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Etwas eigene Gedichte

Wennich wenich sage,
dauert es
meist
nicht lange,
bisich bissich werde.

Werkstattschau

Textkritik

Meine Texte sind nicht verschreibungspflichtig,
darum finde ich Rechtschreibung relativ wichtig.
Mit Unterhaltspflicht hab ich auch nichts am Hut,
darum unterhalten sie meist nicht so gut.
Das Rundbügeln mag ich den Texten nicht gönnen,
damit sie bei euch besser anecken können.
Auch Weichspülen wäre ein Schuss in den Ofen:
Ich schreib für die Harten und nicht für die Daunenkuschler.

Termindruck

Advent, Advent,
ein Endreim klemmt.
Das steht an sich noch nicht dafür,
doch sinds bald zwei... bald drei und vier!
Schnell wird so die Poetenkür
bei Schimmerlicht
Dezemberpflicht.


Schnupfenpoesie

Der Liebe Gott hats eingerichtet,
dass ab und zu mal Schnupfen dichtet.
Der Dichter findet das nicht toll
und hat im Nu die Schnauze voll.
Er fuchtelt mit dem Taschentuch -
heut wirds nix mit dem Taschenbuch!
In Aspirin und Sinupret
erlahmt die Kreativität.
Und selbst der warme Früchtetee
verhindert kein OJEMINE.
Schön dumm, wer da noch Stil bewahrt:
Der Rotz muss raus, ob weich ob hart!
Drum rat ich allen Schnupfpoeten:
Keine Scheu vor Selbstgedrehten!

Einen Reim auf den Reim

Wenns vorne bündigt und hinten flattert,
dann ist das für viele bereits ein Gedicht.
Wenn nicht, denn werden sie eben vergattert
von solchen, aus denen ein Bildungsgrad spricht.
Mich interessiert nicht, was Profs und Konsorten
im akadämlichen Hirn eruiert.
Ich ringe selber nach passenden Worten,
und mache passend - total ungeniert.
Bin ich mir schon einen Reim drauf am machen,
was alles um mich und in mir passiert,
dann sollt´ dessen Enden ein Reim auch bewachen!
Zumindestens sei er dann versmassiert!
Ich scheue mich auch nicht vor Büttengerede,
solange es hilft, hohe Schwellen zu schleifen,
und find´ dabei keinesfalls schlimm oder blöde
zu einfachsten Schemen und Worten zu greifen.
Bei geistiger Nahrung heißt oft die Devise:
Gepflegtes Ambiente stopft Müll in den Kopf.
Ich forder dagegen - mit Fleisch UND Gemüse:
Gehaltvolles Essen aus einfachem Topf!
Pausenschnack

Manchmal tropfen die Verse wie Rotz aus der Nase,
ein Andermal läuft´s ums Verrecken nicht.
Das Reimproblem faltet das Angesicht,
ein verödeltes Hirn darbt in Selbstmitleidsphase.
Da da nix ist, mutiert schnell zum Not- Dadaisten,
wer meint, dass auch gut sei, was gut gemeint.
Er tastet nach allem, was passend scheint,
und durchstöbert die gräßlichsten Wortklaubekisten.

Weil mir grade nach Pankreativem gelüstet,
zerbreche ich mir unentwegt den Kopf
und hoffe auf einen Ergreifungsschopf,
der gelegenheitshalber mit Unsinn sich brüstet.

Doch nun sei es genug mit dem Rotz aus der Feder,
beim Nächstenmal wird wieder Ernst gemacht!
Dann wird wieder kreuz und quer gedacht,
und dann zieh vom Katheder ich wieder vom Leder!

 Gestillter Verwörterungsbedarf

Wortgewandt

Manchmal- glaub ich- wär auch ich
gern so`n Wörterwänderich.
Mit benebelnden Wokabbeln
tät ich unaufhörlich sabbeln,
wallte Walle, grabte Graben
mittels Bücher voller Staben,
schrieb und redete mit Verve
an die Eisengitter Schärfe,
textverrammelte die Pforten
um mich ant dort zu verworten
gegen alles, gegen jeden,
wohlvernetzt in Stolperfäden,
und und und - wo war ich gleich?
Ach egal: Tangententeich!!

Übler Einfluss

Ein Influenzainfluencer,
sobald er fröhlich feucht geniest,
wird rotzefatz zum Frustkredenzer,
der gründlich mir den Tag vermiest.
Statt dass er seinen Gilb zerstäubert,
wünscht ich, dass er die Schnauze hält
und stets danach die Hände säubert,
wenn er trompetet, keucht und bellt.
Doch halt - ich möchte jetzt begrenzen,
was sonst womöglich chronisch wird.
Das Influenzainfluencen
hat mich zum Schleimreimer vervirt.

Gender as gender can

Es gendert sich fraulich: Aus "En" werden "Innen",
der Geist wird zur Geistin, zur Kindin das Kind.
Politisch korrekte Mitgliederinnen
bekehren Vereine, die rückständig sind.
Das Wo- von dem Manlichen zu befreien
wird Ziel und Passion und Beschneidung zugleich.
Da gibts kein Pardon und nichts zu bereuen:
Die Scheichin begattint den scheichichsten Scheich.
Bevor jedoch wird so die Hand noch zur Händin,
bringe ich diese Gedichtin zu Endin.

Geschlechtsverkehr

Gehts einem nur schlecht, und irrt er umher,
dann droht ihm gewisslich Geschlechtsverkehr.
Das Herz in der Hose schlägt vor und zurück,
den Pendelhub steuert die Angst im Genick.
Hingegen als steter Gegüterverkehrer
gehts einem gut - mal mehr und mal mehrer.
Sogar in den malheurogenen Zonen
verschlägt ihm der Zweifel nicht mehr die Neuronen.

Geschlechtsverkehrt

Wer geschlechtsverkehrt geschlechtsverkehrt,
wird ob seines Begehrens bekehrenswert.
Denn, wenn alles nur deshalb zuende wär,
wär das richtiggehend Gehtschlechtverkehr.

Iglulove

Bei uns knutscht gemeinhin der fordernde Junge
mit samtfeuchtem Munde und züngelnder Zunge.
Doch in den Iglus, da knutschen die Typen
mit tropfender Nase und prallen Polypen.
Und was man so alles von denen noch weiß:
Da macht dich die Iglulu heiß unterm Eis.
Und wehe, du bockst wider ihre Advancen,
dann kriegst du vom Igludwig voll auf den Ranzen.
Ich schreibs offen raus, andre hättens geleugnet:
Zum Iglustmolch bin ich wohl nicht so geeignet.
Hormonale Verwirrungen

Fragt die Oma jüngst den Opa:
"Na, was mach denn deine Dopa-
minausschüttung und so weiter?"
Fragen stimmt so nicht, sie schreit- er
hört zwar schlecht und oft auch weg,
doch jetzt wird er steif vor Schreck.
Leider nicht zur Gänze umfang-
reich - kein Wunder bei DEM Umgang.
Außerdem fehlt ihm Seroton-
in - nach des Psychiaters O-Ton.

Nonsens ?

Lasst mich euch bedeuten:
Klar, dass das nicht funzt,
wenn mir Hinz und Kunz
ohne blassen Dunst
meine Kunst verhunzt!
Klar, es wär´ gestrunzt,
wenn sie unvergrunzt
inbrünstiger Gunst
länger sich erfreuten

Franz wollte einst ein Becken,
um Schwimmbedarf zu decken,
Doch gleich beim ersten Checken
da war er groß, der Schrecken -
gab´s zweifellos ein Lecken
ins Erdreich zu entdecken.
Da gibt´s doch wirklich Jecken,
die den Verdacht erwecken:
"Hätt´ am End`der Becken-
bauer Dreck am Stecken?"
Ihm wird´s gar nicht schmecken.
Ich seh schwarz

Man sagt, der Herr Pastor, der hätte viel Humor,
doch gleicht er nicht dem meinigen.
Ich scheue kein Tabu und gebe offen zu,
da gibt es nichts zu einigen.
Ich wüsst auch nicht, warum? Ach Gott, mir wär`s zu dumm
dem Schwarzrock zu bescheinigen,
dass seine blöden Witze womöglich Geistesblitze
sind, die mein Brainboard peinigen.
Nun frag mal besser nicht: "Was soll bloß das Gedicht?
Das kann man doch bereinigen?"
"Womit?", so frag ich dich, denn nirgends findet sich-
(mal abgesehn von steinigen)
ein weit´rer Reim auf - einigen.
Nachwurf::
Pastoren und Pastorenkinder sind anerkannt die schlimmsten Sünder.
da wird`s nix mit dem Steinigen.
Ich will nicht und die dürfen nicht, wie`s Jesus in der Bibel spricht.
In meiner und der seinigen.

As years go by

Wenn bis zum Halse bandagiert
die Uraltrockerband agiert,
und Opa dazu engagiert
mit seiner Oma eng agiert,
und - endlich fürbass eregiert -
nach alter Standesehre giert,
wird irgendetwas generiert,
was arg am Drang der Gene rührt.

Noch ein Tor!

Dem Tor erweisen Tore sich,
die Weise stets geschlossen lassen,
als offenbar nicht hinderlich,
im Torrausch den Entschluss zu fassen
solchselbige - egal, was sei -
um jeden Preis zu überwinden.
Den Wedernochs, die solcherlei
Tortouren als Tortur empfinden,
sei angesagt, sie wären nicht
in Torschlusspanik zu sich ehrlich,
denn die Moral von dem Gedicht
ist: "Das wär eigentorgefährlich."
Sammel dich!

Einsam sein, wer mag das schon?
Sam meln hilft da aus der Patsche.
Hast du schließlich acht davon
und noch keinen an der Klatsche,
hält man dich für kompatibel,
nähert sich behutsam an
und nimmt dir fast garnichts übel.
wird womöglich mitteilsam.
Willst die Achtsamkeit du toppen,
wirst du einmal neunsam sein.
Bist du furchtsam, könnt es floppen.
Biegsamkeit bringt wohl mehr ein.
Mit Beredsamkeit verstärken
wär ein Tipp, der wirksam klingt.
Melle Sams! Du wirst schon merken,
was der Sammeltrieb dir bringt.

Liebesgedicht

Aus vollem Herzen - so pflegt man zu lieben.
Ich liebe zumeist aus dem Bauch heraus.
Wird Liebe mir erst durch den Magen getrieben,
wirkt sich das direkt auf die Liebido aus.
Doch kommt mal `ne andere Vorliebe rüber,
dann fühl ich mich durchaus latent lieberal.
Oh, gäb es doch mehr noch von meinem Kalieber!
Was guckst du jetzt? Zöliebatärst du?Egal!

Grunzgestrunzt

Scheint ein Machwerk dir verhunzt,

taugt es immer noch als Kunst.
Such nur mit gezielter Brunst
den Kenner ohne blassen Dunst,
der mit erles`ner Bildung strunzt
und stumpf für alles Beifall grunzt!
Umba ja, my lord!

Ist der Mann zu lahm zum Rumba,

schaut im Fernsehn lieber Humba
täterää zum Rumlumumba,
widmet sich sein Weib dem Zumba.
Zumba?
Ja, my Lord!
Zumba?
Ja!
Dunkles Schicksal

Der Penthouseboy aus Kamerun
muss in der Dunkelkammer ruhn,
doch Frosch zu sein, bedarf es wenig
und wer Frosch ist, den storcht`s wenig.
Ein guter Tag

Der Mond geht auf,
die Tür geht auf,
der Plan geht auf:
Das ist ein prima Tageslauf.

Bauernregeln


Wenn der Bauer kifft und säuft,
wird einem klar, wie´s Scheiße läuft.
Wenn der Bauer säuft und kifft,
wirds Essig, was den Wein betrifft.
Noch ein guter Tag

Morgens froh gemoint,
wird der Tag dir zum Froind.
Haschunoch Haschisch inne Tasche,
haddauchda Fahnda waschu hasche.
Äh?

Habe ich schon erwähnt,
dass wenn ein Däne gähnt,
er auch gehört zu denen,
die ihre Wangen dehnen?
Die Kretin hält - sofern ichs wähn -
ihren Cousin für ´nen Kretin.

In common


Faith and hope-
both are dope!
Priests and healers-
both are dealers!
Alpines Drama

Die Jungfrau mag den Eiger prima leiden,

darob tut ihn der Mönch ganz doll beneiden.
Er stürzt verzweifelt sich vom Matterhorn:
Schon wieder haben sie nen Mönch verlorn!

Gebeamte Beamte

Der Beamte beamte sich ...

Scheiße! Wohin eigentlich?
Eins war klar: Es reichte ihm
nur ein Schlückchen vom Jim Beam.
Volle Hose

Du kannst es kaum vermeiden, dass dir auch mal irgendwann
das eine oder andre in die Hose gehen kann.
Da heißt es vorzusorgen! Nun, was hätt ́ich da parat?
"Sie bloß nicht zu zu binden" wär bestimmt ein guter Rat.
"Die Hose runterlassen" wäre auch nicht schlecht gedacht
doch damit umzugehen ist`s, was ziemlich Mühe macht.
Es zählt nur, dass dir klar ist, wie gefasst man sowas trägt,
und dass ein treues Herzchen in der vollen Hose schlägt.
Trostreim

Reimdunur, du wirst schon wissen,

was du letztlich davon hast.
Wenn die Leute auch geflissen-
tlich ob deiner Verse Last
sich vornehm im Hintergrund
halten sowie ihren Mund.

Resteverdichten


Ich bin gut,
und du bist böse.
Ich bin Schoß,
und du bist Möse.
Dagegen ist Pu,
der Bär,
einfach nur  pu-
bärtär.
Der Rehbock hofft
seit Tagen schon
trotz Anstand auf
die Rehaktion.
Kommunikatonsprobleme

Ich sag dir offen meine Meinung.
Du sagst ihm offen deine Deinung.
Er sagt mir offen seine Seinung.
Ich sag ihm offen meine Meinung.
Er sagt dir offen seine Seinung.
Du sagst mir offen deine Deinung.
Für uns gilt: Eure Euerung
bedarf nicht der Beteuerung.
Doch sagt sie offen ihre Ihrung,
dann stiftet sowas bloß Vervierung.
Felljucken

Manch Getier, wovor dir graust,
im Felle der Feliden haust.
Darum wird sofort gelaust,
sobald du Läuseköttel schaust.
Manchmal auch nur auf alle Fälle,
mal ebenso und auf die Schnelle,
weil dir so ist an Ort und Stelle,
und es dich selbst juckt an der Pelle.
Sowas nennt man Sozialkontakt.
Das ist an sich kein großer Akt,
wenn wirklich alles vollgekackt.
Doch wenns den Dosenöffner packt,
dann gehts bisweilen auf den Wecker.
Und sei der Keks auch noch so lecker,
bewahrts den eifrigen Entdecker
am Ende doch nicht vor Gemecker.
Ohnetagsfrust

Einen Mittwochmittag packte der Zorn
ob des Makels zwischen hinten und vorn,
denn der Mittwoch ist zwar für ihn okay,
doch bei mittag fehlt ihm ein drittes"t".
Was ehedem völlig in Ordnung war,
stellt nunmehr für ihn einen Mangel dar.
Erbost schreit er: Leute, ihr lernt mich noch kennen!
Ich werde mich Ohnetag fürderhin nennen!
Er kann es nicht anders- so steckt´s in ihm drin,
doch MIT wie auch OHNE erschließt keinen Sinn.
Nur notorische Wortklauber freu´n sich ´nen Keks.
Dieses nimmt man zur Kenntnis und geht seines Wegs.

Schneegeflügel


Wenn es draußen stürmt und schneit,
ist das Schneehuhn nicht mehr weit.
Ein zähes Luder, allerdings:
Wenn es gebraten wär, dann gings.
Manches Schneehuhn soll hingegen
nur im Gold- und Glitzerregen ...
Ja, was soll es eigentlich?
Ganz im Ernst, das frag ich mich.
Winterschlaf

Es schläft der Bär, es schläft der Igel.
Ich würde wetten, dass der Beagle
am liebsten ebensolches möcht
anstatt mit matschigem Gemächt
die Winterwege durchzupflügen.
Fänd dies er gut, dann tät er lügen.
Und ungeachtet baldger Dresche,
schraubt er sich in die Beaglewäsche,
bekreuzt die Augen mit den Ohren
und schnarcht beherzt aus allen Rohren.
A-Versionen

Ein beflissener Wächta -
eines Schlachthofs bei Vechta,
der schnauzt grundsätzlich "Wech da!",
wenn ein selbsthöchstgerechta
strikter Tierwohlverfechta
und Berufsethikspächta
seine willigen Schlächta
zur verwirren sucht. Echt, da
hat der Fleisch-Wurst-Verächta
schon ein ziemliches Pech, da
durch das Kumpelgelächta
seine Laune wird schlechta.
(Ich weiß zwar, es heißt "schlechta wird",
doch bin auch ich jetzt leicht verwirrt.)
Affinitäten

Um sich Nachschub zu verschaffen,
wenn im Geldsack Löcher klaffen
machen mit und ohne Waffen
manche eifrig sich zu Affen
hoffend, dass die andern gaffen,
langbehalst wie die Giraffen,
die sich geil zum Kampfe straffen.
Das ist kaum was für die schlaffen
"MiristallesWurscht!"-Schlaraffen,
die das ohnehin nicht raffen.

..., Dichter sein dagegen sehr


Das Festgedicht ist durchgecheckt:
Das Wortgeschmeide scheint perfekt!
Auf dem Bildschirm harrt es der Verwendung,
da bedrängen kurz vor der Versendung
seinem Gelegenheitsverdichter
gelinde Zweifel ob der Lichter
zur nötigen Eventerhellung,
zum Versbau und zur Stichwortstellung.
Dass das Stichwort ein treffliches Schlagwort wird,
erwächst ihm zum Anspruch, der gründlich verwirrt.
Er rafft sich auf, und er schmeißt alles um.
Der Wortstaub schwirrt um den Schädel herum.
Die Strophenfragmente, sie prasseln hernieder.
Die Satzzeichen schwinden auf Garnimmerwieder.
Die Versfetzen kreiseln im Gleitflug zur Erde.
Gedanken verkümmern zur Leidhammelherde.
Neutrale Betrachter, die werden jetzt wetten:
"An diesem Gedicht, da ist nichts mehr zu retten!"
Doch technischer Fortschritt erweist sich als Glück:
Barmspeicherig schlummert im Laptop der Stick,
der jedem, dem Übles derart widerfährt,
ein "copy & paste" mit sich selber gewährt.
Man wünscht dem Poeten, die Schutzvorgaben
nach früheren Pleiten genutzt zu haben.
Dann fehlt ihm im Endeffekt nur noch Besinnung
zur letztlich vernünftigen Einsichtsgewinnung,
dass irgendwann alles mal gut so sein muss,
sonst wird aus den besten Ideen nur noch Stuss.
 

 

Gelegenheitsgedichte

 

Spielmann´sHochzeit

Ein Spielmann wollte Hochzeit machen tief im Schwabenlahande.
(Refrain: Fiderallala, Fiderallala, Fiderallalalala)
Der Christoph war der Bräutigam, die Ilka war die Braute.
Dazu spielt ein Orkehester querbeet wie an Silvehester.
Die Gabi geigt mit ernster Miene. Wenn nicht, dann spielt sie Mandoline.
Sie zieht auch mal die Stirne kraus und packt die Concertina aus.
Die Ute rockt den ganzen Saal. Worauf? Das ist ihr piepegal.
Der Gernot, dieser Wahnsinnsmacker, schlägt sich an der Gitarre wacker.
Der Albrecht auch, doch mehr dezent, so wie man halt den Albrecht kennt.
Der Uli holt´s dem Zerrwanst raus und ruht sich zwischendrin drauf aus.
Das traut sich „Anton“ aber auch mit dem Akkordeon vor dem Bauch.
Die Juttas blasen im Duett. Das klingt doch ganz schön klarinett.
Die Ahastrid, die Ahastrid, spielt seelenruich den Bahass mit.
Der Hahahans, der Hahahans sorgt für den Takt und denkt, er kanns.
Vom Martin wird recht unbeirrt die ganze Chose intubiert.
Bihirgits feine Flötentöne, die hamms nicht leicht in dem Gedröhne.
Der Holger, gleichfalls an den Flöten, scheint beim "a tempo" kaum in Nöten.
Die Dagmar und die Claudia sind für die Flötenfluten da.
Martinas Stimme klingt im Saal wie eine Hochzeitsnachtigall.
Der Peter tönt aus voller Kehle wohlgemut zur Ukulele.
Kalleinz mit Klampf´ und Flötensteff ergänzen das aus dem Eff-eff.
Als heißersehntes Festpräsent gibts keinen, der das End´ verpennt.
Fiderallala, Fiderallala, jetzt warn fast alle da.

Mit 70 hat man noch Träume

Mit 69 Jahren hört das pralle Leben auf.
Mit 69 Jahren nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Mit 69 Jahren ist Trauerkleidung Trumpf.
Mit 69 versinkst du im Sumpf.


Du wirst rot, wenn du dreimal am Tag die Treppe zum ersten Stock erklimmst.
Du wirst rot, wenn du öfter was vergißt und dir das entsetzlich zu Herzen nimmst.
Doch nimm das alles nur nicht so schwer und denke stets daran:
Mit 70 fängt das Leben erst an!
Du wirst blaß, wenn der Arzt zu dir sagt, dass mal wieder ein Blutbild fällig wär.
Du wirst blaß, wenn der Arzt zu dir sagt, ihm gefiele dein Blutdruck nicht so sehr.
Doch nimm das alles nur nicht so schwer und denke stets daran:
Mit 70 kommt noch lang kein letzter Tanz!
Denn er weiß noch nicht, was Leben ist,  dazu ist er noch zu klein.
Wie du drauf oder daneben bist, das weißt du doch nur allein.

Ja, denn mit 70 hat man noch Träume, da wachsen noch alle Bäume
in den siebzigsten Himmel.
Mit 70 braucht man nicht hoffen, da stehn alle Türen schon offen
und der Himmel kann warten.
Denn mit den Jahren da hat man erfahren, wie voll so ein Leben sein kann.
Und wenn man dann alt ist, und noch nicht so kalt ist,
dann glaubt man, dann glaubt man halt dran:
Mit 70 hat man noch Träume, da wachsen noch alle Bäume
in den siebzigsten Himmel.
Mit 70 braucht man nicht hoffen, da sind alle Türen schon offen
und der Himmel kann warten-  und der Himmel kann warten.

70 Jahr, weißes (ohne) Haar, so stehst du vor mir.
70 Jahr, weißes (ohne) Haar, nur auf dem Papier.
Dir hats nichts ausgemacht, da stehst du drüber,
das kann man selten sehn... oh,oh,oh, ..
Alte, wohin ich schau, Sand im Getriebe,
doch du bist nicht wie sie, sie,
70 Jahr, weißes (ohne) Haar, so stehst du vor mir.
70 Jahr, weißes (ohne) Haar, nur auf dem Papier.

Alternativer Text zu einem Schlagermedley:

Mit 66 Jahren, Mit 17 fängt das Leben erst an, Mit 17 hat man noch Träume, 17 Jahr, blondes Haar

Geburtstagsgedicht I

Älter werden ist nicht schwer,
älter sein dagegen sehr,
und bist du dann endlich alt,
drückt das Alter mit Gewalt.
Klar, das kannst du auch verdrängen,
und dich wie bei andern Zwängen
mit dem Schein zufrieden geben,
der ein eingeengtes Leben
halbwegs noch erträglich macht.
Ja, es wäre doch gelacht,
wenn das nicht zu meistern sei!
Gerne helfen dir dabei
Coaches, Ärzte, Scharlatane
von der Gammelottomane.
Aufgepeppt von Therapeuten
hörst du ein gewisses Läuten,
das das Eine stets verspricht:
Älter werden giltet nicht!
Doch mich juckt das nicht die Bohne:
Jünger sein ist auch nicht Ohne!
Folglich sei es, wie es kommt,
ob allmählich oder prompt,
zum Fürchten jedoch keinewegs.
Da freue sich doch einen Keks,
wer liebend gern zum Wiegenfest
dem Alter seine Freude lässt.
Drum wünsche ich durch Dünn und Dick
dir alles Gute und viel Glück!

Noch´n Geburtstagsgedicht

Here it comes a decoration
for your birthday- celebration:
I wish you all the best
for now and for the rest
for you and for your staff!
I hope, it´s good enough.
Geburtstagsgedicht II

Bis jetzt hast du´s ja gut getroffen,
und bist so, wie du bist, okeh.
Das lässt ja für die Zukunft hoffen-
zumindest so, wie ich das seh.
Zwar ist´s ein Schritt wie alle andern
im Lauf des Lebens, das dir beschert,
doch auch beim nimmermüden Wandern
wird ab und zu ´ne Rast gewährt.
Dafür gibt es nunmal die Wiegenfeste
als Pausen für Blicke nach vorn und zurück.
Ich wünsche für dich nur das Allerbeste,
in Form von Gesundheit und möglichst viel Glück!


Geburtstagsgedicht für Facebookfreunde

Wer nicht so sehr den Trubel mag,
verpieselt sich am Jubeltag.
Wer sich jedoch bei Facebook outet,
dem wird so manches zugetrautet,
zum Beispiel dieser krumme Vers.
Für manchen wär das nun "Das wär´s!",
doch trau ich dir voll Zuversicht:
Nicht du - nein du, du denkst so nicht.
Du solltest mich inzwischen kennen
und dies deshalb verzeihen können.
In diesem Sinne wünsch ich dir,
dass es dir besser geht als mir.
Dabei geht´s mir an sich ganz leidlich,
doch manches wäre schoon vermeidlich.
Ich hoff´, man sieht demnächst sich wieder
und lege jetzt die Feder nieder.
(Die "Feder" ist dem Reim geschuldet,
"Maus" hätt´ ich selber nicht geduldet.)


Zum Jahreswechsel


Das alte Jahr, es ging ja sowas von perdú.
Nicht nur das Wetter und die Laune war´n beschissen.
Aus allen Löchern quoll die Virenbrüh´:
Wie sollt ich freudig da das neue Jahr begrüßen?
Ich schaffte grade so den angesagten Übergang
in Lightversion, doch leidlich aufrecht immerhin.
Es fehlte zweifellos ein angedachter Überschwang,
und "Feiern in die Puppen" war schon gar nicht drin.
Zwar endete das Jahr mentholisiert in Matsch und Mief,
doch suhl´ ich mich darob nicht in Beschwerden
und äußere mich diesbezüglich denkbar positiv:
Von jetzt an kann es nur noch besser werden!

Das Neue Jahr steht wartend vor der Tür.
Ich hoffe, dass auch diese neu ist.
Wär sie die alte, ständ es kaum dafür,
weil dann das Alte nicht vorbei ist.
Zwar prägt ein steter Kreislauf der Natur
ein jedes Jahr, das irdisch mir beschieden,
doch meine exclusive Daseinsspur
schließt sich am Ende erst hienieden.
Ein Leben in Spiralform schafft nur Schwindel-
egal, in welche Richtung es dann geht.
Wer klammert sich schon gern an eine Spindel,
die unentwegt sich dreht und dreht und dreht....?
Sonntagsmessen im November

Novembers füllen sich die Sonntagsmessen
für Sammeltrauer und für Weihnachtsdekomüll.
Das sind an sich zwar ganz verschied´ne Interessen,
doch eint Präsenzpflicht sie und Traditionsgefühl.
Egal, ob Waffeln, Bratwurst oder Glühwein munden,
egal, ob einen toterhoffte Kriegsverklärung stört
Warm eingemummelt heißt es öffentlich bekunden,
dass man am Leben ist und immer noch dazu gehört.

Frühling

Die Wiese, befreit von den Eismatschschorfen,

zeigt wieder mal trostlos sich maulgeworfen.
Der Mäher blitzt neugierig aus der Garage,
der Schredder des Nachbarn versetzt mich in Rage.
Die Rosenstöcke begehren der Schere,
ein Vogel erweist seinem Namen die Ehre.
Zwar ist des Laubbaums Haupt immer noch nackig,
doch frierts in den Nächten nicht mehr so knackig.
Die Tage tendieren zur brauchbaren Länge:
Der Frühling kommt offenbar jetzt in die Gänge.
 

 Ostern naht

Pigment, Pigment,
die Backe brennt.
Die Hasen grinsen von den Postern,
die Glocken stehen voll auf Ostern.
Die Eier hängen an den Bäumen.
Da kann man schon vom Frühling träumen!

Tod den Geigen!

Es gehört zum Edelfest,
dass man einen streichen lässt.
Doch selbst bei großen Virtuosen
geht das immer in die Hosen.
Mögen sie sich noch so zieren,
pizzicaten, tremolieren:
Ist der Darm erst mal gereizt,
wird sogleich mein Nerv gespreizt.
Gipfelt auch mein Kontrahass,
in Cello oder Kontrabass,
täten Bratschen und auch Geigen
gut daran, vor mir zu schweigen!!
Selbst der lärmgewöhnte Stomp- Fan
Hält so´n Zeux für Winselpompfen.
Und auch sonst ist meist verpönt,
was aus Fidel Castro tönt.
Häufen sich die Saitenquäler,
werde ich zum Geigerzähler,
und die rechte Musizicke
fragt sich, ob ich richtig ticke.
Warum also Bildung heucheln!?

Darum auf zum Geigen meucheln!!!!
Lasst uns nicht lang drüber schnacken:
Lasst sie kokeln, lasst sie knacken!!!
Lasst sie quellen, lasst sie reißen!!!
Lasst ins Gras sie splitternd beißen!!
Lasst uns tanzen auf den Trümmern!
Lasst sie quietschen, schluchzen, wimmern!
Knallhart!!!...bis zur bittern Neige! ..
Bis er fleucht, der Geist der Geige!!!
Ist dann immer noch nicht Schluss,

nennt man so was Tinnitus.

PS: Sollt ich gewinnen- ohne Scheiß,
dann bitte nicht den ersten Preis!!!!

Preisungewürdigter Versuch
anläßlich eines Literaturwettbewerbs
einer Geigenbauerei, in dem Gedanken
zu einem kurzen Geigenmeuchelfilm
gefragt waren.

Der erste Preis: Eine GEIGE

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