morgen, da sind dann unsre Deiche platt.

Denn wer baggert da so spät noch die Elbe hoch?
Das ist Hamburg mit dem Bagger und die baggern noch.
Ja ,wer baggert da so spät noch die Elbe hoch?
Das ist Hamburg mit dem Bagger und die baggern noch.

Sie baggern gegen Holland, sie baggern gegen Bremen,
sie baggern gegen alle, die Sachverstand verströmen.
Nur zwischendurch, da wird mit Baggern aufgehört,
solange es Politiker beim Baggern stört.

Denn wer baggert da so spät noch die Elbe hoch?
Das ist Hamburg mit dem Bagger und die baggern noch.
Ja ,wer baggert da so spät noch die Elbe hoch?
Das ist Hamburg mit dem Bagger und die baggern noch.

Sie baggern sich selber nasse Socken,
doch stehn ihre Schäfchen hoch und trocken
sowohl an der Börse als auch in der Schweiz,
das nimmt einer Sintflut den besonderen Reiz.

Denn wer baggert da so spät noch die Elbe hoch?
Das ist Hamburg mit dem Bagger und die baggern noch.
Ja ,wer baggert da so spät noch die Elbe hoch?
Das ist Hamburg mit dem Bagger und die baggern noch.

Teuflisches Vergnügen

Es werden zuweilen nach teuflischem Plan
selbst Menschen, die niemandem Leid angetan,
gewissenlos zwar, doch gewissenhaft
in göttlichem Auftrag dahingerafft.
Da mausern sich Banden von Gotteskindern
zu frömmelnden Mördern und Menschenschindern.
Wer ist dieser Gott, der für so etwas taugt
und Spuren von Hirn aus den Kindsköpfen saugt?
Vielleicht ist er nicht so charakterfest,
dass er sowas so mit sich machen lässt?
Man baut auf ihn, doch er ist nirgends zu finden -
nicht vorne, nicht unten, nicht oben, nicht hinten.
Er ist nicht zu greifen. Das ist das Problem.
Und wer das begreift, der wird unbequem.
Doch das ist egal, auch mit Gott auf dem Zettel
hilft ihm kein um göttliche Gnade Gebettel
im Fokus der gottlosen Gotteskrieger.
Da freut sich der Teufel als heimlicher Sieger.
Teuflisch gott

Es gibt keinen Gott, der sich Menschen erschafft.
Es sind Menschen, die schaffen sich Götter.
Und manchmal geschieht´s, dass das einer auch rafft.
Der wird stumm oder eben zum Spötter.
So lebt er für sich oder aber gefährlich:
Mit Gläubigen ist nicht zu spaßen,
denn Zweifler sind dort auch im Spaßfall entbehrlich -
da hält der Humor sich in Maßen.
Ob Kirchen, ob Sekten, ob Autotheisten -
im Spiritualbereich gilt ohne Zweifel:
Für eingefleischte Theofaschisten
kommt alles, was anders ist, gradwegs vom Teufel.
Das endet dann oft leider Gottes darin,
dass Teufel die Heiligen reiten
als oberste Götter - das macht dann auch Sinn.
Wer möchte das ernsthaft bestreiten?
Totensonntagsmenue

Im toten Zustand sorgst du für Leben.
Willst selber du leben, dann tötest du.
Das Fressen und das Gefressenwerden
gehören gemeinhin zum Leben dazu.

Du wähnst dich am Ende der Nahrungskette
als Krone der Schöpfung und gottkompatibel.
Doch irgendwann- da mach ich jede Wette -
schlemmt dich die Mikrobe und scheißt auf die Bibel.

Es ist ganz egal, ob nun Tier oder Pflanze:
Ein jegliches Leben ist achtenswert.
Wer hier selektiert, scheut den Blick auf das Ganze
und merkt so nicht, wo er selbst hingehört.
Pausenschnack

Manchmal tropfen die Verse wie Rotz aus der Nase,
ein Andermal läuft´s ums Verrecken nicht.
Das Reimproblem faltet das Angesicht,
ein verödeltes Hirn darbt in Selbstmitleidsphase.
Da da nix ist, mutiert schnell zum Not- Dadaisten,
wer meint, dass auch gut sei, was gut gemeint.
Er tastet nach allem, was passend scheint,
und durchstöbert die gräßlichsten Wortklaubekisten.

Weil mir grade nach Pankreativem gelüstet,
zerbreche ich mir unentwegt den Kopf
und hoffe auf einen Ergreifungsschopf,
der gelegenheitshalber mit Unsinn sich brüstet.

Doch nun sei es genug mit dem Rotz aus der Feder,
beim Nächstenmal wird wieder Ernst gemacht!
Dann wird wieder kreuz und quer gedacht,
und dann zieh vom Katheder ich wieder vom Leder!
Otterndorfer Retrospektive 2015

Heil sei Dir, Hermans Horde, die im heimischen Hadel hier hauset,
wo n der Elbe Gestad´sich das Meer mit dem Flusse vermählet:
Täglich in Ebbe und Flut - zu des Wattwurms schierer Verzweiflung.
Rücklings von Mooren umsäumt, von der Medem morbid permeandert
breiten sich Felder des Kohls, marmoriert von den Hainen der Äpfel-
Wenn in des Sommers Zenit sich die Fluten der Fremden ergießen
über den grünbunten Strand, in die Pfade und gastlichen Hütten,
dann ist gekommen der Tag, da der Stamm sich rüstet zum Streite
Weither führt manche der Weg die im ganzen Reiche geladen.
Groß ist der Recken Pracht, die in Linnen und Felle gewandet,
keulenbewehrt und geschmückt mit der stirnernen Zierde der Ochsen.
Freudig erregt späht die Schar von des Deiches erhab´ner Tribüne
manch heroischen Kampf, den ein Gleichmaß der Kräfte erfordert.
Seht, welch gewaltiger Fraß, der zur Stärkung der Helden bereitet!
Schaut nur, mit welcher Kunst sie die Flugbahn der Knochen gestalten,
wenn sie beendet ihr Mahl, das sie gierig in sich geschlungen.
Sind dann die Taten vollbracht, fließen Ströme des gelben Gebrauten
welches dann alle vereint in dem Schoße der Götter zu träumen
eingedenk kürzlichen Ruhms oder grimmig geplanter Vergeltung.
Plappageiengesundheit

Wir sind ein Volk von Plappageien:
Geplappat wird nach, was schon jemand gesagt!
Wer Selbstsicherdachtes zu sagen mal wagt,
dem ist das kaum noch zu verzeihen.
Wird ihm mit Ignoranz begegnet,
gilt das allemal schon als Kompliment,
als Zeichen dafür, dass man anerkennt,
dass manche besser durchgebregnet.
Mit reichlich Geld dringst du hingegen
gebührend vermarktet in jedes Ohr.
sogar noch als Leiche stichst du hervor-
womöglich grade erst deswegen,
denn nur tot garantierst du Wohlverhalten:
Wer korrigiert in seiner Gruft
wenn Sinn in stiller Post verpufft,
und wenn warme Gedanken im Smalltalk erkalten?


 

Ora vel labora?

Du hast Langeweile und etwas Vermögen?
Dann lohnt sich für dich auch ein Minijob!
Doch in Geldnot fragt sich ein jeder hingegen
nach zwecklosem Rechnen im Sollbereich, ob
man ihn verarscht im prekären Geplänkel,
oder im Grunde er selber sich foppt.
Das geht ihm irgendwann bös auf den Senkel.
Einsichtig schwant ihm:"Du bist doch bekloppt!?"
Nicht anders ergeht es dir mit der Buhtick:
Wenn sie deinem Partner die Steuer erlässt,
dann ist das in Ordnung und irgendwie schick.
Doch tut sie das nicht, gibt es dir schnell den Rest.
Selbständig leben heißt selbst ständig zittern,
wenn Deflation das Geschäft defloriert.
Wenn Chef und Belegschaft gemeinsam verbittern,
dann mag keiner wissen, was sonst noch passiert.
Es gilt "Bet und arbeit!" in Klostermauern,
doch draußen wär´ "oder" statt "und" angebracht.
Wer vollzeit im Stress ist, dem fehlt zum Bedauern
die Zeit für erholsame Nebenandacht.
Wer meist mit sich selbst sich beschäftigen muss,
hat Zeit ohne Ende um Hilfe zu flehen,
Des einen Genuss ist des andern Verdruss:
Wann wird man sich endlich einander verstehen?



Geburtstagsgedicht

Älter werden ist nicht schwer,
älter sein dagegen sehr,
und bist du dann endlich alt,
drückt das Alter mit Gewalt.
Klar, das kannst du auch verdrängen,
und dich wie bei andern Zwängen
mit dem Schein zufrieden geben,
der ein eingeengtes Leben
halbwegs noch erträglich macht.
Ja, es wäre doch gelacht,
wenn das nicht zu meistern sei!
Gerne helfen dir dabei
Coaches, Ärzte, Scharlatane
von der Gammelottomane.
Aufgepeppt von Therapeuten
hörst du ein gewisses Läuten,
das das Eine stets verspricht:
Älter werden giltet nicht!
Doch mich juckt das nicht die Bohne:
Jünger sein ist auch nicht Ohne!
Folglich sei es, wie es kommt,
ob allmählich oder prompt,
zum Fürchten jedoch keinewegs.
Da freue sich doch einen Keks,
wer liebend gern zum Wiegenfest
dem Alter seine Freude lässt.
Drum wünsche ich durch Dünn und Dick
dir alles Gute und viel Glück!Geburtstagsgedicht
Das Premiumprodukt

Du machst auf mich Eindruck und weckst die Pantasie:
Erspähst du ein Fleckchen, dann rast dir deine Düse.
Du sorgst dich akribisch um prompte Biopsie,
und flirtest mit jedweder neuen Analyse.
Du opferst dein Blut dafür ohne viel Tamtam,
du zwängst dich in Schienen, die graderichten sollen.
Als fallender Apfel ergründest du den Stamm
nach fauligen Stellen, die übel dir nur wollen.
Man spiegelt dir just wegen jedem Scheiß den Darm,
durchleuchtet dich mit einem Abo in der Röhre.
Dein Leben besteht nur aus Warten auf Alarm.
Entspannung kommt kaum nur bis selten in die Quere.
Rundumprophylaxe gibt deinem Dasein Sinn,
für Wenn´s oder Aber´s verschließen sich die Ohren.
Du gibst dich dem Urteil von Besserwissern hin,
und hast das Vertrauen in dich total verloren.
Da fällt dir urplötzlich der Himmel auf den Kopf,
und checkheftgepflegt bist ins Gras du fix am Beißen.
Du landest als Klops im Mikrobensuppentopf -
ein Premiumprodukt, und das will ´ne Menge heißen!

Mamipulierte Wunderkinder

Mamipulierte Wunderkinder,
papastrophale Förderung-
der Drang der Eigenkinderschinder-
bedürfte der Erörterung.
Doch wird bejubelt und geehrt
von tumber Konsumunkultur,
was man im Tierreich wegbeschwört
von wegen Knast- und Qualdressur.
Es geht um "schneller", "höher", "weiter",
und ohne Frage "immer jünger".
Professionelle Wegbegleiter
koproduzieren Gafferdünger.
Unter den fremdbestimmten Pimpfen,
die sich im Leistungssport beweisen,
gehörst du - und da nützt kein Schimpfen-
mit dreizehn schon zum alten Eisen.
Das zeigt sich auch im Kampf um Noten:
Ein 10-Sekunden-Hummelflug
vom Pampersrocker dargeboten
ist morgen nicht mehr gut genug.
In Zukunft wird der Eltern Wahn
nichts mehr dem Zufall überlassen:
Dann gibt´s, und keiner stört sich dran,
Weltmeister schon in Fötenklassen.

Summa summarum

Ich hau mir schon den dritten Tag
die Nächte um die Ohren
und fühl mich ob der Mückenplag`
so schlecht wie fehlgeboren.
Ich wünsche dieses Summgesocks
so fromm, wie´s geht, zum Teufel,
und merke, dass ich wie ein Ochs
am Berg lieg und verzweifel.

Chatterick

Schanaya ist ´ne ganz ´ne hippe.
Sie sieht zwar aus wie ein Gerippe,
und chattet alles über sich,
was keineswegs verwundert mich,
weil ich auf Influenza tippe.
Drehtürphobie

Das Neue Jahr steht wartend vor der Tür.
Ich hoffe, dass auch diese neu ist.
Wär sie die alte, ständ es kaum dafür,
weil dann das Alte nicht vorbei ist.
Zwar prägt ein steter Kreislauf der Natur
ein jedes Jahr, das irdisch mir beschieden,
doch meine exclusive Daseinsspur
schließt sich am Ende erst hienieden.
Ein Leben in Spiralform schafft nur Schwindel-
egal, in welche Richtung es dann geht.
Wer klammert sich schon gern an eine Spindel,
die unentwegt sich dreht und dreht und dreht....?

Fatal

Für den Wohlstand verbürgen sich viele Faktoren,
doch stimmt die Entwicklung schon arg fatal:
Eben die, die von gnädigstem Schicksal erkoren,
die wähnen sich selbst meist im Looserkral.
Harakirational wird das Wachstum beschworen,
im Börsensumpf blubbert das Kapital.
Ohne Not gehn Verstand und Ressourcen verloren -
am Eigennutz scheitert die Jagd nach dem Gral.


Wischen oder küssen

Man ist stets falsch qualifiziert,
ob un-, aus- oder fortgebildet,
und fragt alsbald sich irritiert,
ob man gar Schändliches im Schild hätt´,
wenn man nach einer Arbeit trachtet,
von der - nicht heut´, doch irgendwann
und nicht nach irgendwo verfrachtet-
man halbwegs klaglos leben kann.
Ob mit getürktem Mindestlohn,
ob schwarz prekär oder befristet,
egal, wen kümmert sowas schon,
solang er selbst nicht ausgemistet
sich überhaupt ´nes Jobs "erfreut".
Ein Typ, der sich daran nicht kratzt,
und keine krummen Sachen scheut,
wird konsequent verarbeitsplatzt.
Die Wahl scheint zweifellos beschissen
in Anbetracht der meisten Angebote:
Da heißt es "Wischen" oder "Küssen"
zum Wohl der Arbeitslosenquote.

Heilsame Blindheit

Groß ist der Ärger der Umweltretter,
die sich umsonst für Erhaltung engagieren.
Grün ist die Farbe der Feigenblätter,
die sich im Schoß der Vernichter präsentieren.
Da wär´ die Vertiefung der Elbe zu nennen,
für Prophylaktiker nicht diskutabel,
denn schließlich erinnert hier hybrisches Pennen
fraglos fatal an den Turmbau zu Babel.
Den Irrsinn zu stoppen bleibt höchstes Gebot.
Wer könnte da wohl einen Ausweg finden?
Die einen sehn schwarz, die anderen rot.
Ich hoffe nur noch auf die Farbenblinden.

Schöne Scheiße

Scheiße geplant und
Scheiße vorbereitet, mit
Scheiß viel Geld und
Scheiß wenig Personal
Scheiße umgesetzt und
Scheiße gelaufen.
Scheißteure
Scheißgefühle und
scheißteuer, dem mit
Scheißglück zu entkommen:
Scheißpolitik "all inclusive" als
scheißgeiler Dünger für
scheißwenige
Scheißreiche!

Extra für Gabi:

Exclusive Exkremente

Exkrement geplant und
Exkrement vorbereitet, mit
Exkrement viel Geld und
Exkrement wenig Personal
Exkrement umgesetzt und
Exkrement gelaufen.
Exkrementteure
Exkrementgefühle und
exkrementteuer, dem mit
Exkrementglück zu entkommen:
Exkrementpolitik "all inclusive"als
exkrementgeilergeiler Dünger für
exkrementwenige
Exkrementreiche!

Übler Einfluss

Ein Influenzainfluencer,
sobald er fröhlich feucht geniest,
wird rotzefatz zum Frustkredenzer,
der gründlich mir den Tag vermiest.
Statt dass er seinen Gilb zerstäubert,
wünscht ich, dass er die Schnauze hält
und stets danach die Hände säubert,
wenn er trompetet, keucht und bellt.
Doch halt - ich möchte jetzt begrenzen,
was sonst womöglich chronisch wird.
Das Influenzainfluencen
hat mich zum Schleimreimer vervirt.

Sachdassesnichsoiss

Je länger ich mein Dasein friste,
scheint es normal verrückt zu sein.
In Anbetracht der langen Liste
der Irren, die im grellen Schein
der Medien psychomelanomieren,
nicht bangend, dass einer den Wahnsinn stoppt,
bleibt letztlich mir nur zu aufregistrieren:
Normal zu sein scheint heut total bekloppt.

Glyphosatanische Verse

An glyphosatten Trendgenomen
erfreun sich Turboagronomen.
Hey, Obst-, Korn- und Gemüsebauer,
mach´ mich gefälligst roundup schlauer!
Was da so drin ist, sag es mir
und nicht, das wäre nicht dein Bier.
Passt manches mir da nicht hinein,
dann sollt´s auch nicht das meine sein.
Doch bleib ich als Verteuflungsreimer
im Endeffekt ein grüner Träumer.

Numerus sonstwas

Numerus clausus- o heilige Kuh,
einfach gestrickter Eignungsvergleicher!
Für hohe Werte braucht´s keinen IQ,
sondern nur Schmierfett und ausreichend Speicher.
Kommt dann was rein und auf Abruf heraus,
grad, wie es reinkommt und ohne Bedenken,
reicht das im Grunde schon allemal aus
dass fixe Prüfer die Daumen nicht senken.
And´rerseits, würde entgegen dem Trend gar
Geist und Charakter Beachtung gezollt,
wär man dann nicht mehr so leicht programmierbar.
Da sag mir keiner, das wär nicht gewollt.

Weihnachtsmanns Wunsch
Der Rauschebart juckt ganz erbärmlich am Hals.
Der Gabensack drückt teuflisch hart auf dem Rücken.
Das Weihnachtsmanndasein hat so seine Tücken
und sorgt für ein mieses Gehalt allenfalls.

Die Fransen im Mund sind noch nicht mal der Gipfel:
Schwer und wallend behindert der Mantel beim Pinkeln,
wie der angstvolle Blick aus den Augenwinkeln,
bewirkt durch den flauschig bebommelten Zipfel.

Der jährliche Stiefelzwang ist auch nicht ohne:
Sie drücken und machen den Aufzug zur Hölle.
Der Weihnachtsmann pfeift auf die Zeitarbeitsstelle
und hofft insgeheim auf die Weihnachtsmanndrohne.

Fatal

Für den Wohlstand verbürgen sich viele Faktoren,
doch stimmt die Entwicklung schon arg fatal:
Eben die, die von gnädigstem Schicksal erkoren,
die wähnen sich selbst meist im Looserkral.
Harakirational wird das Wachstum beschworen,
im Börsensumpf blubbert das Kapital.
Ohne Not gehn Verstand und Ressourcen verloren -
am Eigennutz scheitert die Jagd nach dem Gral.

Das Neue Jahr steht wartend vor der Tür.
Ich hoffe, dass auch diese neu ist.
Wär sie die alte, ständ es kaum dafür,
weil dann das Alte nicht vorbei ist.
Zwar prägt ein steter Kreislauf der Natur
ein jedes Jahr, das irdisch mir beschieden,
doch meine exclusive Daseinsspur
schließt sich am Ende erst hienieden.
Ein Leben in Spiralform schafft nur Schwindel-
egal, in welche Richtung es dann geht.
Wer klammert sich schon gern an eine Spindel,
die unentwegt sich dreht und dreht und dreht....?

Das alte Jahr, es ging ja sowas von perdú.
Nicht nur das Wetter und die Laune war´n beschissen.
Aus allen Löchern quoll die Virenbrüh´:
Wie sollt ich freudig da das neue Jahr begrüßen?
Ich schaffte grade so den angesagten Übergang
in Lightversion, doch leidlich aufrecht immerhin.
Es fehlte zweifellos ein angedachter Überschwang,
und "Feiern in die Puppen" war schon gar nicht drin.
Zwar endete das Jahr mentholisiert in Matsch und Mief,
doch suhl´ ich mich darob nicht in Beschwerden
und äußere mich diesbezüglich denkbar positiv:
Von jetzt an kann es nur noch besser werden!
An Michel

Für mich kam dergleichen nie in Frage,
auch jetzt nicht auf meine alten Tage.
Doch eingedenk dessen, was ich so erlebe,
erfolgt nun ein Ratschlag, den ungern ich gebe:
Das Leben ist kein Honigschlecken,
und hat der Opa Dreck am Stecken,
dann sei´s ihm gnädig nachgesehen.
Man muss die Zeit damals verstehen.
Und glaub bloß nicht, du stündest drüber.
Die meisten sind doch eh hinüber,
drum lass gefälligst Tote ruhn,
und Opa tun, was opportun
im Nebel des Gedächtnisstaus:
Ich denke wohl, es zahlt sich aus!
Warum auch nicht? Was spricht dagegen?
Besinnung und Moral? Von wegen!!
Für´s Vergeben und Benehmen
brauchst du dich doch nicht zu schämen?
Außerdem steht in der Bibel:
Ehr die Ahnen, sonst wird´s übel
mit dir und deinen Erben enden.
Wozu noch teure Zeit verschwenden?
Drum runter mit dem Stinkefinger:
Der Dreck am Stecken wird leicht Dünger.
Dann hast du jetzt nichts unbedacht
in bester Absicht falsch gemacht.
Auf Gedeih oder Verderb?

Es hat mir im Grunde an Garnichts gefehlt,
doch strotzt meine Vita vor Mordsdefiziten.
Das bringt mich ins Grübeln ob solcher Renditen
und stellt mir die Frage, was eigentlich zählt.

Es war nicht ein Mangel, es war ein Zuviel
an ständiger Angst nicht das Soll zu erfüllen
und brav das Verlangen von jenen zu stillen,
die sich für mich opfern mit Selbstwertkalkül.

Die Angst war begründet, denn Schläge tun weh,
genau wie oft grundlos empfundenes Schelten
und günstigstenfalls nicht als dankbar zu gelten -
und alles vermittelt mit liebvollem Schmäh.

Der Absprung gelang zwar, doch nur mit Gewalt.
Da kann es geschehen, dass ich mich verrenne,
wenn ich mich in anderen wiedererkenne.
Was mich echauffiert, lässt die meisten meist kalt.

Was zählt nun, was scheidet Verderb von Gedeih?
Zu Inhalt, da sollte sich Haltbarkeit fügen,
Verpackung allein wird bestimmt kaum genügen.
Das gilt auch für Menschenheranzieherei.
Ideen des März

Soeben hat ein heftig abgestraftes GroKodil
die abgeschlaffte SPD mit Müh`geschluckt.
Infolge von gefühltem eher Ohn- als Machtkalkül
hat die Partei am Ende nur noch schwach gezuckt.
Die Frage ist: "Mit welcher Wahl bleib´ich im Reinen,
wenn Haselnuss und Venenfluss mir farblich widerstreben,
und mir die GRÜNEN längst schon nicht mehr grün erscheinen?
Womit kann ich noch ein paar späte Jährchen überleben?"
Die Lösung scheint im arg verblassten Spektrum aufzublinken,
ein leicht verkühnerter Gedanke
übermächtigt mich jäh:
Dort, zwischen roter SPD und dunkelroten Linken,
wär´ Platz genug für ein Parteichen
namens "AfsD"*

*"Alternative für soziale Demokratie"
Teuflische Ungedanken

Als Teufelswerk hat es sich längst schon erwiesen:
Das christlich verzogene Liebgotteskind.
Der Überallmächtigkeit sei es gepriesen,
dass nicht alle Christen solch Christkinder sind.

Eins ist dabei fraglos unzweifelhaft:
Der Glaube an Schöpfung vereinfacht das Leben.
Wer Gott sich nach seinem Ebenbild schafft,
ist sicher: Da kann es nichts besseres geben.

Er steht über Tieren, denn Evolution,
die entzieht sich dem aufoktroyierten Bewusstsein.
Die Oma als Äffin? Wer möchte das schon?
Doch zur Rippe vom Opa fällt solchen kein Stuss ein.

Die Pflanzen, sie dienen als Dekoration
für kahles Gelände und dürfen nur samen.
Die fBibelveganer, sie zehren davon,
denn Leben begann erst am vierten Tag. Amen.

Ein Christ hat den Auftrag, sich untertan
die Erde zu machen und fruchtbar zu mehren.
Im Ernst: Welch ein Ausbund von Größenwahn!
Dazu kann man sich nur verteufelt verschwören.

Ein Spielmann wollte Hochzeit machen tief im Schwabenlahande.
(Refrain: Fiderallala, Fiderallala, Fiderallalalala)
Der Christoph war der Bräutigam, die Ilka war die Braute.
Dazu spielt ein Orkehester querbeet wie an Silvehester.
Die Gabi geigt mit ernster Miene. Wenn nicht, dann spielt sie Mandoline.
Sie zieht auch mal die Stirne kraus und packt die Concertina aus.
Die Ute rockt den ganzen Saal. Worauf? Das ist ihr piepegal.
Der Gernot, dieser Wahnsinnsmacker, schlägt sich an der Gitarre wacker.
Der Albrecht auch, doch mehr dezent, so wie man halt den Albrecht kennt.
Der Uli holt´s dem Zerrwanst raus und ruht sich zwischendrin drauf aus.
Das traut sich „Anton“ aber auch mit dem Akkordeon vor dem Bauch.
Die Juttas blasen im Duett. Das klingt doch ganz schön klarinett.
Die Ahastrid, die Ahastrid, spielt seelenruich den Bahass mit.
Der Hahahans, der Hahahans sorgt für den Takt und denkt, er kanns.
Vom Martin wird recht unbeirrt die ganze Chose intubiert.
Bihirgits feine Flötentöne, die hamms nicht leicht in dem Gedröhne.
Der Holger, gleichfalls an den Flöten, scheint beim "a tempo" kaum in Nöten.
Die Dagmar und die Claudia sind für die Flötenfluten da.
Martinas Stimme klingt im Saal wie eine Hochzeitsnachtigall.
Der Peter tönt aus voller Kehle wohlgemut zur Ukulele.
Kalleinz mit Klampf´ und Flötensteff ergänzen das aus dem Eff-eff.
Als heißersehntes Festpräsent gibts keinen, der das End´ verpennt.
Fiderallala, Fiderallala, jetzt warn fast alle da.

 

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