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Etwas eigene Gedichte

Wennich wenich sage,
dauert es
meist
nicht lange,
bisich bissich werde.

Werkstattschau

Textkritik

Meine Texte sind nicht verschreibungspflichtig,
darum finde ich Rechtschreibung relativ wichtig.
Mit Unterhaltspflicht hab ich auch nichts am Hut,
darum unterhalten sie meist nicht so gut.
Das Rundbügeln mag ich den Texten nicht gönnen,
damit sie bei euch besser anecken können.
Auch Weichspülen wäre ein Schuss in den Ofen:
Ich schreib für die Harten und nicht für die Daunenkuschler.

Termindruck

Advent, Advent,
ein Endreim klemmt.
Das steht an sich noch nicht dafür,
doch sinds bald zwei... bald drei und vier!
Schnell wird so die Poetenkür
bei Schimmerlicht
Dezemberpflicht.


Schnupfenpoesie

Der Liebe Gott hats eingerichtet,
dass ab und zu mal Schnupfen dichtet.
Der Dichter findet das nicht toll
und hat im Nu die Schnauze voll.
Er fuchtelt mit dem Taschentuch -
heut wirds nix mit dem Taschenbuch!
In Aspirin und Sinupret
erlahmt die Kreativität.
Und selbst der warme Früchtetee
verhindert kein OJEMINE.
Schön dumm, wer da noch Stil bewahrt:
Der Rotz muss raus, ob weich ob hart!
Drum rat ich allen Schnupfpoeten:
Keine Scheu vor Selbstgedrehten!

Einen Reim auf den Reim

Wenns vorne bündigt und hinten flattert,
dann ist das für viele bereits ein Gedicht.
Wenn nicht, denn werden sie eben vergattert
von solchen, aus denen ein Bildungsgrad spricht.
Mich interessiert nicht, was Profs und Konsorten
im akadämlichen Hirn eruiert.
Ich ringe selber nach passenden Worten,
und mache passend - total ungeniert.
Bin ich mir schon einen Reim drauf am machen,
was alles um mich und in mir passiert,
dann sollt´ dessen Enden ein Reim auch bewachen!
Zumindestens sei er dann versmassiert!
Ich scheue mich auch nicht vor Büttengerede,
solange es hilft, hohe Schwellen zu schleifen,
und find´ dabei keinesfalls schlimm oder blöde
zu einfachsten Schemen und Worten zu greifen.
Bei geistiger Nahrung heißt oft die Devise:
Gepflegtes Ambiente stopft Müll in den Kopf.
Ich forder dagegen - mit Fleisch UND Gemüse:
Gehaltvolles Essen aus einfachem Topf!
Pausenschnack

Manchmal tropfen die Verse wie Rotz aus der Nase,
ein Andermal läuft´s ums Verrecken nicht.
Das Reimproblem faltet das Angesicht,
ein verödeltes Hirn darbt in Selbstmitleidsphase.
Da da nix ist, mutiert schnell zum Not- Dadaisten,
wer meint, dass auch gut sei, was gut gemeint.
Er tastet nach allem, was passend scheint,
und durchstöbert die gräßlichsten Wortklaubekisten.

Weil mir grade nach Pankreativem gelüstet,
zerbreche ich mir unentwegt den Kopf
und hoffe auf einen Ergreifungsschopf,
der gelegenheitshalber mit Unsinn sich brüstet.

Doch nun sei es genug mit dem Rotz aus der Feder,
beim Nächstenmal wird wieder Ernst gemacht!
Dann wird wieder kreuz und quer gedacht,
und dann zieh vom Katheder ich wieder vom Leder!

 Gestillter Verwörterungsbedarf

Wortgewandt

Manchmal- glaub ich- wär auch ich
gern so`n Wörterwänderich.
Mit benebelnden Wokabbeln
tät ich unaufhörlich sabbeln,
wallte Walle, grabte Graben
mittels Bücher voller Staben,
schrieb und redete mit Verve
an die Eisengitter Schärfe,
textverrammelte die Pforten
um mich ant dort zu verworten
gegen alles, gegen jeden,
wohlvernetzt in Stolperfäden,
und und und - wo war ich gleich?
Ach egal: Tangententeich!!

Übler Einfluss

Ein Influenzainfluencer,
sobald er fröhlich feucht geniest,
wird rotzefatz zum Frustkredenzer,
der gründlich mir den Tag vermiest.
Statt dass er seinen Gilb zerstäubert,
wünscht ich, dass er die Schnauze hält
und stets danach die Hände säubert,
wenn er trompetet, keucht und bellt.
Doch halt - ich möchte jetzt begrenzen,
was sonst womöglich chronisch wird.
Das Influenzainfluencen
hat mich zum Schleimreimer vervirt.

Gender as gender can

Es gendert sich fraulich: Aus "En" werden "Innen",
der Geist wird zur Geistin, zur Kindin das Kind.
Politisch korrekte Mitgliederinnen
bekehren Vereine, die rückständig sind.
Das Wo- von dem Manlichen zu befreien
wird Ziel und Passion und Beschneidung zugleich.
Da gibts kein Pardon und nichts zu bereuen:
Die Scheichin begattint den scheichichsten Scheich.
Bevor jedoch wird so die Hand noch zur Händin,
bringe ich diese Gedichtin zu Endin.

Geschlechtsverkehr

Gehts einem nur schlecht, und irrt er umher,
dann droht ihm gewisslich Geschlechtsverkehr.
Das Herz in der Hose schlägt vor und zurück,
den Pendelhub steuert die Angst im Genick.
Hingegen als steter Gegüterverkehrer
gehts einem gut - mal mehr und mal mehrer.
Sogar in den malheurogenen Zonen
verschlägt ihm der Zweifel nicht mehr die Neuronen.

Geschlechtsverkehrt

Wer geschlechtsverkehrt geschlechtsverkehrt,
wird ob seines Begehrens bekehrenswert.
Denn, wenn alles nur deshalb zuende wär,
wär das richtiggehend Gehtschlechtverkehr.

Iglulove

Bei uns knutscht gemeinhin der fordernde Junge
mit samtfeuchtem Munde und züngelnder Zunge.
Doch in den Iglus, da knutschen die Typen
mit tropfender Nase und prallen Polypen.
Und was man so alles von denen noch weiß:
Da macht dich die Iglulu heiß unterm Eis.
Und wehe, du bockst wider ihre Advancen,
dann kriegst du vom Igludwig voll auf den Ranzen.
Ich schreibs offen raus, andre hättens geleugnet:
Zum Iglustmolch bin ich wohl nicht so geeignet.
Hormonale Verwirrungen

Fragt die Oma jüngst den Opa:
"Na, was mach denn deine Dopa-
minausschüttung und so weiter?"
Fragen stimmt so nicht, sie schreit- er
hört zwar schlecht und oft auch weg,
doch jetzt wird er steif vor Schreck.
Leider nicht zur Gänze umfang-
reich - kein Wunder bei DEM Umgang.
Außerdem fehlt ihm Seroton-
in - nach des Psychiaters O-Ton.

Nonsens ?

Lasst mich euch bedeuten:
Klar, dass das nicht funzt,
wenn mir Hinz und Kunz
ohne blassen Dunst
meine Kunst verhunzt!
Klar, es wär´ gestrunzt,
wenn sie unvergrunzt
inbrünstiger Gunst
länger sich erfreuten

Franz wollte einst ein Becken,
um Schwimmbedarf zu decken,
Doch gleich beim ersten Checken
da war er groß, der Schrecken -
gab´s zweifellos ein Lecken
ins Erdreich zu entdecken.
Da gibt´s doch wirklich Jecken,
die den Verdacht erwecken:
"Hätt´ am End`der Becken-
bauer Dreck am Stecken?"
Ihm wird´s gar nicht schmecken.
Ich seh schwarz

Man sagt, der Herr Pastor, der hätte viel Humor,
doch gleicht er nicht dem meinigen.
Ich scheue kein Tabu und gebe offen zu,
da gibt es nichts zu einigen.
Ich wüsst auch nicht, warum? Ach Gott, mir wär`s zu dumm
dem Schwarzrock zu bescheinigen,
dass seine blöden Witze womöglich Geistesblitze
sind, die mein Brainboard peinigen.
Nun frag mal besser nicht: "Was soll bloß das Gedicht?
Das kann man doch bereinigen?"
"Womit?", so frag ich dich, denn nirgends findet sich-
(mal abgesehn von steinigen)
ein weit´rer Reim auf - einigen.
Nachwurf::
Pastoren und Pastorenkinder sind anerkannt die schlimmsten Sünder.
da wird`s nix mit dem Steinigen.
Ich will nicht und die dürfen nicht, wie`s Jesus in der Bibel spricht.
In meiner und der seinigen.

As years go by

Wenn bis zum Halse bandagiert
die Uraltrockerband agiert,
und Opa dazu engagiert
mit seiner Oma eng agiert,
und - endlich fürbass eregiert -
nach alter Standesehre giert,
wird irgendetwas generiert,
was arg am Drang der Gene rührt.

Noch ein Tor!

Dem Tor erweisen Tore sich,
die Weise stets geschlossen lassen,
als offenbar nicht hinderlich,
im Torrausch den Entschluss zu fassen
solchselbige - egal, was sei -
um jeden Preis zu überwinden.
Den Wedernochs, die solcherlei
Tortouren als Tortur empfinden,
in Torschlusspanik zu sich ehrlich,
denn die Moral von dem Gedicht
ist: "Das wär eigentorgefährlich."

 

Gelegenheitsgedichte

 

Spielmann´sHochzeit

Ein Spielmann wollte Hochzeit machen tief im Schwabenlahande.
(Refrain: Fiderallala, Fiderallala, Fiderallalalala)
Der Christoph war der Bräutigam, die Ilka war die Braute.
Dazu spielt ein Orkehester querbeet wie an Silvehester.
Die Gabi geigt mit ernster Miene. Wenn nicht, dann spielt sie Mandoline.
Sie zieht auch mal die Stirne kraus und packt die Concertina aus.
Die Ute rockt den ganzen Saal. Worauf? Das ist ihr piepegal.
Der Gernot, dieser Wahnsinnsmacker, schlägt sich an der Gitarre wacker.
Der Albrecht auch, doch mehr dezent, so wie man halt den Albrecht kennt.
Der Uli holt´s dem Zerrwanst raus und ruht sich zwischendrin drauf aus.
Das traut sich „Anton“ aber auch mit dem Akkordeon vor dem Bauch.
Die Juttas blasen im Duett. Das klingt doch ganz schön klarinett.
Die Ahastrid, die Ahastrid, spielt seelenruich den Bahass mit.
Der Hahahans, der Hahahans sorgt für den Takt und denkt, er kanns.
Vom Martin wird recht unbeirrt die ganze Chose intubiert.
Bihirgits feine Flötentöne, die hamms nicht leicht in dem Gedröhne.
Der Holger, gleichfalls an den Flöten, scheint beim "a tempo" kaum in Nöten.
Die Dagmar und die Claudia sind für die Flötenfluten da.
Martinas Stimme klingt im Saal wie eine Hochzeitsnachtigall.
Der Peter tönt aus voller Kehle wohlgemut zur Ukulele.
Kalleinz mit Klampf´ und Flötensteff ergänzen das aus dem Eff-eff.
Als heißersehntes Festpräsent gibts keinen, der das End´ verpennt.
Fiderallala, Fiderallala, jetzt warn fast alle da.

Mit 70 hat man noch Träume

Mit 69 Jahren hört das pralle Leben auf.
Mit 69 Jahren nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Mit 69 Jahren ist Trauerkleidung Trumpf.
Mit 69 versinkst du im Sumpf.


Du wirst rot, wenn du dreimal am Tag die Treppe zum ersten Stock erklimmst.
Du wirst rot, wenn du öfter was vergißt und dir das entsetzlich zu Herzen nimmst.
Doch nimm das alles nur nicht so schwer und denke stets daran:
Mit 70 fängt das Leben erst an!
Du wirst blaß, wenn der Arzt zu dir sagt, dass mal wieder ein Blutbild fällig wär.
Du wirst blaß, wenn der Arzt zu dir sagt, ihm gefiele dein Blutdruck nicht so sehr.
Doch nimm das alles nur nicht so schwer und denke stets daran:
Mit 70 kommt noch lang kein letzter Tanz!
Denn er weiß noch nicht, was Leben ist,  dazu ist er noch zu klein.
Wie du drauf oder daneben bist, das weißt du doch nur allein.

Ja, denn mit 70 hat man noch Träume, da wachsen noch alle Bäume
in den siebzigsten Himmel.
Mit 70 braucht man nicht hoffen, da stehn alle Türen schon offen
und der Himmel kann warten.
Denn mit den Jahren da hat man erfahren, wie voll so ein Leben sein kann.
Und wenn man dann alt ist, und noch nicht so kalt ist,
dann glaubt man, dann glaubt man halt dran:
Mit 70 hat man noch Träume, da wachsen noch alle Bäume
in den siebzigsten Himmel.
Mit 70 braucht man nicht hoffen, da sind alle Türen schon offen
und der Himmel kann warten-  und der Himmel kann warten.

70 Jahr, weißes (ohne) Haar, so stehst du vor mir.
70 Jahr, weißes (ohne) Haar, nur auf dem Papier.
Dir hats nichts ausgemacht, da stehst du drüber,
das kann man selten sehn... oh,oh,oh, ..
Alte, wohin ich schau, Sand im Getriebe,
doch du bist nicht wie sie, sie,
70 Jahr, weißes (ohne) Haar, so stehst du vor mir.
70 Jahr, weißes (ohne) Haar, nur auf dem Papier.

Alternativer Text zu einem Schlagermedley:

Mit 66 Jahren, Mit 17 fängt das Leben erst an, Mit 17 hat man noch Träume, 17 Jahr, blondes Haar

Geburtstagsgedicht

Älter werden ist nicht schwer,
älter sein dagegen sehr,
und bist du dann endlich alt,
drückt das Alter mit Gewalt.
Klar, das kannst du auch verdrängen,
und dich wie bei andern Zwängen
mit dem Schein zufrieden geben,
der ein eingeengtes Leben
halbwegs noch erträglich macht.
Ja, es wäre doch gelacht,
wenn das nicht zu meistern sei!
Gerne helfen dir dabei
Coaches, Ärzte, Scharlatane
von der Gammelottomane.
Aufgepeppt von Therapeuten
hörst du ein gewisses Läuten,
das das Eine stets verspricht:
Älter werden giltet nicht!
Doch mich juckt das nicht die Bohne:
Jünger sein ist auch nicht Ohne!
Folglich sei es, wie es kommt,
ob allmählich oder prompt,
zum Fürchten jedoch keinewegs.
Da freue sich doch einen Keks,
wer liebend gern zum Wiegenfest
dem Alter seine Freude lässt.
Drum wünsche ich durch Dünn und Dick
dir alles Gute und viel Glück!
Zum Jahreswechsel

Das alte Jahr, es ging ja sowas von perdú.
Nicht nur das Wetter und die Laune war´n beschissen.
Aus allen Löchern quoll die Virenbrüh´:
Wie sollt ich freudig da das neue Jahr begrüßen?
Ich schaffte grade so den angesagten Übergang
in Lightversion, doch leidlich aufrecht immerhin.
Es fehlte zweifellos ein angedachter Überschwang,
und "Feiern in die Puppen" war schon gar nicht drin.
Zwar endete das Jahr mentholisiert in Matsch und Mief,
doch suhl´ ich mich darob nicht in Beschwerden
und äußere mich diesbezüglich denkbar positiv:
Von jetzt an kann es nur noch besser werden!

Das Neue Jahr steht wartend vor der Tür.
Ich hoffe, dass auch diese neu ist.
Wär sie die alte, ständ es kaum dafür,
weil dann das Alte nicht vorbei ist.
Zwar prägt ein steter Kreislauf der Natur
ein jedes Jahr, das irdisch mir beschieden,
doch meine exclusive Daseinsspur
schließt sich am Ende erst hienieden.
Ein Leben in Spiralform schafft nur Schwindel-
egal, in welche Richtung es dann geht.
Wer klammert sich schon gern an eine Spindel,
die unentwegt sich dreht und dreht und dreht....?

 

Ostern naht

Pigment, Pigment,
die Backe brennt.
Die Hasen grinsen von den Postern,
die Glocken stehen voll auf Ostern.
Die Eier hängen an den Bäumen.
Da kann man schon vom Frühling träumen!

Volle Hose

Du kannst es kaum vermeiden, dass dir auch mal irgendwann
das eine oder andre in die Hose gehen kann.
Da heißt es vorzusorgen! Nun, was hätt ́ich da parat?
"Sie bloß nicht zu zu binden" wär bestimmt ein guter Rat.
"Die Hose runterlassen" wäre auch nicht schlecht gedacht,
doch damit umzugehen ist`s, was ziemlich Mühe macht.
Es zählt nur, dass dir klar ist, wie gefasst man sowas trägt,
und dass ein treues Herzchen in der vollen Hose schlägt.

Advent I

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt!
Ganz schnell geht nun die Zeit vorbei
und siehe: Schon brennt Numro Zwei!
Spätestens beim dritten Licht
lernt man ein Adventsgedicht,
damit bei Lichtlein Numro Vier
erfolgt die große Weihnachtskür,
die somit wird zur Weihnachtspflicht
bei Kerzenlicht!
Advent II

Lieber Freund, ganz ohne Frage
nähern sich die Weihnachtstage.
Also ist die Zeit gereift,
dass man zu der Feder greift,
allen Freunden und Bekannten,
Partnern, Gegnern, Anverwandten,
seine Grüße zu entrichten.
Mögen sich die Karten schichten
locker unterm Weihnachtsbaum!
Guck nur hin, du glaubst es kaum:
Alle lassen von sich hör´n,
alle haben sie dich gern!
Dir entflieht manch matter Hauch:
"Der mich auch..." und " Der mich auch..."
Und das liebe Jesulein
schaut besonders freundlich drein,
weil´s doch in gewissem Maße
mehr schafft als der Osterhase.

 

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