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Etwas eigene Gedichte
Übermutt
tutt
selten gutt.
Es gibt da so ein
Phänomen auf Erden:
Wer nicht ganz dicht scheint,
neigt zum Dichter werden.

Alle Gedichte,
bedeutsame und schlichte,
von jeglichen Poeten
sind Perversitäten.
Wennich wenich sage,
dauert es
meist
nicht lange,
bisich bissich werde.


Lesen und lesen lassen

Mit großer Sorgfalt ist dahin geschrieben,
was einem momentan bedeutsam scheint.
Hat auch die Umwelt daran teilzuhaben,
kann allerdings es leicht sodann geschehen,

dass dort selbst bestgewählte Worte welken
im Nebel gärender Bedeutungslosigkeit.
Die Wortkunst fordert alle Sinne,
wenn dem geneigten Adressaten

sich ihre ganze Pracht entfalten soll.
Das gilt besonders fürs Gedicht:
Das reine Lesen reicht meist nicht,
man müsste es zudem auch hören,
und wenn auch das nicht reichen sollte,
gebührende Beachtung zollen
dem Mienenspiel des Rezitierenden.
Die Genderpause

An alle noch nüchternen Leser _ *Innen:
Das Gendergewusel wird lächerlich.
Ich schüttel den Kopf, und ich frage mich
"Wie quer muss mensch sein, um den Quatsch zu ersinnen?"

Die erste Zeile bringt manchen ins Grübeln,
dass irgendwas nicht an dem Metrum passt.
Das muss jetzt so sein, denn die Pause fasst
jetzt alle zusammen, die es einem verübeln,
soziales Geschlecht nicht genügend zu achten,
und nimmt drum - es könnt auch ein Schluckauf sein-
beim Sprechen den Rang einer Silbe ein.
Kapiert? Schimpf und Schande den Minderbedachten!

Ich argwöhne nicht, dass vielleicht jemand_*In
in der achten Zeile das "einem" missfiel,
denn nur "echte" Männer sind darin das Ziel.
und dafür ist "eine-_-*m" schlechthin nicht drin.

So, das wärs von mir gewesen.
Zuletzt verbleibt ein Wunsch an dich:
Ists Gendern für dich wesentlich,
dann verschluck dich nicht beim Lesen!


Werkstattschau

Textkritik

Meine Texte sind nicht verschreibungspflichtig,
darum finde ich Rechtschreibung relativ wichtig.
Mit Unterhaltspflicht hab ich auch nichts am Hut,
darum unterhalten sie meist nicht so gut.
Das Rundbügeln mag ich den Texten nicht gönnen,
damit sie bei euch besser anecken können.
Auch Weichspülen wäre ein Schuss in den Ofen:
Ich schreib für die Harten und nicht für die Daunenkuschler.

Termindruck

Advent, Advent,
ein Endreim klemmt.
Das steht an sich noch nicht dafür,
doch sinds bald zwei... bald drei und vier!
Schnell wird so die Poetenkür
bei Schimmerlicht
Dezemberpflicht.


Schnupfenpoesie

Der Liebe Gott hats eingerichtet,
dass ab und zu mal Schnupfen dichtet.
Der Dichter findet das nicht toll
und hat im Nu die Schnauze voll.
Er fuchtelt mit dem Taschentuch -
heut wirds nix mit dem Taschenbuch!
In Aspirin und Sinupret
erlahmt die Kreativität.
Und selbst der warme Früchtetee
verhindert kein OJEMINE.
Schön dumm, wer da noch Stil bewahrt:
Der Rotz muss raus, ob weich ob hart!
Drum rat ich allen Schnupfpoeten:
Keine Scheu vor Selbstgedrehten!

Einen Reim auf den Reim

Wenns vorne bündigt und hinten flattert,
dann ist das für viele bereits ein Gedicht.
Wenn nicht, denn werden sie eben vergattert
von solchen, aus denen ein Bildungsgrad spricht.
Mich interessiert nicht, was Profs und Konsorten
im akadämlichen Hirn eruiert.
Ich ringe selber nach passenden Worten,
und mache passend - total ungeniert.
Bin ich mir schon einen Reim drauf am machen,
was alles um mich und in mir passiert,
dann sollt´ dessen Enden ein Reim auch bewachen!
Zumindestens sei er dann versmassiert!
Ich scheue mich auch nicht vor Büttengerede,
solange es hilft, hohe Schwellen zu schleifen,
und find´ dabei keinesfalls schlimm oder blöde
zu einfachsten Schemen und Worten zu greifen.
Bei geistiger Nahrung heißt oft die Devise:
Gepflegtes Ambiente stopft Müll in den Kopf.
Ich forder dagegen - mit Fleisch UND Gemüse:
Gehaltvolles Essen aus einfachem Topf!

Von dem Mund in die Hand

Wenn loses Mund- zum Handwerk wird,
entstehen manirierte Wortgebilde,
teils mariniert in ungewohntem Zeichensatz,
in Versen teils mit Verve vermessen,
als auch zum Teil nur einfach so dahingerotzt,
die den Erhörern zu erlesen sind.
In diesem Sinne führt die Hand vorm Mund
Dichtung herbei und doch auch wieder nicht.
Pausenschnack

Manchmal tropfen die Verse wie Rotz aus der Nase,
ein Andermal läuft´s ums Verrecken nicht.
Das Reimproblem faltet das Angesicht,
ein verödeltes Hirn darbt in Selbstmitleidsphase.
Da da nix ist, mutiert schnell zum Not- Dadaisten,
wer meint, dass auch gut sei, was gut gemeint.
Er tastet nach allem, was passend scheint,
und durchstöbert die gräßlichsten Wortklaubekisten.

Weil mir grade nach Pankreativem gelüstet,
zerbreche ich mir unentwegt den Kopf
und hoffe auf einen Ergreifungsschopf,
der gelegenheitshalber mit Unsinn sich brüstet.

Doch nun sei es genug mit dem Rotz aus der Feder,
beim Nächstenmal wird wieder Ernst gemacht!
Dann wird wieder kreuz und quer gedacht,
und dann zieh vom Katheder ich wieder vom Leder!
Der Stolz des armen Poeten

Ohne Buch und ohne Lesung
reime ich so vor mich hin.
Manche Verseschreiber grübeln:
"Macht das überhaupt noch Sinn?"

"Allemal!" ist meine Meinung,
und die habe ich schon lange,
denn für kommerzielle Ziele
braucht´s Gedichte von der Stange.

Das Bemüh´n um Versform bügelt
mir Struktur in die Gedanken,
die ansonsten ungezügelt
um die Dichterstirne ranken.

So nutze ich das Speichermedium
als eine Art von Tagebuch
für mich, um darin rumzustöbern,
und meinetwegen für Besuch.

Damit kann ich mich voll begnügen
als armer Poet ohne Schirm und Bett.
Für diesen Leichtkontakt genügen
mir nur ein PC und das Internet.

Ich hab hier alles zum bequemen
Privatgebrauch bereitgestellt.
Das darfst du dir per Klick entnehmen,
auch anonym und ohne Geld.

Das mag so mancher kaum verstehen,
doch ist es nun mal so im Leben:
Wer arm ist, sitzt nicht auf der Knete
und kann deshalb auch leichter geben.

Leidlese

Es war einmal ein Liebesbrief
in Versen, davon alle schief.
Den Adressaten befielen Schmerzen
in Aug´und Ohren anstatt im Herzen.
Zum Tränzunahmi kommt im Nu
auch Nasenausfluss noch dazu.
Das war partout nicht zu vermeiden.
Man kennt es ja: Wer liest, muss leiden.


Beschissener Kreislauf


Wer tief und völlig unbeleckt
seit langem in der Scheiße steckt,
ein solcher nur, der kann mitnichten
erklecklich über Scheiße dichten.

Wer ahnungslos drauf spekuliert,
dass zum Erfolg sein Ausdruck führt, ,
weil Scheiße bestens unterhält,
um den ist es meist schlecht bestellt.

Das gilt auch für die Dunkeldichter
im Schein der Hoffnungsschimmerlichter,
wo`s nicht an Gräulichkeiten mangelt
und Larmoyanz nach Mitleid angelt.

Wer Pseudofrust im Sinne hat,
wird unter Garantie, anstatt
am Dichterhimmel hell zu blinken,
alsbaldigst im Klischee versinken.

Dann hilft ihm auch kein Dichtergott,
dann hagelt es nur Hohn und Spott,
doch hätt´nach solchen Strafgerichten
er jetzt ´nen guten Grund zum Dichten.

Allürik?


Gemeinhin scheint mir ein Lyriker
ob als Collagist von gefetzten Sätzen
mit Wortgips an inhaltsleeren Plätzen,
ob als endreimverhafteter Phrasenwähler
oder versmaßverfangener Silbenzähler,
ob als Entertastenvirtuose
mit Einfachnursodahinbrabbelpsychose
als ausgemachter Allüriker.

Gefühlsgewühl

Wie schön ist´s doch, in (Fr/L)ustgefühlen
nach (Schm/H)erzenslust herumzuwühlen
und drauf zu hoffen, dass sich Mengen
von Menschen um den Wühltisch drängen,
die dann mit Mitlikes und Moneten
Beachtung schenken dem Poeten.



Das Malebengedicht

Im Malebengedicht -
und das wundert auch nicht -
klingen Tasten aus Kasten,
können Lasten auch fasten,
tun Fichten verzichten
und Pflichten sich schichten
mitnichten mit Nichten,
wollen Socken und Locken
bloß hocken und zocken
und dabei höchst erschrocken
wie Brocken frohlocken,
dürfen Brücken sich bücken
und zu ihrem Entzücken
mit Perücken früh stücken,
und Veganfrikadellen
sollen reimaffin bellen.
So erkennst du ganz schlicht
das Malebengedicht.
Poesie und Prosa

Wenn mich mal wieder die Weile längt,
wird alles in ein Gedicht gezwängt,
was mittenmang mir dann ein so fällt.
Dabei geb ich ordentlich Versegeld.
Doch krieg ich nen Pickel vor Wut- ei der Daus!-,
drück ich ihn behutsam mit Prosa aus.
Zwiebelgedicht

Ich werde wohl noch
"Ich werde wohl noch
"Ich werde wohl noch
...
sagen dürfen!"
sagen dürfen!"
sagen dürfen!?

 
Gut schlecht!

Gut Reimen ist ein Privileg von Könnern.
Wer schlecht reimt, dient nur Spöttern oder Gönnern
dazu, sich ungeniert und wichtig auszutoben...
.. womöglich landet diese Strategie ganz oben.
Sensibilyrik

Wer füllt denn da den Übelkübel
entmaledeit und höchst sensibel?
Lyriker nebst "*" und "innen"
sinds, die sich darauf besinnen
und, statt Schamhaare zu spalten,
uns das Heil der Welt erhalten.
Das Schreiben mit der Prosafeder
gebiert kaum Sensibilitäter.


Gestillter Verwörterungsbedarf

Wortgewandt

Manchmal- glaub ich- wär auch ich
gern so`n Wörterwänderich.
Mit benebelnden Wokabbeln
tät ich unaufhörlich sabbeln,
wallte Walle, grabte Graben
mittels Bücher voller Staben,
schrieb und redete mit Verve
an die Eisengitter Schärfe,
textverrammelte die Pforten
um mich ant dort zu verworten
gegen alles, gegen jeden,
wohlvernetzt in Stolperfäden,
und und und - wo war ich gleich?
Ach egal: Tangententeich!!

Übler Einfluss

Ein Influenzainfluencer,
sobald er fröhlich feucht geniest,
wird rotzefatz zum Frustkredenzer,
der gründlich mir den Tag vermiest.
Statt dass er seinen Gilb zerstäubert,
wünscht ich, dass er die Schnauze hält
und stets danach die Hände säubert,
wenn er trompetet, keucht und bellt.
Doch halt - ich möchte jetzt begrenzen,
was sonst womöglich chronisch wird.
Das Influenzainfluencen
hat mich zum Schleimreimer vervirt.

Gender as gender can

Es gendert sich fraulich: Aus "En" werden "Innen",
der Geist wird zur Geistin, zur Kindin das Kind.
Politisch korrekte Mitgliederinnen
bekehren Vereine, die rückständig sind.
Das Wo- von dem Manlichen zu befreien
wird Ziel und Passion und Beschneidung zugleich.
Da gibts kein Pardon und nichts zu bereuen:
Die Scheichin begattint den scheichichsten Scheich.
Bevor jedoch wird so die Hand noch zur Händin,
bringe ich diese Gedichtin zu Endin.

Geschlechtsverkehr

Gehts einem nur schlecht, und irrt er umher,
dann droht ihm gewisslich Geschlechtsverkehr.
Das Herz in der Hose schlägt vor und zurück,
den Pendelhub steuert die Angst im Genick.
Hingegen als steter Gegüterverkehrer
gehts einem gut - mal mehr und mal mehrer.
Sogar in den malheurogenen Zonen
verschlägt ihm der Zweifel nicht mehr die Neuronen.

Geschlechtsverkehrt

Wer geschlechtsverkehrt geschlechtsverkehrt,
wird ob seines Begehrens bekehrenswert.
Denn, wenn alles nur deshalb zuende wär,
wär das richtiggehend Gehtschlechtverkehr.

Iglulove

Bei uns knutscht gemeinhin der fordernde Junge
mit samtfeuchtem Munde und züngelnder Zunge.
Doch in den Iglus, da knutschen die Typen
mit tropfender Nase und prallen Polypen.
Und was man so alles von denen noch weiß:
Da macht dich die Iglulu heiß unterm Eis.
Und wehe, du bockst wider ihre Avancen,
dann kriegst du vom Igludwig voll auf den Ranzen.
Ich schreibs offen raus, andre hättens geleugnet:
Zum Iglustmolch bin ich wohl nicht so geeignet.
Hormonale Verwirrungen

Fragt die Oma jüngst den Opa:
"Na, was mach denn deine Dopa-
minausschüttung und so weiter?"
Fragen stimmt so nicht, sie schreit- er
hört zwar schlecht und oft auch weg,
doch jetzt wird er steif vor Schreck.
Leider nicht zur Gänze umfang-
reich - kein Wunder bei DEM Umgang.
Außerdem fehlt ihm Seroton-
in - nach des Psychiaters O-Ton.

Nonsens ?

Lasst mich euch bedeuten:
Klar, dass das nicht funzt,
wenn mir Hinz und Kunz
ohne blassen Dunst
meine Kunst verhunzt!
Klar, es wär´ gestrunzt,
wenn sie unvergrunzt
inbrünstiger Gunst
länger sich erfreuten

Franz wollte einst ein Becken,
um Schwimmbedarf zu decken,
Doch gleich beim ersten Checken
da war er groß, der Schrecken -
gab´s zweifellos ein Lecken
ins Erdreich zu entdecken.
Da gibt´s doch wirklich Jecken,
die den Verdacht erwecken:
"Hätt´ am End`der Becken-
bauer Dreck am Stecken?"
Ihm wird´s gar nicht schmecken.
Ich seh schwarz

Man sagt, der Herr Pastor, der hätte viel Humor,
doch gleicht er nicht dem meinigen.
Ich scheue kein Tabu und gebe offen zu,
da gibt es nichts zu einigen.
Ich wüsst auch nicht, warum? Ach Gott, mir wär`s zu dumm
dem Schwarzrock zu bescheinigen,
dass seine blöden Witze womöglich Geistesblitze
sind, die mein Brainboard peinigen.
Nun frag mal besser nicht: "Was soll bloß das Gedicht?
Das kann man doch bereinigen?"
"Womit?", so frag ich dich, denn nirgends findet sich-
(mal abgesehn von steinigen)
ein weit´rer Reim auf - einigen.
Nachwurf::
Pastoren und Pastorenkinder sind anerkannt die schlimmsten Sünder.
da wird`s nix mit dem Steinigen.
Ich will nicht und die dürfen nicht, wie`s Jesus in der Bibel spricht.
In meiner und der seinigen.

As years go by

Wenn bis zum Halse bandagiert
die Uraltrockerband agiert,
und Opa dazu engagiert
mit seiner Oma eng agiert,
und - endlich fürbass eregiert -
nach alter Standesehre giert,
wird irgendetwas generiert,
was arg am Drang der Gene rührt.

Noch ein Tor!

Dem Tor erweisen Tore sich,
die Weise stets geschlossen lassen,
als offenbar nicht hinderlich,
im Torrausch den Entschluss zu fassen
solchselbige - egal, was sei -
um jeden Preis zu überwinden.
Den Wedernochs, die solcherlei
Tortouren als Tortur empfinden,
sei angesagt, sie wären nicht
in Torschlusspanik zu sich ehrlich,
denn die Moral von dem Gedicht
ist: "Das wär eigentorgefährlich."
Sammel dich!

Einsam sein, wer mag das schon?
Sam meln hilft da aus der Patsche.
Hast du schließlich acht davon
und noch keinen an der Klatsche,
hält man dich für kompatibel,
nähert sich behutsam an
und nimmt dir fast garnichts übel.
wird womöglich mitteilsam.
Willst die Achtsamkeit du toppen,
wirst du einmal neunsam sein.
Bist du furchtsam, könnt es floppen.
Biegsamkeit bringt wohl mehr ein.
Mit Beredsamkeit verstärken
wär ein Tipp, der wirksam klingt.
Melle Sams! Du wirst schon merken,
was der Sammeltrieb dir bringt.

Akelei

Mit "Erkenne dich selbst!" und "Alles in Maßen!"
begrüßte jeden Gast das Orakel von Delphi.
Ganz speziell in der Art - das muss man ihm lassen -
verkündet es auch jetzt das Debakel von Elphi.

Liebesgedicht

 Aus vollem Herzen - so pflegt man zu lieben.
Ich liebe zumeist aus dem Bauch heraus.
Wird Liebe mir erst durch den Magen getrieben,
wirkt sich das direkt auf die Liebido aus.
Doch kommt mal `ne andere Vorliebe rüber,
dann fühl ich mich durchaus latent lieberal.
Oh, gäb es doch mehr noch von meinem Kalieber!
Was guckst du jetzt? Zöliebatärst du?Egal!

Grunzgestrunzt

Scheint ein Machwerk dir verhunzt,
taugt es immer noch als Kunst.
Such nur mit gezielter Brunst
den Kenner ohne blassen Dunst,
der mit erles`ner Bildung strunzt
und stumpf für alles Beifall grunzt!
Umba ja, my lord!

Ist der Mann zu lahm zum Rumba,

schaut im Fernsehn lieber Humba
täterää zum Rumlumumba,
widmet sich sein Weib dem Zumba.
Zumba?
Ja, my Lord!
Zumba?
Ja!
Dunkles Schicksal

Der Penthouseboy aus Kamerun
muss in der Dunkelkammer ruhn,
doch Frosch zu sein, bedarf es wenig
und wer Frosch ist, den storcht`s wenig.
Ein guter Tag

Der Mond geht auf,
die Tür geht auf,
der Plan geht auf:
Das ist ein prima Tageslauf.

Bauernregeln


Wenn der Bauer kifft und säuft,
wird einem klar, wie´s Scheiße läuft.
Wenn der Bauer säuft und kifft,
wirds Essig, was den Wein betrifft.
Noch ein guter Tag

Morgens froh gemoint,
wird der Tag dir zum Froind.
Haschunoch Haschisch inne Tasche,
haddauchda Fahnda waschu hasche.
Äh?

Habe ich schon erwähnt,
dass wenn ein Däne gähnt,
er auch gehört zu denen,
die ihre Wangen dehnen?
Die Kretin hält - sofern ichs wähn -
ihren Cousin für ´nen Kretin.

In common


Faith and hope-
both are dope!
Priests and healers-
both are dealers!
Alpines Drama

Die Jungfrau mag den Eiger prima leiden,
darob tut ihn der Mönch ganz doll beneiden.
Er stürzt verzweifelt sich vom Matterhorn:
Schon wieder haben sie nen Mönch verlorn!

Gebeamte Beamte

Der Beamte beamte sich ...

Scheiße! Wohin eigentlich?
Eins war klar: Es reichte ihm
nur ein Schlückchen vom Jim Beam.
Volle Hose

Du kannst es kaum vermeiden, dass dir auch mal irgendwann
das eine oder andre in die Hose gehen kann.
Da heißt es vorzusorgen! Nun, was hätt ́ich da parat?
"Sie bloß nicht zu zu binden" wär bestimmt ein guter Rat.
"Die Hose runterlassen" wäre auch nicht schlecht gedacht
doch damit umzugehen ist`s, was ziemlich Mühe macht.
Es zählt nur, dass dir klar ist, wie gefasst man sowas trägt,
und dass ein treues Herzchen in der vollen Hose schlägt.
Impfperfekt

Ein überzeugter Impffan
der wird darob nicht schimpfen
und meint, das überlass er
getrost dem Spritzenhasser!
Das lohnt nicht zu verglimpfen.

Trostreim

Reimdunur, du wirst schon wissen,

was du letztlich davon hast.
Wenn die Leute auch geflissen-
tlich ob deiner Verse Last
sich vornehm im Hintergrund
halten sowie ihren Mund.


Resteverdichten


Ich bin gut,
und du bist böse.
Ich bin Schoß,
und du bist Möse.
Dagegen ist Pu,
der Bär,
einfach nur  pu-
bärtär.
Der Rehbock hofft
seit Tagen schon
trotz Anstand auf
die Rehaktion.
Kommunikatonsprobleme

Ich sag dir offen meine Meinung.
Du sagst ihm offen deine Deinung.
Er sagt mir offen seine Seinung.
Ich sag ihm offen meine Meinung.
Er sagt dir offen seine Seinung.
Du sagst mir offen deine Deinung.
Für uns gilt: Eure Euerung
bedarf nicht der Beteuerung.
Doch sagt sie offen ihre Ihrung,
dann stiftet sowas bloß Vervierung.
Felljucken

Manch Getier, wovor dir graust,
im Felle der Feliden haust.
Darum wird sofort gelaust,
sobald du Läuseköttel schaust.
Manchmal auch nur auf alle Fälle,
mal ebenso und auf die Schnelle,
weil dir so ist an Ort und Stelle,
und es dich selbst juckt an der Pelle.
Sowas nennt man Sozialkontakt.
Das ist an sich kein großer Akt,
wenn wirklich alles vollgekackt.
Doch wenns den Dosenöffner packt,
dann gehts bisweilen auf den Wecker.
Und sei der Keks auch noch so lecker,
bewahrts den eifrigen Entdecker
am Ende doch nicht vor Gemecker.
Ohnetagsfrust

Einen Mittwochmittag packte der Zorn
ob des Makels zwischen hinten und vorn,
denn der Mittwoch ist zwar für ihn okay,
doch bei mittag fehlt ihm ein drittes"t".
Was ehedem völlig in Ordnung war,
stellt nunmehr für ihn einen Mangel dar.
Erbost schreit er: Leute, ihr lernt mich noch kennen!
Ich werde mich Ohnetag fürderhin nennen!
Er kann es nicht anders- so steckt´s in ihm drin,
doch MIT wie auch OHNE erschließt keinen Sinn.
Nur notorische Wortklauber freu´n sich ´nen Keks.
Dieses nimmt man zur Kenntnis und geht seines Wegs.

Schneegeflügel


Wenn es draußen stürmt und schneit,
ist das Schneehuhn nicht mehr weit.
Ein zähes Luder, allerdings:
Wenn es gebraten wär, dann gings.
Manches Schneehuhn soll hingegen
nur im Gold- und Glitzerregen ...
Ja, was soll es eigentlich?
Ganz im Ernst, das frag ich mich.
Winterschlaf

Es schläft der Bär, es schläft der Igel.
Ich würde wetten, dass der Beagle
am liebsten ebensolches möcht
anstatt mit matschigem Gemächt
die Winterwege durchzupflügen.
Fänd dies er gut, dann tät er lügen.
Und ungeachtet baldger Dresche,
schraubt er sich in die Beaglewäsche,
bekreuzt die Augen mit den Ohren
und schnarcht beherzt aus allen Rohren.
A-Versionen

Ein beflissener Wächta -
eines Schlachthofs bei Vechta,
der schnauzt grundsätzlich "Wech da!",
wenn ein selbsthöchstgerechta
strikter Tierwohlverfechta
und Berufsethikspächta
seine willigen Schlächta
zur verwirren sucht. Echt, da
hat der Fleisch-Wurst-Verächta
schon ein ziemliches Pech, da
durch das Kumpelgelächta
seine Laune wird schlechta.
(Ich weiß zwar, es heißt "schlechta wird",
doch bin auch ich jetzt leicht verwirrt.)
Affinitäten

Um sich Nachschub zu verschaffen,
wenn im Geldsack Löcher klaffen
machen mit und ohne Waffen
manche eifrig sich zu Affen
hoffend, dass die andern gaffen,
langbehalst wie die Giraffen,
die sich geil zum Kampfe straffen.
Das ist kaum was für die schlaffen
"MiristallesWurscht!"-Schlaraffen,
die das ohnehin nicht raffen.
Ich genietzsche, ergo sum

Nietzschenprodukte sind garnicht so ohne!
Darum erfahrt ihr, wie ich mich belohne:
Ich wälze mich in Nietzsche
solange, bis ich quietsche,
und hört das Quietschen langsam auf,
dann kipp ich Nietzschesoße drauf
und suhle mich nach diesem Gutzsch
im höchsten Wahnsinnsflutschgenutzsch.


..., Dichter sein dagegen sehr


Das Festgedicht ist durchgecheckt:
Das Wortgeschmeide scheint perfekt!
Auf dem Bildschirm harrt es der Verwendung,
da bedrängen kurz vor der Versendung
seinem Gelegenheitsverdichter
gelinde Zweifel ob der Lichter
zur nötigen Eventerhellung,
zum Versbau und zur Stichwortstellung.
Dass das Stichwort ein treffliches Schlagwort wird,
erwächst ihm zum Anspruch, der gründlich verwirrt.
Er rafft sich auf, und er schmeißt alles um.
Der Wortstaub schwirrt um den Schädel herum.
Die Strophenfragmente, sie prasseln hernieder.
Die Satzzeichen schwinden auf Garnimmerwieder.
Die Versfetzen kreiseln im Gleitflug zur Erde.
Gedanken verkümmern zur Leidhammelherde.
Neutrale Betrachter, die werden jetzt wetten:
"An diesem Gedicht, da ist nichts mehr zu retten!"
Doch technischer Fortschritt erweist sich als Glück:
Barmspeicherig schlummert im Laptop der Stick,
der jedem, dem Übles derart widerfährt,
ein "copy & paste" mit sich selber gewährt.
Man wünscht dem Poeten, die Schutzvorgaben
nach früheren Pleiten genutzt zu haben.
Dann fehlt ihm im Endeffekt nur noch Besinnung
zur letztlich vernünftigen Einsichtsgewinnung,
dass irgendwann alles mal gut so sein muss,
sonst wird aus den besten Ideen nur noch Stuss.

Zusein

Zufriedensein ist ein Plaisier,
doch steht es manchmal nicht dafür.
Hast du im Skat der Buben vier,
vertrau nicht auf die Omakür.
Die Chance auf den nahen Sieg
vergrößert sich, bist du zukrieg.


Lyrische Ver-8-ung

8
ung, eine lyrische Verpr8
n8
w8
elschl8
hausd8
raufenüberfra8
ungsverd8
smomentebeob8
ersch8
wandsp8
elung!

Verd-icht-ung

Aus dem Gesicht
von einem gicht
geplagten Dicht
er klatscht mitnicht
en ein Gedicht,
auf Unverzicht
barkeit erpicht
wie ein Gewicht,
das nur die pflicht
bewussten schlicht
en Fans besticht.

Hammelherdenimmunität

Das Allesnichsoschlimmsystem
bewahrt vor jeglichem Problem,
besonders jene ganz extrem,
die ihr Ödem oder Ekzem,
beizeiten grad wie ehedem-
zu allem andern zu bequem-
behandeln nur mit Butterkrem.



Wilde Weiterbildung

Gemeinhin ist der Wilde
im heimischen Gefilde
zu jeder Zeit im Bilde.
Es sei denn, die Wildwomengilde,
erscheint ihm unerwartet milde
und führt Gemeinheiten im Schilde.
Dann ist es auch für die wildesten Wilden
höchst angebracht sich rasch weiterzubilden.

(Verschl-)Eiertanz

Coronaverdrängungsdominanz
bewirkt globalen (Verschl-)Eiertanz
in ratlosen Parlamen(to)ten.
Dabei wäre Klartext und Wachstumskritik
als Ziel einer (Su-)Perspektivpolitik
statt Frustaktionismus geboten.


Übernommene Unternehmungen


Hat sich ein bestens etabliertes Unternehmen
im gnadenlosen Konkurrenzkampf übernommen,
wird in der guten Hoffnung auf die Übernahme
so mancher Angriff überanstrengt unternommen.

Aufgrund von Mördergier und allzu fetter Beute
staut es sich oft im schlingend´ Schlund der Schlange.
Zwar hält das Mitgefühl beim Gaffen sich in Grenzen,
doch Schlangenschützern wird da Angst und Bange.

Für diese sind die Schlangen unentbehrlich
da sie zum Stab des Heilers Äskulap gehören.
Wem solche Argumente schlicht zu schlicht sind,
der kann sich bar von Furcht furchtbar darob empören.






Affektanz

Ein Mensch, der im Affekt nicht nur mitunter
perfekt Konfektgebirge in sich reinwürgt,
der braucht im Endeffekt sich nicht zu wundern,
dass er defekt zwar nicht, doch affektiert wirkt.
Wo meist nur pureToleranz bei alledem
bis hin zur Ignoranz vonnöten wäre,
erwächst sehr oft ein arges Akzeptanzproblem,
und Demonstranz erfährt die nächste Ehre.

Erste Hilfe

Nervt mich mal wieder das Sommerloch,
beherscht es mich eine Weile, doch
dann greife ich zu dem Sommerpömpel,
auf dass ich den Scheiß aus dem Loch entrömpel,
und warte danach vemalzt und verhopft,
bis der Frühherbst das leidige Loch verstopft.
Fass!

Ich merke schon, du kannst es nicht lassen:
So, wie du zur Zeit aus der Wäsche schaust,
bedienst du dich gleich der bloßen Faust,
um anderen an ihre Nase zu fassen.
Doch mach du nur, du wirst doch nicht kneifen?
Dann kannst du, bestärkt oder irritiert,
was letztlich aus deinem Tun resultiert,
an deiner eigenen Nase begreifen.
Arm und Bein

Zwei sendungsbewusste Hobbypoeten,
der eine ein armer, der and´re ein beiner,
die verrenkten sich heftig die Griffelgräten
im Kampf um den besten Forenreimer.
Den Machwerken selbst, ohne Hand und Fuß,
(Mein Urteil ist wirklich nicht kleinlich.)
bezeugten, was daraus entstehen muss:
Die einen war´n ärmlich, die anderen beinlich.
Abberufung

Wird die Berufung zum Beruf,
wird, was ein wacher Geist erschuf,
alsbald zum Allerweltsprodukt,
worüber man nur Achseln zuckt,
wird PoeDu zur PoeSie,
find ich das schade...irgendwie.

Einstellungssache


Die Drehtüre aus dem Eingangsportal
war schwer in den Paternoster verliebt.
Er drehte sich verti-, sie horizontal.
Das hat die Begeisterung ziemlich getrübt,
denn er wollte immer nur hoch hinaus,
und sie, wenn sie rein wollte, gleich wieder raus.
Somit zeigt sich am Beispiel die typische Rache
einer unüberbrückbaren Einstellungssache.
Anni Permutati

Frühling, Sommer, Herbst und Winter
reimen schlichte Versefinder.

Sommer, Herbst, Winter, Frühling
scheint mehr ein Rumgewühlding.

Herbst, Winter, Frühling, Sommer
wird kaum ein Preisbekommer.

Winter, Frühling, Sommer, Herbst?
Möglich, dass du Lorbeern erbst.

Ultimatives Herbstgedicht

Wenn du mir ´ne Streicheleinheit gibst,
dann find´ ich das wirklich allerliebst,
doch wenn du das dünne Fell mir gerbst,
dann find´ ich das ziemlich allerherbst.


Tierisch gute Bildung

EinBildungsbürger glänzt durch superschlaue Buchzitate.
Da braucht´s kein Lesen für, da reicht ein Lexikon.
Klar, ohne Lust am Büffeln kommt er nicht davon,
und Plappageiengene schärfen diese Blendgranate.

Diverse Schmiedekunst

Das Schmieden von diversen Versen
ist nicht so schwer, wie´s manchem deucht.
Im Gegenteil, mit etwas Übung
fällt diesbehufs der Hammer leicht.

Zum einen sind´s die Pluralformen,
die ein Spezialgeschlecht verneinen,
zum andern lässt sich Mannfraubeides
im bloßen "mensch"-Sein gut vereinen.

DER "M"ensch an sich bekennt sich nicht
zur Menschin und wird damit zum Problem,
zumal DAS Mensch oft Weibsleut meint
im traditionellen Wertesystem.
Das Kleid

Das Kleid ist ein Gedicht,
doch passt es einfach nicht.
Nicht oben, nicht unten,
nicht vorn und nicht hunten.
und mittendrin? Du meine Güte!!
Ein Webfehler! Das ist doch Schiete!!
An Einsicht mangelt´s außerdem,
das ist für viele ein Problem.
Da hilft kein insgeheimes Murren.
Ein Blindenhund, der würde knurren.
Schreibbärlatein

Willst dir du einen Bärendienst erweisen,
dann vertraue dich einem Bärrater an,
der macht sich mirnixdirnix unentbärlich
und bärreichert sich ungeniert, wo er kann.

Wird später die Bärrechnung präsentiert,
dann bärreust du dein Tun und denkst unumwunden:
Da hat einer keinesfalls übärlegt
und ´nen schlauteuren Bären sich aufgebunden.

Irrtum

Ich weiß nicht, ob es mir wirklich gefällt,
wenn in der Nacht zu besinnlicher Stund
in Heiligenhafen der Fehmarn bellt.
Ach nein - es ist ja nur Fehmarns Hund!
Ungestümperei

Dort, wo es fließt, bedarf es meist der Regelung,
wenn Nutzen daraus irgendwie gezogen werden soll.
Dabei sind Hast und mangelhafte Handwerkskunst
für günstige Ergebnisse bei weitem nicht so toll.

Nur sauber installiert ist eine Dichtung
für jedes wichtige Ventil ein Muss.
Wenn ungestüm daran ein Stümper dichtet,
entstehen Überfluss und Überdruss.

Stümperhaft ist nicht gerade die Vokabel,
die bei stumpfem Tun den Stümper ernsthaft schreckt.
Stümperfekt ist da schon eher diskutabel-
denn erst nachher zeigt sich´s, wo´s am Intel leckt.
Zifferpathie im Dezember

Eines sollte man beachten:
Im Dezember weinen 8888888.
Schlimmer wärs, es heulten 9999999
in den unbeheizten Scheunen,
denn, das sollte man erwähnen,
danach schluchzten auch die 101010101010.
Doch sammeln sich bis zu den 77777777
die halbwegs fröhlich noch Gebliebenen-
vor allem auch die flotten 666666
unter den Feiertagsgewächsen.
Nicht zu vergessen sind die 444444,
die sich beim Glühwein verlustieren,
und bitte nicht die 2222222 und 3333333,
die einem sonst das niemals verzeihen.
Sogar die 5555555 und die 1111111
die haben grad mit mir ein Einsehn,
dass sie, die reimverweigert weilen,
dennoch beschließen diese Zeilen.
Kommen und gehen

Ich komm zu mir und geh in mich,
ich komm zu Pott und geh in Dutt,
ich komme drauf und geh drauf ein
und bin am Ende nur kaputt.

Es geht und kommt, es kommt und geht-
manchmal zu früh, manchmal zu spät,
zuweilen gar zur rechten Zeit,
kommt oft zu nah und geht zu weit,
kommt auch vorbei und geht vorüber,
und manchmal bleibt sogar was über.

"Wie kommt´s?", "Wie geht´s?"
Die Fragen lass ich mal so stehen.
Es kommt, wie´s kommt,
und irgendwie wird es schon gehen.
Pustekuchen

Den Karpfen beim Bad in der Badewanne
an des Heiligen Abends Morgen
befallen beim Anblick der Weihnachtstanne
doch auf einmal gewisse Sorgen.
Karpfreitag, ja der war auf seinem Zettel,
an dem Tag sei´s um ihn geschehen,
Er dachte, der Gans, der alten Fettel,
sollt es heut an den Kragen gehen.
Doch damit ist´s leider jetzt Pustekuchen.
Nichts erbarmt strenge Festschmausplaner,
denn sie, die jetzt Sinn woanders suchen,
sind seit neuestem Fischveganer.

Tränen

||:Hahhh! Hahhh!
Hahhh! Hahhh!
Hahahahahaaaa!
Hahahaha! Hahahaha!
Hahahahahaaaa!
Hahahahahahahaha!
hahahahahahahaaa!
Ha..hust..haha..hust..hahaaa
Hust..hahahahaaa!
Hahahaa! Hahahaa!
Hahaa! Hahaa! Hahaa!
Hach, wie ist das lustig,
darum mach ich das nochmaa!:||
Wat mutt, datt mutt

Auch wenn manche arg sich zieren
und darüber sich mokieren:
Jederzeit brauchts irgendwo
den beherzten Griff ins Klo.
Wer´s erlebt hat, der beteuert:
Hauptsache, der Panther rheiert.

Das Örnadeln

Die Nadel sprach zur Öse:
"Du bist an sich schon böse!"
Die Öse drauf zur Nadel:
"Was soll der blöde Tadel?
Du stichelst rum und triffst dann doch
nur auf den Rand und nicht ins Loch."
Der Grund für dieses Missgeschick
könnt sein: Die Nadel ist zu dick!
Doch die sagt: "Wenn ich mirs bedenk,
dann bist du Öse wohl zu eng.
Wärs dann nicht sinnvoll, wenn beizeiten
du langsam anfängt, dich zu weiten?"
Da wird die Öse richtig böse
und macht sich Luft mit viel Getöse:
"Ich, immer ich! Das kannst du knicken!
Du weißt wohl nicht, wie Ösen ticken?"
Da ominös wird das Geschehen,
werd ich jetzt besser in mich gehen
und bestenfalls nur im Geheimen
etwas auf "Ösen ticken" reimen.

Rügenswert

Nichts als Ärger und Verdruss
macht zur Zeit der Lungenkuss
mit Ramona und Simona
und Verona in Verona
und Ancona und Cremona,
Bellinzona, Barcelona,
Tarragona und Pamplona,
bald dann auch in Arizona,
letztlich auch auf Kap Arkona,
und das ist dann wirklich so nah,
dass man schon den Zungenkuss
mindestens mal rügen muss.

Rumpelgretchen


Ich finde, und das mein ich ganz und gar nicht hässlich:
Die Klimagreta war schon immer etwas blässlich.
Jetzt jedoch wirkt sie ausgesprochen blass.
Ist es der Neid nun oder gar der Hass
auf das CORONA, das nicht nur gefühlt
die Panik schürt und so die Show ihr stiehlt?
Sogar das Klima schützt es prompt und wirkungsvoll.
Die Greta gibt nur Wut und Trotz zu Protokoll.
Wird sie demnächst mit leeren Händen
vielleicht als Rumpelgretchen enden?
Permutierte Plagen

Da mag manch ein Waschbär verstört sein,
doch darf es ein Anagrlamm mehr sein?
CORONA, COROAN, CORAON und nun:
CROAON, CRAOON, RCAOON, RACOON!
So lässt es sich prima wandern
von einer Plage zur andern.
Unverhofft

Ein unverfängliches "Wie geht es Dir?",
eines Blinden im Smalltalk mit einem Lahmen,
entgegnet dieser mit "So, wie Du siehst.",
worauf beide dann doch noch ins Grübeln kamen.
Rechenexempel

Der Umzug aus dem Paradiese
in Häusermeer war der Kummer groß:
Viel Steine gab´s und wenig Wiese,
da wurde ein Rechen arbeitslos.
Er folgte fortan dem Tanz der Besen,
als sei es sein letzter Tanz gewesen.
Zum Tag des Kusses

Ein stark überfrachteter Kusserguss
erzeugt ganz spontan einen Überdruss
und führt letztendlich zu einem Schluss,
den nach solch einem heftigen Gunstbeschuss
die/der ein oder andere machen muss.
So entsteht oft zu allem Überfluss
aus verordnetem Hoch- ein Tiefgenuss.
Ich weiß, manche halten das für Stuss.

Aprésenf

Hat einer Senf im Überfluss,
scheint Altruismus ihm ein Muss,
und lässt ihn auf die Tube drücken.
Hat er gar Eimer voll davon,
dann gibt es für ihn kein Pardon:
Er muss auf jede Pelle rücken.
Das ist nicht ohne Risiko,
und lässt sich nicht bis Ultimo
mit stetigem Erfolg verquicken.

Saure Gurkenzeit für Coaches und Berater,
die am Stand der Extrawürstebrater
mit ´nem goldnen Löffel ihren Senf verteilen:
Nach dem Fressgelage meldet sich der Kater,
kalte Krusten machen Wurstfragmente desolater,
und der Senf von gestern lässt sich runterfeilen.

Allein mit seinem Senfdepot
dann auf dem Mostrich irgendwo,
verzweifelt der Consulter.
Dem kann dann nur zu raten sein:
Die Selbstbesenftigung allein
verspricht Erfolge, Alter!

Elflein

Elflein
komprimiertes Juwel!
Zu wenigen Worten
wird eine Menge ausgedrückt.
Kompliment!

Zwölflein

Es spannt der Mann,
es kreischt das Weib
zum einst galan-
ten Zeitvertreib!

Nicht nur die Arbeiter bewegend

Wann wir schreien Seit' an Seit'
und die alten Sprüche kloppen,
scheint uns, keiner kann uns toppen!
Dann ergreifen wir den Schoppen
||: Und dann saufen wir uns breit! :||

Schleimrezept

Perfekter Reimschleim
besteht aus Schleimreim
mit Hintenreinkeim
an etwas Süßholzleim.
(Die Mischung bleibt geheim!)
Versekaspar

Der Kaspar mochte die Gesine
vor allem wegen der Cuisine,
Sie trachtete, auch seine Öhren
mit ihrer Dichtkunst zu betören.
Doch eines Tags entfleucht dem Mann:
"Was gehn mich deine Verse an?
Ich mag diverse einfach nicht.
Doch deine Crèpes sind ein Gedicht!"

Am nächsten Tag genießt er noch,
bis er den Paarreimbraten roch.
Und wiederum entfleucht ihm dann:
"Was gehn mich deine Verse an?
Ich mag diverse einfach nicht.
Doch dein Soufflé ist Gedicht!"

Am dritten Tag, wie man so sieht,
da klappts noch mit dem Appetit.
Doch als die Haikus kamen dran,
entfleucht ihm abermals sodann:
"Was gehn mich deine Verse an?
Ich mag diverse einfach nicht.
Doch deine Scones sind ein Gedicht!"

Am vierten Tage wars soweit:
Gesine war es restlos leid!
Drum blieb nur Zwieback ihm zuhause
am fünften Tag als Kunstbanause.
Rohrkrepierer

Ein Antiblem traf ein Problem
inmitten einer Röhre.
Die war sehr schmal und außerdem
auch ziemlich lang, ich schwöre!
Du kannst dir denken, was geschah.
Dies Date, das kostet Schrammen!
Sie kamen sich zwar ziemlich nah,
doch keineswegs zusammen.
Es gab kein Durch und kein Vorbei.
Und Rückwärtsgang? Von wegen!
Dem einen war das einerlei,
dem andern schwillt der Bregen.
Das regungslose Antiblem,
ließ nur die Zeit verstreichen
und wurde so für das Problem
im Nu zu dessengleichen.
Dies sah sein Spiegelbild und stand
grad wie ein Ochs vorm Berg davor,
was es nicht eben witzig fand.
Da blieb nur eins noch; "Volles Rohr!"
Ich weiß nicht mehr, wie lange noch
das Drunter wie das Drüber
war gnadenlos im Gange, doch
das Rohr, das war hinüber!
Bodenhaftung

Kommt ´ne Kröte untern Laster,
rötet sich das Straßenpflaster.
Pizzaplatt bedeckt sofort
Krötenmatsch den Unglücksort
mit ´ner Superklebekraft:
Klarer Fall von Lasterhaft!
Druckreif

Ist nicht froh genug der Mut
drückt dich auch der Sommerhut.
Lugt aus dir heraus kein Schelm,
drückt dich auch der Fahrradhelm.
Ist dein Lachen nur Attrappe,
drückt dich auch die Narrenkappe.
Bist du nicht für schlaffe Witze,
drückt dich auch die Kaffemütze.
Kann dich garnichts mehr entzücken,
musst du dich wohl selber drücken.
Doof bleibt doof

Neulich habe ich entdeckt:
Manche schreiben doof statt doof.
Das ist keineswegs korrekt.

Wer das zweite "o" partout
vor dem ersten schreiben muss,
lasse mich damit in Ruh!

Denn was doof ist, das bleibt doof,
daran ändert sich auch nix -
auch nicht per Rangierbahnhof.
Irritation

Ich bin schon etwas irritiert:
Wo gibts noch dichtes Fichtendickicht,
wo nicken dicke Fichten tüchtig,
wo gibts noch Chancen zu vertauschen,
wenn wir dem Borkenkäfer lauschen,
der ohne jedes Mitgefühl
der dicken Nichten Liebesspiel
mit großem Eifer torpediert?
Proviant für den Ernstfall

Da stets Verspätung ich
bei Bus und Bahn ahne,
versorg ich vorher mich
mit einer Banane.
Die Frucht beruhigt die Nerven,
die Schale kann man schön werfen.
Und schreitet der Ernst gar fürbass,
dann erfasst mich ein stilles Vergnügen:
Ich wette mit mir darauf, dass
er es schafft, auf die Schnauze zu fliegen.
Herr Zen´s Wunsch

Was Eigenäss haben,
das möchte ich schon,
gedichte ich doch für
ein Jandl-Diplom.

Dschäindschtver und ||:ver:||st,
versechwelt und vertherd,
vermeistens unständlich
so, wie es sich geohrt.

Wannsdann ihdehsduh,
ihsdehs Kunst- dehsihs koi Schandl!
Darum giebaruh,
wannijandljandljandl!
Ausgesprochene Verdrohnung

Fleißig wird jetzt rumgegendert
und unerbittlich abgeändert,
was einst in Sprache abgewogen
nur auf das Männliche bezogen.
Uns erwartet als Belohnung
ausgesprochene Verdrohnung.
Grilliante Idee

Wers Grillkotelett gleich in der Folie isst,
bedient sich damit einer alten List:
Denn wenn er dann kackt,
ist schön es verpackt,
was gut für den sauberen Stuhlgang ist.

Herbst


"Herbst Du Blatter, Blatter
fallen: Flatter, flatter?"
"Ich herb Blätter:
Flätter, flätter."
"Ich könnte böschwören,
Du hast´s an den Öhren!"
 



Ungedicht

Eine Collage der Unwörter 1991-2019)

Mag die Lügenpresse
alternative Fakten
als Peanuts
abtun, aber wenn das mangels sozialverträglichen
Frühablebens und mittels Diätenanpassung
im Wattsaum der Rentnerschwemme
aus dem Wohlstandsmüll
geklaubte ausländerfreie
Menschenmaterial
Humankapital
werden soll, kann es nicht angehen, dass Gutmenschen
als nicht nur in Klimahysterie
verstrickte barmherzige Gotteskrieger
alternativlos
durch Inkaufnahme von Kollateralschäden,
wie es zum Beispiel notleidende Banken
sind, dem betriebsratsverseuchten
Wirtschaftsgefüge der Republik ein Opfer- Abo
aufdrücken, indem sie teilweise als rundum isolierte Ich-AG ´s
die Anti-Abschiebe-Industrie
und damit Überfremdung
und Sozialtourismus
unterstützen, wohingegen diejenigen, die sich an einer Herdprämie
und damit an einer verbesserten Entlassungsproduktivität
in einer national befreiten Zone
orientieren, zur freiwilligen Ausreise
gedrängt und als Volksverräter
oder gar Tätervolk
bezichtigt werden, das Döner-Morde
als legitimes Mittel einer ethnischen Säuberung
anerkennt.

 

Örtlich verwörtert

Wenn du ein Telefonbuch hast,
dann gib´s nicht aus den Händen,
denn für einTelefongedicht.
lässt es sich gut verwenden.

Nimm für den schlichten Wortgebrauch
nur Namen und Adressen,
den angehängten Zahlenrest,
kannst du getrost vergessen.

Es hängt zwar etwas Übung dran,
das Epos vorzutragen,
doch lohnt es sich auf jeden Fall,
drum solltest du es wagen.

Damit du weißt, wie sowas klingt,
versuch ich´s zu beschreiben:
Das Fettgedruckte wird betont,
das andre soll so bleiben.

Katasteramt Otterndorf am
Großen Specken Kattau Keck
Annegret Müggendorfer Stra
ße Kattau Rolfderwisch

Kowalczik Johann Scharhörner
ring Krämer nigsberger
Krakau Georg Schillerstraße
Kramer Hans Jürgen Stader ....

Der Vortrag coram publico
ist nicht ganz ohne Tücke.
Hier gilt, zumal ein Endreim fehlt:
Der Ton macht die Musike.
Sapperment!

Wir sind latent
fast postpräsent.
Die Zeit, die rennt -
bei Tag verpennt
und nachts verflennt.
Wir sind dement-
nur existent
mit Assistent,
null resistent,
inkontinent,
sind dekadent
wie kukident,
sind effizient
nur als Patient-
auch renitent,
sind mit Talent
Frustabonnent,
der permanent
und konsequent
nur Ärger kennt,
wenn vehement
im Gruftadvent
sein Holzkopf brennt.
Manch Junger nennt
uns justament
impertinent.
Das rüstet ent
uns als ner Rent.
Und was war das nun?

Unvereint fügen sich
Unsortierte
Unwörter zu einem
Unkonventionellen
Ungedicht, das dem
Uninformierten in einem
Ungewöhnlich langen Satz
Unter Missachtung aller lyrischen
Uniformzwänge
Ungeahnte Zusammenhänge
Unverschämt vermittelt
Und dabei gehörig den
Unmut von
Unerhört
Unverständigen
Unkultur witternden
Unruheständlern
Unter Beweis stellen kann, die
Unbedingt zu allem ihre
Unangreifbare Meinung k
Undtun müssen.
Alles verlyrt sich

Oh WEH und ACH!
Ich bin so schwach
in schwarzer Nacht.
In mir entfacht
die dunkle Macht
grauende Schauer
von triefender Trauer.
Keine Sonne
sorgt für Wonne,
Keine Liebe
lockt die Triebe.
Tief im Herzen
quälen Schmerzen.
Die Einsamkeit
verstärkt mein Leid
in ferner Fremde
mitdünnem Hemde.
Mich schrecken Gespenster
beim Spuk vor dem Fenster.
Ein düstererer Traum
verfängt sich im Baum.
Beim Morgenrot
ruft mich der Tod.
Es schwindet die Kraft....
nun ist es geschafft.

 

Gelegenheitsgedichte

 

Spielmann´sHochzeit

Ein Spielmann wollte Hochzeit machen tief im Schwabenlahande.
(Refrain: Fiderallala, Fiderallala, Fiderallalalala)
Der Christoph war der Bräutigam, die Ilka war die Braute.
Dazu spielt ein Orkehester querbeet wie an Silvehester.
Die Gabi geigt mit ernster Miene. Wenn nicht, dann spielt sie Mandoline.
Sie zieht auch mal die Stirne kraus und packt die Concertina aus.
Die Ute rockt den ganzen Saal. Worauf? Das ist ihr piepegal.
Der Gernot, dieser Wahnsinnsmacker, schlägt sich an der Gitarre wacker.
Der Albrecht auch, doch mehr dezent, so wie man halt den Albrecht kennt.
Der Uli holt´s dem Zerrwanst raus und ruht sich zwischendrin drauf aus.
Das traut sich „Anton“ aber auch mit dem Akkordeon vor dem Bauch.
Die Juttas blasen im Duett. Das klingt doch ganz schön klarinett.
Die Ahastrid, die Ahastrid, spielt seelenruich den Bahass mit.
Der Hahahans, der Hahahans sorgt für den Takt und denkt, er kanns.
Vom Martin wird recht unbeirrt die ganze Chose intubiert.
Bihirgits feine Flötentöne, die hamms nicht leicht in dem Gedröhne.
Der Holger, gleichfalls an den Flöten, scheint beim "a tempo" kaum in Nöten.
Die Dagmar und die Claudia sind für die Flötenfluten da.
Martinas Stimme klingt im Saal wie eine Hochzeitsnachtigall.
Der Peter tönt aus voller Kehle wohlgemut zur Ukulele.
Kalleinz mit Klampf´ und Flötensteff ergänzen das aus dem Eff-eff.
Als heißersehntes Festpräsent gibts keinen, der das End´ verpennt.
Fiderallala, Fiderallala, jetzt warn fast alle da.

Mit 70 hat man noch Träume

Mit 69 Jahren hört das pralle Leben auf.
Mit 69 Jahren nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Mit 69 Jahren ist Trauerkleidung Trumpf.
Mit 69 versinkst du im Sumpf.


Du wirst rot, wenn du dreimal am Tag die Treppe zum ersten Stock erklimmst.
Du wirst rot, wenn du öfter was vergißt und dir das entsetzlich zu Herzen nimmst.
Doch nimm das alles nur nicht so schwer und denke stets daran:
Mit 70 fängt das Leben erst an!
Du wirst blaß, wenn der Arzt zu dir sagt, dass mal wieder ein Blutbild fällig wär.
Du wirst blaß, wenn der Arzt zu dir sagt, ihm gefiele dein Blutdruck nicht so sehr.
Doch nimm das alles nur nicht so schwer und denke stets daran:
Mit 70 kommt noch lang kein letzter Tanz!
Denn er weiß noch nicht, was Leben ist,  dazu ist er noch zu klein.
Wie du drauf oder daneben bist, das weißt du doch nur allein.

Ja, denn mit 70 hat man noch Träume, da wachsen noch alle Bäume
in den siebzigsten Himmel.
Mit 70 braucht man nicht hoffen, da stehn alle Türen schon offen
und der Himmel kann warten.
Denn mit den Jahren da hat man erfahren, wie voll so ein Leben sein kann.
Und wenn man dann alt ist, und noch nicht so kalt ist,
dann glaubt man, dann glaubt man halt dran:
Mit 70 hat man noch Träume, da wachsen noch alle Bäume
in den siebzigsten Himmel.
Mit 70 braucht man nicht hoffen, da sind alle Türen schon offen
und der Himmel kann warten-  und der Himmel kann warten.

70 Jahr, weißes (ohne) Haar, so stehst du vor mir.
70 Jahr, weißes (ohne) Haar, nur auf dem Papier.
Dir hats nichts ausgemacht, da stehst du drüber,
das kann man selten sehn... oh,oh,oh, ..
Alte, wohin ich schau, Sand im Getriebe,
doch du bist nicht wie sie, sie,
70 Jahr, weißes (ohne) Haar, so stehst du vor mir.
70 Jahr, weißes (ohne) Haar, nur auf dem Papier.

Alternativer Text zu einem Schlagermedley:

Mit 66 Jahren, Mit 17 fängt das Leben erst an, Mit 17 hat man noch Träume, 17 Jahr, blondes Haar

Geburtstagsgedicht I

Älter werden ist nicht schwer,
älter sein dagegen sehr,
und bist du dann endlich alt,
drückt das Alter mit Gewalt.
Klar, das kannst du auch verdrängen,
und dich wie bei andern Zwängen
mit dem Schein zufrieden geben,
der ein eingeengtes Leben
halbwegs noch erträglich macht.
Ja, es wäre doch gelacht,
wenn das nicht zu meistern sei!
Gerne helfen dir dabei
Coaches, Ärzte, Scharlatane
von der Gammelottomane.
Aufgepeppt von Therapeuten
hörst du ein gewisses Läuten,
das das Eine stets verspricht:
Älter werden giltet nicht!
Doch mich juckt das nicht die Bohne:
Jünger sein ist auch nicht Ohne!
Folglich sei es, wie es kommt,
ob allmählich oder prompt,
zum Fürchten jedoch keinewegs.
Da freue sich doch einen Keks,
wer liebend gern zum Wiegenfest
dem Alter seine Freude lässt.
Na gut, das Virus nervt gerade,
doch fährst du ihm in die Parade,
hast du dich dem Coronaknast
per Mittelfinger angepasst.
Drum wünsch ich dir, die Zukunft im Blick,
möglichst viel Gutes und hinreichend Glück!



Geburtstagsgedicht II

Dein Wiegentag geht bald zu Ende,
ein neues Lebensjahr fängt an.
Das, was dazu ich dir jetzt sende,
ist ein ermunterndes "Na, dann ......!?"



Geburtstagsgedicht III

Hallo mein Freund, du hast Geburtstag?
Na dann gratulier ich auch!
Mögest du dich feiern lassen!
Halte tapfer hoch die Tassen,
schlag dir voll den Festtagsbauch,
doch nicht zuviel, sonst wird´s Gefurztag!

Geburtstagsgedicht IV

Bis jetzt hast du´s ja gut getroffen,
und bist so, wie du bist, okeh.
Das lässt ja für die Zukunft hoffen-
zumindest so, wie ich das seh.
Zwar ist´s ein Schritt wie alle andern
im Lauf des Lebens, das dir beschert,
doch auch beim nimmermüden Wandern
wird ab und zu ´ne Rast gewährt.
Dafür gibt es nunmal die Wiegenfeste
als Pausen für Blicke nach vorn und zurück.
Ich wünsche für dich nur das Allerbeste,
in Form von Gesundheit und möglichst viel Glück!


Noch´n Geburtstagsgedicht

Here it comes a decoration
for your birthday- celebration:
I wish you all the best
for now and for the rest
for you and for your staff!
I hope, it´s good enough.

Geburtstagsgedicht für Facebookfreunde

Wer nicht so sehr den Trubel mag,
verpieselt sich am Jubeltag.
Wer sich jedoch bei Facebook outet,
dem wird so manches zugetrautet,
zum Beispiel dieser krumme Vers.
Für manchen wär das nun "Das wär´s!",
doch trau ich dir voll Zuversicht:
Nicht du - nein du, du denkst so nicht.
Du solltest mich inzwischen kennen
und dies deshalb verzeihen können.
In diesem Sinne wünsch ich dir,
dass es dir besser geht als mir.
Dabei geht´s mir an sich ganz leidlich,
doch manches wäre schoon vermeidlich.
Ich hoff´, man sieht demnächst sich wieder
und lege jetzt die Feder nieder.
(Die "Feder" ist dem Reim geschuldet,
"Maus" hätt´ ich selber nicht geduldet.)

Geburtstagsgeschenk für jemanden,
der alles schon hat


Der Zeitraum zwischen den Wiegenfesten
scheint irgendwann von Jahr zu Jahr
sich unerbittlich zu verkürzen.
Dann wird es zum Geschenk,
wenn das Bewusstsein
noch klar vermittelt,
dass beileibe nicht
an jedem Tag
Geburtstag
abgefeiert
werden
kann.

Zum Jahreswechsel


Das alte Jahr, es ging ja sowas von perdú.
Nicht nur das Wetter und die Laune war´n beschissen.
Aus allen Löchern quoll die Virenbrüh´:
Wie sollt ich freudig da das neue Jahr begrüßen?
Ich schaffte grade so den angesagten Übergang
in Lightversion, doch leidlich aufrecht immerhin.
Es fehlte zweifellos ein angedachter Überschwang,
und "Feiern in die Puppen" war schon gar nicht drin.
Zwar endete das Jahr mentholisiert in Matsch und Mief,
doch suhl´ ich mich darob nicht in Beschwerden
und äußere mich diesbezüglich denkbar positiv:
Von jetzt an kann es nur noch besser werden!

Das Neue Jahr steht wartend vor der Tür.
Ich hoffe, dass auch diese neu ist.
Wär sie die alte, ständ es kaum dafür,
weil dann das Alte nicht vorbei ist.
Zwar prägt ein steter Kreislauf der Natur
ein jedes Jahr, das irdisch mir beschieden,
doch meine exclusive Daseinsspur
schließt sich am Ende erst hienieden.
Ein Leben in Spiralform schafft nur Schwindel-
egal, in welche Richtung es dann geht.
Wer klammert sich schon gern an eine Spindel,
die unentwegt sich dreht und dreht und dreht....?
Sonntagsmessen im November

Novembers füllen sich die Sonntagsmessen
für Sammeltrauer und für Weihnachtsdekomüll.
Das sind an sich zwar ganz verschied´ne Interessen,
doch eint Präsenzpflicht sie und Traditionsgefühl.
Egal, ob Waffeln, Bratwurst oder Glühwein munden,
egal, ob einen toterhoffte Kriegsverklärung stört:
Warm eingemummelt heißt es öffentlich bekunden,
dass man am Leben ist und immer noch dazu gehört.

Frühling

Die Wiese, befreit von den Eismatschschorfen,
zeigt wieder mal trostlos sich maulgeworfen.
Der Mäher blitzt neugierig aus der Garage,
der Schredder des Nachbarn versetzt mich in Rage.
Die Rosenstöcke begehren der Schere,
ein Vogel erweist seinem Namen die Ehre.
Zwar ist des Laubbaums Haupt immer noch nackig,
doch frierts in den Nächten nicht mehr so knackig.
Die Tage tendieren zur brauchbaren Länge:
Der Frühling kommt offenbar jetzt in die Gänge.

Yesvember

Im Internet hat´s Trauerklöße,
die geben gern sich eine Blöße.
Sie chatten vorzugsweise lyrisch,
was sie vor allem selfempirisch
verortet auf Acherons Flöße.

Doch gab´s einmal ´nen Trauerkloß,
für den war meistens garnichts los,
doch dann im November
beim Totenremember,
da fand er das Angebot ganz famos.

Nix Halloween!

Ich gebe zu, da könnt ihr gerne spöttisch lachen:
Schwer fällt´s, auf Halloween mir einen Reim zu machen.
Wenn sich die frechen Rübengeister fordernd präsentieren
am Tag, an dem sich Rehe formationieren,
kommt dieser neue Amikram nicht gut bei mir hier an,
denn an den Uraltritualen rüttelt man nicht dran.
Als Süßverweigerer stell sauer ich mich dumm
und krittel höchstens mal an Heidi Klum herum.

Totensonntag

Heute wird nochmal vergangen.
Ab morgen wird neu angefangen!
Heut sind nochmal die Toten dran.
Ab morgen kommt der Weihnachtsmann!
Heut lichtelt´s noch über der Modergrube.
Ab morgen verräuchert´s die gute Stube.
Heut sind die Mienen noch leichenbitter.
Ab morgen erstrahlt sich´s in Glanz und Glitter.
Doch auch das Morgen hat ein Ende.
Freund Hein reibt sich die klammen Hände,
Lässt los, in sensible Gewissheit gehüllt,
dass todsicher er sein Plansoll erfüllt,
und es deshalb, von Freudfesten ungetrübt.
auch im nächsten November ein Heute gibt.
No/Yes?-vember

Auf den schlimmsten Monat angesprochen,
da verdrehen sich Augen: Das ist der November!
Dabei sind dies doch ganz besondere Wochen
zwischen buntem Oktober und weißem Dezember.

Zum einen vernebelt er den Bregen
mit dunkelgrauen Abgangsgefühlen,
kriecht in die Knochen mit Fieselregen
verlockt auf Urlaubsbilder zu schielen.

Zum andern ist zwar auch das Laub dahin,
doch eröffnet dies allemal Perspektiven.
Der Durchblick an sich wird zum Lustgewinn
auch wenn´s Rheuma arg nervt und die Nasen triefen.

Mehl an Kohl?

Mehl an Kohl? Iiiiih!
Ab September
steht die Schwerkost wieder auf dem Plan.
Mehl an Kohl? Iiiiih!
Der September
regt die Stoffverwechslung an.
"So was wie rööög-hbbbb!"
wird dein letztes Wort.
"So was wie rööög-hbbbb!"
und dann schwebst du fort.
Schwebst du hernieder,
wenn das Gas entfleucht,
ist die Umgebung
noch für Stunden verseucht.
Mehl an Kohl? Iiiiih!
Ab September
steht die Schwerkost wieder auf dem Plan.
Mehl an Kohl? Iiiiih!
Im September
fängt die Luftverpestung an.

Nix mit Melancholie im September!
 

Bigotterie im Dezember
Das ist alles, was mir blieb vom Fest
Bigotterie im Dezember
ist, was mich verzweifeln lässt.
"Fröhliche Weihnacht"
war dein letztes Wort.
"Fröhliche Weihnacht",
dann blieb mir nur Mord.
"Fahr doch zur Hölle!",
hab ich noch gemeint,
und keine Träne
hab ich um dich geweint.
Bigotterie im Dezember-
das ist alles was mir bleib von Dir
Die Melodie im Dezember
ist ein letzter Gruss von mir

Ostern naht

Pigment, Pigment,
die Backe brennt.
Die Hasen grinsen von den Postern,
die Glocken stehen voll auf Ostern.
Die Eier hängen an den Bäumen.
Da kann man schon vom Frühling träumen!

 Afterlove

Ach wie schnell man doch vergisst,
dass Liebe eine Blindmacht ist!
Gehen doch die Augen auf,
nimmt das Schicksal Tränenlaufn
und die Schotten im Gesicht
bleiben erstmal hackedicht.
Doch hast du mit der Liebesqual
kein Alleinstellungsmerkmal.

Noch was vergessen...

Der Heiland kommt -
oh, welch ein Glück!
und geht- und kommt
noch mal zurück.
Tannen- zu Weidengrün!
Zäpfchen zu Kätzchen!
Lametta zu Spaghettis!
Kugeln zu Eiern!
Ständer zu Vasen!
Matsch zu Schnee!
Glocken können bleiben....
Adventliche Spannung

Wohlbewahrt in alten Schachteln
harren liebe Weihnachtswichtel
aufs gediegene Weihnachteln.
Dafür machen sture Buben,
aus erwartungsleeren Herzen
keine frommen Mördergruben.
Da die einen höchst begierig
sind, was nicht auf Zuspruch trifft,
wird ein Miteinander schwierig.

Was soll uns das jetzt nun zeigen?
Nicht nur Feierfreuden lassen
im Advent die Spannung steigen.

Herbstadvent


Herbstgedichte sind zwar nicht verboten,
doch schon raschelt es im Reich der Toten,
die, weil sie ihr Stillvergnügen fordern,
in die Gruftmanege eben die beordern,
die gnadenlos auf wirklich alle Sachen
unerschrocken einen Reim sich machen.
Wenn dann vor Lachen die Skelette klappern,
war wieder mal ein Flachpoet am Plappern.

 

Tod den Geigen!

Es gehört zum Edelfest,
dass man einen streichen lässt.
Doch selbst bei großen Virtuosen
geht das immer in die Hosen.
Mögen sie sich noch so zieren,
pizzicaten, tremolieren:
Ist der Darm erst mal gereizt,
wird sogleich mein Nerv gespreizt.
Gipfelt auch mein Kontrahass,
in Cello oder Kontrabass,
täten Bratschen und auch Geigen
gut daran, vor mir zu schweigen!!
Selbst der lärmgewöhnte Stomp- Fan
Hält so´n Zeux für Winselpompfen.
Und auch sonst ist meist verpönt,
was aus Fidel Castro tönt.
Häufen sich die Saitenquäler,
werde ich zum Geigerzähler,
und die rechte Musizicke
fragt sich, ob ich richtig ticke.
Warum also Bildung heucheln!?
Darum auf zum Geigen meucheln!!!!
Lasst uns nicht lang drüber schnacken:
Lasst sie kokeln, lasst sie knacken!!!
Lasst sie quellen, lasst sie reißen!!!
Lasst ins Gras sie splitternd beißen!!
Lasst uns tanzen auf den Trümmern!
Lasst sie quietschen, schluchzen, wimmern!
Knallhart!!!...bis zur bittern Neige! ..
Bis er fleucht, der Geist der Geige!!!
Ist dann immer noch nicht Schluss,
nennt man so was Tinnitus.

PS: Sollt ich gewinnen- ohne Scheiß,
dann bitte nicht den ersten Preis!!!!

Preisungewürdigter Versuch
anläßlich eines Literaturwettbewerbs
einer Geigenbauerei, in dem Gedanken
zu einem kurzen Geigenmeuchelfilm
gefragt waren.

Der erste Preis: Eine GEIGE

Verplante Zukunft
Otterndörfler sind clever,
Otterndörfler rechnen so:
Wir verändern das Ambiente
und erhöhen das Niveau.
denn wir setzen auf Tourismus
für das dicke Portemonaie.
Ruhe suche man woanders,
denn das trübt das Renomee.

Wie bei Fußgängerzonen
wird das Angebot genormt.
Statt die Landschaft zu schonen,
wird ein Urlaubspark geformt,
mit Events an jeder Ecke,
bis ins Elbwatt mit WLAN
und ´ner ziemlich scharfen Kurve
kurz vorm Nordseeballermann.
Dafür brauchts Investoren,
und zudem Protektion,
mit ´nem himmelblauen Auge
auf Erfolg und Rezession.
Oftmals wird aus Steuergründen,
auch nur Leerstand provoziert.
der den Adressaten einen
Dead-End-Urlaub garantiert.

Meckerbürger vermelden,
wie gewohnt voll gestresst,
dass man sie ob solcher Pläne
einfach nur in Ruhe lässt.
Doch mit Arbeitsplatzphrasen
wird der Einspruch torpediert,
womit der Ort letztlich seine
Einzigartigkeit verliert.

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